Wirtschaftliche Rahmenbedingungen

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1. Gesamtwirtschaftliche Entwicklung

Die Konjunktur in Deutschland entwickelte sich 2017 erneut stärker als im Vorjahr: Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) konnte um 2,5 Prozent (Vorjahr: 1,9 Prozent) gesteigert werden. Der Aufschwung steht auf einer deutlich breiteren Basis als noch 2016: Neben dem privaten Konsum, der von Zuwächsen der Realeinkommen profitieren konnte, stützten 2017 vermehrt private und öffentliche Investitionen, bedingt durch niedrige Zinsen und eine anziehende Auslandsnachfrage, die positive Entwicklung. Die Inflation stieg 2017 auf 1,6 Prozent (Vorjahr: 0,4 Prozent), u. a. aufgrund gestiegener Energiepreise. Die positive wirtschaftliche Entwicklung spiegelte sich auch auf dem Arbeitsmarkt wider: Die Arbeitslosigkeit lag mit 3,6 Prozent (Vorjahr: 4,2 Prozent) auf einem sehr niedrigen Niveau.

Das Wachstum des BIP in Österreich lag 2017 mit 2,3 Prozent deutlich über der Prognose von 1,2 Prozent und über der Vorjahresentwicklung (1,5 Prozent). Ursächlich hierfür waren insbesondere eine starke Inlandsnachfrage, die sowohl durch den privaten Konsum als auch durch ein hohes Maß an Investitionen gestützt wurde, sowie eine steigende Auslandsnachfrage. Positiv beeinflusst wurde der private Konsum vor allem durch die Verbesserung am Arbeitsmarkt: Die Arbeitslosenquote sank auf 5,4 Prozent (Vorjahr: 6,1 Prozent). Die Inflation erhöhte sich auf 2,0 Prozent (Vorjahr: 1,0 Prozent).

Die Wirtschaft in Italien wuchs 2017 um 1,6 Prozent (Vorjahr: 0,9 Prozent). Maßgeblich für das Wachstum war neben einer anziehenden Binnennachfrage auch eine steigende Auslandsnachfrage. Die Arbeitslosenquote sank leicht auf 11,2 Prozent (Vorjahr: 11,7 Prozent), was u. a. aus einer gestiegenen Anzahl von Erwerbstätigen mit befristeten Arbeitsverträgen resultierte. Die Inflationsrate stieg auf 1,4 Prozent (Vorjahr: -0,1 Prozent).

Die Konjunktur in den zentral-osteuropäischen Ländern, in denen die REWE Group vertreten ist, entwickelte sich 2017 in allen Ländern positiv. Bulgarien, Kroatien, Rumänien, Russland, die Slowakei, Tschechien, die Ukraine und Ungarn befanden sich in einem Aufschwung, wobei Bulgarien, Rumänien, Russland, Tschechien und Ungarn die Prognosen und das Vorjahreswachstum übertreffen konnten. In der Slowakei entsprach die Entwicklung des BIP der des Vorjahres und der Prognose. Kroatien und die Ukraine verzeichneten ein im Vergleich zum Vorjahr geringeres Wirtschaftswachstum, wobei Kroatien trotz des Zusammenbruchs des größten privaten Unternehmens des Landes die Prognose noch übertreffen konnte. In allen Ländern stützte sich der Aufschwung maßgeblich auf den privaten Konsum, der von gestiegenen Löhnen aufgrund der guten Beschäftigungslage profitieren konnte, und die gestiegenen Exporte. Die Verfügbarkeit von EU-Geldern zur Finanzierung und die Einleitung wirtschaftspolitischer Maßnahmen (z. B. Erhöhung der Mindestlöhne und Steuersenkungen) führten zu einer Stärkung der Binnennachfrage. Der private Konsum profitierte von steigenden Realeinkommen. Mit Ausnahme von Russland und der Ukraine ist die Arbeitslosenquote in allen Ländern zum Teil deutlich gesunken. Die in den Vorjahren hohe Inflationsrate in Russland und der Ukraine sank weiter. In den übrigen Ländern stieg die Inflationsrate im Vergleich zum Vorjahr.

In Skandinavien konnten alle drei Länder die Wachstumsprognose übertreffen, wobei Schweden mit einem starken Wirtschaftswachstum von 3,1 Prozent leicht unter der Vorjahresentwicklung lag. Dänemark und Norwegen konnten ein im Vergleich zum Vorjahr höheres Wirtschaftswachstum erzielen. Die Inflationsrate in Schweden und Dänemark stieg im Vergleich zum Vorjahr, während die Preissteigerung in Norwegen mit 2,1 Prozent geringer ausfiel als im Vorjahr. In allen drei Ländern sank die Arbeitslosenquote.

Die Konjunktur entwickelte sich in der Schweiz mit einem BIP-Wachstum von 1,0 Prozent schwächer als im Vorjahr und als erwartet. Die Arbeitslosenquote sank auf 3,0 Prozent (Vorjahr: 3,3 Prozent) und lag damit deutlich unter der Prognose von 4,3 Prozent. Die Inflationsrate stieg auf moderate 0,5 Prozent an, was hauptsächlich auf die Abschwächung des Franken zurückzuführen ist.

Die wirtschaftliche Entwicklung lag in Großbritannien 2017 mit 1,7 Prozent unter der Vorjahresentwicklung (1,9 Prozent). Ursächlich ist vor allem die Unsicherheit um die Konsequenzen des EU-Austritts („Brexit“). Die Arbeitslosenquote sank auf 4,4 Prozent (Vorjahr: 4,9 Prozent). Die Inflationsrate stieg deutlich auf 2,6 Prozent (Vorjahr: 0,7 Prozent), was wesentlich auf die Abwertung des Pfundes vor und nach dem Brexit-Referendum zurückzuführen ist.

Entwicklung der Wirtschaftsdaten der REWE Group-Länder
In Prozent 1BIPInflationArbeitslosigkeit
20162017e*2017e20162017e*2017e20162017e*2017e
Deutschland1,91,52,50,41,51,64,24,03,6
Österreich1,51,22,31,01,62,06,16,05,4
Tschechien2,62,73,50,71,42,44,04,03,0
Italien0,90,71,6-0,11,01,411,710,911,2
Ungarn2,02,53,20,51,92,54,95,34,2
Russland-0,21,11,87,05,04,25,55,95,5
Rumänien4,83,85,5-1,11,51,06,06,25,2
Slowakei3,33,33,3-0,51,11,39,79,47,8
Bulgarien3,42,83,6-1,30,61,27,77,76,1
Schweiz1,41,31,0-0,40,20,53,34,33,0
Großbritannien1,91,51,70,72,52,64,95,44,4
Schweden3,22,63,11,11,52,07,06,76,8
Norwegen1,11,21,43,62,92,14,74,34,0
Dänemark1,71,41,90,01,31,16,25,95,8
Ukraine2,32,52,013,911,012,89,38,79,5
Kroatien3,02,12,9-0,60,91,313,313,410,8
  • Quellen: International Monetary Fund, World Economic Outlook Database Oktober 2017, Update Januar 2018; Gemeinschaftsdiagnose (Herbst 2017)
  • e=erwartet; e*=im Vorjahr erwartet
  • 1 BIP-Veränderung gegenüber dem Vorjahr in Prozent