Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

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19. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

Gliederung des Gesamtbetrags der Steuern vom Einkommen und vom Ertrag
in Mio. €20172016
Laufender Steueraufwand-136,4-385,2
 davon Steuern vom Einkommen und vom Ertrag für das Berichtsjahr-137,7-281,9
 davon Steuern vom Einkommen und vom Ertrag für Vorjahre1,3-103,3
Latente Steuern3,4-10,9
Gesamtbetrag der Steuern vom Einkommen und vom Ertrag-133,0-396,1
Herkunft der latenten Steuerforderungen und -schulden auf temporäre Wertdifferenzen aufgrund unterschiedlicher Wertansätze nach Bilanzpositionen
in Mio. €31.12.201731.12.2016
Latente Steuer- forderungenLatente Steuer- schuldenLatente Steuer- forderungenLatente Steuer- schulden
AKTIVA    
Immaterielle Vermögenswerte150,0244,1143,5186,4
Sachanlagen253,3377,1122,5374,5
Langfristige finanzielle Vermögenswerte14,18,733,036,8
Vorräte57,25,759,47,4
Forderungen und sonstige Vermögenswerte58,020,458,544,5
Verlustvorträge66,60,048,30,0
Zinsvorträge3,20,03,70,0
Sonstige außerbilanzielle Sachverhalte0,80,01,60,0
PASSIVA    
Pensionsrückstellungen163,630,3152,627,7
Sonstige Rückstellungen305,930,6321,630,6
Schulden95,827,2176,437,7
Gesamtbetrag latenter Steuerforderungen/-schulden1.168,5744,11.121,1745,6
Saldierung-703,2-703,2-674,4-674,4
Bilanzansatz465,340,9446,771,2

Sofern die Realisierung des latenten Steueranspruchs von zukünftigen zu versteuernden Ergebnissen abhängt, die höher als die Ergebniseffekte aus der Umkehrung bestehender zu versteuernder temporärer Differenzen sind, wurden latente Steuerforderungen nur angesetzt, sofern ausreichende substanzielle Hinweise für deren Realisierung in zukünftigen Perioden vorlagen.

Der Ansatz von latenten Steuerforderungen auf steuerliche Verlustvorträge und temporäre Wertdifferenzen erfolgte aufgrund der vom Management genehmigten Mittelfristplanungen unter Berücksichtigung steuerlicher Anpassungen. Bei einer Gesellschaft ist die Realisierung des latenten Steueranspruchs von künftigen zu versteuernden Ergebnissen abhängig, die höher als die Ergebniseffekte aus der Auflösung bestehender zu versteuernder temporärer Differenzen sind. Des Weiteren weist das Unternehmen in der laufenden Periode ein negatives körperschaftsteuerliches Ergebnis aus. Der angesetzte latente körperschaftsteuerliche Anspruch wird unter Berücksichtigung eines zwölfjährigen Planungshorizonts ermittelt. Die Berücksichtigung der verlängerten Planungsperiode erfolgte aufgrund konzerninterner Planungen, deren Ergebniseffekt sich erst zukünftig für die entsprechende Gesellschaft auswirkt.

Der Anstieg der latenten Steuerforderungen auf steuerliche Verlustvorträge resultiert im Wesentlichen aus dem Ansatz von bisher wertberichtigten aktiven latenten Steuern auf Verlustvorträge aufgrund verbesserter Ergebnis- und Nutzungsaussichten bei in- und ausländischen Touristikgesellschaften sowie in der italienischen Steuergruppe. Gegenläufig wirkte sich die Auflösung latenter Steuern aufgrund der Nutzung der Verlustvorträge bei der RZF aus. Der Anstieg latenter Steuerforderungen und Steuerschulden bei den Sachanlagen beinhaltet im Wesentlichen auch Zugänge im Rahmen von Akquisitionen.

Zusammensetzung der Vorträge, für die keine latenten Steuern angesetzt wurden
in Mio. €20172016
KSt - Verlustvorträge zum 31. Dezember910,11.017,2
KSt - nicht angesetzte Verlustvorträge zum 31. Dezember647,4842,6
KSt - nicht angesetzte Verlustvorträge - Verfall innerhalb von 1 Jahr0,015,6
KSt - nicht angesetzte Verlustvorträge - Verfall innerhalb von 2 Jahren0,014,7
KSt - nicht angesetzte Verlustvorträge - Verfall innerhalb von 3 Jahren0,011,0
KSt - nicht angesetzte Verlustvorträge - Verfall innerhalb von 4 Jahren0,08,9
KSt - nicht angesetzte Verlustvorträge - Verfall innerhalb von 5 Jahren0,043,9
KSt - nicht angesetzte Verlustvorträge - Verfall größer 5 Jahre oder unbegrenzt vortragsfähig647,4748,5
GewSt - Verlustvorträge zum 31. Dezember442,3364,3
GewSt - nicht angesetzte Verlustvorträge zum 31. Dezember315,6239,3
GewSt - nicht angesetzte Verlustvorträge - unbegrenzt vortragsfähig315,6239,3
Verluste nach § 15a EStG zum 31. Dezember9,49,6
Verluste nach § 15a EStG - nicht angesetzte Verlustvorträge zum 31. Dezember9,49,6
Verluste nach § 15a EStG - nicht angesetzte Verlustvorträge - unbegrenzt vortragsfähig9,49,6
KSt - Zinsvorträge zum 31. Dezember13,018,5
KSt - nicht angesetzte Zinsvorträge zum 31. Dezember0,74,4
KSt - nicht angesetzte Zinsvorträge - unbegrenzt vortragsfähig0,74,4
GewSt - Zinsvorträge zum 31. Dezember10,314,1
Steuervorteil außerbilanziell zum 31. Dezember2,45,1

Der Rückgang der körperschaftsteuerlichen Verlustvorträge resultiert hauptsächlich aus der Nutzung der Verlustvorträge bei der RZF und bei deutschen Touristikgesellschaften. Des Weiteren wurden Verlustvorträge in der italienischen Steuergruppe genutzt. Der Anstieg der gewerbesteuerlichen Verlustvorträge beruht im Wesentlichen auf der Supermärkte Nord Vertriebs GmbH & Co. KG, Kiel.

Bilanzveränderung latenter Steuerforderungen und –schulden
in Mio. €20172016
Bilanzansatz latente Steuern424,4375,5
Bilanzveränderung gegenüber dem Vorjahr48,914,6
Veränderung latenter Steuern auf direkt im Eigenkapital erfasste Sachverhalte
(IAS 39, IAS 19)
22,99,9
Bewegung erfolgsneutraler latenter Steuern aus Akquisitionen/Desinvestitionen24,315,6
Bewegung erfolgsneutraler latenter Steuern aus Währungsänderungen-2,4-1,0
Erfolgswirksame Veränderung latenter Steuern aufgrund temporärer Differenzen-14,478,5
Erfolgswirksame Veränderung latenter Steuern aufgrund von Verlust- und Zinsvorträgen17,8-89,4
Umgliederung der erfolgswirksamen Veränderung latenter Steuern in aufgegebene Geschäftsbereiche0,36,5
Umgliederung Bilanzansatz latenter Steuern in aufgegebene Geschäftsbereiche0,4-5,5

Die erfolgswirksame Veränderung latenter Steuern aufgrund von Verlust- und Zinsvorträgen resultiert im Wesentlichen aus dem Ansatz von bisher wertberichtigten aktiven latenten Steuern auf Verlustvorträge aufgrund verbesserter Ergebnis- und Nutzungsaussichten bei in- und ausländischen Touristikgesellschaften sowie in der italienischen Steuergruppe. Ebenso erhöhte der Ansatz aktiver latenter Steuern auf neu entstandene Verlustvorträge den latenten Steuerertrag. Gegenläufig wirkte eine Auflösung aktiver latenter Steuern für die genutzten Verlustvorträge der RZF.

Die erfolgsneutrale Entwicklung der direkt im Eigenkapital erfassten latenten Steuern aus Cashflow hedges (IAS 39) umfasst 15,9 Mio. € und aus Pensions- und pensionsähnlichen Verpflichtungen (IAS 19) 7,0 Mio. €. Die Veränderung der erfolgsneutralen latenten Steuern aus Akquisitionen und Desinvestitionen umfasst im Wesentlichen die Gründung des Gemeinschaftsunternehmens REWE Dortmund SE & Co. KG, Dortmund, sowie den Erwerb von 64 Filialstandorten der Kaiser’s Tengelmann-Gruppe inklusive der K-LOG Kaiser’s Tengelmann Logistik- und Dienstleistungsgesellschaft mbH, Berlin (nun firmierend unter REWE Berlin Logistik GmbH, Berlin).

Überleitung von der rechnerischen Ertragsteuer zum tatsächlichen Ertragsteueraufwand
in Mio. €20172016
Ergebnis vor Ertragsteuern fortgeführter Geschäftsbereiche474,8888,4
Ergebnis vor Ertragsteuern aufgegebener Geschäftsbereiche-2,9-35,9
Ergebnis vor Ertragsteuern: Gewinn (+)/Verlust (-)471,9852,5
Erwarteter Steuersatz30,0%30,0%
Erwarteter Steueraufwand-141,6-255,8
Auswirkungen wegen abweichender Steuersätze zum Steuersatz31,48,9
Auswirkungen von Steuersatzänderungen13,715,5
Auswirkungen von im Geschäftsjahr erfassten Steuern aus Vorjahren33,4-108,7
Auswirkungen nicht anrechenbarer Ertragsteuern (Quellensteuer und ausländische Steuern)-0,6-3,0
Auswirkungen von nicht abziehbaren Betriebsausgaben-15,7-18,2
Auswirkungen steuerfreier Erträge4,521,0
Auswirkungen von gewerbesteuerlichen Hinzurechnungen/Kürzungen-44,4-38,4
Auswirkungen der permanenten Effekte-28,7-36,0
Auswirkungen von Bemessungsgrundlagentransfers von/an nicht einbezogene Unternehmen-5,22,9
Auswirkungen von Ansatzkorrekturen und Wertberichtigungen latenter Steuerforderungen17,715,9
Effekte aus der Equity-Konsolidierung1,45,9
Gesamter Steuerertrag (+)/Steueraufwand (-) gemäß Überleitungsrechnung-134,1-390,0
davon aus fortgeführten Geschäftsbereichen-133,0-396,1
davon aus aufgegebenen Geschäftsbereichen-1,16,1

Der Konzernsteuersatz für das Jahr 2017 beläuft sich unverändert auf 30,0 Prozent, bestehend aus der Körperschaftsteuer mit einem Steuersatz von 15,0 Prozent und dem Solidaritätszuschlag, der in Höhe von 5,5 Prozent auf die Körperschaftsteuer erhoben wird, sowie der Gewerbeertragsteuer.

Die effektive Steuerquote beträgt im Berichtsjahr 28,4 Prozent (Vorjahr: 45,7 Prozent). Die Veränderung der Steuerquote gegenüber dem Vorjahr resultiert im Wesentlichen aus den nicht mehr bestehenden hohen Steuerbelastungen für Vorjahreszeiträume.

Zum 31. Dezember 2017 wurden ebenso wie zum Vorjahresbilanzstichtag keine latenten Steuerschulden auf nicht ausgeschüttete Gewinne von Tochterunternehmen, Gemeinschaftsunternehmen oder assoziierten Unternehmen erfasst, weil eine Ausschüttung dieser Gewinne auch in absehbarer Zukunft nicht beabsichtigt oder erkennbar ist. Stattdessen werden diese Gewinne laufend reinvestiert.

Die temporären Differenzen in Zusammenhang mit Anteilen an Tochterunternehmen, Gemeinschaftsunternehmen und assoziierten Unternehmen, für die keine latenten Steuerschulden bilanziert wurden, belaufen sich zum Bilanzstichtag auf 658,9 Mio. € (Vorjahr: 676,9 Mio. €).