+2,4%

Gesamtumsatz REWE Group

2014 51,11 Mrd. €
2013 49,91 Mrd. €

+3,0%

Gesamtumsatz REWE-Konzern

2014 42,55 Mrd. €
2013 41,29 Mrd. €
 
 
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Dialog über den
Handel der ZukunftAlain Caparros im Gespräch mit Dr. David Bosshart:

„Wer heute noch physisch einkauft, erwartet seelische Regeneration“
 

Der Online-Handel boomt, und auch der Lebensmitteleinzelhandel stellt sich mit neuen Geschäftsmodellen auf die wachsende Bedeutung der Digitalisierung für seine Branche ein. Kunden wünschen sich einerseits die Bequemlichkeit und den Komfort, der mit dem Online-Handel verbunden ist. Andererseits sehnen sie sich bei ihrem Einkauf jedoch nach greifbaren, authentischen Erfahrungen. Für Händler bedeutet das eine doppelte Herausforderung: Der stationäre Handel muss sich weiter modernisieren und Erlebniswelten schaffen; zugleich erfordert E-Commerce schnelle Innovationen und hohe Investitionen.

 
 

ALAIN CAPARROS: Herr Bosshart, eine Ihrer Thesen lautet: „Wer heute noch physisch einkauft, erwartet seelische Regeneration, unter Umständen sogar körperliche Regeneration“. Wie haben wir das als Händler zu verstehen? Wie sehr müssen wir uns um die Seelen der Kunden kümmern?

 

DR. DAVID BOSSHART: Insbesondere der Lebensmitteleinzelhandel muss lernen, den Gast und seine Konsumformen ins Zentrum zu stellen, und nicht bloß die Produkte und die bisherigen Regalplatzierungen. Wo alles immer technischer, schneller und jederzeit verfügbar wird, da steigt das Bedürfnis nach „romantischen Erfahrungen“. Das bedeutet, die Zukunft gehört attraktiven Lebensmitteln, die zur richtigen Zeit im richtigen attraktiven Umfeld angeboten werden. Es bedeutet auch, dass das Handwerkliche an Bedeutung zunimmt, während das Hyperindustrielle an Gunst verliert. Die Produkte der Zukunft müssen „Made for me, designed for me, performed for me“ sein. Und gerade den deutschen Lebensmittelhändlern würde ich noch ins Stammbuch schreiben: Emotionalität schlägt Effizienz!

Dr. David Bosshart, Trendforscher und CEO des
Gottlieb Duttweiler Instituts für Wirtschaft und
Gesellschaft
Alain Caparros, Vorstandsvorsitzender
der REWE Group
 

ALAIN CAPARROS: Kein Widerspruch, im Gegenteil. Ich bin auch der Überzeugung, dass Supermärkte zu einem Ort der Kommunikation und des sozialen Austausches weiterentwickelt werden müssen. Es müssen dort der Geist und die Atmosphäre früherer Marktplätze einziehen. Allerdings sind wir gleichzeitig mit den Herausforderungen des Online-Handels, der virtuellen Handelsplattformen konfrontiert. Das heißt letztlich nichts anderes, als dass wir in puncto Investitionen und Innovationen gleich doppelt gefordert sind – stationär und virtuell.

 

DR. DAVID BOSSHART: Ja, die Digitalisierung verändert die ganze Wertschöpfungskette im Handel: wie wir Dinge produzieren, wie wir sie verkaufen, wie sie konsumiert werden. Den größten Anpassungsdruck spüren meines Erachtens die traditionellen Markenartikler, die Discounter und der Non-Food-Bereich sowie die Einkaufszentren. Die technischen Möglichkeiten heutzutage müssen natürlich ergänzend genutzt werden. Allerdings kann die Technik nicht das Einkaufserlebnis vor Ort ersetzen, viel mehr soll sie dieses Einkaufserlebnis vor Ort auf der Fläche in den Märkten intensivieren. Konkret heißt das: Das Internet macht die Erwartungen der Kunden sicht- und umsetzbar. Kundendaten sind heutzutage eine der wichtigsten Ressourcen. Wer „Big Data“ – also die Kenntnis und Verarbeitung möglichst vieler solcher Daten – versteht und sich zunutze macht, versteht die künftigen Wünsche seiner Kundschaft und kann sie in der physischen Welt sinnlich und erlebnisreich umsetzen.

 

ALAIN CAPARROS: Wir sind gezwungen einen Spagat zu machen. Denn die wachsende Online-Orientierung bedeutet eben nicht, dass wir im stationären Geschäft auch nur ein bisschen nachlassen dürfen. Es ist unser Ziel, dass wir unsere Kunden zu Gästen machen. Um ihre individuellen Bedürfnisse kennenzulernen und entsprechend mit den maßgeschneiderten Konzepten darauf zu reagieren, können uns auch customer insights helfen, die wir beispielsweise mit Loyalty-Programmen wie PAYBACK gewinnen.

Nachhaltiges Handeln ist der Schlüssel, um das Vertrauen der Kunden zu gewinnen. Und das gilt vor allem im Zeitalter des Online-Handels. Wir wollen nicht einfach mitmischen, wir sind ein Treiber dieses Trends.
Alain Caparros, Vorstandsvorsitzender der REWE Group
 

DR. DAVID BOSSHART: Und je größer die Einsicht wird, desto mehr wird der Händler zum Kurator, der attraktive Flächen zur Verfügung stellt und auf der Basis seiner eigenen grundlegenden Werte, zum Beispiel der Nachhaltigkeit, eine Auswahl trifft, mit welchen Produkten und Services er die spezifischen Wünsche und Bedürfnisse seiner Kunden erfüllen kann. Dadurch verstärkt sich auch der Trend zur Vertikalisierung im Handel. Händler werden noch mehr zu Vertikalisierern, die fast alles selbst in die Hand nehmen.

 

ALAIN CAPARROS: Die Werteorientierung ist ein wichtiges Stichwort. Denn unsere Kunden achten beim Einkauf mehr denn je auf die nachhaltigere Qualität von Produkten. Sie wählen Produkte, die ihren sozialen und ökologischen Ansprüchen entsprechen. Meiner Meinung nach ist nachhaltiges Handeln der Schlüssel, um das Vertrauen der Kunden zu gewinnen. Und das gilt vor allem im Zeitalter des Online-Handels. Wir wollen nicht einfach mitmischen, wir sind ein Treiber dieses Trends. Die aktuellen Zahlen sprechen dafür: Denn die Zahl der Menschen, die wir als LOHAS bezeichnen, die also den „Lifestyle of Health And Sustainability“ bevorzugen, wächst weiter. Vor zehn Jahren waren es in Deutschland keine 15 Prozent, heute sind es schon über 25 Prozent.

 

DR. DAVID BOSSHART: Tatsächlich ändern sich die Anforderungen der Kunden an die Produkte rasant. In der Welt von morgen mutiert Food zur Ersatz-Religion – von Veganern bis Diätpriestern – und zur Ideologie, bei der Regulierungsbehörden mit immer neuen Vorschriften intervenieren. Kritische Konsumenten suchen Produkte, die über eine technisch-sachliche Qualität hinausgehen. Authentizität, Ehrlichkeit und Regionalität unterstützen die Verbundenheit der Konsumenten mit den gekauften Lebensmitteln. Der Handel hat damit die Aufgabe, ein Umfeld für „gute“ Entscheidungen zu schaffen. Die Produzenten und ihre Geschichte sollen greif- und hörbar sein, sie schaffen Glaubwürdigkeit und damit Orientierung in einer ansonsten schwer durchschaubaren Umwelt.

 

ALAIN CAPARROS: Aber damit stellt sich nochmals die Frage: Wie bringen wir die Trends von Technisierung und Digitalisierung einerseits und dem Wunsch der Kunden nach „greifbarer“ Authentizität andererseits unter einen Hut?

Die Anforderungen der Kunden an die Produkte ändern sich rasant. In der Welt von morgen mutiert Food zur Ersatz-Religion.
Dr. David Bosshart, Trendforscher und CEO des Gottlieb Duttweiler Instituts für Wirtschaft und Gesellschaft
 

DR. DAVID BOSSHART: Ich nenne diese Brücke zwischen zunehmender Technisierung und der Sehnsucht nach Romantik: „Smart Mama“. Anders ausgedrückt: Smarte digitale Assistenten werden das für die Konsumenten jeweils Relevante aus der Informationsflut herausfischen. Persönliche Vorlieben wie Bio und Regional werden online mit individuellen Rahmenbedingungen (Single, Familie, Arbeits- und Einkaufsort) abgeglichen und bilden einen Filter, der die Information personalisiert. Die Vernetzung mit Bio-Daten wie Körpergewicht, Blutdruck oder Schlafverhalten erlaubt eine zusätzliche Präzisierung. Das ist nicht mehr Science-Fiction: Rise aus den USA oder Oviva in der Schweiz verbinden individuelle Ernährungs- und Diätvorsätze via Smartphone-App mit einem persönlichen Coach. Die einzelnen Bausteine für eine solche „Smart Mama“ sind somit vorhanden. Die Frage ist nur, wer sie programmiert.

 

ALAIN CAPARROS: Wir als Lebensmittelhändler, der traditionell vom stationären Geschäft geprägt ist, sind mit einer sehr großen Gefahr konfrontiert: Angesichts der realen Macht der bislang rein digitalen Händler wie Amazon und des Datenvorsprungs von Unternehmen wie Google droht uns eine Abkopplung. Ich bin überzeugt, dass wir unbedingt mit im Zug sein müssen, auch wenn wir noch nicht genau wissen, wohin die Reise geht und auch nur eine ungefähre Vorstellung davon haben, wie schnell der Zug unterwegs ist.

 

DR. DAVID BOSSHART: Der Wettlauf um die letzte Meile spitzt sich zu. Es ist eine Frage der Zeit, bis einzelne intelligente Systeme wie beispielsweise Ernährungscoaches, Händler mit ihren Kundendaten und Küchen-Vorrats-Apps zusammenwachsen und die Daten vernetzen. Vorreiter sind die Internet-Giganten. Amazon baut mit Amazon Dash, Amazon Fresh und Same Day Delivery seine Service-Kompetenz stetig weiter aus. Auch Google investiert massiv in den eigenen Zustelldienst „Google Express“. Heute liegt die Wahrscheinlichkeit höher, dass Google oder Amazon – und nicht ein traditioneller Einzelhändler – die Programmierung der Datenzusammenführung vornimmt und damit auch die neuen Dienstleistungen übernimmt.

 

ALAIN CAPARROS: Trotzdem bin ich optimistisch, dass wir eine gute Chance haben, unsere starke Position im Handel zu verteidigen. Unsere Chance ist das Omni-Channel-Geschäft. Unsere stationären Märkte mögen aus Sicht der „pure player“ im Online-Handel eine Last sein. Ich sehe sie hingegen als unsere größte Chance, den Kunden eine Verbindung des Besten aus beiden Welten zu bieten. Denn wir können beides erfüllen: den Wunsch nach dem, was Sie „romantische Erfahrung“ nennen, und zugleich das Bedürfnis nach Bequemlichkeit und Komfort, der mit dem Online-Geschäft verbunden ist. Und wir können beides kreativ miteinander kombinieren.

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Individualisierung im Handel

Trend:
Individualisierung
im Handel

 
 
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Starke Marken
braucht der MarktDie Vielfalt und Individualität der Eigenmarken 

Industrie- oder Handelsmarke? Der Kunde kauft beides. Auf seinem Frühstückstisch steht das Glas Nutella neben Honig von Naturgut und Aufschnitt von Wilhelm Brandenburg. Er vertraut Marken, die gute Qualität und ein attraktives Preis-Leistungs-Verhältnis bieten. Den kultigen Nuss-Nougat-Aufstrich, Coca-Cola und Tempo-Taschentücher bekommt er mittlerweile in jedem Supermarkt. Deshalb entscheidet er sich immer häufiger für die Einkaufsstätte, in der er ausgewählte Produkte als Alternative zu Markenartikeln bekommt. Das sind in der Regel die Eigenmarken von Handelsunternehmen – wie der REWE Group und ihrer Vertriebsgesellschaften.

 
 

Deutsche Privathaushalte – dazu zählen Singles ebenso wie Familien – geben monatlich rund 320 Euro für Nahrungsmittel, Getränke und Tabakwaren aus. Dabei gehen bei Food- und Near-Food-Artikeln mittlerweile mehr als 40 Prozent der Erlöse im Lebensmitteleinzelhandel auf die Konten der Handelsmarken, bei den Lebensmittel-Discountern liegt dieser Anteil sogar deutlich höher. Tendenz weiter steigend. Zugleich gibt es weniger passionierte Industriemarkenkäufer: Zwischen 2009 und 2013 ging ihr Anteil von 52 auf 45 Prozent zurück.


Es gibt verschiedene Gründe für diese Entwicklung. Einige Branchengrößen werfen der Industrie vor, dass sie in den letzten Jahren Trends verschlafen hat. Andere beobachten, dass Handelsunternehmen Entwicklung und Positionierung ihrer Marken professionalisieren. Um sich im Wettbewerb stärker zu profilieren, kreieren sie eigene Produkte und ziehen auch bei der Vermarktung mit der Industrie gleich. Mit wachsendem Erfolg.

Unter der Marke Naturgut vereint PENNY
rund 100 möglichst naturbelassene Artikel ohne künstliche Zusätze.
Mehr als 100
Eigenmarken
bieten die Vertriebsgesellschaften
der REWE Group in ihren Märkten an.

Fast 90 Prozent der Kunden in Deutschland sehen qualitativ kaum einen Unterschied zwischen Industrie- und Handelsmarken.

Eine Studie, die das Marktforschungsinstitut MetrixLab 2014 vorstellte, belegt: Fast 90 Prozent der Kunden in Deutschland sehen mittlerweile qualitativ kaum einen Unterschied zwischen Produkten der Industrie und Eigengewächsen der Handelsunternehmen. Dabei ist die Handelsmarke für sie nicht etwa nur eine günstigere Alternative, von der sie auch eine geringere Qualität erwarten. Vielmehr stellen 85 Prozent der Verbraucher gleich hohe Anforderungen an Handels- und Industriemarken. Dass Handelsmarken auch beim Verpackungsdesign mit den etablierten Schöpfungen der Industrie mithalten können, finden 72 Prozent, 2013 waren es noch 66 Prozent.

 

Vertriebsgesellschaften der REWE Group sind Vorreiter

 

Die REWE Group und ihre Gesellschaften im In- und Ausland haben diese Entwicklung maßgeblich begleitet. In den letzten drei Jahren haben alle deutschen Vertriebsmarken im Discount und Vollsortiment ebenso wie die Verbraucher- und Baumärkte ihre Eigenmarkenstrategien kritisch geprüft und optimiert. PENNY war der erste Discounter, der bereits 2013 Artikel unter eigenem Namen in den Regalen hatte. Die Eigenmarke „PENNY“ ist im Preiseinstiegssegment positioniert. Mit mittlerweile mehreren Hundert Produkten des täglichen Bedarfs bieten sie sehr gute Qualität zum niedrigst möglichen Preis.

Der Trend zur Individualisierung der Verbraucher spiegelt sich in den Sortimenten des Handels. Die Zielsetzung ist klar: Die Unternehmen wollen erstens, sich differenzieren und mit exklusiven Angeboten ein Alleinstellungsmerkmal erlangen; zweitens, die eigene Einkaufsstätte attraktiver machen und Kunden an sich binden; und drittens, geht es auch darum, im intensiven Preiswettbewerb und angesichts kleiner Margen im Handel, die eigene Spanne aufzubessern. Letzteres war für viele Handelsunternehmen in den 1980er-Jahren die Hauptmotivation, um sogenannte No-Names einzuführen. Me-too-Produkte, also leicht abgewandelte Nachahmungen von Industriemarken, wurden damit gelabelt, um den preissensiblen Kunden zu ködern.

 

Trends aufspüren und Nischen besetzen

In Deutschland hat PENNY als erster Discounter Produkte unter dem eigenen Namen verkauft.

Heute sieht die Welt der Handelsmarken anders aus. Auch bei PENNY sind neue Produkte hinzugekommen, die das mittlere Marktsegment weniger über den Preis angreifen als über ein durchdachtes Gesamtkonzept für immer individuellere Kundenbedürfnisse. „Wir sind permanent auf der Suche nach Nischen, um sie mit eigenen Entwicklungen zu besetzen“, sagt Sandra Leiendecker, Funktionsbereichsleiterin Eigenmarken bei PENNY. Die Nähe zum Kunden und Marktstudien seien hilfreich, um diese Lücken im Angebot zu finden. Außerdem hat sie den internationalen Markt im Blick – besonders die Niederlande, Großbritannien und die USA.

 

So wurden unter anderem Marken wie penny to go Ende 2013 oder Naturgut Ende 2014 geboren. Penny to go richtet sich an Menschen, die schnell und unkompliziert essen wollen – ob unterwegs, im Büro oder zu Hause. Die fertigen Snacks umfassen Frühstücksmüsli und Säfte, Sandwiches, Wraps und sogar Sushi. Leiendecker: „Wir probieren viel aus, um die Kundenvorlieben besser kennenzulernen. Beispielsweise haben wir auch Suppen angeboten: in den Niederlanden und UK der Renner. Bei uns funktioniert es nicht so gut. Es gibt eben doch noch kulturelle Unterschiede – auch beim Essen.“

Wir probieren viel aus, um die Kundenvorlieben besser kennenzulernen.
Sandra Leiendecker, Funktionsbereichsleiterin Eigenmarken bei PENNY
 

Auf die Eigenmarke Naturgut ist Leiendecker besonders stolz. Wiederum als erster Discounter hierzulande hat PENNY aktuelle, sich ergänzende Ernährungstrends unter einem Dach vereint: Bio-, regionale und vegetarische Produkte für bewusstes Genießen. Das Sortiment umfasst insgesamt bis zu 100 Artikel aus verschiedenen Warengruppen wie Obst und Gemüse, Brotaufstriche, Molkereiprodukte, Getreide und vieles mehr; davon sind 85 Prozent in geprüfter Bio-Qualität erhältlich, 15 Produkte sind vegetarisch und/oder vegan, einige stammen aus auf der Verpackung gekennzeichneten Genussregionen in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Das Design der Produkte lässt erkennen, dass man auch hier den Blick über den großen Teich gewagt hat. Es ist modern und unkonventionell, mit viel Liebe zum Detail gestaltet. „Besonders wichtig war es uns, den Mehrwert der Produkte für die Kunden spielerisch leicht erfassbar zu transportieren“, so Leiendecker. Der eingeschlagene Weg ist erfolgreich: Von 2010 bis heute nahm die Artikelzahl bei den PENNY-Eigenmarken jährlich um sechs, sieben – und zuletzt neun Prozent in den Jahren 2014 und 2015 zu.

PENNY stellt sich mit seinen Marken Naturgut (links) und penny to go (rechts) auf Ernährungstrends ein.
 

Mehrwert schaffen und Orientierung geben

 

Neue Produktfamilien mit Zusatznutzen zu schaffen, dieser Anspruch gilt auch für die Eigenmarken in den REWE-Supermärkten. Natürlich nicht ohne die deutschlandweit bekannteste und beliebteste Eigenmarke ja! weiter zu pflegen. Nach dem Relaunch im Frühjahr 2015 wird ja! stärker als bisher als hochwertige Alternative zum Discounter-Produkt im Preiseinstiegssegment positioniert. Die schlichte Optik mit dem hohen Weißanteil und der blauen Schrift bleibt. Neu sind die Fotos auf der Verpackung: Sie lassen diese insgesamt wertiger wirken. Zugleich wird die Verbindung zur Vertriebsstätte mit einer zusätzlichen Zeile gestärkt: „Eine Marke von REWE“. Immerhin ist das Angebot an Handelsmarken für fast die Hälfte der Kosumenten ein entscheidendes Kriterium, wenn es um die Wahl der Einkaufsstätte geht.

Individuellere Kundenwünsche bedienen die Marken REWE frei von und REWE Feine Welt.

REWE hat 2006 begonnen, eine stringente Eigenmarkenarchitektur aufzubauen. Florian Königsbüscher, Funktionsbereichsleiter Marketing Eigenmarken bei REWE, beschreibt die verschiedenen Entwicklungsstufen bei Eigenmarken wie folgt: „Die meisten Handelsunternehmen haben mit sogenannten Generics oder Me-too-Produkten angefangen
– so wie wir auch mit ja!. Mit dem nächsten Schritt geht man in die Profilierungssegmente. Das sind bei uns REWE Beste Wahl, Top-Marken-Produkte mit einem sehr guten Preis-Leistungs-Verhältnis. Und auch REWE Bio, aus Füllhorn hervorgegangen, bedient den Massenmarkt. Schließlich schauen wir uns einzelne Zielgruppen mit ihren sehr individuellen Ernährungsgewohnheiten genauer an, segmentieren feiner, wie zum Beispiel mit REWE frei von – für Menschen, die Gluten oder Laktose nicht vertragen.“

Uns geht es darum, Warengruppen entsprechend den Bedürfnissen unserer Kunden weiterzuentwickeln.
Florian Königsbüscher, Funktionsbereichsleiter Marketing Eigenmarken bei REWE
 

Ob es bei diesem ausgeklügelten Stufenplan darum geht, die Industriemarken bald vollständig aus den Regalen zu verdrängen? „Nein, das ist nicht unsere Absicht. In einigen Warengruppen haben Industriemarken eine absolut dominante Position, nehmen Sie zum Beispiel Nutella. Eine solche Position wollen und können wir ihnen nicht streitig machen. Uns geht es darum, Warengruppen entsprechend den Bedürfnissen unserer Kunden weiterzuentwickeln“, so Königsbüscher.

 

Abschied nehmen und Neues schaffen

 

Manchmal geht es zunächst auch darum aufzuräumen, damit die Eigenmarkenarchitektur auf solidem Fundament aufgebaut werden kann. So wie bei toom Baumarkt. Insgesamt gab es vor der Neuausrichtung neun Eigenmarken. Seit Ende 2011 sind es nur noch zwei. Die Preiseinstiegsmarke „b1 – besser sparen“ mit mehr als 800 Produkten bildet dabei die Basis der Markenstrategie. Die Einzelmarken im mittleren Preissegment hat das Category Management zur toom Qualitätsmarke zusammengeführt. Sie umfasst heute rund 7.000 Artikel, rechnet man Pflanzen hinzu, sind es sogar ca. 14.000.

toom steht für verlässliche und qualitativ hochwertige Produkte auf Markenniveau zu einem hervorragenden Preis.
Marion Gorjub, Category Managerin Eigenmarke toom Baumarkt
 

„Zielsetzung war es, alle bis dahin bestehenden Einzelmarken zu einem für unsere Kunden verständlichen Dachmarkenkonzept zusammenzufassen“, so Marion Gorjub, Category Managerin Eigenmarke toom Baumarkt. Den Namen der Vertriebsgesellschaft auf die Eigenmarken zu übertragen, sei ein logischer Schritt hin zu einem einheitlichen Markenauftritt. „toom“ steht für verlässliche und qualitativ hochwertige Produkte auf Markenniveau zu einem hervorragenden Preis. Die Artikel sind somit eine echte Alternative für unsere Kunden“, sagt Gorjub.

Darüber hinaus durchlaufen die Produkte der toom Qualitätsmarke einen anspruchsvollen Prüfprozess, der meist über den gesetzlichen Anforderungen liegt. Viele toom-Artikel sind auch mit dem TÜV-Exklusiv-Siegel ausgezeichnet, das in strengen Einzeltests diese Produkte auf Kriterien wie Verarbeitung, Verbrauchernutzen, Langlebigkeit und Belastbarkeit prüft. „Ein weiterer Vorteil ist unser Systemgedanke, wie zum Beispiel beim Thema Bodenbeläge. Neben Laminaten in vielen Dekoren führen wir auch hochwertige Dämmung und passend abgestimmtes Zubehör. Das einheitliche Verpackungsdesign bietet unseren Kunden zudem Orientierung“, erklärt Gorjub.

Die Talente für Haus und Garten animieren zum Selbermachen.
7000
Artikel
umfasst das Angebot der toom Qualitätsmarke.

Im Frühjahr 2014 hat toom das Sortiment der Qualitätsmarke um zwei neue Kollektionen erweitert. Mit den neuen Talenten für Haus und Garten greift toom Baumarkt die aktuellen Trends Selbermachen – neudeutsch do it yourself – und Bio-Konsum auf und bietet dem Kunden wiederum Komplettlösungen: etwa um die eigenen vier Wände in einem bestimmten Stil mit aufeinander abgestimmten Wandfarben, Tapeten, Vorhängen, Kissen und Teppichen zu verschönern. Mit den toom Talenten für den Garten lässt sich ein Nutzgarten in Bio-Qualität anlegen – mit Samen, Setzlingen sowie Erde und Dünger. Auch hier hat toom Baumarkt Verbraucherwünsche antizipiert: Gemäß einer vom Unternehmen beauftragten Forsa-Umfrage, ist jedem Zweiten Bio-Qualität beim Anbau im eigenen Garten sehr wichtig.

 

Den Handel bewegen, den Markt verändern

Ja! Natürlich ist mit 50 Prozent Marktanteil die Nummer 1 unter den Bio-Marken in Österreich.

Der Blick zu unseren Nachbarn in Österreich zeigt, dass die REWE International AG aufgrund der besonderen Situation im Land bereits seit Anbeginn ihre Eigenmarken für alle Vertriebsgesellschaften zentral managt wie ein Industrieunternehmen. Die Daten sprechen für sich. 2014 feierte die Bio-Marke Ja! Natürlich 20. Geburtstag. Gestartet hat das Unternehmen 1994 mit 30 Produkten, heute sind es mehr als 1.100 Artikel, mit einem Jahresumsatz von 355 Millionen Euro im Jahr 2014.

Wir haben die Bio-Bewegung ins Rollen gebracht, heute ist sie in der Mitte der Gesellschaft angekommen.
Martina Hörmer, Geschäftsführerin der Ja! Natürlich-Naturprodukte
 

Darauf ist Martina Hörmer, Geschäftsführerin der Ja! Natürlich-Naturprodukte und für die Eigenmarken verantwortlich, mächtig stolz: „Wir haben die Bio-Bewegung ins Rollen gebracht, heute ist sie in der Mitte der Gesellschaft angekommen.“ Neun von zehn Österreichern geben an, zumindest gelegentlich zu Bio-Lebensmitteln zu greifen. 60 Prozent haben im letzten Monat zumindest ein Produkt von Ja! Natürlich gekauft. Da 80 Prozent der Produkte aus Österreich stammen, gibt es einen positiven Effekt für die heimische Landwirtschaft. Ja! Natürlich pflegt Partnerschaften mit mehr als 7.000 Bio-Bauern und 160 Partnerbetrieben. 20 Prozent der Flächen in Österreich sind mittlerweile ökologisch bewirtschaftet, damit ist das Land führend in Europa.

80
Prozent
der Ja! Natürlich-Produkte stammen aus Österreich.
bi good-Artikel sind u.a. mit Nachhaltigkeitssiegel wie EU Ecolabel
und Blauer Engel gekennzeichnet.
 

„Ja! Natürlich ist mehr als Imageträger für die Vertriebsgesellschaften BILLA und MERKUR. Unsere Marke formt ein Stück weit die Händleridentität. Durch das wachsende Bio-Sortiment werden sie insgesamt nachhaltiger“, so Hörmer. Und wirken modern und innovativ. Dazu tragen auch Nischensortimente wie Vega Vita bei: 80 vegane Artikel mit 100 Prozent pflanzlichen Zutaten. Diese Eigenmarke erfährt aktuell einen umfassenden Relaunch, von dem sich Hörmer viel verspricht – perspektivisch mehr als doppelt so viel Umsatz mit Vega Vita.

In der österreichischen Bevölkerung verfügt
Ja! Natürlich über eine gestützte Markenbekanntheit von erstaunlichen 100 Prozent. Hinsichtlich Modernität und Vorreiterrolle ordnen die jungen
18- bis 29-Jährigen sie gleichauf mit Marken wie Apple, Samsung und Audi ein.

Die Vertriebsgesellschaften haben mittlerweile so viel Vertrauen in die Entwicklung der Eigenmarken, dass sie sich sogar in die für Handelsmarken schwierigeren Warengruppen vorwagen – etwa in den Drogerieartikelbereich. So bietet BIPA seit April 2014 elf umweltfreundliche Haushaltsprodukte unter der Eigenmarke bi good an. Sie sind nicht nur hochwirksam, bezogen auf die jeweilige Aufgabe, sondern auch ressourcenschonend auf Basis nachwachsender Rohstoffe in Österreich hergestellt und in kurzer Zeit biologisch abbaubar. Die REWE Group und ihre Vertriebsgesellschaften zeigen mit den vielfältigen innovativen Ansätzen, dass Handelsmarken heute weit mehr sind als Margenaufhübscher. Richtig positioniert haben sie das Potential, aus Nischentrends Massenbewegungen zu machen. Ja! Natürlich ist das beste Beispiel eines Markenartikels im besten Sinne des Wortes. Schließlich fängt jede große Veränderung mit kleinen Schritten an. Für den einzelnen Verbraucher zum Beispiel damit, dass er aus einem breiten Angebot wählen und den Frühstückstisch seinen individuellen Wünschen entsprechend decken kann. Sei es mit konvetioneller Ware in guter Qualität, Bio-, regionalen oder veganen Produkten.

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Individualisierte
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Ja! Natürlich – Eine
Erfolgsgeschichte

1994 begann die Erfolgsgeschichte von Ja! Natürlich, der größten Bio-Marke Österreichs. Als eine der ersten Marken weltweit brachte Ja! Natürlich damals Produkte aus rein biologischer Herstellung zu erschwinglichen Preisen in die Supermärkte. Das Wirtschaften im Einklang mit der Natur steht für Ja! Natürlich und seine Partner an oberster Stelle. Daher werden im Bio-Landbau keinerlei chemische Spritzmittel verwendet und auch artgerechte Tierhaltung ist bei Ja! Natürlich selbstverständlich. Heute umfasst das Sortiment der Bio-Marke über 1.100 Produkte.

 
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Unter dem Motto „Tür an Tür mit PENNY“ positioniert sich PENNY in Hamburg neu: Der Discounter präsentiert in knapp 90 Hamburger Märkten ein Konzept speziell für die Hansestadt. Die Verbundenheit mit dem jeweiligen Stadtviertel symbolisieren Namenszusätze auf den PENNY-Logos wie „St. Pauli“, „Steilshoop“ oder „Kiez“. Norddeutsche Produkte stehen zudem besonders im Mittelpunkt. So bieten die PENNY-Filialen lokale Spezialitäten wie Labskaus, Finkenwerder Scholle oder Hamburger Aalsupp an.

 
Bewusster Konsum

Trend:
Bewusster
Konsum

 
 
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Die Guten ins
KörbchenNachhaltigere Produkte im Sortiment 

Beim Einkauf achten Kunden auf die Qualität, den Preis — und immer häufiger auch darauf, wie ein Produkt hergestellt wurde. Sie bevorzugen Ware, die sozialen und ökologischen Ansprüchen genügt. Die REWE Group hat ihr Sortiment an diese Wünsche angepasst und führt derzeit gut 6.700 nachhaltigere Produkte. Um sich für sie zu entscheiden, brauchen die Konsumenten jedoch verständliche Informationen und klare Orientierung. Dabei hilft ihnen auch das PRO PLANET-Label.

 
 

In Josef Steiners Gewächshaus im oberbayerischen Kirchweidach brummt es. Zwischen Tausenden von Tomaten- und Paprikapflanzen schwirren Hummeln herum. Sie bestäuben die Tomatenblüten. Auch bei der Schädlingsbekämpfung setzt der Betrieb Insekten ein. Seit 2014 baut Josef Steiner auf der zwölf Hektar großen Fläche Gemüse an. Die Ernte des ersten Jahres brachte es auf etwa 3.200 Tonnen Tomaten und 1.200 Tonnen Paprika. „Für uns zählt nicht der Kiloertrag, sondern die Qualität. Dafür brauchen wir vor allem geschmackvolle Früchte“, erklärt Steiner. Der Gemüsebauer beliefert die REWE- und PENNY-Märkte in Bayern. Das hat Vorteile für alle Beteiligten: Der Landwirt erntet die Früchte erst, wenn sie wirklich reif sind. Dank der kurzen Wege liegen sie einen Tag später bereits im Markt. Dort tragen Steiners Früchte das Label PRO PLANET der REWE Group. Es kennzeichnet Produkte, die Umwelt und Gesellschaft weniger belasten. Das Nachhaltigkeitslabel ist eine Art Navigationssystem. Wer Tomaten aus Steiners Gewächshaus kauft, findet auf der Verpackung über das PRO PLANET-Label einen Hinweis zur umweltfreundlicheren Produktion.

Das PRO PLANET-Label auf Josef Steiners Tomaten weist auf den ressourcenschonenden Anbau hin. Wie sein einzigartiges Energiemanagement funktioniert, zeigt der Film.
12
Hektar
groß ist das Gewächshaus in Kirchweidach.
 

Gemüse wird in Deutschland fast ausschließlich in großen Gewächshäusern angebaut. Denn Tomaten möchten die Kunden das ganze Jahr über kaufen und nicht nur im Sommer, wenn sie Saison haben. Dafür brauchen die Pflanzen durchgehend warme Temperaturen und viel Licht. Normalerweise bekommen sie das nur auf Kosten eines enormen Energieaufwands und hoher CO2-Emissionen. Josef Steiner geht einen neuen Weg. Er hat ein besonders nachhaltiges Energiemanagement entwickelt, fast ausschließlich mit regenerativen Quellen. Es ist einzigartig in Europa. Beheizt werden seine Pflanzen mit Erdwärme, den Strom erzeugt eine eigene Photovoltaikanlage. Für die Bewässerung nutzt der Betrieb Regenwasser, das in einem Becken gesammelt wird. Was die Gewächse nicht aufnehmen, wird aufgefangen und erneut verwendet. Dieses System ermöglicht einen vollkommen unabhängigen Wasserhaushalt.

 

Nachhaltigkeit ist nicht mehr Nische

Die REWE Group gab 2014 die imug-Verbraucherstudie „Nachhaltiger Konsum – Schon Mainstream oder noch Nische?“ in Auftrag.

Kennzeichnungen, wie die auf Josef Steiners Tomaten, sind wichtig für den Kunden. Er interessiert sich für die Herkunft der Ware und will wissen, unter welchen Bedingungen sie hergestellt wurde. Der Preis allein ist nicht ausschlaggebend dafür, was im Einkaufswagen landet. Das hat die imug-Studie „Nachhaltiger Konsum – Schon Mainstream oder noch Nische?“ bestätigt. Im Auftrag der REWE Group untersuchte sie, inwieweit Nachhaltigkeit bei den Deutschen etabliert ist und welche Hindernisse es noch gibt. Ziel der REWE Group war es, mehr über die Bedürfnisse der Kunden zu erfahren. Das Ergebnis: Bewusster Konsum ist heute für viele Verbraucher ein Thema. „Sie wünschen sich nachhaltigere Produkte. Das ist weit mehr als eine Modeerscheinung. Eine grundlegende Erkenntnis der Studie ist, dass wir in Deutschland schon viel weiter sind, als wir es uns gegenseitig berichten“, so Dr. Ingo Schoenheit, Geschäftsführender Gesellschafter und Geschäftsführender Vorstand der imug Beratungsgesellschaft. Zwar ist der typische nachhaltige Konsument weiblich, gebildet und verdient gut. Doch in fast allen Milieus entscheiden sich Menschen heute für mehr Nachhaltigkeit. Was sie darunter verstehen, variiert.

Bewusster Konsum ist heute für viele Verbraucher ein Thema. Sie wünschen sich nachhaltigere Produkte. Das ist weit mehr als eine Modeerscheinung.
 

imug-Studie identifiziert Erwartungen der Kunden

 

Die Konsumenten verbinden Nachhaltigkeit mit messbaren Vorteilen. Wer nachhaltig einkauft, erwartet mehr als ein gutes Gewissen, so das Ergebnis der imug-Studie. Die Motive, aus denen sich Kunden für solche Produkte entscheiden, lassen sich schwer eingrenzen. Nicht ein einzelner Aspekt steht im Vordergrund – Nachhaltigkeit entwickelt sich zu einem allgemeinen Qualitätsmerkmal, vergleichbar mit Frische oder Geschmack. Die Facetten verschmelzen zu bestimmten Erwartungen an Produkte. Aus Verbrauchersicht können sie zum Beispiel Bio sein oder unter fairen Arbeitsbedingungen hergestellt. Mit entsprechend gekennzeichneten Lebensmitteln verbindet mehr als die Hälfte der Konsumenten eine höhere Qualität.

 

Hinzu kommt das Gefühl, mit dem Einkauf etwas Gutes zu tun. Für die Umwelt und die Menschen am Produktionsort, aber eben auch für sich selbst. Das lassen sich Kunden zunehmend etwas kosten. Jeder Vierte gab beim GfK Consumer Index 2014 an, fair gehandelte Produkte oder solche in Bio-Qualität zu bevorzugen. Und dafür auch mehr Geld ausgeben zu wollen. Laut der Otto Trendstudie 2013 haben fast 50 Prozent der Verbraucher bereits mehr Geld für nachhaltigere Produkte ausgegeben als noch ein oder zwei Jahre zuvor. Und sie achten nicht nur stärker darauf, was, sondern auch wie sie einkaufen. 52 Prozent der Konsumenten schaffen bewusst weniger Lebensmittel auf Vorrat an, um Müll zu vermeiden.

Bei der Auswahl von Produkten achten Kunden immer häufiger auf nachhaltigere Qualität.
 

Der Wille ist da, an der Umsetzung hapert es

 

Die Aussage des Einzelnen, nachhaltiger einzukaufen oder es zu planen, spiegelt sich jedoch noch nicht in den Einkaufswagen wider. Umfrageergebnisse bilden den Markt derzeit nicht realistisch ab. Zwar steigen Jahr für Jahr die Umsätze mit nachhaltigeren Produkten. Insgesamt bleiben sie jedoch auf einem niedrigen Niveau. Würden die Verbraucher entsprechend ihrer geäußerten Haltung handeln, müssten die Marktanteile höher sein. Auch hierfür hat imug eine Erklärung: Die Konsumenten setzen ihre Vorsätze nicht konsequent um. Sie befürworten zwar einen nachhaltigeren Warenkorb. Im Regal greifen sie dann aber doch zum herkömmlichen Produkt, auch aus Gewohnheit. Sie mögen diesen Käse, jenes Brot und bleiben oft einer Marke treu.

Ein Grund für die Diskrepanz liegt laut imug-Studie am Thema selbst: Nachhaltigkeit ist komplex, die Auseinandersetzung damit aufwendig. Der eigene Anspruch, die bestmögliche ethische Entscheidung zu treffen, überfordert viele Konsumenten. Und das nicht allein bei Produkten des täglichen Bedarfs. Stromtarife, Urlaubsreisen und sogar Versicherungen werben mit dem Thema. Den Kunden setzt das unter Druck, sich zu informieren. Bewusster einzukaufen und damit alte Gewohnheiten zu überdenken, kostet Zeit. Und aus der Bereitschaft, anders zu konsumieren, wird Stress. Den möchte manch einer sich aber gerade in der Freizeit nicht antun. Vor allem Männern ist es wichtig, schnell und unkompliziert einzukaufen. Wenn sie das auch nachhaltiger erledigen sollen, müssen Handel und Industrie die Komplexität des Themas verringern, fordern die Verfasser der imug-Studie.

Für ihre Kaufentscheidung brauchen Kunden einfache Informationen, eindeutige und gut sichtbare Signale.
Dr. Ingo Schoenheit, Geschäftsführender Gesellschafter und Geschäftsführender Vorstand der imug Beratungsgesellschaft
 

Vorteile erklären – einfach und ehrlich

 

Die Verantwortung, nachhaltigen Konsum in die Mitte des Marktes zu bringen, sieht imug nicht nur bei den Konsumenten. „Als wichtigen Hebel sollten alle beteiligten Akteure die eigene Wahrnehmung überprüfen und schärfen, um die vielen kleinen Veränderungen und die damit einhergehende Erfolgsstory des nachhaltigen Konsums realistischer darzustellen“, fasst Dr. Schoenheit zusammen. „Für ihre Kaufentscheidung brauchen Kunden einfache Informationen, eindeutige und gut sichtbare Signale.“ Beim Preis funktioniert das. Bei Nachhaltigkeit könnte es besser sein. Das ist gemäß imug das größte Hindernis für den bewussten Konsum. Denn selbst wer sich die Zeit nimmt, Produkte zu vergleichen, um das nachhaltigere zu wählen, steht vor einer Herausforderung. Im Dschungel von Siegeln, Labels und Schlagworten verlieren Konsumenten leicht die Orientierung, so das Urteil der Studie. Um hier Abhilfe zu schaffen, reicht es nicht, zu informieren. Die Verfasser der Studie fordern ein Navigationssystem: leicht zu findende Signale mit glaubwürdigen und verständlichen Inhalten. Idealerweise von einem vertrauenswürdigen Absender und unterstützt durch die Mitarbeiter am Point of Sale. Für die Branche heißt das auch, dass sie Informationen reduzieren muss. Nicht jede Produktinnovation ist interessant. Im Gegenteil: Zu viele Hinweise und neue Erläuterungen ermüden den Kunden. Um einschätzen zu können, wie nachhaltig sein Einkaufskorb ist, braucht er Orientierung.

 

Ein Label weist den Weg

 

Seit 2010 können Kunden in Deutschland und Österreich zudem am PRO PLANET-Label auf einen Blick erkennen, wodurch die Ware nachhaltiger ist. Über 500 Eigenmarken-Artikel tragen bereits das blaue Zeichen. Dazu zählen unter anderem Obst und Gemüse, Backwaren, Fisch, Schreibwaren, Hygieneartikel und Wandfarben. Dieses Angebot baut die REWE Group kontinuierlich aus.

Bei Hähnchen, die im Frischebereich angeboten werden, verzichten die Partner der REWE Group auf genetisch verändertes Soja als Futtermittel.
Über 500
Artikel
sind bereits mit
dem PRO PLANET-Label
gekennzeichnet.


Die drei abgerundeten Ecken des PRO PLANET-Labels stehen für die drei Aspekte der Nachhaltigkeit: Ökologie, Soziales, Ökonomie.

Über die Eingabe der Kennziffer auf der PRO PLANET-Website können alle relevanten Informationen zum Produkt online unter www.proplanet-label.com abgerufen werden. Der Nachhaltigkeitsaspekt (z.B. Artenvielfalt schützend) gibt Auskunft über den spezifischen, ökologischen oder sozialen Mehrwehrt des jeweiligen Produkts.

Das Konzept hinter PRO PLANET zielt auf die Breite der Konsumenten und des Marktes ab, nicht auf Nischen. Nachhaltigere Lösungen, die das Label initiiert hat, können sich in der Masse durchsetzen. Das ist der Anspruch. Maßnahmen für die Tierhaltung in der Hähnchenmast entwickelten die REWE Group und ihre Lieferanten zusammen mit der Tierschutzorganisation PROVIEH e.V. Die Lieferanten sollen schrittweise höhere Standards erreichen und das Wohl der Tiere verbessern. Die Zuchtbetriebe verpflichten sich, Strohballen sowie Picksteine als Strukturelemente und Beschäftigungsmaterialien einzusetzen und die Besatzdichte zu senken. Darüber hinaus wird an PRO PLANET-Hähnchen kein gentechnisch verändertes Soja verfüttert. Auch Legehennen, deren Eier das Label tragen, bekommen gentechnikfreies Futter. Außerdem verpflichten sich diese Lieferanten, bei mindestens einer dieser Herden die Schnäbel nicht zu kürzen. So werden Erfahrungen gesammelt, welche Haltungsbedingungen notwendig sind, damit es trotz der nicht gekürzten Schnäbel nicht zu Federpicken und Kannibalismus kommt.

Ob ein Artikel das Label tragen darf, entscheidet ein unabhängiger Beirat. Dafür betrachten Experten die gesamte Wertschöpfungskette eines Produkts. Sie identifizieren Probleme und entwickeln individuelle Maßnahmen. Wissenschaftler prüfen die einzelnen Produkte regelmäßig. Für jedes weist das Label den individuellen Nachhaltigkeitsaspekt und eine Kennziffer aus. Über diese kann man online mehr erfahren. Zum Beispiel, welche Auflagen bei der Produktion erfüllt werden müssen und warum diese umweltfreundlicher ist als andere. „Hohe Transparenz ist wichtig für die Glaubwürdigkeit von PRO PLANET. Und für die Orientierung der Verbraucher“, sagt Georg Abel, Mitglied des PRO PLANET-Beirats und Bundesgeschäftsführer der VERBRAUCHER INITIATIVE e.V. Auf der Verpackung der Tomaten aus Kirchweidach steht „Ressourcenschonend angebaut“. Wie Josef Steiners Betrieb das im Detail umsetzt, können die Kunden nachlesen – wenn sie möchten.

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Weitere Themen

PRO PLANET-Produkte bei
toom Baumarkt

Verantwortung übernehmen und nachhaltig handeln - dafür steht toom Baumarkt. Ein Eckpfeiler innerhalb der Nachhaltigkeitsstrategie ist die umweltfreundlichere Sortimentsgestaltung in den Märkten. Das gilt vor allem für die toom Qualitätsmarke. Kunden erkennen umweltgerechte Produkte etwa am Siegel Blauer Engel, dem Symbol für Umwelt-, Gesundheits- und Verbraucherschutz. Einige toom Qualitätsmarken-Produkte tragen außerdem das PRO PLANET-Label. Kontinuierlich baut toom Baumarkt sein Portfolio an nachhaltigeren Produkten aus.

 
PRO PLANET-Produkte
in Österreich

Eier, Fisch, Wein, Obst und Gemüse – in den österreichischen Vertriebslinien der REWE Group finden die Kunden eine breite Auswahl an PRO PLANET-Produkten. Die PRO PLANET-Apfelproduzenten in der Steiermark etwa bemühen sich nicht nur um ressourcenschonenden Anbau. Sie haben auch Insektenhotels eingerichtet sowie Blühflächen angelegt, die Nistplätze für Bienen und Co. bieten. Österreichische PRO PLANET-Freilandeier werden gentechnikfrei erzeugt. Und bei der Produktion von PRO PLANET-Zwiebeln darf kein Keimhemmungsmittel verwendet werden.

 
Nachhaltiger Reisen mit der
DER Touristik

Nur durch eine nachhaltigere Gestaltung des Tourismus können die Bedürfnisse der Gäste befriedigt und gleichzeitig die Zukunftschancen der Urlaubsregionen bewahrt werden. Mit einem weltweiten Netz an Agenturen in den Urlaubsregionen ist die DER Touristik fast überall auf der Welt präsent. Damit trägt der Reisekonzern eine besondere Verantwortung gegenüber Natur und Menschen in den Reiseländern. Unter „DER Welt verpflichtet“ bündelt die DER Touristik ihre Nachhaltigkeitsaktivitäten und engagiert sich für den Umweltschutz sowie im sozialen Bereich.

 
Digitalisierung

Trend:
Digitalisierung

 
 
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Frische Ware auf
BestellungOnline-Einkauf zunehmend beliebter 

Immer mehr Kunden nutzen die Möglichkeit, Lebensmittel online zu bestellen und liefern zu lassen. Um Zeit zu sparen, weil sie nicht schwer heben können, oder einfach nur, weil es bequem ist. Die REWE Group hat das Marktpotential erkannt und Anspruch, der größte Online-Lebensmittelhändler in Deutschland zu werden. Um das zu erreichen, braucht es nicht nur einen attraktiven und leicht zu bedienenden Internet-Shop. Entscheidend ist die sogenannte letzte Meile – vom Markt oder Lager bis zur Haustür des Kunden. REWE Digital und REWE Systems sorgen mit hochkomplexer und leistungsfähiger IT dafür, dass die Ware zur rechten Zeit am rechten Ort ist.

 
 

Samstag ist der stärkste Einkaufstag. Auf Platz 2 steht der Freitag. Jeder Zweite beginnt das Wochenende im Supermarkt, um Lebensmittel und Getränke zu besorgen. Für viele ist das ein Ritual, es läutet den Feierabend ein. Wer kleine Kinder hat, wenig Zeit für den Einkauf erübrigt oder nicht mehr mobil ist, verzweifelt im Gedränge allerdings schon mal am sogenannten Framstag und würde sein Wochenende lieber anders nutzen. Viele Verbraucher sind heute ohnehin digital unterwegs: Schon lange erledigen sie Bankgeschäfte online, stellen im Netz ihre Garderobe zusammen und buchen Reisen. Ihnen bietet REWE seit Frühjahr 2011 auch die Möglichkeit, Lebensmittel per Mausklick zu kaufen.

 

Der REWE Lieferservice-Shop hat immer geöffnet. Rund um die Uhr kann der Kunde bestellen, was er braucht. Er sucht sich einen Markt im Liefergebiet aus und bestimmt, an welchem Tag, zu welcher Uhrzeit die Ware zugestellt werden soll. Diesen Zeitraum kann er drei Wochen im Voraus reservieren und noch einen Tag vor der Lieferung Artikel zum Warenkorb hinzufügen, daraus entfernen oder die Menge verändern. Dabei wählt er aus dem gleichen Angebot wie im Markt. Je nach Standort umfasst das Sortiment durchschnittlich 12.000 Artikel aus allen Produktgruppen: von Obst und Gemüse, Frische- und Milchprodukten über Getränke und Drogerieartikel bis hin zu Tiefkühlkost und Non-Food.

Seit 2011 liefert REWE in vielen Städten Lebensmittel auch nach Hause. Das Video erklärt, wie der Online-Einkauf funktioniert.
Täglich frisch stellen die „Picker“ aus rund 12.000 Artikeln den Einkauf der Online-Kunden zusammen.
 

Mit großer Sorgfalt ausgewählt

 

Am Tag der Lieferung stellt ein Mitarbeiter in der Filiale die Produkte für den Warenkorb zusammen. Der „Picker“ ist so wählerisch, wie es der Kunde selbst auch wäre: Er achtet auf eine lange Haltbarkeit, prüft Obst und Gemüse sorgfältig. Wurst und Käse werden an der Theke frisch geschnitten und gewogen, ganz nach Wunsch.

 

Ist der Einkauf abgeschlossen, bringt ein REWE-Lieferfahrzeug die gefüllten Papiertüten zum Kunden nach Hause. Ein Mitarbeiter trägt den Einkauf bis zur Wohnungstür – falls gewünscht auch in den fünften Stock – und übergibt ihn persönlich. Der Kunde kontrolliert die Ware in Ruhe; falls ihm Alternativartikel nicht zusagen, lässt er sie wieder mitnehmen. Er bezahlt bargeldlos per Kreditkarte, PayPal oder auf Rechnung. Ab der dritten Bestellung ist es möglich, die Rechnung per Bankeinzug zu begleichen. Wie im Markt kann der Kunde bei der Anlieferung seine PAYBACK-Karte einsetzen und Treuepunkte sammeln. Pfand verrechnet der REWE-Mitarbeiter und nimmt Leergut wieder mit zurück in die Filiale.

Lieferung am Wunschtermin: Drei Wochen im Voraus kann der Kunde einen Zeitraum für die Zustellung reservieren und den Warenkorb bis zum Vortag verändern.
 

Im Vorbeigehen eingesammelt

 

Für Menschen, die Lieferkosten sparen und selbst zum Markt gehen möchten, bietet REWE außerdem an 13 Standorten einen Abholservice an. Der Kunde stellt online seinen Einkauf zusammen, legt einen Zeitraum für seinen Besuch in der Filiale fest und kann die Ware dann direkt mitnehmen – und bei der Gelegenheit zum Beispiel noch frisch gebackenes Brot vom Bäcker holen oder Schuhe zum Besohlen bringen.

Die Online-Einheit REWE Digital
wächst. Um das Geschäft im
E-Commerce weiter auszubauen,
hat die REWE Group 2014
den Cloud-Spezialisten
commercetools und ZooRoyal
akquiriert.

Hinter diesen Services steht eine Vision: Die REWE Group möchte mit ihren digitalen Angeboten das größte Online-Unternehmen im Lebensmitteleinzelhandel werden. Dafür hat sie sich im E-Commerce verstärkt und REWE Digital aufgebaut. Hier bündelt die Gruppe einen Großteil ihrer Internet-Aktivitäten. Die IT-Experten betreuen auch den REWE Lieferservice und entwickeln das System weiter.

 

Beliebt bei Familien und Singles

 

REWE kombinierte als einer der ersten Lebensmitteleinzelhändler in Deutschland seinen Onlineshop mit einem Liefer- und Abholservice, anfangs in sechs Metropolen: Frankfurt, Hamburg, Berlin, Köln, Düsseldorf, München. Mittlerweile ist das Angebot an 35 Standorten verfügbar; REWE beliefert knapp 70 Städte. Zwei zusätzliche Lieferlager unterstützen den Service.

Der REWE Lieferservice
liefert den Einkauf bequem nach Hause.
70
Städte
beliefert REWE bereits über den Onlineshop. An vielen Standorten können Kunden außerdem mit dem Abholservice Zeit sparen.
 

„In den Ballungszentren spüren wir eine zunehmende Bereitschaft der Menschen, via Internet Lebensmittel zu bestellen“, erklärt Alain Caparros, Vorstandsvorsitzender der REWE Group. „Mit dem REWE Lieferservice erreichen wir Personen mit wenig Zeit für den täglichen Einkauf wie Familien ebenso wie berufstätige Singles. Besonders Getränke, Milchprodukte, Obst und Gemüse sind bei den Online-Kunden beliebt“, ergänzt Jean-Jacques van Oosten, Chief Digital Officer bei REWE Digital. Bestellen kann man natürlich auch für andere. Kinder ordern zum Beispiel für ihre Eltern, wenn denen der Gang zum Markt zu beschwerlich ist. Doch auch junge Menschen, die in Großstädten häufig auf ein eigenes Auto verzichten, lassen sich Kisten und schwere Tüten gern nach Hause bringen. REWE nutzt dafür derzeit 184 moderne Kühlfahrzeuge. Alle Lieferwagen verfügen über ein Drei-Kammer-Kühlsystem mit unterschiedlichen Temperaturen für Tiefkühl-, Kühl- und Frischeware und stellen so die Kühlkette sicher.

In den Ballungszentren spüren wir eine
zunehmende Bereitschaft der Menschen, via
Internet Lebensmittel zu bestellen.

Alain Caparros, Vorstandsvorsitzender der REWE Group
 

Von den Briten lernen

 

Was bei Kleidung oder Büchern für viele Menschen heute selbstverständlich ist, gilt bei Lebensmitteln noch nicht. Hier steht das digitale Shopping in Deutschland im internationalen Vergleich erst am Anfang. Der Anteil von Lieferservices am Lebensmittel-Gesamtmarkt lag 2014 unter einem Prozent. Europameister sind die Briten: In Großbritannien gehört der Online-Einkauf im Supermarkt schon zum Alltag. Dort bestellten 2013 bereits 27 Prozent der Kunden auf diese bequeme Art für ihren Bedarf, in Deutschland waren es gerade mal elf Prozent. Prognosen sagen den Lieferservices jedoch auch hierzulande ein starkes Wachstum voraus. Denn die Verbraucher denken um.

 

2014 haben 2,34 Millionen Deutsche Lebensmittel oder Getränke online eingekauft, fast 400.000 mehr als noch im Jahr zuvor. Nach einer repräsentativen Umfrage des Marktforschungsinstituts Dr. Grieger & Cie. wird der Umsatz 2015 um mehr als 40 Prozent steigen – der Nischenmarkt hat Potential. In Relation gesetzt bleiben die Marktanteile jedoch niedrig. Dass der Bedarf nach zuverlässigen und komfortablen Lebensmittellieferungen speziell bei den Digital Natives wächst, belegt eine Umfrage des Verbands BITKOM, nach der im Januar 2015 mehr als jeder vierte Internetnutzer schon einmal einen solchen Service ausprobiert hat. Kunden erkennen zunehmend die Vorteile des digitalen Einkaufs: Sie sind unabhängig von Öffnungszeiten, brauchen keine schweren Taschen oder Getränkekästen zu tragen und haben mehr Zeit für sich, ihre Familie oder ihre Hobbys.

Auch in Deutschland bestellen immer mehr Kunden Lebensmittel im Internet.
1999
führte BILLA in Österreich einen Online-Lieferservice ein. Das Liefernetz baut das Unternehmen kontinuierlich aus und erreicht neben den Großstädten auch viele ländliche Regionen.
 

In Österreich bietet BILLA mittlerweile in mehr als 600 Ortschaften einen Lieferservice übers Internet an. Als einziger Lebensmittelhändler Österreichs liefert das Unternehmen in acht der neun Bundesländer Ware, die online bestellt wurde. Der Onlineshop umfasst ein Sortiment von mehr als 6.000 Produkten. Wer bis zum Vormittag bestellt, erhält seinen Einkauf mit dem „Same Day Delivery“-Service noch am gleichen Abend.

 

Leistungsfähige Systeme im Hintergrund

 

Die Digitalisierung ist ein Trend, der Verbraucher und Handelsunternehmen gleichermaßen bewegt. Dass die online bestellte Ware möglichst kurzfristig verfügbar ist und die Auslieferung reibungslos funktioniert, ist effizienten Warenwirtschafts- und Logistiksystemen zu verdanken. Diese stellt die REWE Systems zur Verfügung – der zentrale Lösungsanbieter der REWE Group, wenn es um Informations- und Telekommunikationssysteme geht.

Wird beispielsweise ein Liter Milch bestellt und ausgeliefert, startet ein komplexer, voll automatisierter Prozess. Der Artikel, der den Markt verlässt, wird im zentralen Dispositionssystem ausgebucht – das gilt für online bestellte Produkte genauso wie für im Markt verkaufte. Die wichtigsten Variablen für das System sind: der Lagerbestand, der Abverkauf – also zum Beispiel die Zahl der ausgelieferten Milchtüten – und der prognostizierte Bedarf. Letzterer wird auf Basis ausgeklügelter Algorithmen für jeden Markt, jeden Wochentag des Jahres und jeden Artikel errechnet. Dabei spielen auch die Resthaltbarkeit der vorrätigen Ware, die sogenannte Chargeninfo, und der Lieferzyklus zwischen Lager und Markt eine Rolle.

So entstehen sehr unterschiedliche Zeitreihen für jedes Produkt. „Bietet ein REWE-Markt sein Sortiment auch online an, ist es ungleich anspruchsvoller, diese Prognosen zu erstellen“, sagt Thomas Friedl, Geschäftsbereichsleiter Handelssysteme bei der REWE Systems. Denn manchmal bestellen Kunden montags Artikel, die sie erst am Freitagabend geliefert bekommen möchten. In der Zwischenzeit verändert sich der Lagerbestand parallel durch die Abverkäufe im Markt.

Das zentrale Marktdispositionssystem, eine Eigenentwicklung der REWE Systems, kann mit Big Data, diesen Milliarden von Einzelereignissen, umgehen, der Mensch nicht. Daher ermittelt es den Bestand, der in den Lagern angefordert werden muss, und gibt automatisch eine Bestellung auf. Und zwar so spät wie möglich, damit der angezeigte Bedarf möglichst aktuell ist und die Ware im Lager gerade noch rechtzeitig kommissioniert und „just in time“ an den jeweiligen Markt ausgeliefert werden kann.

 

Mit effizienten IT-Systemen Warenströme optimieren

 
 

Die IT-Systeme sorgen dafür, dass ausgeklügelte Kommissionier-Strategien in einem der 120 Lager der REWE Group und optimale Touren- und Routenplanung der Lkw-Flotte nahtlos ineinandergreifen. Schließlich gilt es, einerseits Überbestände zu vermeiden; andererseits dürfen keine Lücken im Regal entstehen. Darüber hinaus sollen die REWE Lieferservice-Kunden ihre Lieblingsprodukte rechtzeitig bekommen. Und zwar auch samstags. So kann jeder an lieb gewonnenen Ritualen festhalten.

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Weitere Themen

Online-Vertriebsmarke
DER.COM

DER.COM ist das zentrale Internetportal von über 500 DER Reisebüros in Deutschland. Das Internetportal und DER Deutsches Reisebüro verschmelzen zu einem Vertriebskonzept, bei dem sich der Kunde auf jedem beliebigen Weg informieren, Reisen buchen und Expertenrat einholen kann. Auf DER.COM findet er nicht nur alle Reiseangebote, sondern auch die direkte Verbindung zum persönlichen Ansprechpartner zu seiner Reiseplanung im DER-Reisebüro vor Ort. Egal, ob der Kunde im Internet oder im Reisebüro bucht, der Preis ist identisch.

 
PENNY
bei shopkick

PENNY bietet seinen Kunden als erster Lebensmittelhändler in Deutschland die Möglichkeit, mit der App „shopkick“ beim Einkauf Bonuspunkte zu sammeln. Allein für das Betreten einer der Filialen bekommen Kunden sogenannte „Kicks“ gutgeschrieben. Hinzu kommen Bonuspunkte für das Scannen ausgewählter Markenprodukte. Deutschland ist nach den USA der erste Auslandsmarkt von shopkick. Dort hat die App über acht Millionen Nutzer. Shopkick setzt bei der Verbindung zu den Smartphones auf Ultraschall-Technik.

 
Pilotprojekt zum
kontaktlosen Bezahlen

Kontaktloses Bezahlen an der Kasse mit dem Smartphone mittels Near Field Communication (NFC). Diese bequeme Form des Bezahlens bieten REWE, PENNY, TEMMA und Oh Angie! in Berlin für Kunden mit einem NFC-fähigen Android-Smartphone an. In einer Kooperation von sechs Handelskonzernen und allen deutschen Mobilfunkbetreibern beteiligt sich die REWE Group mit rund 170 Märkten im Großraum Berlin an der Initiative für einfaches und sicheres mobiles Bezahlen. Neben modernen Sortimenten bietet die REWE Group ihren Kunden damit auch moderne Bezahlformen an. Der Test läuft ein Jahr.

 
BIPA-Onlineshop mit
„online only“-Produkten

Den BIPA-Onlineshop mit Zustellung nach Hause gibt es seit 2011. Produkte des täglichen Bedarfs sind auch im digitalen Laden die Topseller. Neben dem Filial-Sortiment gibt es über 2.000 exklusive „online only“-Produkte aus den Bereichen Duft, Beauty, Haar, Wohnen, Love und Baby. 2014 erweitert BIPA sein Online-Angebot um das Feature „Click & Collect“. Es ermöglicht Kunden, im Internet zu bestellen und die Einkäufe noch am selben Tag ohne zusätzliche Kosten in einer Wunschfiliale abzuholen. Seit April können Wiener Kundinnen und Kunden eine Express-Zustellung innerhalb von 90-Minuten nach Bestellabschluss oder Same Day Delivery innerhalb eines extrem kurzen 90-Minuten-Zeitfensters nutzen.

 
Regionale Produkte

Trend:
Regionale
Produkte

 
 
5

Ein Gefühl von
HeimatRegionale Produkte im Trend 

Immer mehr Menschen legen Wert auf die regionale Herkunft von Lebensmitteln. Besonders bei frischen Produkten wie Eiern, Obst und Gemüse bevorzugen die Verbraucher Waren aus ihrer Umgebung. Die Gründe dafür sind vielfältig: Regionale Produkte haben in der Regel kürzere Lieferwege und sind deshalb besonders frisch und schmackhaft. Die Vermeidung unnötiger Transportwege schont die Umwelt, und die Wirtschaft vor Ort wird gestärkt.

 
 

Ende April im Rheinland: Auf dem Obstbauernhof von Michael Manner bei Meckenheim öffnen sich die ersten Blüten der Apfelbäume. Allerdings kann es jetzt nachts noch frostig werden. Wenn die empfindlichen Blüten erfrieren, werden sie nicht mehr befruchtet und bringen keine Äpfel hervor. Daher gilt Manners Aufmerksamkeit in diesen Tagen dem Wetterbericht. Ist Frost angekündigt, beregnet er die Kronen seiner Bäume. Das Wasser friert und bedeckt die Apfelblüten mit einer Eisschicht, dabei entsteht Wärme, die sogenannte Erstarrungswärme: Sie schützt die Blüten.

Während der Blütezeit werden die Apfelbäume wöchentlich geprüft.
 

Wöchentlich kontrolliert der Obstbauer seine Apfelbäume. Tragen sie zu viele Früchte, dünnen er und seine Mitarbeiter den Blütenstand aus, damit die Äpfel schön groß werden und der Baum auch im nächsten Jahr noch trägt. Nur fünf Prozent der Blüten eines Baumes müssen sich bei einer Vollblüte ohne Frosteinwirkung zu Früchten entwickeln, um den vollen Ertrag zu erzielen. Mitte August sind die frühen Apfelsorten reif wie zum Beispiel Delbar. Rund zwei Wochen später beginnt dann mit Elstar und Co. die Haupternte. Sie dauert bis Ende Oktober. In dieser Zeit beschäftigt Manner rund 50 Mitarbeiter auf dem Hof.

 

Sobald die Äpfel gepflückt sind, werden sie je nach Anforderung der Sorte im Kühlhaus oder im sogenannten Ultra Low Oxygen (ULO) Lager aufbewahrt. „Hier regeln wir Sauerstoff- und Kohlendioxidgehalt der Lagerluft so, dass die Früchte optimal und möglichst lang gelagert werden können, ohne an Qualität zu verlieren“, erklärt Manner. Geht eine Bestellung, zum Beispiel von REWE, ein, werden die Äpfel aus dem ULO-Lager geholt, gewaschen, sortiert und nach Größe oder Kaliber, wie der Fachmann sagt, verpackt, mit dem REWE Regional-Label versehen und ausgeliefert. Wenig später liegen sie in den Regalen der REWE-Märkte in der Region West.

Auf dem Hof werden die Äpfel etikettiert und für die Lieferung in die REWE-Märkte verpackt.
 

Das Gute liegt so nah

92 Prozent der Verbraucher
bevorzugen regionale Produkte.

Den Wunsch der Kunden nach Produkten aus ihrer unmittelbaren Umgebung hat REWE schon frühzeitig erkannt. Seit vielen Jahren bietet das Unternehmen in den Märkten regionale Produkte an, seit August 2012 unter der nationalen Eigenmarke REWE Regional. Laut Ökobarometer, einer Befragung des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz von 2013, bervorzugen 92 Prozent aller Befragten Lebensmittel aus ihrer Region. Der fortschreitenden Globalisierung und einer grenzenlosen Verfügbarkeit von Produkten aus aller Welt steht zunehmend der Trend nach regionaler Identität entgegen.

Ob die Produkte aus konventionellem oder ökologischem Anbau stammen, spielt für die meisten Verbraucher dabei keine Rolle. Tendenziell scheint es, dass Regionalität für Frauen und Städter wichtiger ist als für andere Bevölkerungsgruppen. Ältere sowie besser gebildete Menschen und solche mit höherem Einkommen greifen ebenfalls eher zu regionalen Produkten. Drei von vier Befragten sind bereit, für diese Lebensmittel einen höheren Preis zu zahlen. Es ist ihnen wichtig, dass der Handel Familienbetriebe unterstützt und den Erzeugern faire Preise zahlt. Auch für Käufer von Biolebensmitteln ist die regionale Herkunft der Produkte mittlerweile das wichtigste Argument. Das gaben 87 Prozent der Befragten an. Eine artgerechte Tierhaltung und eine möglichst geringe Schadstoffbelastung folgen an zweiter und dritter Stelle mit 85 bzw. 83 Prozent.

 

Geschmack entscheidet

Kunden kaufen gern regionales
Obst und Gemüse, weil es ihnen
besser schmeckt.

Verbraucher greifen aber auch aus individuellen Gründen zu regionalen Produkten: Sie schmecken ihnen einfach besser. Das ergab eine Studie der Unternehmensberatung A.T.Kearney 2014 in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Auf einer Skala von 1 (nicht wichtig) bis 5 (sehr wichtig) landete Geschmack mit 4,4 Punkten auf Platz 1, dicht gefolgt von Frische mit 4,3 Punkten. Die Verfasser der Studie gehen davon aus, dass Menschen sich vor allem für regionale Produkte entscheiden, weil sie sich mit heimatlichen Gefilden identifizieren. Das gilt auch beim Kauf von Handelsmarken. Bei einer Umfrage, die das Marktforschungsinstitut MetrixLab durchgeführt hat, gaben 80 Prozent der Befragten an, Handelsmarken aus der Heimatregion zu bevorzugen, um die lokale Wirtschaft zu unterstützen.

Die Kunden greifen gern zu Produkten aus der Region.
Das Sortiment von REWE
Regional wächst weiter.

Je nach Saison und Region finden Kunden 10 bis 65 regionale Obst- und Gemüseartikel in den Regalen ihrer REWE-Märkte – und der Erfolg der Marke hält an. Im Sommer 2014 hat der Konzern daher damit begonnen, das REWE Regional-Sortiment sukzessive zu erweitern: Milch aus Hessen, Apfelsaft aus Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg sowie Schweinefleisch-Salami aus Bayern sind nur einige Beispiele.

Mit den Erzeugern der REWE Regional-Produkte verbindet die REWE eine oft seit Jahren bestehende Partnerschaft. Je nach Ernteverlauf unterstützt die REWE den Abverkauf mit verschiedenen Aktionen. Das weiß auch Michael Manner zu schätzen: „Wir profitieren von der Absatzsicherheit, die uns REWE für unsere regionalen Produkte bietet. Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten ist das ein großer Vorteil.“

 

Mehr Transparenz für Verbraucher

 

Viele Verbraucher wünschen sich eine eindeutigere Regelung bezüglich regionaler Kennzeichnung. So ein Fazit der Studie „Regionalität aus Verbrauchersicht“ der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) im Herbst 2013.

Das Regionalfenster zeigt auf
einen Blick, woher die Zutaten
regionaler Produkte stammen.

Abhilfe schaffen soll hier das Anfang 2014 eingeführte „Regionalfenster“. Erarbeitet wurden die Kriterien im Auftrag des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL). Die Kennzeichnung mit dem blau-weißen Label ist freiwillig. Es zeigt, woher die wichtigsten Zutaten stammen und wo sie verarbeitet werden. So müssen zum Beispiel die erste Hauptzutat sowie die wertgebenden Zutaten, wie Kartoffeln im Kloßteig, zu 100 Prozent aus der Region sein. Bei Produkten mit verschiedenen Inhaltsstoffen, wie etwa Marmeladen, muss etwas mehr als die Hälfte, nämlich 51 Prozent, aller Zutaten aus der Region stammen. Der Verein Regionalfenster e. V., zu dessen Gründern auch die REWE Group gehört, vergibt die Lizenzen zur Nutzung des Labels an Unternehmen der Agrar- und Ernährungswirtschaft.

Auch PENNY bietet viele
deutsche Obst- und
Gemüseprodukte an, die
das Regionalfenster tragen.
 

Bereits 2012 hat REWE für REWE Regional-Produkte 21 Regionen festgelegt. Sie bezeichnen dabei entweder das Bundesland, eine traditionelle Gegend wie Dithmarschen oder das Alte Land sowie topografische Gebiete wie beispielsweise das Rheinland. Für alle REWE Regional-Artikel gelten mindestens die Kriterien des Regionalfensters. Aber auch PENNY hat das Ziel, möglichst alle deutschen Obst- und Gemüseprodukte mit dem Regionalfenster zu versehen. Die Bezeichnung der Region bezieht sich entweder auf das Bundesland oder auf die Anbau- oder Genussregion, wie zum Beispiel „Aus der deutschen Bodenseeregion“.

„Regional“ fördert nicht nur die
Wirtschaft, sondern auch die biologische
Vielfalt vor Ort.
 

Kulinarisches aus der Nachbarschaft

 

Nicht nur regionale Erzeugnisse liegen im Trend, auch die Nachfrage nach lokal angebauten und produzierten Lebensmitteln nimmt weiter zu. Bereits 2008 hat REWE ein Konzept entwickelt, um die Wünsche der Kunden zu erfüllen und gleichzeitig die landwirtschaftliche Infrastruktur vor Ort zu stärken.

„Aus Liebe zur Heimat“ steht an Regalen oder Ständen der REWE-Märkte, die für die Produkte von nebenan reserviert sind. In hessischen Supermärkten finden Kunden ihre lokalen Waren unter dem Namen „Landmarkt“. Die Erzeuger bieten die Produkte unter eigenem Namen und eigener Aufmachung an, und auch die Herkunftsangaben stammen von ihnen selbst. Das Angebot auf den Sonderflächen umfasst unter anderem Obst und Gemüse, Fleisch und Wurst, Fisch aus Aquakultur, Molkereiprodukte, Honig, Eier, Aufstriche, Öle und Spirituosen. Viele der landwirtschaftlichen Betriebe, die ihre Produkte über REWE vermarkten, sind im Familienbesitz.

 

Der Natur zuliebe

 

„Regional“ fördert nicht nur die Wirtschaft, sondern auch die biologische Vielfalt vor Ort. So hat Michael Manner zum Beispiel, in Kooperation mit der REWE und dem Naturschutzbund Deutschland e.V. (NABU), Nistkästen für heimische Raubvögel wie Bussarde und Falken aufgestellt. Und außerdem im letzten Jahr breite Wiesenstreifen für heimische Blumen und Gräser angelegt. „Unsere Apfelplantagen sind Monokulturen. Zum Ausgleich pflanzen wir Blühstreifen, in denen sich dann viele heimische Kleintiere und nützliche Insekten tummeln. Das ist allerdings nicht nur gut für die Natur, sondern auch für unsere Obsternte“, erklärt Manner.

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Weitere Themen

„Da komm‘ ich her!“ –
Regionales Obst und Gemüse in Österreich

BILLA, MERKUR und ADEG haben bereits einen sehr hohen Anteil heimischer sowie regionaler Produkte im Sortiment. Die Eigenmarke „Da komm‘ ich her!“ hat dies seit Einführung im Herbst 2014 noch deutlicher sicht- und spürbar gemacht. Das „Da komm‘ ich her!“-Sortiment bietet saisonabhängig frische Produkte, die direkt in den nächstgelegenen Regionen Österreichs von heimischen Bauern konventionell angebaut und mit viel Liebe geerntet und sorgfältig verpackt werden. Die „Da komm‘ ich her!“-Produkte weisen zudem eine leicht verständliche und deutlich erkennbare Herkunftszeichnung auf. Mit der Marke „Da komm‘ ich her!“ wird der Erhalt und die Entwicklung österreichischer Regionen gefördert.

 
Heimische Produkte in den internationalen
PENNY-Sortimenten

PENNY ist außerhalb Deutschlands in den Ländern Tschechien, Italien, Österreich, Ungarn, Rumänien und Bulgarien vertreten. In jedem dieser Länder tritt PENNY als nationaler Discounter mit landestypischen Sortimenten auf. Die Ausrichtung des Warensortiments auf heimische Produkte trägt wesentlich zur positiven Entwicklung der Märkte bei. In Tschechien wird beispielsweise jedes zweite Produkt im eigenen Land produziert oder nach tschechischer Rezeptur hergestellt. In Österreich führt PENNY die Eigenmarke „Ich bin Österreich“ und unterstreicht damit den Bezug zur Region. Das Sortiment in Ungarn besteht zu 70 Prozent aus Artikeln, die in Ungarn hergestellt werden. Auch in Rumänien überzeugen die beiden Discountformate PENNY und XXL Mega Discount durch die gute Auswahl an heimischen Produkten. PENNY verfolgt dabei das Ziel, der „frische Nahversorgungsdiscounter“ zu sein.