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40. Management der finanzwirtschaftlichen Risiken

Die Konzerne sind durch ihre Geschäftstätigkeit verschiedenen finanziellen Risiken ausgesetzt, insbesondere dem Währungsrisiko, dem Liquiditätsrisiko, dem Zinsrisiko, dem Rohstoffrisiko sowie dem Adressenausfallrisiko.

Die Währungs-, Liquiditäts- und Zinsrisiken für die Konzerne werden gemäß der Finanzrahmenrichtlinie systematisch gesteuert. Die finanziellen Risiken werden in enger Zusammenarbeit mit den operativen Einheiten identifiziert, bewertet und abgesichert. Über Risikopolitik und -strategie berät und entscheidet ein zentrales Treasury-Committee.

Der Handlungsrahmen, die Verantwortlichkeiten, die finanzwirtschaftliche Berichterstattung und die Kontrollmechanismen für Finanzinstrumente sind in Richtlinien detailliert festgelegt. Insbesondere gehört hierzu eine klare Funktionstrennung zwischen Handel und Abwicklung.

Das übergreifende Management finanzwirtschaftlicher Risiken ist auf die Unvorhersehbarkeit der Entwicklungen auf den Finanzmärkten fokussiert und zielt darauf ab, negative Auswirkungen auf die Finanzlage zu minimieren. Hierbei hat die Risikobegrenzung generell Vorrang vor Rentabilitätsaspekten.

Durch die Nutzung derivativer Finanzinstrumente werden finanzielle Risiken abgesichert.

Währungsrisiko

Die Konzerne sind international tätig und infolgedessen einem potenziellen Währungsrisiko ausgesetzt.

Währungsrisiken, d. h. potenzielle Wertschwankungen eines Finanzinstruments aufgrund von Änderungen des Wechselkurses, bestehen insbesondere dort, wo Vermögenswerte und Schulden in einer anderen als der funktionalen Währung der Konzerne bestehen bzw. bei planmäßigem Geschäftsverlauf entstehen werden. Gemäß der Finanzrahmenrichtlinie sind Fremdwährungsforderungen und -schulden vollständig durch Derivate zu sichern. Die Vertragspartner der Konzernunternehmen bei derivativen Finanzinstrumenten sind Banken bester Bonität.

Zur Absicherung der Währungsrisiken dürfen ausschließlich marktgängige derivative Finanzinstrumente eingesetzt werden, deren korrekte finanzmathematische und buchhalterische Abbildung in den Treasury-Systemen sichergestellt sein muss.

Im Geschäftsfeld Touristik und bei der RZAG werden zukünftige Fremdwährungszahlungen durch Derivate gesichert und als Cashflow hedge abgebildet. Wesentliche Auswirkungen auf das Ergebnis ergeben sich aufgrund der Sicherungsgeschäfte aus Währungsschwankungen nicht.

Das Eigenkapital aus Währungsgeschäften würde um rund 22,1 Mio. € (Vorjahr: 46,1 Mio. €) geringer ausfallen, wenn der Euro gegenüber den wesentlichen Fremdwährungen am Bilanzstichtag um zehn Prozentpunkte stärker gewesen wäre. Wäre der Euro gegenüber den wesentlichen Fremdwährungen um zehn Prozentpunkte schwächer, dann wäre das Eigenkapital aus Währungsgeschäften um rund 22,1 Mio. € (Vorjahr: 46,1 Mio. €) höher ausgefallen. Davon entfallen 39,0 Mio. € (Vorjahr: 43,4 Mio. €) auf Veränderungen des Euro gegenüber dem US-Dollar. Zinseffekte wurden nicht berücksichtigt.

Liquiditätsrisiko

Im Zuge des Liquiditätsmanagements wird sichergestellt, dass die einbezogenen Unternehmen jederzeit über die RIF durch ausreichend ungenutzte Kreditlinien über genügend Liquidität verfügen, sodass auch dann keine Liquiditätsrisiken bestehen, wenn unerwartet auftretende Ereignisse negative finanzwirtschaftliche Auswirkungen auf die Liquiditätslage haben.

Als Finanzinstrumente werden Darlehen sowie Fest- und Tagesgelder eingesetzt.

Über die RIF steht den einbezogenen Unternehmen ein syndizierter Kreditrahmen in Höhe von 1,5 Mrd. € mit einer Laufzeit bis zum 18. September 2020 zur Verfügung. Der Zinssatz orientiert sich am EURIBOR. Zum 31. Dezember 2017 war der Kreditrahmen in Höhe von 650,0 Mio. € (Vorjahr: 0,0 Mio. €) in Anspruch genommen worden.

Zusätzlich wurde durch die RIF zur Finanzierung ein Schuldscheindarlehen in Höhe von 175,0 Mio. € aufgenommen. Das Laufzeitende ist am 2. September 2024.

Daneben bestehen weitere bilaterale Kreditlinien zwischen einzelnen Gesellschaften und Banken.

Durch den internen Finanzausgleich (Cash pooling) wird eine Reduzierung des Fremdfinanzierungsvolumens sowie eine Optimierung der Geld- und Kapitalanlagen erreicht. Das Cash pooling ermöglicht die Nutzung der Liquiditätsüberschüsse einzelner Gesellschaften zur internen Finanzierung des Geldbedarfs anderer einbezogener Unternehmen. Durch die Finanzsteuerung wird die optimale Verwendung der Finanzressourcen der Konzernunternehmen sichergestellt.

Die Konzerne haben keine wesentlichen Saldierungen von finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Schulden mit konzernfremden Gesellschaften vorgenommen. Globalaufrechnungsvereinbarungen bestehen im Zusammenhang mit dem Zentralregulierungsgeschäft.

Die folgenden Übersichten geben Aufschluss über die vertraglich vereinbarten undiskontierten Zins- und Tilgungszahlungen für finanzielle Schulden. Sofern ein Kündigungsrecht besteht, wurde der Zahlungsmittelabfluss zum frühestmöglichen Kündigungszeitpunkt unterstellt.

Liquiditätsanalyse finanzieller Schulden

in Mio. €31.12.2017
Buchwert
201820192020202120222023 ff.
Originäre
Finanzinstrumente
Vertraglich fixierte Zahlungs-
ströme
1 Jahr oder weniger1 bis 2 Jahre2 bis 3 Jahre3 bis 4 Jahre4 bis 5 JahreMehr als 5 Jahre
Langfristige sonstige
finanzielle Schulden
1.209,0 3,4118,2118,5111,2133,6869,3
Langfristige Schulden aus
Lieferungen und Leistungen
6,90,02,32,30,40,91,0
Kurzfristige sonstige
finanzielle Schulden
1.152,21.157,00,00,00,00,00,0
Kurzfristige Schulden aus
Lieferungen und Leistungen
6.153,26.154,20,00,00,00,00,0
Kreditzusagen15,80,10,81,01,01,011,8
in Mio. €31.12.2016
Buchwert
201720182019202020212022 ff.
Originäre
Finanzinstrumente
Vertraglich fixierte Zahlungs-
ströme
1 Jahr oder weniger1 bis 2 Jahre2 bis 3 Jahre3 bis 4 Jahre4 bis 5 JahreMehr als 5 Jahre
Langfristige sonstige
finanzielle Schulden
911,96,7144,080,680,597,3603,6
Langfristige Schulden aus
Lieferungen und Leistungen
5,10,01,52,40,61,15,1
Kurzfristige sonstige
finanzielle Schulden
408,5436,60,00,00,00,00,0
Kurzfristige Schulden aus
Lieferungen und Leistungen
5.825,45.826,40,00,00,00,00,0

Die Zahlungsmittelabflüsse der originären Finanzinstrumente enthalten neben den Tilgungsanteilen auch den Zinsanteil, sodass die Summe der Zahlungsmittelabflüsse gegebenenfalls den Buchwert des betrachteten Geschäftsjahres übersteigt.

Bei den Kreditzusagen handelt es sich um fest zugesagte Kredite innerhalb des Berichtsjahres mit Laufzeitbeginn ab 2017.

Die finanziellen Schulden in der Liquiditätsanalyse beinhalten ausschließlich originäre Finanzinstrumente. Zusätzlich sind in der Bilanz derivative Finanzinstrumente in Höhe von 36,5 Mio. € (Vorjahr: 17,3 Mio. €) ausgewiesen.

Liquiditätsanalyse der Derivate

in Mio. €201820192020 ff.
Derivative FinanzinstrumenteCashflowsCashflowsCashflows
 bis 1 Jahrzwischen 1 und weniger 2 Jahrenzwischen 2 und weniger 3 Jahren
Währungsderivate
Finanzielle Vermögenswerte
 Einzahlungen984,120,00,0
 Auszahlungen968,019,90,0
Finanzielle Schulden
 Einzahlungen844,340,70,0
 Auszahlungen868,040,90,0
Zinsderivate
Finanzielle Schulden
 Einzahlungen0,50,00,0
 Auszahlungen1,20,00,0
in Mio. €201720182019 ff. 
Derivative FinanzinstrumenteCashflowsCashflowsCashflows
 bis 1 Jahrzwischen 1 und weniger 2 Jahrenzwischen 2 und weniger 3 Jahren
Währungsderivate
Finanzielle Vermögenswerte
 Einzahlungen1.307,040,60,0
 Auszahlungen1.250,339,70,0
Finanzielle Schulden
 Einzahlungen590,853,80,0
 Auszahlungen601,554,60,0
Zinsderivate
Finanzielle Schulden
 Einzahlungen0,10,00,0
 Auszahlungen1,41,20,0

Zinsrisiko

Zinsrisiken entstehen grundsätzlich durch Änderungen der Marktzinssätze für verzinsliche Vermögenswerte sowie verzinsliche Schulden. Alle Vermögenswerte und Schulden mit variabler Verzinsung bzw. kurzfristigen Zinsfestschreibungen setzen die Konzerne einem Cashflow-Risiko aus. Aus den festverzinslichen Schulden mit längerer Zinsfestschreibung entsteht ein fair-value-Zinsrisiko. Zum Jahresende waren 25,1 Prozent (Vorjahr: 60,7 Prozent) der Bankschulden festverzinslich.

Aus verzinslichen Vermögenswerten und Schulden können sich Auswirkungen auf das Ergebnis und das Eigenkapital durch Zinsschwankungen ergeben. Diese Risiken werden in Form einer Sensitivitätsanalyse dargestellt. Aus dieser geht hervor, welche Auswirkungen sich durch Änderungen der relevanten Risikovariablen – insbesondere des Zinssatzes – ergeben würden. Diese Änderungen werden nach vernünftigem Ermessen am Bilanzstichtag ermittelt.

Hinsichtlich der Zinssicherungsgeschäfte im Rahmen der Cashflow hedge-Bilanzierung würde das Eigenkapital um rund 10,9 Mio. € (Vorjahr: 1,0 Mio. €) höher ausfallen, wenn das Zinsniveau zum Bilanzstichtag um 100 Basispunkte höher wäre. Wäre das Zinsniveau um 100 Basispunkte geringer, würde das Eigenkapital um rund 11,5 Mio. € (Vorjahr: 1,1 Mio. €) geringer ausfallen.

Hinsichtlich der Zinssicherungsgeschäfte aus freistehenden Derivaten würde das Ergebnis um rund 0,1 Mio. € (Vorjahr: 0,4 Mio. €) höher ausfallen, wenn das Zinsniveau zum Bilanzstichtag um 100 Basispunkte höher wäre. Wäre das Zinsniveau um 100 Basispunkte geringer, würde das Ergebnis um rund 0,1 Mio. € (Vorjahr: 0,4 Mio. €) geringer ausfallen.

Es besteht ferner ein Zinsrisiko aus originären, variabel verzinslichen Finanzinstrumenten. Eine Erhöhung des Zinsniveaus um 100 Basispunkte hätte ein um 9,5 Mio. € (Vorjahr: 2,7 Mio. €) schlechteres Zinsergebnis zur Folge. Eine Verringerung des Zinsniveaus um 100 Basispunkte hätte ein um 9,5 Mio. € (Vorjahr: 2,7 Mio. €) besseres Zinsergebnis zur Folge.

Ausfallrisiko

Das Bonitäts- oder Ausfallrisiko aus finanziellen Vermögenswerten entsteht durch die Gefahr, dass eine Vertragspartei ihren Verpflichtungen teilweise oder vollständig nicht nachkommen kann und dadurch bei der anderen Partei finanzielle Verluste verursacht.

Eventuelle Ausfallrisiken bestehen im Bereich der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, der Ausleihungen, der sonstigen Forderungen, der Ausleihungen an Kunden im Rahmen des REWE-Partnerschaftsmodells, aus Mithaftungsrisiken aus der Gesellschafterstellung bei REWE-Partnergesellschaften sowie bei derivativen Finanzinstrumenten mit positiven Marktwerten.

Möglichen Ausfallrisiken wurde durch individuell ermittelte Einzelwertberichtigungen sowie durch pauschalierte Einzelwertberichtigungen und angemessene Rückstellungen Rechnung getragen (vergleiche Punkt 27 „Forderungen aus Lieferungen und Leistungen“). Darüber hinaus bestehen erhaltene Sicherheiten (z.B. Bankbürgschaften) in Höhe von 2,1 Mio. €.

Im Zuge des Debitorenmanagements, der betriebswirtschaftlichen Überwachung der Debitoren sowie der laufenden Überwachung der Forderungen sind Mindestanforderungen an die Bonität und individuelle Höchstgrenzen für das finanzielle Engagement festgelegt.

Das Geschäft mit Großkunden unterliegt einer gesonderten Bonitätsüberwachung. Gemessen an dem gesamten Risikoexposure aus dem Ausfallrisiko sind die Forderungen gegen diese Kontrahenten im Einzelnen jedoch nicht so groß, als dass sich außerordentliche Risikokonzentrationen begründen würden. Verkäufe an Kunden des Einzelhandels werden in bar, EC-Cash oder über gängige Kreditkarten abgewickelt. Die Bargeldlogistik im Einzelhandel unterliegt einer gesonderten Überwachung.

Gliederung der Altersstruktur der überfälligen, nicht wertgeminderten Forderungen
in Mio. €31.12.2017davon zum Bilanzstichtag überfällig und
nicht wertgemindert
 Buchwert weniger als 90 Tagezwischen 90 und 180 Tagen  zwischen 180 und 360 Tagenüber 360 Tage 
Langfristige sonstige finanzielle Vermögenswerte283,10,30,00,00,0
Kurzfristige sonstige finanzielle Vermögenswerte681,535,21,90,71,2
Kurzfristige Forderungen aus Lieferungen und Leistungen1.262,448,72,10,21,4
in Mio. €31.12.2016davon zum Bilanzstichtag überfällig und
nicht wertgemindert
 Buchwert weniger als 90 Tagezwischen 90 und 180 Tagen  zwischen 180 und 360 Tagenüber 360 Tage 
Langfristige sonstige finanzielle Vermögenswerte247,00,00,00,00,0
Kurzfristige sonstige finanzielle Vermögenswerte609,631,42,40,40,7
Kurzfristige Forderungen aus Lieferungen und Leistungen1.241,338,00,90,52,2

Kreditrisiken aufgrund von Geldanlagen, Verträgen über derivative Finanzinstrumente und Finanztransaktionen werden gemindert, indem derartige Transaktionen im Rahmen festgelegter Limits und nur mit Banken guter Bonität abgeschlossen werden. Auch der Zahlungsverkehr wird ausschließlich über solche Banken abgewickelt. Die Bonität und Risikotragfähigkeit der Partnerbanken wird fortlaufend und systematisch überprüft. Die Festlegung und Überwachung der Limits erfolgt funktional getrennt zwischen Handel und Abwicklung.