Erläuterungen zur Bilanz

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38. Kapitalflussrechnung

Die Kapitalflussrechnung zeigt die Veränderungen der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente abzüglich der Kontokorrentkredite im Berichtsjahr. Es wird unterschieden zwischen Veränderungen aus betrieblicher Tätigkeit, aus Investitionstätigkeit und aus Finanzierungstätigkeit. Die Zahlungsmittelflüsse der aufgegebenen Geschäftsbereiche aus betrieblicher Tätigkeit, aus Investitionstätigkeit sowie aus Finanzierungstätigkeit sind gemäß IFRS 5 getrennt von denen der fortgeführten Geschäftsbereiche angegeben. Diese betreffen im Geschäftsjahr den aufgegebenen Geschäftsbereich BILLA Kroatien (siehe Punkt 5 „Desinvestitionen“).

Nachfolgend werden die Zahlungsmittelflüsse der fortgeführten Geschäftsbereiche erläutert.

Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit

In der Berichtsperiode verminderte sich der Cashflow aus der betrieblichen Tätigkeit von 1.735,4 Mio. € auf 1.300,2 Mio. €. Der Rückgang um 435,2 Mio. € resultiert im Wesentlichen aus Sondererträgen aus der Zentralregulierung aufgrund geänderter EuGH-Rechtsprechung im Vorjahr.

Bereinigt um diesen Sondereffekt des Vorjahres, der sich sowohl im Ergebnis aus fortgeführten Geschäftsbereichen, den gezahlten Ertragsteuern und den erhaltenen Zinsen zeigte, liegt der Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit des Berichtsjahres über Vorjahresniveau. Hierzu trägt unter anderem ein Rückgang der gezahlten Ertragsteuern bei.

Die sonstigen zahlungsunwirksamen Vorgänge in Höhe von -11,4 Mio. € (Vorjahr: -105,0 Mio. €) betreffen im Berichtsjahr neben Wertberichtigungen auf Forderungen und Vorräte unter anderem erfolgsneutrale Neubewertungen von Verpflichtungen aus Pensionen und pensionsähnlichen Zusagen in Höhe von -2,1 Mio. € (Vorjahr: -68,2 Mio. €).

Im Berichtsjahr wurden Fremdkapitalkosten von 0,1 Mio. € (Vorjahr: 0,0 Mio. €) aktiviert.

Cashflow aus der Investitionstätigkeit

Der Cashflow aus der Investitionstätigkeit beträgt im Berichtsjahr -1.903,5 Mio. € nach -1.510,7 Mio. € im Vorjahr. Der Anstieg der Zahlungsmittelabflüsse aus der Investitionstätigkeit ist im Wesentlichen auf die um 277,4 Mio. € erhöhten Investitionen in immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen und als Finanzinvestitionen gehaltene Immobilien zurückzuführen.

Die Einzahlungen aus den Abgängen finanzieller Vermögenswerte und at equity bilanzierter Unternehmen resultieren in Höhe von 157,4 Mio. € (Vorjahr: 156,1 Mio. €) aus der Tilgung von Ausleihungen. Davon betreffen 142,0 Mio. € (Vorjahr: 114,5 Mio. €) Ausleihungen an assoziierte Unternehmen.

Zudem führten die Vergabe von Darlehen an Gemeinschaftsunternehmen in Höhe von 160,8 Mio. € (Vorjahr: 112,5 Mio. €) und deren unterjährige Tilgung in Höhe von 171,2 Mio. € (Vorjahr: 110,0 Mio. €) zu Auszahlungen für Investitionen in bzw. zu Einzahlungen aus Abgängen von finanziellen Vermögenswerten und at equity bilanzierten Unternehmen.

Die Investitionen in das Anlagevermögen in Höhe von 1.856,3 Mio. € (Vorjahr: 1.578,9 Mio. €) betreffen im Wesentlichen Expansionsinvestitionen in das Filialnetz sowie Ersatz- und Erweiterungsinvestitionen bei Filialen, Lagerstandorten und Produktionsunternehmen.

Die Auszahlungen für Investitionen in finanzielle Vermögenswerte betreffen in Höhe von 174,6 Mio. € (Vorjahr: 131,7 Mio. €) gewährte Ausleihungen. Davon wurden Ausleihungen in Höhe von 152,3 Mio. € (Vorjahr: 118,2 Mio. €) an assoziierte Unternehmen vergeben.

Die Einzahlungsüberschüsse aus Unternehmenszusammenschlüssen und dem Erwerb von Anteilen an konsolidierten Unternehmen in Höhe von 0,8 Mio. € (Vorjahr: 18,2 Mio. €) resultieren in Höhe von 0,5 Mio. € aus dem erstmaligen Einbezug der REWE Dortmund SE & Co. KG, Dortmund, und in Höhe von 0,2 Mio. € aus dem Erwerb der GO VACATION AFRICA (PTY) LTD, Gauteng (Südafrika).

Die Auszahlungen für Unternehmenszusammenschlüsse und den Erwerb von Anteilen an konsolidierten Unternehmen in Höhe von 56,8 Mio. € (Vorjahr: 121,4 Mio. €) resultieren mit 41,2 Mio. € aus dem Erwerb von Filialstandorten der Kaiser’s Tengelmann-Gruppe bzw. dem Erwerb der REWE Berlin Logistik GmbH, Berlin. Der endgültige Kaufpreis für den Erwerb beträgt 37,5 Mio. €. Die Differenz zwischen dem Kaufpreis und der vorläufigen Zahlung ist zum Stichtag als Forderung aus Kaufpreisrückzahlungen angesetzt. Zudem resultierten Auszahlungen in Höhe von 9,2 Mio. € bzw. 6,3 Mio. € aus dem Erwerb von Lebensmittelmärkten in Italien und Russland. Zu den Erwerben siehe ebenfalls Punkt 4 „Akquisitionen“.

Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit

Der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit beträgt 619,7 Mio. €. Die Veränderung gegenüber dem Vorjahr um 958,7 Mio. € resultiert im Wesentlichen aus der Inanspruchnahme des syndizierten Rahmenkredits in Höhe von 650,0 Mio. € und der Aufnahme kurzfristiger Tages- und Termingelder in Höhe von 135,0 Mio. €, während im Vorjahr ein Schuldscheindarlehen von 300,0 Mio. € getilgt wurde.

Gegenläufig hierzu führte die Rückzahlung von Kreditlinien insgesamt zu Zahlungsmittelabflüssen in Höhe von 125,0 Mio. €.

Neben der Tilgung von Kreditlinien führten Einzahlungen von 14,5 Mio. € (Vorjahr: 25,2 Mio. €) und Auszahlungen von 34,7 Mio. € (Vorjahr: 35,7 Mio. €) aus der Aufnahme und Tilgung von Darlehen gegenüber verbundenen und assoziierten Unternehmen insgesamt ebenfalls zu Zahlungsmittelabflüssen aus der Finanzierungstätigkeit.

Darüber hinaus wurden im Berichtsjahr Darlehen von Kreditinstituten in Höhe von 88,2 Mio. € (Vorjahr: 63,3 Mio. €) aufgenommen und in Höhe von 91,1 Mio. € (Vorjahr: 153,2 Mio. €) getilgt.

Unter den Auszahlungen aus der Veränderung von Anteilen anderer Gesellschafter in Höhe von 6,0 Mio. € (Vorjahr: 9,5 Mio. €) werden Zahlungsmittelabflüsse für den Erwerb der restlichen Anteile an der EXIM-Gruppe und der Campina Verde Ecosol, S.L., Cordoba (Spanien), ausgewiesen.

Zu den Auszahlungen aus der Tilgung von Schulden aus Finanzierungs-Leasingverhältnissen in Höhe von 46,9 Mio. € (Vorjahr: 36,3 Mio. €) vergleiche Punkt 24 „Leasing“.

Schulden aus Finanzierungstätigkeit

Die Schulden aus Finanzierungstätigkeit betreffen insbesondere Darlehen und Tages- und Termingelder von Kreditinstituten, Schuldscheindarlehen und Schulden aus Finanzierungs-Leasingverhältnissen. Daneben liegen auch Darlehen von verbundenen, assoziierten, nahestehenden und Gemeinschaftsunternehmen vor. 

Überleitung der Schulden aus Finanzierungstätigkeit
in Mio. €20172016
Sonstige finanzielle Schulden zum 01.01.1.337,71.347,7
 unverzinsliche finanzielle Schulden-69,1-71,8
Finanzschulden zum 01.01.1.268,61.275,9
  Schulden aus operativem Verrechnungsverkehr-16,6-11,4
  Kontokorrentkredite-42,0-36,2
  Sonstige Schulden aus operativer Tätigkeit-6,1-19,7
Schulden aus Finanzierungstätigkeit 01.01.1.203,91.208,6
   zahlungswirksame Veränderung634,1-314,8
    davon Einzahlungen aus der Aufnahme von Finanzkrediten825,6249,5
    davon Auszahlungen aus der Tilgung von Finanzkrediten-144,6-528,0
    davon Auszahlungen aus der Tilgung von Schulden aus Finanzierungsleasing-46,9-36,3
   nicht zahlungswirksame Veränderung436,5310,1
    davon Zugänge aus Finanzierungs-Leasingverhältnissen280,6189,5
    davon Änderungen des Konsolidierungskreises151,1125,5
    davon Währungsumrechnung4,80,4
    davon Umbuchungen-0,2-5,2
    davon sonstige Veränderungen0,2-0,1
Schulden aus Finanzierungstätigkeit 31.12.2.274,51.203,9
  Schulden aus operativem Verrechnungsverkehr19,016,6
  Kontokorrentkredite1,842,0
  Sonstige Schulden aus operativer Tätigkeit10,26,1
Finanzschulden zum 31.12.2.305,51.268,6
 unverzinsliche finanzielle Schulden92,169,1
Sonstige Finanzielle Schulden zum 31.12.2.397,61.337,7

Von den Effekten aus Änderungen des Konsolidierungskreises entfallen 147,6 Mio. € (Vorjahr: 125,1 Mio. €) auf Schulden aus Finanzierungs-Leasingverhältnissen.