Darstellung der Lage

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4. Leistungsindikatoren

Finanzielle Leistungsindikatoren

Die bedeutsamsten Steuerungskennzahlen der operativen Einheiten der REWE Group sind Umsatz und EBITA. Auf Ebene der Gruppe kommt die Nettoverschuldung hinzu. Über diese Kennzahlen haben wir unter Punkt 2 und 3 berichtet.

Die Kapitalflussrechnung zeigt die Veränderungen der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente abzüglich Kontokorrentkredite im Berichtsjahr. Es wird unterschieden zwischen Veränderungen aus betrieblicher Tätigkeit, aus Investitionstätigkeit und aus Finanzierungstätigkeit.

Veränderung des Finanzmittelfonds
in Mio. €20172016
Finanzmittelfonds am Anfang der Periode575,8606,5
 Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit aus fortgeführten Geschäftsbereichen1.300,21.735,4
 Cashflow aus Investitionstätigkeit aus fortgeführten Geschäftsbereichen-1.903,5-1.510,7
 Cashflow aus Finanzierungstätigkeit aus fortgeführten Geschäftsbereichen619,7-399,0
 Cashflow aus fortgeführten Geschäftsbereichen16,4-114,3
 Cashflow aus aufgegebenen Geschäftsbereichen63,585,5
 Währungskursunterschiede-4,1-1,9
Finanzmittelfonds am Ende der Periode651,6575,8
Finanzmittelfonds am Ende der Periode der aufgegebenen Geschäftsbereiche0,02,0
Finanzmittelfonds am Ende der Periode der fortgeführten Geschäftsbereiche651,6573,8
 davon Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente653,4615,8
 davon Kontokorrentkredite-1,8-42,0

Zu weiteren Erläuterungen verweisen wir auf Punkt 38 „Kapitalflussrechnung“ im Anhang des zusammengefassten Abschlusses. 

Nicht-finanzielle Leistungsindikatoren

Mitarbeiter

2017 waren im Jahresdurchschnitt 224.931 (Vorjahr: 213.761) Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei der REWE Group beschäftigt, davon 6.317 (Vorjahr: 5.844) Auszubildende.

Der Anstieg der Mitarbeiteranzahl ist im Wesentlichen auf die erstmalige Berücksichtigung der 2016 erworbenen Supermärkte Nord-Gesellschaften und der zum 1. September 2017 erstmalig vollkonsolidierten REWE Dortmund SE & Co. KG (vergleiche Punkt 4 „Akquisitionen“) zurückzuführen.

Als internationale Handels- und Touristikgruppe sind wir auf qualifizierte Mitarbeiter angewiesen. Damit wir im Wettbewerb um qualifizierte Mitarbeiter weiterhin als attraktiver Arbeitgeber wahrgenommen werden, investiert die REWE Group gezielt in ihre gegenwärtigen und zukünftigen Mitarbeiter. Folgende Handlungsfelder spielen eine zentrale Rolle:

Werte und Kultur

Die REWE Group will ihre Mitarbeiter langfristig binden und ihnen ein motivierendes Umfeld bieten. Dazu gehören faire Arbeitsbedingungen, attraktive Sozialleistungen und Angebote, die den unterschiedlichen Lebensphasen der Mitarbeiter angepasst sind. Faire Arbeitswelten basieren auf der Wertschätzung von Vielfalt und dem Einsatz für Chancengleichheit – für die Unternehmenskultur der REWE Group sind diese Werte zentral. Auch die Wertschätzung der Mitarbeiter durch eine angemessene Entlohnung mit attraktiven Zusatzkomponenten (z. B. unserem Mitarbeiterrabatt) ist wesentlicher Bestandteil eines fairen Arbeitsumfelds.

Ausbildung und Entwicklung

Um die Potenziale und die individuelle Entwicklung der Beschäftigten bestmöglich zu fördern, baut die REWE Group ihre Personalentwicklungsmaßnahmen kontinuierlich aus und bietet allen Mitarbeitern und Führungskräften ein umfangreiches internes Aus- und Weiterbildungsangebot. Das Unternehmen ist dabei bestrebt, möglichst viele Fach- und Führungskräfte aus den eigenen Reihen zu rekrutieren und qualifizierte und motivierte Mitarbeiter langfristig an das Unternehmen zu binden. Auch hier nutzen wir die Chancen der Digitalisierung mit online abrufbaren Lerninhalten für unsere Mitarbeiter in den Zentralstandorten und in den Märkten sowie einer datengestützten Verwaltung der lernenden Mitarbeiter.

Gesundheit und Sicherheit

Betriebliches Gesundheitsmanagement ist für die REWE Group ein wichtiges Element der unternehmensinternen Sozialpolitik. Es trägt dazu bei, die Eigenverantwortung der Mitarbeiter für ihre Gesundheit zu stärken. Gleichzeitig arbeiten wir daran, die Arbeitsbedingungen kontinuierlich zu verbessern. Nach dem Grundsatz „fordern und fördern“ bieten wir unseren Mitarbeitern verschiedene Maßnahmen und Kurse zur Gesundheitsförderung an.

Ob ergonomische Arbeitsplätze oder Unfallprävention – die Sicherheit und Gesundheit unserer Mitarbeiter stehen für uns an oberster Stelle. Dabei unterstützen wir die Verantwortlichen bei der Erstellung der Gefährdungsbeurteilungen und beraten bei der Gestaltung von Arbeitsplätzen. Darüber hinaus sind für uns Gewaltprävention (insbesondere die Schulung richtigen Verhaltens bei Raubüberfällen) sowie die Reduzierung von Muskel-Skelett-Belastungen und die Optimierung des Mitarbeiterverhaltens am Arbeitsplatz (z. B. beim Heben, Tragen, Schieben, Sitzen) wichtige Themen. Zudem wird gemeinsam mit dem betriebsärztlichen Dienst das Thema der psychischen Gesundheit intensiv bearbeitet.

Beruf und Lebensphasen

Ob die Pflege von Familienangehörigen oder Kinderbetreuung: Wir unterstützen unsere Mitarbeiter, wenn es um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie geht, mit familienorientierten Serviceangeboten, die zu allen Lebensphasen passen.

Eine familienfreundliche Personalpolitik ist der REWE Group wichtig, um Mitarbeiter zu gewinnen und zu halten. Daher bieten wir beispielsweise in der Zentrale Betriebskindergärten oder in den Regionen Elternservice und Pflegeangebote in Zusammenarbeit mit der awo lifebalance GmbH an. Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie wird für immer mehr Menschen zu einem ausschlaggebenden Faktor bei der Arbeitgeberwahl. Deshalb haben sich viele Bereiche der REWE Group mit dem Audit „berufundfamilie“ zertifizieren lassen. In der REWE Group kommen zahlreiche Modelle zum Einsatz, die den Mitarbeitern eine individuelle und flexible Gestaltung der Arbeit ermöglichen.

Ob eigene schwere Erkrankung, der Verlust eines geliebten Menschen, ein pflegebedürftiges Familienmitglied oder andere private Sorgen: Persönliche Probleme können sehr belastend sein und dabei einen erheblichen Einfluss auf das Arbeitsleben nehmen. Mit dem Modellprojekt „LoS!“ will die REWE Group Mitarbeiter in kritischen Lebenssituationen schnell und praktisch unterstützen und so ihre Arbeitskraft erhalten.

Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit ist bei der REWE Group sowohl in der Unternehmensstrategie als auch in der Unternehmensorganisation fest verankert. Die Verantwortung für die Nachhaltigkeitsstrategie der gesamten REWE Group liegt beim Vorsitzenden des Vorstands. Mit dem Führungswechsel am 1. Juli 2017 ging daher diese Verantwortung von Alain Caparros auf seinen Nachfolger Lionel Souque über.

Zur Umsetzung der Nachhaltigkeitsstrategie wurden 2008 vier strategische Säulen eingeführt: „Grüne Produkte“, „Energie, Klima und Umwelt“, „Mitarbeiter“ sowie „Gesellschaftliches Engagement“. Innerhalb der Säulen hat das Unternehmen Handlungsfelder definiert, die alle für die REWE Group relevanten Themen abdecken.

Im Jahr 2016 wurde beim Lebensmitteleinzelhandel in Deutschland und bei der DER Touristik ein Strategieprozess implementiert, um die Organisation und die Ausrichtung des Nachhaltigkeitsengagements zu überprüfen sowie bei Bedarf anzupassen. Ziel war es, die Aktivitäten stärker in die bestehenden Geschäftsprozesse der Vertriebslinien zu integrieren, um Nachhaltigkeit noch tiefer im Unternehmen zu verankern. So wurden im Rahmen des Strategieprozesses der DER Touristik folgende fünf Nachhaltigkeitssäulen neu definiert: „Umwelt und Natur“, „Kunden und Produkte“, „Partner in den Ländern“, „Mitarbeiter“ und „Gesellschaft“. Für den Lebensmitteleinzelhandel in Deutschland wurden die vier Nachhaltigkeitssäulen bestätigt und die Handlungsfelder überarbeitet.

a) Grüne Produkte

Ziel der Säule „Grüne Produkte“ ist es, nachhaltigere Sortimente verfügbar zu machen und diese den Konsumenten in den Märkten anzubieten. Zu den Handlungsfeldern der Säule „Grüne Produkte“ gehören daher der „Ausbau nachhaltigerer Sortimente“ und die Forderung nach „Sozialstandards in der Lieferkette“. Des Weiteren werden „Produktqualität und -sicherheit“ sowie „Biodiversität“ adressiert.

Im Rahmen des Strategieprozesses Nachhaltigkeit wurden die Handlungsfelder für den Lebensmitteleinzelhandel in Deutschland neu definiert. Diese lauten nun „Fairness“, „Ernährung“, „Arbeits- und Sozialstandards“ sowie „Tier- und Umweltschutz“.

Mit dem PRO PLANET-Label für Eigenmarken-Produkte, die neben hoher Qualität zusätzlich auch positive ökologische und/oder soziale Eigenschaften aufweisen, dem Ausbau des Bio-Sortiments und des Sortiments regionaler Produkte sowie diversen rohstoffbezogenen Leitlinien verfolgt die REWE Group konsequent ihr Ziel, den Anteil nachhaltigerer Eigenmarken- und Markenprodukte zu steigern.

b) Energie, Klima und Umwelt

In der Säule „Energie, Klima und Umwelt“ wurden drei Handlungsfelder identifiziert: „Energieeffizienz“, „Klimarelevante Emissionen“ und „Ressourcenschonung“.

Die REWE Group hat das Ziel, die Treibhausgasemissionen je Quadratmeter Verkaufsfläche bis 2022 gegenüber 2006 zu halbieren. Die Klimabilanz von 2016 zeigte, dass bereits eine Reduzierung um 38,7 Prozent erreicht werden konnte. Des Weiteren soll der Stromverbrauch je Quadratmeter Verkaufsfläche zwischen 2012 und 2022 um 7,5 Prozent reduziert werden. Die kältemittelbedingten Treibhausgasemissionen je Quadratmeter Verkaufsfläche sollen zwischen 2012 und 2022 um 35 Prozent verringert werden.

c) Mitarbeiter

Die Zufriedenheit und die Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter sind zentrale Elemente des strategischen Personalmanagements der REWE Group. Für die Säule Mitarbeiter wurden dementsprechend folgende Handlungsfelder identifiziert: „Faire Arbeitsbedingungen“, „Personalentwicklung“, „Gesundheitsmanagement und Arbeitsschutz“, „Lebensphasenorientierte Personalpolitik“ und „Vielfalt und Chancengleichheit“.

Für den Lebensmitteleinzelhandel in Deutschland wurden die Handlungsfelder im Strategieprozess Nachhaltigkeit 2016 angepasst. Die neuen Handlungsfelder wurden wie folgt definiert: „Werte und Kultur“, „Ausbildung und Entwicklung“, „Gesundheit und Sicherheit“, „Beruf und Lebensphasen“ sowie „Vielfalt und Chancengleichheit“.

In allen Handlungsfeldern werden diverse Maßnahmen umgesetzt, um die Zufriedenheit und das Engagement der Mitarbeiter zu erhöhen. Beispiele sind die Förderung der Mitarbeiter über alle Hierarchieebenen hinweg im Rahmen unserer systematischen Karriere- und Nachfolgeplanung sowie die ständige Weiterentwicklung von Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie.

d) Gesellschaftliches Engagement

Die REWE Group fühlt sich als große Unternehmensgruppe und in ihrer genossenschaftlichen Tradition dem gesellschaftlichen Engagement verpflichtet und unterstützt zahlreiche nationale und internationale soziale Projekte. Die Handlungsfelder der Säule Gesellschaftliches Engagement lauten „Gesunde Ernährung und Bewegung “, „Chancen für Kinder und Jugendliche“, „Bewusster Umgang mit Lebensmitteln“ und „Artenvielfalt und Umweltschutz“. Zudem wurde für diese Säule folgende Präambel für den Lebensmitteleinzelhandel in Deutschland formuliert: „REWE und PENNY fördern gemeinnützige Organisationen und Projekte sowie Organisationen, die sich für Verbraucheraufklärung einsetzen.“

Ein Engagement von besonderer Bedeutung ist für die REWE Group die Unterstützung der lokalen Tafelinitiativen. So gehört das Unternehmen seit über 18 Jahren zu den Hauptunterstützern der mittlerweile deutschlandweit mehr als 900 Tafeln und des Bundesverbands Deutsche Tafel e.V.

Nachhaltigkeitsaktivitäten

Kern der REWE Group-Nachhaltigkeitsaktivitäten ist die aktive Einbindung und Sensibilisierung aller relevanten Stakeholdergruppen, insbesondere der Konsumenten. Die Vertriebslinien übernehmen die Kundenansprache, indem sie beispielsweise in wöchentlichen Handzetteln, auf ihren Internetseiten oder im Rahmen von Aktionen zum Thema Nachhaltigkeit informieren. Zudem werden auch die Hersteller von Markenprodukten motiviert, ihr Angebot nachhaltiger auszurichten. So unterstützt die REWE Group den Wettbewerb „Deutschlands nachhaltigste Produkte“. Dabei können Verbraucher über ein Online-Voting die Gewinner bestimmen. Diese erhalten den Deutschen Nachhaltigkeitspreis, der im Dezember 2017 gemeinsam mit der Stiftung Deutscher Nachhaltigkeitspreis verliehen wurde.

Um wichtige Themen mit Stakeholdern gezielt zu diskutieren, veranstaltet die REWE Group seit 2010 Dialogforen. Vorträge, Workshops und auch eine Trendausstellung schafften beispielsweise am 15. November 2017 den Rahmen für kreativen Austausch zwischen Führungskräften der REWE Group, Politikern, Vertretern von NGOs und Wissenschaftlern zum Motto „Perspektivwechsel“.