Allgemeine Grundlagen und Methoden des zusammengefassten Abschlusses

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7. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Die nachfolgend dargestellten wesentlichen Regelungen zum Ansatz und zur Bewertung sind einheitlich für alle in diesem Abschluss dargestellten Rechnungslegungsperioden angewendet worden. 

Immaterielle Vermögenswerte

Immaterielle Vermögenswerte werden mit Ausnahme von Geschäfts- oder Firmenwerten bei Zugang mit ihren Anschaffungskosten angesetzt. Bei bestimmbarer Nutzungsdauer werden sie über ihre Vertragslaufzeit oder die kürzere wirtschaftliche Nutzungsdauer grundsätzlich linear abgeschrieben. Günstige Verträge werden über die individuelle Vertragslaufzeit abgeschrieben. 

Den Abschreibungen zugrunde liegende wirtschaftliche Nutzungsdauern
In JahrenNutzungsdauer
Software3 – 5
Markenrechte5 – 30
Kundenbeziehungen4 – 21
Lizenzenunter 1 – 45
Mietrechte1 – 25
Dauernutzungsrechte2 – 30

Selbst geschaffene immaterielle Vermögenswerte sind nur bei Vorliegen bestimmter, genau bezeichneter Voraussetzungen aktivierungspflichtig. Im zusammengefassten Abschluss betrifft dies eigenentwickelte Software. Die Herstellungskosten umfassen alle direkt zurechenbaren Kosten, die zur Vorbereitung und Herstellung der Softwareprodukte erforderlich sind. Neben externen Kosten umfassen diese auch interne Personalkosten. Die aktivierten Entwicklungsausgaben werden planmäßig über den erwarteten Nutzungszeitraum der neu entwickelten Software abgeschrieben. Forschungsausgaben werden in der Periode ihrer Entstehung als Aufwand erfasst.

Der Geschäfts- oder Firmenwert stellt den Überschuss der Anschaffungskosten eines Unternehmenserwerbs über den zum Erwerbszeitpunkt beizulegenden Zeitwert der Anteile des Erwerbers am Nettovermögen dar. Ein solcher Geschäfts- oder Firmenwert wird den immateriellen Vermögenswerten zugeordnet und nicht planmäßig abgeschrieben. Der Geschäfts- oder Firmenwert wird mit seinen ursprünglichen Anschaffungskosten abzüglich kumulierter Wertminderungen bewertet und mindestens jährlich im Rahmen eines Werthaltigkeitstests überprüft. Geschäfts- oder Firmenwerte, die auf ausländische Gesellschaften entfallen, werden in lokaler Landeswährung geführt und unterliegen der Fremdwährungsumrechnung. Für Geschäfts- oder Firmenwerte wird keine Wertaufholung vorgenommen.

Ein Geschäfts- oder Firmenwert aus dem Erwerb eines assoziierten Unternehmens oder eines Gemeinschaftsunternehmens ist im Buchwert der Beteiligung an assoziierten Unternehmen oder an Gemeinschaftsunternehmen enthalten.

Sachanlagen

Sachanlagen werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen sowie kumulierter Wertminderungsaufwendungen bewertet. Die Anschaffungs- oder Herstellungskosten beinhalten die direkt dem Erwerb zurechenbaren Aufwendungen. Fremdkapitalkosten werden ausschließlich bei der Herstellung von wertmäßig bedeutsamen Vermögenswerten aktiviert, deren Versetzung in einen gebrauchs- oder verkaufsfähigen Zustand mehr als zwölf Monate erfordert. Dies betrifft bei den Konzernen insbesondere Lager und Verwaltungsgebäude. Alle anderen Fremdkapitalkosten werden in der Periode als Aufwand erfasst, in der sie angefallen sind. Erhaltene öffentlich rechtliche Investitionszuschüsse sowie freie Investitionszulagen werden berücksichtigt, indem die Anschaffungs- oder Herstellungskosten des entsprechenden Vermögenswerts um den Betrag des Zuschusses bzw. der Zulage gekürzt werden.

Die Abschreibungen erfolgen grundsätzlich linear über die jeweilige wirtschaftliche Nutzungsdauer. Restbuchwerte und wirtschaftliche Nutzungsdauern werden zu jedem Bilanzstichtag überprüft und gegebenenfalls angepasst.

Den Abschreibungen zugrunde liegende wirtschaftliche Nutzungsdauern
In JahrenNutzungsdauer
Gebäude25 – 50
Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien25 – 50
Einbauten in fremden Gebäuden7 – 15
Technische Anlagen und Maschinen8 – 20
Kraftfahrzeuge5 – 8
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung3 – 23

Rückbauverpflichtungen werden in Höhe des abgezinsten Erfüllungsbetrags in die Anschaffungs- oder Herstellungskosten mit einbezogen. Die Abschreibung dieser aktivierten Rückbaukosten erfolgt ratierlich über die Nutzungsdauer des Vermögenswerts. Aufwendungen für Instandhaltung werden nur dann aktiviert, wenn die Ansatzkriterien für Sachanlagen erfüllt sind. Gewinne und Verluste aus den Abgängen von Vermögenswerten werden als Unterschiedsbetrag zwischen Veräußerungserlösen und den Buchwerten ermittelt und ergebniswirksam erfasst.

Wertminderung von Vermögenswerten

Immaterielle Vermögenswerte, die eine unbestimmbare Nutzungsdauer haben, werden nicht planmäßig abgeschrieben, sondern mindestens jährlich auf Wertminderungsbedarf hin überprüft. Immaterielle und materielle Vermögenswerte mit bestimmbarer Nutzungsdauer werden auf Wertminderungsbedarf geprüft, wenn entsprechende Ereignisse bzw. Änderungen der Umstände anzeigen, dass der Buchwert gegebenenfalls nicht mehr erzielbar ist. Ein Wertminderungsverlust wird in Höhe des den erzielbaren Betrag übersteigenden Buchwerts erfasst. Der erzielbare Betrag ermittelt sich als der höhere Betrag aus dem beizulegenden Zeitwert des Vermögenswerts abzüglich Veräußerungskosten und dem Nutzungswert. Für den Werthaltigkeitstest werden Vermögenswerte auf der niedrigsten Ebene zusammengefasst, für die separate Cashflows identifiziert werden können. Für den Werthaltigkeitstest der hier genannten Vermögenswerte bildet in der Regel der einzelne Markt die zahlungsmittelgenerierende Einheit (im Weiteren kurz „ZGE“), sofern nicht eine kleinere ZGE ermittelt werden konnte oder der Vermögenswert einem Markt nicht zuzuordnen war.

Bei materiellen und immateriellen Vermögenswerten erfolgt mit Ausnahme von Geschäfts- oder Firmenwerten bei Wegfall der Gründe für eine in Vorjahren vorgenommene Wertminderung eine Zuschreibung. Die Wertaufholung erfolgt für Vermögenswerte, die einer Abschreibung unterliegen, bis zu dem Buchwert, der abzüglich der Abschreibungen bestimmt worden wäre, wenn in früheren Jahren kein Wertminderungsaufwand erfasst worden wäre. Für Vermögenswerte mit unbestimmbarer Nutzungsdauer erfolgt die Wertaufholung höchstens bis zu dem Buchwert, der bestimmt worden wäre, wenn in früheren Jahren kein Wertminderungsaufwand erfasst worden wäre.

Der Buchwert eines Anteils an einem at equity bilanzierten Unternehmen wird immer dann einem Werthaltigkeitstest unterzogen, wenn objektive Anzeichen darauf hinweisen, dass der Anteil wertgemindert sein könnte.

Die in diesem Abschnitt beschriebene Wertminderung gilt nicht für die bilanzierten Vorräte, Vermögenswerte aus Leistungen an Arbeitnehmer, finanzielle Vermögenswerte aus dem Anwendungsbereich des IAS 39 sowie latente Steuern.

Wertminderung der Geschäfts- oder Firmenwerte

Geschäfts- oder Firmenwerte werden regelmäßig einmal pro Jahr einem Werthaltigkeitstest unterzogen; bei Vorliegen von Anhaltspunkten für eine Wertminderung erfolgt ein zusätzlicher Test. Eine Wertminderung für den einer ZGE zugeordneten Geschäfts- oder Firmenwert liegt dann vor, wenn der erzielbare Betrag kleiner als der Buchwert ist. Eine Zuschreibung ist bei Wegfall der Gründe für eine in Vorjahren vorgenommene Wertminderung auf Geschäfts- oder Firmenwerte nicht zulässig.

Die Zuordnung der Geschäfts- oder Firmenwerte erfolgte unter Beachtung der Einheiten, die aus den Synergien des Unternehmenszusammenschlusses Nutzen ziehen sollen.

Die Bildung der ZGE orientiert sich dabei an der niedrigsten Ebene, auf der der Geschäfts- oder Firmenwert für interne Managementzwecke überwacht wird.

Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien

Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien umfassen Immobilien (Grundstücke, Gebäude bzw. Teile von Gebäuden), die

  • zum Zweck der Erzielung von Mieteinnahmen oder der Realisierung von Wertsteigerungen gehalten werden und
  • weder in der Produktion noch für Verwaltungszwecke eingesetzt und
  • auch nicht im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit verkauft werden.

Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien werden entsprechend dem Anschaffungskostenmodell mit den um kumulierte Abschreibungen und kumulierte Wertminderungen verringerten Anschaffungs- oder Herstellungskosten bewertet. Sie werden über die erwartete Nutzungsdauer linear abgeschrieben und bei Vorliegen von Anhaltspunkten einem Werthaltigkeitstest unterzogen. Hinsichtlich der Nutzungsdauer wird auf die Ausführungen zu den Sachanlagen verwiesen.

Eine gemischt genutzte Immobilie wird anhand des Anteils der Eigennutzung eingestuft. Beträgt dieser mehr als fünf Prozent, handelt es sich um keine als Finanzinvestition gehaltene Immobilie.

Sonstige finanzielle Vermögenswerte

Die sonstigen finanziellen Vermögenswerte im Regelungsbereich des IAS 39 werden je nach Zweckbestimmung einer der folgenden Kategorien zugeordnet:

  • „ergebniswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte“,
  • „Kredite und Forderungen“ oder
  • „zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte“.

Die Kategorie „bis zur Endfälligkeit gehaltene Finanzinvestitionen“ wird nicht verwendet.

Sonstige finanzielle Vermögenswerte werden bei Ersterfassung grundsätzlich zum beizulegenden Zeitwert erfasst. Im Falle eines finanziellen Vermögenswerts, der nicht ergebniswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet wird, werden Transaktionskosten in die Bewertung mit einbezogen, die direkt dem Erwerb des finanziellen Vermögenswerts zuzurechnen sind. Bei finanziellen Vermögenswerten der Kategorie „ergebniswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte“ werden zugehörige Transaktionskosten ergebniswirksam erfasst. Bei marktüblichen Käufen und Verkäufen von finanziellen Vermögenswerten erfolgt die Bewertung zum am Handelstag beizulegenden Zeitwert.

Der bilanzierte Wert entspricht dem maximalen Ausfallrisiko.

Die Folgebewertung ist abhängig von der Klassifizierung der finanziellen Vermögenswerte:

a) Ergebniswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte

Finanzielle Vermögenswerte werden dieser Kategorie zugeordnet, wenn sie prinzipiell mit kurzfristiger Verkaufsabsicht erworben oder vom Management entsprechend designiert wurden. Derivate gehören dieser Kategorie an, sofern sie nicht als hedges qualifiziert sind.

Finanzielle Vermögenswerte dieser Kategorie werden als kurzfristige Vermögenswerte ausgewiesen, wenn sie entweder zu Handelszwecken gehalten oder voraussichtlich innerhalb von zwölf Monaten nach dem Bilanzstichtag realisiert werden.

Die fair value option ist nicht ausgeübt worden.

Gewinne und Verluste aus finanziellen Vermögenswerten dieser Kategorie einschließlich Zinsen und Dividendenerträgen werden in der Periode ihres Entstehens ergebniswirksam erfasst.

Die Folgebewertung von ergebniswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerten wie Derivate mit positivem Zeitwert wird zum beizulegenden Zeitwert vorgenommen.

b) Kredite und Forderungen

Darlehen und andere finanzielle Forderungen (z. B. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen) werden als „Kredite und Forderungen“ klassifiziert. Sie sind nicht-derivative finanzielle Vermögenswerte mit fixen bzw. bestimmbaren Zahlungen, die nicht an einem aktiven Markt notiert sind. Sie zählen zu den kurzfristigen Vermögenswerten, soweit ihre Fälligkeit innerhalb von zwölf Monaten nach dem Bilanzstichtag liegt. Andernfalls werden sie als langfristige Vermögenswerte ausgewiesen. Die Folgebewertung erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode.

Gewinne und Verluste aus finanziellen Vermögenswerten, die mit den fortgeführten Anschaffungskosten angesetzt werden, werden im Rahmen von Amortisationen oder Wertminderungen im Periodenergebnis erfasst.

c) Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte

Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte sind nicht-derivative finanzielle Vermögenswerte, die entweder unmittelbar dieser Kategorie zugeordnet wurden oder keiner anderen dargestellten Kategorie zugeordnet werden konnten. Die Folgebewertung von zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten erfolgt grundsätzlich ergebnisneutral zum beizulegenden Zeitwert. Soweit weder ein auf einem aktiven Markt notierter Preis vorliegt noch der beizulegende Zeitwert verlässlich ermittelt werden kann, werden diese finanziellen Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet.

Gewinne und Verluste aus einer Änderung des beizulegenden Zeitwerts der zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerte werden unter Berücksichtigung latenter Steuern ergebnisneutral im Eigenkapital erfasst. Die Realisierung von Gewinnen und Verlusten erfolgt erst, wenn der finanzielle Vermögenswert ausgebucht wird oder wenn eine Wertminderung des Vermögenswerts vorliegt. Die mittels der Effektivzinsmethode berechneten Zinsen werden in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

d) Wertminderung finanzieller Vermögenswerte

Zu jedem Bilanzstichtag wird ermittelt, ob objektive Anhaltspunkte darauf schließen lassen, dass eine Wertminderung eines finanziellen Vermögenswerts bzw. einer Gruppe von finanziellen Vermögenswerten vorliegt. Wertminderungsbedarf wird dann als gegeben angesehen, wenn der Buchwert des finanziellen Vermögenswerts bzw. einer Gruppe von finanziellen Vermögenswerten den zu erwartenden zukünftig erzielbaren Betrag übersteigt. Bei finanziellen Vermögenswerten bzw. einer Gruppe von finanziellen Vermögenswerten, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet werden, beträgt die Wertminderung die Differenz aus dem Buchwert des Vermögenswerts bzw. der Gruppe von finanziellen Vermögenswerten und dem Barwert der erwarteten zukünftigen, zum ursprünglichen Effektivzinssatz diskontierten Zahlungsströme. Eine Wertminderung führt zu einer direkten Minderung des Buchwerts aller betroffenen finanziellen Vermögenswerte. Eine Ausnahme bilden hier Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, deren Buchwert indirekt durch ein Wertberichtigungskonto gemindert wird. Änderungen des Buchwerts werden ergebniswirksam im Posten „Sonstige betriebliche Aufwendungen“ erfasst. Wird eine Forderung aus Lieferungen und Leistungen als uneinbringlich eingestuft, wird die auf dem Wertberichtigungskonto erfasste Wertminderung mit der Bruttoforderung verrechnet.

Liegt der beizulegende Zeitwert eines zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerts wesentlich oder nachhaltig unter den Anschaffungskosten dieses Vermögenswerts, wird dies als Indikator dafür angesehen, dass der Vermögenswert wertgemindert ist. In einem solchen Fall wird der kumulierte Verlust aus dem Eigenkapital ausgebucht und in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Der kumulierte Verlust ergibt sich dabei aus der Differenz zwischen den Anschaffungskosten und dem aktuellen beizulegenden Zeitwert abzüglich zuvor erfasster Wertminderungsverluste. Bei Wegfall der Gründe für eine Wertminderung auf Fremdkapitalinstrumente (z. B. Staatsanleihen) wird eine ergebniswirksame Zuschreibung vorgenommen. Bei Eigenkapitalinstrumenten (z. B. Beteiligungen) dagegen erfolgt bei Entfall der Gründe für eine Wertminderung keine ergebniswirksame Zuschreibung.

e) Ausbuchung finanzieller Vermögenswerte

Ein finanzieller Vermögenswert wird ausgebucht, wenn die vertraglichen Rechte auf Zahlungsmittelzuflüsse aus dem Vermögenswert auslaufen oder der finanzielle Vermögenswert übertragen wird. Letzteres ist dann der Fall, wenn alle wesentlichen Chancen und Risiken, die mit dem Eigentum an dem Vermögenswert verbunden sind, übertragen werden oder die Verfügungsmacht über den Vermögenswert abgegeben wird.

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen fallen in die Bewertungskategorie „Kredite und Forderungen“. Die Zugangsbewertung erfolgt zum beizulegenden Zeitwert und die Folgebewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode. Eine Wertminderung bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen auf den niedrigeren Barwert der erwarteten künftigen Cashflows wird dann erfasst, wenn objektive Hinweise dafür vorliegen, dass die fälligen Forderungsbeträge nicht vollständig einbringlich sind. Erhebliche finanzielle Schwierigkeiten eines Schuldners, eine erhöhte Wahrscheinlichkeit, dass ein Schuldner in Insolvenz oder ein sonstiges Sanierungsverfahren geht, sowie ein Vertragsbruch wie z. B. ein Ausfall oder ein Verzug von Zins- und Tilgungszahlungen gelten als Indikatoren für das Vorhandensein einer Wertminderung.

Unverzinsliche oder niedrig-verzinsliche Forderungen mit festen Laufzeiten von über einem Jahr werden abgezinst.

Forderungen gegen sonstige Beteiligungsunternehmen, Gemeinschaftsunternehmen und assoziierte Unternehmen fallen in die Kategorie „Kredite und Forderungen“ und werden im Zugangszeitpunkt zum beizulegenden Zeitwert sowie in der Folge zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode bewertet.

Sonstige Vermögenswerte

Unter den sonstigen Vermögenswerten werden alle sonstigen Ansprüche bilanziert. Alle sonstigen Vermögenswerte sind zu Anschaffungskosten bewertet und werden bei Anzeichen von Wertminderungen auf den niedrigeren erzielbaren Betrag wertberichtigt. 

Vorräte

Die Vorräte an Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen sowie Handelswaren werden grundsätzlich mit den Anschaffungs- oder Herstellungskosten oder zum niedrigeren Nettoveräußerungswert bewertet. Hierbei erfolgt die Bewertung im Filialbereich gemäß der retrograden Ermittlung mittels eines angemessenen Abschlags auf die Verkaufspreise.

Die Bewertung der Vorräte in den Lagern erfolgt zu Anschaffungskosten abzüglich aller nachträglichen Anschaffungskostenminderungen. Verwaltungseinzelkosten der Warenbeschaffung und der Zentralregulierung werden den Anschaffungskosten hinzugerechnet. Für Bestandsrisiken werden im Einzelfall zum Bilanzstichtag ermittelte Wertabschläge berücksichtigt.

Als Nettoveräußerungswert werden die voraussichtlich erzielbaren Verkaufserlöse abzüglich der bis zum Verkauf noch anfallenden Fertigstellungs- und Verkaufskosten angesetzt. Wertminderungen bei den Handelswaren auf den niedrigeren Nettoveräußerungswert werden in Form von Einzelwertberichtigungen vorgenommen. Bei Wegfall des Abwertungsgrundes oder bei einem Anstieg des Nettoveräußerungswerts wird der Betrag der Wertminderung rückgängig gemacht.

Unfertige und fertige Erzeugnisse sowie unfertige Leistungen werden mit den Herstellungskosten oder zum niedrigeren Nettoveräußerungswert angesetzt. Sie enthalten alle dem Herstellungsprozess direkt zurechenbaren Kosten sowie angemessene Teile der produktionsbezogenen Gemeinkosten. Hierzu gehören die fertigungsbedingten Abschreibungen, anteilige Verwaltungskosten sowie anteilige Kosten des sozialen Bereichs. Da zur Herstellung der Vorräte nur in Ausnahmefällen langfristige Produktionsprozesse erforderlich sind, werden Finanzierungskosten regelmäßig nicht als Teil der Herstellungskosten angesetzt.

Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

Zu den Zahlungsmitteln zählen Barmittel, erhaltene Schecks sowie Guthaben bei Kreditinstituten. Zahlungsmitteläquivalente sind kurzfristige, äußerst liquide Finanzinvestitionen, die jederzeit oder innerhalb eines Zeitraums von höchstens drei Monaten in bestimmte Zahlungsmittelbeträge umgewandelt werden können und nur unwesentlichen Wertschwankungsrisiken unterliegen.

Laufende und latente Steuern

Der laufende Steueraufwand bzw. Steuerertrag wird auf Basis der jeweiligen nationalen steuerlichen Ergebnisse des Jahres (zu versteuerndes Einkommen) unter Anwendung der gesellschaftsbezogenen nationalen Steuervorschriften ermittelt. Die Verbindlichkeiten oder die Forderungen der Unternehmen der Konzerne aus laufenden Steuern werden auf Grundlage der geltenden Steuersätze der Länder, in denen die Unternehmen ansässig sind, die in den zusammengefassten Abschluss mit einbezogen werden, berechnet. Ungewisse Ertragsteueransprüche und -schulden werden angesetzt, sobald die Eintrittswahrscheinlichkeit höher als 50 Prozent ist. Bilanzierte unsichere Ertragsteuerpositionen werden mit dem wahrscheinlichsten Wert angesetzt.

Die Ermittlung der latenten Steuern erfolgt nach der Liability-Methode (bilanzorientierte Verbindlichkeiten-Methode). Danach werden grundsätzlich temporäre Differenzen von Vermögenswerten und Schulden zwischen den im zusammengefassten Abschluss angesetzten Buchwerten nach IFRS und den steuerlichen Wertansätzen bilanziert. Darüber hinaus werden aktive latente Steuern für steuerliche Verlustvorträge unter Berücksichtigung einer Mindestbesteuerungsregelung sowie für Zinsvorträge und Realisierungsvorträge stiller Lasten aus Verpflichtungsübertragungen gebildet.

Latente Steuern werden unter Anwendung der jeweiligen landesspezifischen Steuersätze und Steuervorschriften bewertet, die am Bilanzstichtag gelten oder im Wesentlichen gesetzlich verabschiedet sind und deren Geltung zum Zeitpunkt der Realisierbarkeit der latenten Steuerforderungen bzw. der Begleichung der latenten Steuerschulden erwartet wird.

Latente Steueransprüche werden nur in dem Umfang angesetzt, in dem es wahrscheinlich ist, dass zukünftig zu versteuerndes Ergebnis des gleichen Steuersubjekts auf Ebene der gleichen Steuerbehörde verfügbar sein wird, gegen das die temporäre Differenz verrechnet werden kann.

Künftig zu erwartende Steuerminderungen aus Verlustvorträgen und Zinsvorträgen werden aktiviert, wenn es in absehbarer Zukunft wahrscheinlich ist, dass in ausreichendem Umfang steuerpflichtiges Ergebnis erzielt wird oder zu versteuernde temporäre Differenzen vorhanden sind, die sich künftig umkehren werden und mit denen die Verlustvorträge in der betroffenen Periode verrechnet werden könnten. Für die Prognose der zukünftigen steuerlichen Ergebnisse und der zu versteuernden temporären Differenzen wird auf die Dreijahresplanung für interne Managementzwecke zurückgegriffen. Diese Planung wird auf einen fünfjährigen Planungshorizont extrapoliert.

Veränderungen von latenten Steuern in der Bilanz werden als latenter Steueraufwand/-ertrag erfasst, sofern der zugrunde liegende Sachverhalt nicht direkt im Eigenkapital berücksichtigt wird. Für die im Eigenkapital abgebildeten Effekte werden die latenten Steueransprüche und Steuerschulden erfolgsneutral erfasst.

Eine Abzinsung aktiver und passiver latenter Steuern wird nicht vorgenommen.

Latente Steueransprüche und latente Steuerschulden werden saldiert, sofern diese ertragsteuerlichen Ansprüche und Schulden gegenüber der gleichen Steuerbehörde bestehen und sich auf dasselbe Steuersubjekt beziehen.

Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte, Veräußerungsgruppen und aufgegebene Geschäftsbereiche

Langfristige Vermögenswerte oder Gruppen von Vermögenswerten und Schulden werden als zur Veräußerung gehalten klassifiziert, wenn ihr Buchwert im Wesentlichen durch einen höchstwahrscheinlichen Verkauf innerhalb der nächsten zwölf Monate oder durch ein bereits abgewickeltes Veräußerungsgeschäft statt durch fortgesetzte betriebliche Nutzung erlöst wird. Sie werden zum niedrigeren Wert aus Buchwert oder beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten bewertet. Sofern Anlagevermögen mit bestimmbarer Nutzungsdauer veräußert wird, wird dieses ab dem Zeitpunkt der Klassifizierung als zur Veräußerung gehalten nicht mehr planmäßig abgeschrieben.

Diese Vermögenswerte und Schulden werden in der Bilanz gesondert in den Posten „Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte und Veräußerungsgruppen" bzw. „Schulden aus zur Veräußerung gehaltenen langfristigen Vermögenswerten und Veräußerungsgruppen" ausgewiesen. Die zugehörigen Aufwendungen und Umsätze sind bis zur Veräußerung im Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten enthalten, es sei denn, die Veräußerungsgruppe gilt für die Berichterstattung als aufgegebener Geschäftsbereich.

Die Ergebnisse eines Unternehmensbestandteils werden als aufgegebener Geschäftsbereich ausgewiesen, wenn dieser einen wesentlichen Geschäftszweig repräsentiert oder sämtliche Aktivitäten einer geografischen Region beinhaltet. Ergebnisse aus aufgegebenen Geschäftsbereichen werden in der Periode berücksichtigt, in der sie anfallen, und gesondert in der Gewinn- und Verlustrechnung als „Ergebnis aus aufgegebenen Geschäftsbereichen" ausgewiesen. Die Gewinn- und Verlustrechnung der Vorperiode wird entsprechend angepasst.

Leistungen an Arbeitnehmer

Einbezogene Unternehmen haben sowohl beitragsorientierte als auch leistungsorientierte Pensionspläne.

Bei beitragsorientierten Plänen leisten einbezogene Unternehmen aufgrund einer gesetzlichen oder vertraglichen Verpflichtung oder freiwillig Beiträge an öffentliche oder private externe Pensionssicherungspläne. Die einbezogenen Unternehmen haben über die Zahlung der Beiträge hinaus keine weiteren Zahlungsverpflichtungen. Die Beiträge werden bei Fälligkeit im Personalaufwand erfasst. Vorauszahlungen von Beiträgen werden in dem Umfang als Vermögenswerte angesetzt, in dem ein Recht auf eine Rückzahlung oder eine Minderung künftiger Beitragszahlungen besteht.

Ein leistungsorientierter Plan ist ein Pensionsplan, der einen Betrag an Pensionsleistungen festschreibt, den ein Mitarbeiter bei Renteneintritt erhalten wird, dessen Höhe im Regelfall von einem oder mehreren Faktoren wie Alter, Dienstzeit und Gehalt abhängig ist. Die in der Bilanz angesetzte Rückstellung für leistungsorientierte Pläne (Nettopensionsverpflichtung) entspricht dem Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung (defined benefit obligation, kurz DBO) am Bilanzstichtag abzüglich des beizulegenden Zeitwerts des Planvermögens. Die DBO wird jährlich von unabhängigen versicherungsmathematischen Gutachtern unter Anwendung der Anwartschaftsbarwertmethode (projected unit credit method) berechnet. Die DBO wird berechnet durch Abzinsung der erwarteten zukünftigen Mittelabflüsse mit dem Zinssatz von Industrieanleihen höchster Bonität, die auf die Währung lauten, in der auch die Leistungen bezahlt werden, und deren Laufzeiten denen der Pensionsverpflichtung entsprechen.

Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste, die auf erfahrungsbedingten Anpassungen und Änderungen versicherungsmathematischer Annahmen basieren, werden in der Gesamtergebnisrechnung im sonstigen Ergebnis ausgewiesen und in den Gewinnrücklagen erfasst.

Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand wird im Zeitpunkt seines Anfalls unmittelbar ergebniswirksam erfasst.

Die in den Pensionsaufwendungen enthaltenen Zinsanteile bestehen aus der Aufzinsung der DBO und der Verzinsung des Planvermögens. Diese werden zu einer Nettozinskomponente zusammengefasst und im Finanzergebnis ausgewiesen. Die Nettozinskomponente ermittelt sich unter Anwendung des oben beschriebenen Zinssatzes.

Auch die erwarteten Erträge aus Erstattungsansprüchen gegen Treuhandvereine werden im Finanzergebnis ausgewiesen. Diese ermitteln sich ebenfalls unter Anwendung des oben beschriebenen Zinssatzes.

Die übrigen Bestandteile der Pensionsaufwendungen werden im Personalaufwand ausgewiesen.

Abfertigungen und Trattamento di Fine Rapporto (TFR) sind einmalige Zahlungen, die aufgrund arbeitsrechtlicher Vorschriften in Österreich und Italien bei Kündigung eines Arbeitnehmers sowie regelmäßig bei Pensionseintritt zu leisten sind. Als leistungsorientierte Pensionspläne werden sie entsprechend den oben dargestellten Grundsätzen zur Erfassung solcher Pläne bilanziert.

Bei Ruhestandsbeihilfen handelt es sich um Leistungen an Arbeitnehmer, die unter bestimmten Voraussetzungen bei Austritt in den Ruhestand gezahlt werden. Hinterbliebenenbezüge sind Zahlungen, die in Abhängigkeit der Betriebszugehörigkeit bei Tod des Arbeitnehmers an dessen Erbberechtigten geleistet werden. Da es sich bei Ruhestandsbeihilfen und Hinterbliebenenbezügen um leistungsorientierte Versorgungspläne handelt, werden diese entsprechend den oben dargestellten Grundsätzen zur Erfassung leistungsorientierter Pensionspläne bilanziert.

Die Bewertung der Rückstellung für Altersteilzeitverpflichtungen erfolgt entsprechend den versicherungsmathematischen Gutachten der Hamburger Pensionsverwaltung e.G., Hamburg, auf Grundlage der Richttafeln 2005 G von Prof. Dr. Klaus Heubeck unter Zugrundelegung eines angemessenen Zinssatzes. Erstattungsansprüche für Aufstockungsbeträge gegen die Bundesagentur für Arbeit werden unter den sonstigen Vermögenswerten erfasst. Die Rückstellungen für die Aufstockungsbeträge aus Altersteilzeitverpflichtungen werden über den Zeitraum des Erdienens der Ansprüche angesammelt.

Die Rückstellung für Jubiläumszuwendungen entspricht dem vollen Verpflichtungsumfang und wurde nach finanzmathematischen Grundsätzen unter Berücksichtigung eines angemessenen Fluktuationsabschlags und Zinssatzes ermittelt. Die Bewertung erfolgte auf der Grundlage der Richttafeln 2005 G von Prof. Dr. Klaus Heubeck für das frühestmögliche Bezugsalter der gesetzlichen Rentenversicherung.

In die Bewertung der Urlaubsrückstellung wird die Höhe der im Folgejahr erwarteten Tagessätze bzw. durchschnittlichen Stundensätze einschließlich erwarteter zusätzlicher Bezüge (z. B. Sachbezüge, Urlaubsgeld, Weihnachtsgeld und vermögenswirksame Leistungen) und anfallender Sozialabgaben einbezogen.

Sonstige Rückstellungen

Sonstige Rückstellungen werden gebildet, wenn eine gegenwärtige rechtliche oder faktische Verpflichtung gegenüber Dritten besteht, die aus Ereignissen der Vergangenheit resultiert, deren Erfüllung erwartungsgemäß mit einem Abfluss von Ressourcen mit wirtschaftlichem Nutzen verbunden ist und deren Höhe hinreichend zuverlässig geschätzt werden kann.

Die Bewertung erfolgt mit dem besten Schätzwert des Erfüllungsbetrags. Es findet keine Verrechnung mit Rückgriffsansprüchen statt. Sollte es mehrere mögliche Ereignisse geben, die die Höhe der Rückstellung beeinflussen, wird der Betrag als Erwartungswert geschätzt. Langfristige Rückstellungen sind mit ihrem auf den Bilanzstichtag abgezinsten Erfüllungsbetrag angesetzt.

Bei angemieteten Objekten erfolgt für jeden Standort anhand folgender Grundsätze eine Analyse, ob und in welcher Höhe aus dem Anmietungsverhältnis eine sonstige Rückstellung zu passivieren ist: 

  • Für nicht durch die Konzerne genutzte und nicht oder nicht kostendeckend untervermietete angemietete Objekte wird eine Rückstellung für Mietverpflichtungen passiviert. Die Bewertung der Rückstellung erfolgt bei einer Restlaufzeit des Mietvertrags von bis zu einem Jahr mit den Nominalbeträgen der Mietunterdeckung. Für längerfristige Mietverträge erfolgt die Bewertung zum Barwert der erwarteten Mietunterdeckung.
  • Für durch die Konzerne genutzte angemietete Objekte erfolgt die Bildung einer Rückstellung für einen belastenden Vertrag, wenn der Standort einen nachhaltig negativen Deckungsbeitrag aufweist. Die Bewertung der Rückstellung erfolgt bei einer Restlaufzeit des Mietvertrags von bis zu einem Jahr mit dem betragsmäßig geringeren Wert aus negativen Deckungsbeiträgen und erwarteter Mietunterdeckung unter Berücksichtigung einer zukünftigen Untervermietung des Objekts. Für längerfristige Mietverträge erfolgt die Bewertung zum Barwert des Nominalbetrags.


Sonstige finanzielle Schulden

Die sonstigen finanziellen Schulden im Regelungsbereich des IAS 39 werden in den Konzernen je nach Zweckbestimmung folgenden Kategorien zugeordnet:

  • „zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Schulden“,
  • „ergebniswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Schulden“ oder
  • „übrige finanzielle Schulden“.

Sonstige finanzielle Schulden der Kategorien „zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Schulden“ und „ergebniswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Schulden“ werden beim erstmaligen Ansatz zum beizulegenden Zeitwert bilanziert. Die Folgebewertung erfolgt ebenfalls zum beizulegenden Zeitwert.

Sonstige finanzielle Schulden der Kategorie „übrige finanzielle Schulden“, einschließlich aufgenommener Kredite, werden erstmalig zum beizulegenden Zeitwert unter Einbezug solcher Transaktionskosten erfasst, die direkt der Emission der finanziellen Schuld zuzurechnen sind. Im Rahmen der Folgebewertung werden sie gemäß der Effektivzinsmethode zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet, wobei der Zinsaufwand entsprechend dem Effektivzinssatz erfasst wird.

Schulden gegenüber Kreditinstituten und Schulden gegenüber Beteiligungsunternehmen werden der Kategorie „übrige finanzielle Schulden“ zugeordnet.

Das Geschäftsguthaben der RZF wird unter den sonstigen finanziellen Schulden ausgewiesen, da die Mitglieder das Recht haben, eine Rücknahme der Anteile zu verlangen.

Finanzgarantien werden bei erstmaligem Ansatz zum beizulegenden Zeitwert bewertet. In der Folgebewertung wird der höhere der beiden folgenden Beträge angesetzt: Entweder der nach den Regelungen für Rückstellungen bestimmte Betrag oder der um kumulierte Amortisationen geminderte ursprüngliche Betrag.

Eine finanzielle Schuld wird ausgebucht, wenn die dieser Schuld zugrunde liegende Verpflichtung erfüllt, gekündigt oder erloschen ist. Wird eine bestehende finanzielle Schuld durch eine andere finanzielle Schuld desselben Kreditgebers mit substanziell verschiedenen Vertragsbedingungen ausgetauscht oder werden die Bedingungen einer bestehenden Schuld wesentlich geändert, wird ein solcher Austausch oder eine solche Änderung als Ausbuchung der ursprünglichen und Ansatz einer neuen Schuld behandelt. Die Differenz zwischen den jeweiligen Buchwerten wird im Periodenergebnis erfasst.

Schulden aus Lieferungen und Leistungen

Schulden aus Lieferungen und Leistungen werden bei Zugang zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Die Folgebewertung erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode.

Sonstige Schulden

Die sonstigen Schulden werden zum Rückzahlungsbetrag angesetzt. 

Eventualschulden und -forderungen

Eine Eventualschuld ist eine mögliche Verpflichtung, die aus vergangenen Ereignissen resultiert und deren Existenz durch das Eintreten oder Nichteintreten von künftigen Ereignissen, die nicht vollständig unter der Kontrolle des Unternehmens stehen, erst noch bestätigt wird. Daneben zählen auch bestehende Verpflichtungen, die aus vergangenen Ereignissen resultieren, zu den Eventualschulden, wenn für diese keine Rückstellung passiviert wurde, weil der Abfluss wirtschaftlicher Ressourcen nicht wahrscheinlich ist oder nicht verlässlich geschätzt werden kann. Sofern die Möglichkeit eines Abflusses von Ressourcen mit wirtschaftlichem Nutzen nicht unwahrscheinlich ist, erfolgt eine Angabe im Anhang. Eventualschulden werden ausschließlich im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen passiviert.

Eventualforderungen werden nicht bilanziert, sondern nur im Anhang erläutert.

Leasing

Leasingvereinbarungen, die dem Leasingnehmer alle wesentlichen mit dem Eigentum verbundenen Chancen und Risiken eines Vermögenswerts übertragen, werden als Finanzierungsleasing bilanziert. Im Wege des Finanzierungsleasings gemietete Sachanlagen werden im Zugangszeitpunkt in Höhe des beizulegenden Zeitwerts bzw. des niedrigeren Barwerts der Mindestleasingraten angesetzt. Die Abschreibungen erfolgen planmäßig linear über die voraussichtliche Nutzungsdauer oder über die kürzere Vertragslaufzeit, wenn der Eigentumsübergang am Ende der Laufzeit des Leasingverhältnisses nicht hinreichend sicher ist. Der Barwert der aus den zukünftigen Leasingraten resultierenden Zahlungsverpflichtungen wird unter den Finanzschulden ausgewiesen.

Alle übrigen Leasinggeschäfte, bei denen die wesentlichen, mit dem Eigentum verbundenen Chancen und Risiken eines Vermögenswerts nicht übertragen werden, werden als Operating-Leasingverhältnisse bilanziert. Im Zusammenhang mit einem Operating-Leasingverhältnis geleistete oder erhaltene Zahlungen werden grundsätzlich linear über die Dauer des Leasingverhältnisses in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Bilanzierung von derivativen Finanzinstrumenten

Im zusammengefassten Abschluss werden unter den finanziellen Vermögenswerten und den finanziellen Schulden unter anderem derivative Finanzinstrumente ausgewiesen.

Derivative Finanzinstrumente werden erstmalig am Tag des Vertragsabschlusses mit ihrem beizulegenden Zeitwert angesetzt und in den Folgeperioden zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Die Ergebniswirksamkeit von Änderungen des beizulegenden Zeitwerts hängt grundsätzlich davon ab, ob das Derivat als Sicherungsinstrument designiert wurde und, wenn dies der Fall ist, von dem abgesicherten Posten.

Die einbezogenen Unternehmen designieren bestimmte Derivate entweder als

  • Sicherung des beizulegenden Zeitwerts eines bilanzierten Vermögenswerts, einer Schuld oder einer festen Unternehmensverpflichtung (fair value hedge) oder
  • Sicherung der Cashflows eines bilanzierten Vermögenswerts, einer Schuld oder einer höchstwahrscheinlich vorgesehenen Transaktion (Cashflow hedge).

Bei Abschluss der Transaktion wird die Sicherungsbeziehung zwischen Sicherungsinstrument und Grundgeschäft sowie das Ziel ihres Risikomanagements und die zugrunde liegende Strategie beim Abschluss von Sicherungsgeschäften dokumentiert. Außerdem wird bei Beginn der Sicherungsbeziehung und fortlaufend die Effektivität des Derivats ermittelt und dokumentiert.

a) Fair value hedge

Die Konzerne nehmen Absicherungen gegen die Änderung des beizulegenden Zeitwerts eines bilanzierten Vermögenswerts, einer bilanzierten Schuld, einer bilanzunwirksamen festen Verpflichtung oder eines genau bezeichneten Teils eines solchen Vermögenswerts, einer solchen Schuld bzw. einer solchen festen Verpflichtung vor, wenn die Änderung auf ein bestimmtes Risiko zurückzuführen ist und Auswirkungen auf das Periodenergebnis haben kann. Bei Absicherung des beizulegenden Zeitwerts wird der Buchwert eines gesicherten Grundgeschäfts um den Gewinn oder Verlust aus dem Grundgeschäft angepasst, der dem abgesicherten Risiko zuzurechnen ist, und das derivative Finanzinstrument wird mit seinem beizulegenden Zeitwert neu bewertet.

Die Änderungen des beizulegenden Zeitwerts von Derivaten, die für eine Absicherung des beizulegenden Zeitwerts bestimmter Vermögenswerte oder Schulden designiert wurden und als fair value hedge einzustufen sind, werden in der Gewinn- und Verlustrechnung gemeinsam mit den dem gesicherten Risiko zurechenbaren Änderungen des beizulegenden Zeitwerts dieser Vermögenswerte oder Schulden erfasst.

Die Bilanzierung eines Sicherungsgeschäfts zur Absicherung des beizulegenden Zeitwerts wird eingestellt, wenn das Sicherungsinstrument ausläuft, veräußert, fällig oder ausgeübt wird oder sofern das Sicherungsgeschäft die Voraussetzungen für die Bilanzierung als Sicherungsgeschäft nicht weiter erfüllt. Jede Anpassung des Buchwerts eines gesicherten Finanzinstruments wird mittels der Effektivzinsmethode ergebniswirksam aufgelöst.

Das Ersetzen oder Fortsetzen eines Sicherungsinstruments durch ein anderes gilt in diesem Zusammenhang nicht als Auslaufen oder Beendigung der Sicherungsbeziehung, wenn ein derartiges Ersetzen oder Fortsetzen Teil der zuvor dokumentierten Sicherungsstrategie ist. Die Novation eines Sicherungsinstruments auf eine zentrale Gegenpartei führt ebenfalls nicht zu einer Auflösung der Sicherungsbeziehung, wenn die Novation aufgrund gesetzlicher Änderungen erfolgt, durch die Novation die zentrale Gegenpartei der Vertragspartner aller Parteien eines Derivatvertrags wird und es abgesehen von Änderungen, die notwendige Folge der Novation sind, keine Änderungen an den Vertragsbedingungen des ursprünglichen Derivats gibt.

b) Cashflow hedge

Sicherungsgeschäfte werden als Cashflow hedge klassifiziert, wenn es sich um eine Absicherung des Risikos von Schwankungen der Cashflows handelt, die einem Risiko zugeordnet werden können, das mit einem erfassten Vermögenswert, einer erfassten Schuld oder einer höchstwahrscheinlich vorgesehenen Transaktion verbunden ist, und die Auswirkungen auf das Periodenergebnis haben könnten. Der effektive Teil von Änderungen des beizulegenden Zeitwerts von Derivaten, die für eine Absicherung des Cashflows bestimmt sind und qualifizierte Sicherungsbeziehungen darstellen, wird im Eigenkapital erfasst.

Der ineffektive Teil der Wertänderungen wird dagegen direkt in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Im Eigenkapital erfasste Beträge werden in der Periode in die Gewinn- und Verlustrechnung umgebucht und als Ertrag oder Aufwand erfasst, in der das abgesicherte Grundgeschäft ergebniswirksam wird (z. B. zu dem Zeitpunkt, zu dem der zukünftige Verkauf, der abgesichert wurde, stattfindet).

Wenn ein Sicherungsinstrument ausläuft, veräußert wird oder das Sicherungsgeschäft nicht mehr die Kriterien für einen Cashflow hedge erfüllt, so verbleibt der kumulierte Gewinn oder Verlust im Eigenkapital und wird erst dann in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst, wenn die zugrunde liegende Transaktion eintritt. Wird der Eintritt der zukünftigen Transaktion nicht länger erwartet, sind die kumulierten Gewinne oder Verluste, die direkt im Eigenkapital erfasst wurden, sofort in die Gewinn- und Verlustrechnung umzubuchen.

Das Ersetzen oder Fortsetzen eines Sicherungsinstruments durch ein anderes und die Novation eines Sicherungsinstruments auf eine zentrale Gegenpartei infolge bestehender oder neu erlassener Gesetzes- oder Regulierungsvorschriften gelten unter den in Punkt a) Fair value hedge genannten Bedingungen auch bei Cashflow hedges nicht als Auslaufen oder Beendigung der Sicherungsbeziehung.

c) Derivate, die nicht der Sicherungsbilanzierung dienen

Bestimmte derivative Finanzinstrumente stellen keine Sicherungsinstrumente im Sinne eines Cashflow oder fair value hedge dar. Änderungen des beizulegenden Zeitwerts dieser Derivate werden direkt in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts

Der beizulegende Zeitwert eines spezifischen Vermögenswerts bzw. einer Schuld ist der Veräußerungspreis einer zum Bewertungsstichtag angenommenen hypothetischen Transaktion (Verkauf/Übertragung) zwischen Marktteilnehmern zu den vorherrschenden Marktbedingungen auf dem vorrangigen oder vorteilhaftesten Markt.

Zur Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts sind markt-, kosten- und ertragsorientierte Bewertungsmodelle anwendbar. Hierbei wird eine dreistufige Bewertungshierarchie für die zugrunde gelegten Inputfaktoren unterstellt: Level 1-Inputfaktoren sind nicht-angepasste börsennotierte Kurse und Marktpreise auf dem aktiven vorrangigen oder vorteilhaftesten Markt für identische Vermögenswerte und Schulden, auf die die bilanzierende Einheit zum Bewertungsstichtag zugreifen kann. Level 2-Inputfaktoren sind über die gesamte Laufzeit des Vermögenswerts oder der Schuld direkt oder indirekt beobachtbare Marktdaten. Level 3-Inputfaktoren sind nicht-beobachtbare Parameter (nicht marktbasiert) und nur einzusetzen, wenn keine beobachtbaren Parameter vorliegen.

Der beizulegende Zeitwert von Derivaten, die an einem aktiven Markt gehandelt werden, basiert auf dem Börsenkurs am Bilanzstichtag.

Der beizulegende Zeitwert von Zinsswaps berechnet sich aus dem Barwert der geschätzten zukünftigen Zahlungsströme.

Der beizulegende Zeitwert von Fremdwährungstermingeschäften wird unter Anwendung der Devisenterminkurse am Bilanzstichtag ermittelt und abgezinst.

Bei Forderungen und Schulden aus Lieferungen und Leistungen wird angenommen, dass der Nominalbetrag abzüglich Wertberichtigungen und gegebenenfalls unter Berücksichtigung von Abzinsungen dem beizulegenden Zeitwert entspricht.

Bei der Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts wird grundsätzlich der Einfluss des Kreditrisikos berücksichtigt.

Zur Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts von als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien werden anerkannte kapitalwertorientierte Bewertungsverfahren angewendet.

Ertrags- und Aufwandsrealisierung

Umsatzerlöse aus dem Verkauf von Waren an Groß- und Einzelhändler sowie an die einzelnen Kunden werden erfasst, wenn Produkte an einen Kunden geliefert wurden, der Kunde die Ware angenommen hat und die Einbringlichkeit der entstehenden Forderung als ausreichend sicher anzusehen ist. Umsatzerlöse werden netto nach Abzug von Boni, Skonti sowie Rabatten gezeigt.

Sofern Kundenbindungsprogramme bestehen, werden die Umsatzerlöse um den beizulegenden Zeitwert der voraussichtlich einzulösenden Prämienansprüche gekürzt. Mit der Erbringung der Prämienleistung werden diese zunächst abgegrenzten Umsatzerlöse realisiert.

Erträge aus der Erbringung von Dienstleistungen werden entsprechend dem Leistungsfortschritt im Verhältnis von erbrachter zur zu erbringenden Dienstleistung in dem Geschäftsjahr der Erbringung erfasst.

Umsätze für stichtagsübergreifende Reisen werden anteilig vereinnahmt und die anteiligen Aufwendungen entsprechend berücksichtigt.

Die Vereinnahmung von Dividenden erfolgt mit Entstehen des Rechtsanspruchs.

Die Erfassung von Zinserträgen und -aufwendungen erfolgt zeitproportional unter Berücksichtigung der Effektivverzinsung.