Wirtschaftliche Rahmenbedingungen

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2. BRANCHENENTWICKLUNG

Lebensmittelhandel

Branchenentwicklung: Umsatz
Veränderung in ProzentHandel 2017 nominalHandel 2016 nominalLebensmittel-einzelhandel 2017 nominalLebensmittel-einzelhandel 2016 nominal
Deutschland5,11,63,711,91
Österreich3,41,13,42,0
Tschechien8,23,56,52,3
Italien2,4-0,11,90,5
Ungarn7,73,95,73,6
Russland21,12,30,42,4
Rumänien12,210,79,312,5
Slowakei8,40,87,02,1
Bulgarien4,62,34,710,9
Ukraine27,314,8
Kroatien6,4-0,12,3-4,6
  • Quellen: Eurostat; 1 GfK; 2 Retail Update Russia (Biweekly News Report - Published by PMR) Stand Januar 2018

Für Deutschland wird die Umsatzentwicklung des Lebensmitteleinzelhandels von GfK (nominal: 3,7 Prozent; FMCG ohne Non-Food) und Nielsen/TradeDimension (nominal: 3,8 Prozent) nahezu gleichlautend angegeben. In diesem Kontext entwickelt sich Handel Deutschland mit 11,9 Prozent (bereinigt um Konsolidierungskreisänderungen: 4,1 Prozent) ausgesprochen gut. Die Eurostat-Daten bestätigen den positven Trend im deutschen Lebensmitteleinzelhandel, werden von uns jedoch aufgrund der Ermittlungssystematik im Vergleich zu den GfK-Daten als weniger aussagekräftig eingestuft.

Der Einzelhandel in Österreich erzielte 2017 ein nominales Umsatzwachstum von 3,4 Prozent (real: 1,2 Prozent). Der Lebensmitteleinzelhandel wuchs nominal mit 3,4 Prozent (real: 0,9 Prozent) stärker als im Vorjahr.

Der Einzelhandelsumsatz in Italien ist 2017 nominal um 2,4 Prozent gestiegen (real: 0,9 Prozent). Der Anstieg der privaten Konsumausgaben fiel im Vergleich zum Vorjahr geringer aus. Die Umsätze im LEH erhöhten sich nominal um 1,9 Prozent (real: gesunken um 0,1 Prozent).

Der Lebensmittelhandel in den osteuropäischen Ländern, in denen die REWE Group vertreten ist, entwickelte sich überwiegend positiv. Rumänien konnte 2017 mit 9,3 Prozent das höchste nominale Wachstum (real: 6,9 Prozent) verzeichnen. Positiv beeinflusst wurde der Konsum in den Ländern u. a. durch die Erhöhung der Mindestlöhne (z. B. in Ungarn) und durch eine gute Beschäftigungslage (nahezu Vollbeschäftigung in Tschechien und Ungarn). Schwach dagegen verlief die Entwicklung des Lebensmittelhandels in Kroatien mit einem Umsatzrückgang von real 0,6 Prozent (nominal: Anstieg um 2,3 Prozent). Der Anstieg der Einzelhandelsumsätze in Russland fiel mit nominal 1,1 Prozent moderat aus und lag unter der Entwicklung des Vorjahres. Der Lebensmitteleinzelhandel verzeichnete insbesondere im ersten Halbjahr einen negativen Verlauf, der u. a. in einem Rückgang der real verfügbaren Einkommen begründet ist.

Touristik

Der gesamte Reiseveranstaltermarkt verzeichnete 2017 ein Umsatzwachstum von 8,0 Prozent auf 33,7 Mrd. € und konnte damit den Rückgang des Vorjahres deutlich kompensieren. Hauptwachstumstreiber waren Kreuzfahrten mit einem Umsatzplus von 16,8 Prozent sowie die Spezialisten für Zielgebiete, Themen und Reisearten mit 9,7 Prozent. Die zehn größten deutschen Flugreiseveranstalter generierten insgesamt einen Umsatzanstieg von 5,1 Prozent. Die Nachfrage nach Flugreisen in die Türkei war mit -31,1 Prozent das dritte Jahr in Folge rückläufig, während sich die übrigen kriselnden außereuropäischen Mittelmeer-Destinationen auf niedrigem Niveau wieder erholten. Andere Zielgebiete im westlichen Mittelmeer stießen an ihre Kapazitätsgrenzen und rutschten zum Saisonende ins Minus (Spanien -1,8 Prozent, Italien -4,1 Prozent), während Griechenland (+29,4 Prozent) sowie kleinere Balkanstaaten als Ausweichziele einen Boom erlebten. Die Insolvenz der Fluggesellschaft Air Berlin verschärfte die Kapazitätsengpässe in einzelnen Flugreise-Destinationen zum Saisonende des Touristikjahres, konnte aber den positiven Verlauf nicht mehr entscheidend beeinflussen. Die rückläufige Entwicklung bei Fernreisen (-1,9 Prozent) resultierte vor allem aus der Verteuerung durch einen schwachen Euro sowie aus zahlreichen Wirbelstürmen in der Karibik. Bei erdgebundenen Reisen hielt der Trend zur Buchung direkt bei Leistungsträgern im Internet an, sodass die Reiseveranstalter mit einem Umsatzrückgang von 6,8 Prozent erneut Marktanteile einbüßten. Zum Jahreswechsel 2017/2018 deutet sich ein starkes Frühbuchergeschäft insbesondere für Flugreisen in alle Mittelmeerdestinationen an.

Der gesamte Reisevertriebsmarkt verzeichnete 2017 einen Umsatzanstieg um insgesamt 4,7 Prozent auf 26,4 Mrd. € und schaffte nach dem Rückgang des Vorjahres ebenfalls die Trendwende. Die stationären Reisebüros profitierten dabei vom starken Wachstum der Reiseveranstalter, die ihre Hauptsortimentspartner sind, und erzielten einen Umsatzanstieg von 5,0 Prozent. Auch die spezialisierten Business Travel Organisationen wiesen dank der guten Auftragslage ihrer Geschäftsreise-Kunden ein Umsatzplus von 4,0 Prozent aus. Deutliche Zuwächse erzielte auch der Online-Reisevertrieb. Die Umsatzeinbußen durch die Insolvenz des Marktführers im Vorjahr wurden vor allem durch neue Wettbewerber aufgefangen, sodass der Umsatz der Online-Reisebüros um 15,1 Prozent zunahm. Auch die Umsätze der Hotel- und Flug-Produktportale (+7,9 Prozent) sowie die Online-Direktverkäufe der touristischen Leistungsträger (+13,5 Prozent) nahmen signifikant zu und traten damit erneut stärker in Konkurrenz zu ihren eigenen Vertriebskanälen über Veranstalter und Reisebüros.

Fachmärkte

Der Baumarkthandel konnte nach Aussagen des BHB – Handelsverband Heimwerken, Bauen und Garten e. V., Köln, 2017 ein Umsatzwachstum von 1,1 Prozent auf 18,5 Mrd. € verbuchen. Auf bereinigter Verkaufsfläche wurde ein leichtes Umsatzwachstum von 0,7 Prozent erzielt. Die Monate März, April und Mai waren mit 5,6 Mrd. € die umsatzstärksten Monate. Insgesamt trug die Entwicklung des ersten und des vierten Quartals wesentlich zu dem positiven Verlauf bei. Im zweiten und dritten Quartal hingegen war die Branchenentwicklung leicht rückläufig: Die Wetterlage im April mit Spätfrost und Schneefall und in den Sommermonaten mit sehr hohen Temperaturen einerseits und überdurchschnittlich vielen Regentagen und hohen Niederschlagswerten andererseits führte zu Umsatzrückgängen und belastete die positive Entwicklung.