Darstellung der Lage

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3. Finanz- und Vermögenslage

Finanzlage

Den Konzernen stehen derzeit im Wesentlichen folgende Fremdfinanzierungslinien zur Verfügung:

Fremdfinanzierungsmittel
in Mio. €31.12.201731.12.2016Laufzeitende
Syndizierter Kredit1.500,01.500,018. September 2020
Schuldscheindarlehen175,0175,002. September 2024
Gesamt1.675,01.675,0 

Der im Vorjahr nicht in Anspruch genommene Kreditrahmen des syndizierten Kredits wurde zum 31. Dezember 2017 in Höhe von 650,0 Mio. € gezogen. Des Weiteren bestehen, unverändert zum Vorjahr, vier bilaterale Kreditlinien in Höhe von insgesamt 350,0 Mio. € mit unterschiedlichen Laufzeiten, von denen per Stichtag 62,6 Mio. € in Anspruch genommen wurden.

Durch den internen Finanzausgleich (Cash pooling) wird eine Reduzierung des Fremdfinanzierungsvolumens sowie eine Optimierung der Geld- und Kapitalanlagen erreicht. Das Cash pooling ermöglicht die Nutzung der Liquiditätsüberschüsse einzelner Gesellschaften der Konzerne zur internen Finanzierung.

Nettoverschuldung

Der Anstieg der Nettoverschuldung 2017 um 999,3 Mio. € gegenüber 2016 ist im Wesentlichen bedingt durch eine Zunahme der Schulden gegenüber Kreditinstituten und der Schulden aus Finanzierungs-Leasing.

in Mio. €31.12.201731.12.2016
 Finanzschulden*2.305,51.268,6
 Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente-653,4-615,8
Nettoverschuldung1.652,1652,8
  • * In den sonstigen finanziellen Schulden enthalten.

Vermögenslage

Aktiva

Im Berichtsjahr erhöhte sich die Bilanzsumme um 1.744,0 Mio. € auf 19.506,4 Mio. €.

Die REWE Group investierte 2017 1.856,3 Mio. € (Vorjahr: 1.578,9 Mio. €) in immaterielle Vermögenswerte, in Sachanlagen und in als Finanzinvestition gehaltene Immobilien. Die Investitionen betrafen hauptsächlich die Erweiterung und die Modernisierung des bestehenden Filialnetzes und der Lagerstandorte sowie der Produktionsunternehmen. Darüber hinaus ergaben sich Zugänge aus Unternehmenserwerben, die im Wesentlichen aus der Erstkonsolidierung der REWE Dortmund SE & Co. KG resultieren. Mindernd wirkten sich auf das Anlagevermögen vor allem der Abgang von Anlagevermögen, Wertminderungen, Abschreibungen und die Umgliederung zur Veräußerung gehaltener Vermögenswerte in den entsprechenden Bilanzposten aus.

Im Berichtsjahr werden in Nutzung befindliche selbst geschaffene immaterielle Vermögenswerte in Höhe von 89,7 Mio. € (Vorjahr: 66,4 Mio. €) ausgewiesen. Daneben bestehen noch in Entwicklung befindliche selbst geschaffene immaterielle Vermögenswerte. Bei den selbst geschaffenen immateriellen Vermögenswerten handelt es sich hauptsächlich um Softwareprodukte. Des Weiteren fielen Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen in Höhe von 70,4 Mio. € (Vorjahr: 59,1 Mio. €) an, die direkt als Aufwand erfasst wurden.

Der Anstieg der übrigen langfristigen Vermögenswerte betrifft im Wesentlichen die sonstigen Vermögenswerte (39,7 Mio. €), die finanziellen Vermögenswerte (36,1 Mio. €) und die latenten Steuerforderungen (18,6 Mio. €). Die Veränderung der langfristigen sonstigen Vermögenswerte ergibt sich maßgeblich aus dem Anstieg der abgegrenzten Vermögenswerte und der Forderungen aus Vorauszahlungen und Kautionen. Die Erhöhung der langfristigen sonstigen finanziellen Vermögenswerte resultiert maßgeblich aus der Zunahme der sonstigen Darlehen.

Die Vorräte sind im Wesentlichen aufgrund einer Erhöhung der fertigen Erzeugnisse und Waren in den Geschäftsfeldern Fachmarkt National und Handel Deutschland gestiegen. Die Erhöhung des Bestands im Geschäftsfeld Fachmarkt National ist im Wesentlichen auf ein höheres Bestellvolumen, zur Vermeidung von Out-of-stock-Situationen, zurückzuführen. Der Anstieg im Geschäftsfeld Handel Deutschland resultiert vor allem aus der Erstkonsolidierung der REWE Dortmund SE & Co. KG. Daneben trugen auch die unfertigen Leistungen zum Anstieg der Vorräte bei. Dieser betrifft insbesondere das Geschäftsfeld Touristik und resultiert hauptsächlich aus einem insgesamt höheren vermittelten Reiseumsatz, u. a. bedingt durch die Möglichkeit, Reisen früher zu buchen als im Vorjahr.

Der Anstieg der übrigen kurzfristigen Vermögenswerte ist insbesondere auf die Zunahme der sonstigen finanziellen Vermögenswerte (71,9 Mio. €), der Zahlungsmittel und
-‍‍‍äquivalente (37,6 Mio. €), der sonstigen Vermögenswerte (24,9 Mio. €) und der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (21,1 Mio. €) zurückzuführen. Die Erhöhung der sonstigen finanziellen Vermögenswerte resultiert maßgeblich aus dem Anstieg der debitorischen Kreditoren. Auch die Ansprüche aus Lieferantenvergütungen erhöhten sich, was wesentlich durch die Erstkonsolidierung der REWE Dortmund SE & Co. KG bedingt ist. Die sonstigen Vermögenswerte stiegen maßgeblich aufgrund höherer Forderungen aus sonstigen Steuern an. Die Veränderung der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen resultiert im Wesentlichen aus einer Erhöhung im Geschäftsfeld Handel Deutschland, was insbesondere durch die Erstkonsolidierung der REWE Dortmund SE & Co. KG bedingt ist. Zur Veränderung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente verweisen wir auf Punkt 4 „Leistungsindikatoren“.

Dem stand eine Verminderung der zur Veräußerung gehaltenen langfristigen Vermögenswerte (116,8 Mio. €) aufgrund von Entkonsolidierungen und der Reklassifizierung von Immobilien sowie die Reduzierung der laufenden Ertragsteuern (21,5 Mio. €) gegenüber.

Passiva

Die Bilanz weist zum 31. Dezember 2017 ein Eigenkapital in Höhe von 6.174,6 Mio. € (Vorjahr: 5.745,5 Mio. €) aus; das entspricht einer Eigenkapitalquote von 31,7 Prozent (Vorjahr: 32,3 Prozent). Die Eigenkapitalrendite der fortgeführten Geschäftsbereiche beträgt 5,9 Prozent (Vorjahr: 9,3 Prozent).

Die Gewinnrücklagen erhöhten sich um 347,2 Mio. € auf 6.051,8 Mio. €. Wesentlicher Bestandteil dieser Erhöhung ist das im Geschäftsjahr erwirtschaftete, den Anteilseignern der Mutterunternehmen zustehende Jahresergebnis in Höhe von 342,3 Mio. € (Vorjahr: 456,5 Mio. €). Der Rückgang der übrigen Rücklagen um 17,0 Mio. € auf -76,4 Mio. € resultiert überwiegend aus der Veränderung der Rücklage für Cashflow hedges, der Rücklage für Unterschiedsbeträge aus Währungsumrechnung und der Rücklage für latente Steuern. Die Anteile anderer Gesellschafter erhöhten sich vor allem aufgrund von Konsolidierungskreisveränderungen um 98,9 Mio. € auf 147,4 Mio. €.

Der Anstieg der langfristigen Schulden resultierte im Wesentlichen aus den sonstigen finanziellen Schulden (294,6 Mio. €) und den Leistungen an Arbeitnehmer (101,9 Mio. €). Die Zunahme der sonstigen finanziellen Schulden ist maßgeblich bedingt durch den Anstieg der Schulden aus Finanzierungs-Leasing, was hauptsächlich auf eine gestiegene Anzahl von Mietverträgen sowie der Verlängerung von Mietvertragslaufzeiten und auf die Erstkonsolidierung der REWE Dortmund SE & Co. KG zurückzuführen ist. Die Leistungen an Arbeitnehmer erhöhten sich insbesondere aufgrund der Erstkonsolidierung der REWE Dortmund SE & Co. KG im Berichtsjahr und dem Erwerb diverser Filialstandorte der Kaiser’s Tengelmann-Gruppe. Gegenläufig entwickelten sich die sonstigen Rückstellungen (-24,1 Mio. €). Hier war ein Rückgang der Rückstellungen für drohende Verluste aus belastenden Verträgen im Geschäftsfeld Handel Deutschland zu verzeichnen.

Die kurzfristigen Schulden erhöhten sich hauptsächlich durch den Anstieg der sonstigen finanziellen Schulden (765,3 Mio. €) und der Schulden aus Lieferungen und Leistungen (327,8 Mio. €). Aufgrund der Inanspruchnahme des syndizierten Kredits und einer im Vergleich zum Vorjahr höheren Termin- und Tagesgeldaufnahme stiegen die Schulden gegenüber Kreditinstituten und somit die sonstigen finanzielle Schulden. Der Anstieg der Schulden aus Lieferungen und Leistungen resultierte vornehmlich aus der gestiegenen operativen Tätigkeit und der Erstkonsolidierung der REWE Dortmund SE & Co. KG, Dortmund. Gegenläufig haben sich die sonstigen Rückstellungen (-79,0 Mio. €), die laufenden Ertragsteuerschulden (-71,9 Mio. €) und die Schulden aus den zur Veräußerung gehaltenen langfristigen Vermögenswerten und Veräußerungsgruppen (-31,4 Mio. €) entwickelt.

Ferner bestehen zum Bilanzstichtag Eventualschulden in Höhe von 225,2 Mio. € (Vorjahr: 182,4 Mio. €) und sonstige finanzielle Verpflichtungen in Höhe von 686,1 Mio. € (Vorjahr: 268,2 Mio. €).

Wesentliche Ereignisse nach Ende der Berichtsperiode werden unter Punkt 43 „Ereignisse nach dem Bilanzstichtag“ im Anhang des zusammengefassten Abschlusses beschrieben.