REWE Group
Geschäftsbericht 2019
REWE Group Geschäftsbericht 2019

„Stimmt so“ – wer beim Bezahlen im Restaurant diese zwei Worte sagt, signalisiert: Ich runde den Rechnungsbetrag auf, weil ich mit dem Essen und dem Service zufrieden war. Ein Dankeschön an Küche und Kellner. Wer dagegen bei PENNY an der Kasse „Stimmt so“ sagt, unterstützt einen gemeinnützigen Zweck. Der Betrag des Kassenbons wird auf die nächsten vollen zehn Cent aufgerundet. Dieses kleine Extra geht an eine Organisation in der Nachbarschaft des jeweiligen Marktes, die sich für die Förderung von Kindern und Jugendlichen engagiert.

„Förderpenny“ heißt diese im vergangenen Jahr erstmals durchgeführte bundesweite Spendeninitiative. Sie ist eine Ergänzung des bereits 2015 von PENNY gestarteten Förderkorb-Projekts und macht es möglich, dass PENNY-Kunden gemeinnützige Organisationen in ihrer Region ein ganzes Jahr lang unterstützen. „Mit dieser Initiative zeigen wir, dass es uns mit unserem Engagement für die Nachbarschaft ernst ist“, sagt Stefan Magel, COO von PENNY und Bereichsvorstand Handel Deutschland der REWE Group.

Zunächst kürt eine Jury in 40 Nachbarschaftsregionen jeweils drei gemeinnützige Organisationen aus dem Bereich der Kinder- und Jugendförderung. Lohn ist ein Preisgeld von jeweils 2.000 Euro. In einem zweiten Schritt entscheiden PENNY-Kunden per Online-Abstimmung, welche der drei prämierten Initiativen in ihrer Region für sie die Nummer eins ist und zusätzliche Unterstützung verdient. Die jeweiligen Sieger werden dann zwölf Monate lang vom Förderpenny unterstützt. Sie erhalten den Betrag, den PENNY-Kunden bei ihren Einkäufen an der Kasse aufrunden. Dabei kommen jeden Monat nicht selten vierstellige Summen zusammen. Im ersten Förderpenny-Jahr wurden deutschlandweit knapp 335.000 Euro gespendet.

Solche Unterstützung können ehrenamtliche Initiativen, die sonst weniger im Fokus stehen und selten Spenden erhalten, gut gebrauchen. Zum Beispiel der Gehörlosensportverein Erfordia Erfurt, der sich intensiv um Kinder mit Hörbehinderung kümmert. Oder „Das andere SchulZimmer“ in Augsburg, eine Initiative, die junge Menschen, die aus dem klassischen Schulsystem herausgefallen sind, auf Schulabschluss und Berufsstart vorbereitet. Immer unterstützt PENNY Vereine aus der Umgebung der Märkte, die mit großem Einsatz und viel Herzblut um Chancengleichheit kämpfen. Im vergangenen Jahr bewarben sich mehr als 500 Initiativen mit ihren Projekten zur Kinder- und Jugendförderung. „Das bestätigt uns darin, wie wichtig unsere Unterstützung für die Kinder- und Jugendförderung ist“, betont Stefan Magel. Seit PENNY den Förderkorb 2015 ins Leben gerufen hat, wurden bereits mehr als 700.000 Euro an lokale Vereine und Organisationen ausgeschüttet.

REWE Group Geschäftsbericht 2019

REWE-Aktion „Scheine für Vereine“

Auch REWE rückte im vergangenen Jahr mit einer Initiative nah ran an die Menschen in der Nachbarschaft ihrer Märkte. Insbesondere an diejenigen, die ein Herz für Breitensport haben. Gerade Amateurvereine spielen eine wichtige Rolle für das Miteinander in ihrem Ortsteil. Aber sie sind häufig knapp bei Kasse. Da ist der Basketball-Club, der dringend einen neuen Korb benötigt – aber kein Geld hat. Anderswo wüschen sich C-Jugend-Fußballer einen neuen Trikotsatz – aber der Trainer möchte nicht schon wieder die Eltern um einen Zuschuss bitten. Oder da gibt es ein Rollstuhl-Hockeyteam, das ein zerbrochenes Tor ersetzen muss – aber nicht weiß, wie es diese Anschaffung finanzieren soll. Sportvereine müssen ihre Anlagen unterhalten, Trainer bezahlen und regelmäßig Sportgeräte anschaffen. Allein mit Mitgliedsbeiträgen ist das nicht zu stemmen. Sie brauchen private Förderer, die ihren Herzensverein unterstützen.

Das geht durch Spenden. Aber das ist auch ohne direkte Geld- oder Sachzuwendungen möglich, wie REWE mit der Kampagne „Scheine für Vereine“ gezeigt hat. Wer im Aktionszeitraum in einem REWE-Markt oder online über den REWE-Liefer-, -Abhol- oder -Paketservice einkaufte, erhielt pro 15 Euro Einkaufswert einen sogenannten Vereinsschein. Den konnte der Kunde einem von etwa 92.000 Amateur-Sportvereinen zuordnen, die in einer App oder auf einer Website aufgelistet waren. Je mehr Scheine ein Verein erhielt, umso wertvoller die Prämie, die er dafür einlösen konnte. Die Auswahl umfasste mehr als 80 Produkte – vom Waffeleisen über Bälle, Trikots, Tischkicker bis hin zu hochwertigen XXL-Klettergerüsten. „Ziel der Kampagne war es nicht nur, Vereine zu unterstützen. Wir wollten auch lokale Gemeinschaften fördern. Denn Sportvereine spielen eine wichtige Rolle für das soziale Miteinander und die Gesundheit von Jugendlichen und Erwachsenen“, sagt Johannes Steegmann, Marketing-Chef bei REWE.

Johannes Steegmann, Marketing-Chef REWE
„Ziel der Kampagne war es nicht nur, Vereine zu unterstützen. Wir wollten auch lokale Gemeinschaften fördern. Denn Sportvereine spielen eine wichtige Rolle für das soziale Miteinander und die Gesundheit von Jugendlichen und Erwachsenen.“

Eine vergleichbare Aktion hatte es in Deutschland noch nicht gegeben. Mit 20.000 bis 30.000 registrierten Scheinen pro Tag ging es los. Bald bemerkten die Vereine, wie sie selbst aktiv dazu beitragen können, viele Scheine zu erhalten. Sie baten auf Social-Media-Kanälen oder ganz klassisch via Poster um Unterstützung. Oder sie drehten kurze, kreative Videos, die auf humorvolle Weise zeigten, warum gerade sie dringend Scheine der REWE-Kunden benötigen. Zum Beispiel die Hockey-Bambinis, die die abgelegten Hosen der „Großen“ auftragen müssen und deshalb ständig ins Straucheln geraten. Mehr als 23.000 eigene Beiträge entwickelten die teilnehmenden Vereine, um auf sich und die Aktion aufmerksam zu machen. Vor allem in ländlichen Regionen, in denen Nachbarschaften häufig besonders eng sind, brach vielerorts ein Sammelfieber aus. Mittendrin: der örtliche REWE-Markt. Profiteure waren insbesondere kleine Vereine – viele Ballsportler, Leichtathleten, aber auch Angler oder Tanzsportler. Manche Vereine ergatterten mehrere Tausend Scheine. An Spitzentagen der Aktion teilten REWE-Kunden bundesweit bis zu 1,5 Millionen Scheine zu. Die Empfänger wiederum bedankten sich meist via Social Media für so viel Aufmerksamkeit. So entwickelte „Scheine für Vereine“ von Woche zu Woche eine größere Eigendynamik. Am Ende hatten knapp 55.000 Vereine über 48 Millionen Scheine eingelöst und Prämien im Wert von mehr als 13 Millionen Euro erhalten.