Darstellung der Lage

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2. Ertragslage

Umsatzentwicklung

in Mio. €20172016Veränderung
absolut
Veränderung
in Prozent
Handel Deutschland28.621,125.588,83.032,311,9
Handel International13.353,512.710,0643,55,1
Touristik4.649,64.576,473,21,6
Fachmarkt National2.130,82.088,542,32,0
Sonstige669,3672,3-3,0-0,4
Gesamt49.424,345.636,03.788,38,3

Die Umsatzerlöse konnten 2017 insgesamt um 8,3 Prozent gesteigert werden.

Der Handel Deutschland als volumenstärkstes Geschäftsfeld verzeichnete eine Umsatzsteigerung von 11,9 Prozent und lag somit deutlich über dem Branchentrend in Deutschland. Die positive Umsatzentwicklung wurde durch die Entwicklung der eigenen REWE-Filialen und der Penny-Filialen sowie des Großhandels getragen. Zudem trugen die im Vorjahr erworbenen Märkte der Supermärkte Nord-Gesellschaften und von Kaiser‘s Tengelmann sowie die zum 1. September 2017 erstmalig vollkonsolidierte REWE Dortmund SE & Co. KG, Dortmund, wesentlich zur Umsatzsteigerung bei, in geringem Umfang auch bedingt durch Umgliederungen aus dem Geschäftsfeld Sonstige (vgl. dort).

Das Geschäftsfeld Handel International ist mit einem Umsatz von 13,4 Mrd. € das zweitgrößte Geschäftsfeld der REWE Group. Der Anstieg der Umsatzerlöse um 5,1 Prozent (währungsbereinigt +4,1 Prozent) wurde maßgeblich durch das Vollsortiment in Zentral- und Osteuropa generiert. Besonders hohe Umsatzsteigerungen konnten in Russland, der Slowakei und Tschechien erzielt werden und sind im Wesentlichen auf die positive Entwicklung der Stammfilialen und Expansionstätigkeiten zurückzuführen. Das Vollsortiment Österreich zeigte eine fortgesetzt positive Umsatzentwicklung, die wesentlich durch den Lebensmitteleinzelhandel getragen wurde. Auch die Umsatzerlöse von Penny International trugen zur positiven Entwicklung bei: Ursächlich war insbesondere die Umsatzentwicklung in Tschechien und Ungarn.

Die Touristik erzielte einen konsolidierten Umsatz von 4,6 Mrd. € (vermittelter Reiseumsatz 6,5 Mrd. €), der damit um 1,6 Prozent über dem Vorjahr lag. Den Umsatzsteigerungen in Nord- und Osteuropa und den Zielgebietsagenturen standen Umsatzrückgänge in Zentraleuropa gegenüber. Insgesamt wirkten sich vor allem die Erholung der Destinationen Ägypten und Tunesien sowie die hohe Nachfrage nach Reisen in das Zielgebiet Griechenland positiv auf die Umsatzentwicklung aus.

Das Geschäftsfeld Fachmarkt National verzeichnete eine Umsatzsteigerung von 2,0 Prozent und lag somit leicht über dem Branchentrend in Deutschland. Die Steigerung der Baumarktumsätze wurde im Wesentlichen durch die positive Entwicklung des Filialgeschäfts getragen. Neben Expansionstätigkeiten trugen auch die Stammfilialen zu diesem Wachstum bei.

Der ausgewiesene Rückgang im Geschäftsfeld Sonstige von 0,4 Prozent beruht auf einem konsolidierungstechnischen Effekt: Bis zum Einbezug der REWE Dortmund SE & Co. KG am 1. September 2017 stellte der Umsatz mit dem dann eingebrachten Lebensmittelgroßhandelsgeschäft der REWE DORTMUND Großhandel eG, Dortmund, Außenumsatz dar; danach stellt er Innenumsatz mit dem Geschäftsfeld Handel Deutschland, dem das Geschäft der REWE Dortmund SE & Co. KG zugeordnet ist, dar und ist im Rahmen der Konsolidierung zu verrechnen. Tatsächlich ergibt sich aber ein Umsatzanstieg von 5,2 Prozent. Positive Umsatzentwicklungen konnten vor allem bei den im Vorjahr erstmalig vollkonsolidierten Eurogroup-Gesellschaften und im REWE-Digitalgeschäft erzielt werden.

Märkte und Verkaufsflächen

Zum Jahresende betrieben die Handelsgeschäftsfelder der REWE Group 9.129 Verkaufsstellen mit einer Gesamtverkaufsfläche von 9,0 Mio. Quadratmetern.

Anzahl Märkte31.12.201731.12.2016Veränderung
absolut
Veränderung
in Prozent
Handel Deutschland14.0784.048300,7
Handel International4.0083.925832,1
Touristik75074820,3
Fachmarkt National29328762,1
Gesamt9.1299.0081211,3
  • 1 Ohne Märkte der REWE Dortmund SE & Co. KG, Dortmund.
Verkaufsflächen in m2 *31.12.201731.12.2016Veränderung
absolut
Veränderung
in Prozent
Handel Deutschland14.387.1044.372.04615.0580,3
Handel International2.702.1332.642.16759.9662,3
Fachmarkt National1.935.2351.881.59753.6382,9
Gesamt9.024.4728.895.810128.6621,4
  • * In der Touristik werden keine Verkaufsflächen erfasst.
  • 1 Ohne Verkaufsflächen der REWE Dortmund SE & Co. KG, Dortmund.

Ergebniskennzahlen

in Mio.€20172016Veränderung absolutVeränderung
in Prozent
 Umsatzerlöse49.424,345.636,03.788,38,3
 Materialaufwand einschließlich Bestandveränderungen-36.948,6-33.954,4-2.994,2-8,8
Rohertrag12.475,711.681,6794,16,8
 Rohertragsquote25,2%25,6%  
EBITDA1.594,92.002,6-407,7-20,4
 Abschreibungen/Zuschreibungen und Wertminderungen (ohne Firmenwerte)-1.103,5-1.006,0-97,5-9,7
EBITA491,4996,6-505,2-50,7
 Wertminderungen auf Firmenwerte0,0-137,0137,0100,0
EBIT491,4859,6-368,2-42,8
 Finanzergebnis-16,628,8-45,4<-100
EBT474,8888,4-413,6-46,6
 Steuern vom Einkommen und vom Ertrag-133,0-396,1263,166,4
Ergebnis aus fortgeführten Geschäftsbereichen341,8492,3-150,5-30,6
 Ergebnis aus aufgegebenen Geschäftsbereichen-4,0-29,825,886,6
EAT/Jahresergebnis337,8462,5-124,7-27,0

Das EBITDA verminderte sich um 407,7 Mio. €. Dem Anstieg des Rohertrags um 794,1 Mio. € stand eine Verminderung der sonstigen betrieblichen Erträge um 244,7 Mio. € (ohne Berücksichtigung von Zuschreibungen) und ein Anstieg der sonstigen betrieblichen Aufwendungen (383,5 Mio. €) und der Personalaufwendungen (573,6 Mio. €) gegenüber. Der stärkere Anstieg der Materialaufwendungen im Vergleich zu den Umsatzerlösen, insbesondere in den Geschäftsfeldern Handel Deutschland und Fachmarkt National, führte zu einem Rückgang der Rohertragsquote auf 25,2 Prozent (Vorjahr: 25,6 Prozent).

Der Rückgang der sonstigen betrieblichen Erträge resultierte im Wesentlichen aus einer Verminderung der übrigen sonstigen betrieblichen Erträge um 601,2 Mio. €, die im Vorjahr stark von einem Einmaleffekt (Sondererträge aus der Zentralregulierung aufgrund geänderter EuGH-Rechtsprechung) beeinflusst waren. Dem standen gestiegene Erträge aus Werbedienstleistungen, Miet- und Pachterträge, Erträge aus sonstigen Leistungen und aus der Auflösung von Rückstellungen gegenüber. Der Anstieg der Erträge aus Werbedienstleistungen resultierte aus gestiegenen Werbeaktivitäten in Funk und Fernsehen, Printmedien, Außenwerbung und dem stärkeren Einsatz von Werbemitteln im Geschäftsfeld Handel Deutschland. Die Miet- und Pachterträge erhöhten sich im Wesentlichen im Geschäftsfeld Handel Deutschland. Ursächlich waren eine gestiegene Anzahl an Partnermärkten sowie die infolge höherer Umsätze gestiegenen umsatzabhängigen Mieten. Die Zunahme der Erträge aus sonstigen Leistungen ist überwiegend auf erhöhte Erträge aus der Bereitstellung von Dienstleistungen an die REWE-Partnermärkte zurückzuführen. Der Anstieg der beschriebenen Posten wurde zudem zum Teil stark beeinflusst durch die erstmalige Einbeziehung der Supermärkte Nord-Gesellschaften, der REWE Dortmund SE & Co. KG, Dortmund, und der Märkte von Kaiser’s Tengelmann.

Korrespondierend zu den Erträgen aus Miete und Pacht, Werbedienstleistungen und sonstigen Leistungen stiegen auch die entsprechenden Aufwendungen an. Darüber hinaus erhöhten sich die Aufwendungen für Fuhrpark und Frachten vornehmlich in den Geschäftsfeldern Handel Deutschland und Fachmarkt National.

Der Anstieg der Personalaufwendungen (9,3 Prozent) begründet sich im Wesentlichen mit dem Einbezug der Supermärkte Nord-Gesellschaften, der Märkte von Kaiser’s Tengelmann, der REWE Dortmund SE & Co. KG und der Tariferhöhung 2017.

Das EBITA lag 2017 bei 491,4 Mio. € und damit 505,2 Mio. € unter dem des Vorjahres (996,6 Mio. €).

Die Verminderung des Finanzergebnisses resultierte im Wesentlichen aus einem um 24,7 Mio. € gesunkenen Zinsergebnis, einem um 13,4 Mio. € gesunkenen Ergebnis aus der Bewertung derivativer Finanzinstrumente und einem um 12,4 Mio. € gesunkenen Ergebnis aus at equity bilanzierten Unternehmen. Das Zinsergebnis des Vorjahres war wesentlich beeinflusst durch Zinserträge, die im Zusammenhang mit den Sondererträgen aus der Zentralregulierung aufgrund geänderter EuGH-Rechtsprechung standen.

Aus den Steuern vom Einkommen und vom Ertrag ergibt sich ein Aufwand in Höhe von 133,0 Mio. € (Vorjahr: 396,1 Mio. €). Dieser setzt sich aus einem laufenden Steueraufwand in Höhe von 136,4 Mio. € (Vorjahr: 385,2 Mio. €) und einem Ertrag aus latenten Steuern in Höhe von 3,4 Mio. € (Vorjahr: Aufwand 10,9 Mio. €) zusammen. Im laufenden Steueraufwand ist ein Ertrag in Höhe von 1,3 Mio. € (Vorjahr: Aufwand 103,3 Mio. €) aus Steuern für Vorjahre enthalten.