REWE Group
Geschäftsbericht 2020

Bekenntnis
zur Heimat

Penny International
In jedem Land eng mit einheimischen Lieferanten zusammenzuarbeiten gehört zum Erfolgsrezept von PENNY International. In der Corona-Pandemie hat der Discounter diese Partnerschaften noch einmal intensiviert – zum Wohle aller Beteiligten.

Hohe Infektionszahlen, Krankenhäuser im Ausnahmezustand, Menschen in Angst, sich anzustecken – Italien war das erste Land in Europa, das im Frühjahr 2020 mit voller Wucht von der Corona-Pandemie getroffen wurde. Lieferketten rissen, die Wirtschaft brach ein. In dieser Situation entwickelte PENNY Italien eine besondere Aktion, um vor allem kleinen und mittelgroßen einheimischen Betrieben zu helfen. Sie erhielten die Chance, ihre Produkte in einem beschleunigten Verfahren bei PENNY listen zu lassen. „Ohnehin stammen üblicherweise etwa 70 Prozent der bei uns angebotenen Lebensmittel aus heimischer Produktion. Aber in der Krise haben wir die Verpflichtung gesehen, diesen Anteil noch einmal zu erhöhen und damit einen Beitrag zum Wiederaufbau der Wirtschaft zu leisten“, sagt Nicola Pierdomenico, CEO PENNY Market Italien.


Kleine und mittelgroße Lieferanten haben sonst kaum Gelegenheit, bei einem großen Lebensmittelhändler gelistet zu werden. Denn sie verfügen weder in der Produktion noch in der Logistik über die erforderlichen Kapazitäten, um einen Händler in der Größe von PENNY mit landesweit knapp 400 Filialen zu beliefern. Die Resonanz war groß. 300 Hersteller bewarben sich. Etwa 60 von ihnen kamen zum Zuge. „Wir umarmen Italien“, nannte PENNY diese Aktion, eine Liebeserklärung an das Land. „Wir wollten zeigen, dass wir als deutsches Unternehmen die Region unterstützen, in der wir arbeiten. Das galt sowohl für den Kontakt zu Kund:innen als auch zu Lieferanten“, betont Nicola Pierdomenico. Im Ergebnis ist das Sortiment in dieser Zeit ein weiteres Stück regionaler geworden. Vor allem frische Produkte kommen nun häufiger von Lieferanten, die in der näheren Umgebung tätig sind, und seltener von national oder gar international tätigen Anbietern. 

Penny
Italien
Entwicklung BIP 2020
9.2
%
Anzahl Märkte 2020
392
Anzahl Mitarbeiter:innen
2020
4.236
2019
3.984

Von den Erfahrungen der italienischen Kolleg:innen lernen

Der Blick zu den Kolleg:innen in Italien zeigte den Mitarbeitenden von PENNY Tschechien und PENNY Ungarn sehr früh in der Corona-Pandemie, welche Herausforderungen auch auf sie zukommen würden. Panikkäufe, besorgte Kund:innen, Marktmitarbeiter:innen, die zusätzliche Aufgaben und Risiken zu bewältigen haben, während ein Großteil der in der Zentrale Beschäftigten von zu Hause arbeiten muss – all das passierte in Italien bereits Anfang März 2020. „Ungarn erreichte die Pandemie erst einige Wochen später. So konnten wir von den Erfahrungen der italienischen Kolleg:innen lernen, zum Beispiel bei der Vorbereitung der Hygienemaßnahmen oder bei Planungen in der Logistik“, meint Florian Jens Naegele, CEO PENNY Ungarn. Der Discounter, mit 226 Märkten einer der größten Lebensmittelhändler im Land, hatte zusätzlich mit landesspezifischen Erschwernissen zu kämpfen. Zum Beispiel mit der kurzfristig von der Politik erlassenen Vorschrift, dass zu bestimmten Zeiten nur Personen über 65 Jahre in den Märkten einkaufen dürfen. Wie organisiert, wie kommuniziert und wie kontrolliert man eine solche Maßnahme von einem auf den anderen Tag? „Es war eine unglaubliche Herausforderung“, erinnert sich der CEO.
 

Penny
Ungarn
Entwicklung BIP 2020
6.1
%
Anzahl Märkte 2020
226
Anzahl Mitarbeiter:innen
2020
4.585
2019
4.250

PENNY Ungarns Bekenntnis: „Ungarn – unsere Heimat“

PENNY Ungarn reagierte schnell, nahm Kontakt zu seinen langjährigen inländischen Lieferanten auf und konnte sich zusätzliche Mengen sichern. In dieser Situation, so Florian Jens Naegele, habe sich ausgezahlt, über ein dichtes, verlässliches Netzwerk zu verfügen und stets gute Beziehungen zu den Lieferanten gepflegt zu haben. PENNY knüpfte zudem ein enges Band zur Nationalen Landwirtschaftskammer NAK und trat deren Online-Plattform „NAK Market Place“ bei. Im Sommer startete der Discounter dann eine Kampagne zur Unterstützung heimischer Produkte. Die Botschaft lautete: Ungarische Landwirt:innen engagieren sich mit Leib und Seele für ihre Arbeit – und die Kund:innen erhalten mit dem Kauf dieser Waren ein Stück dieses Engagements, dieser Liebe, zurück. Unter Beteiligung bekannter Influencer:innen wurden Kurzvideos produziert und online gestellt, die heimische Produzent:innen in ihrem Arbeitsalltag zeigen. Eine TV-Werbeserie zeigt die Lebensphasen ungarischer Produkte – von der Aussaat im Feld bis ins Regal eines PENNY-Marktes. „Diese Kampagne ist bei den Kund:innen sehr gut angekommen. Leider gibt es in Ungarn deutlich weniger Möglichkeiten, regional zu differenzieren, als etwa in Italien. Deshalb betonen wir ganz generell, überwiegend heimische Produkte anzubieten. ‚Ungarn – unsere Heimat‘, so lautet unser Bekenntnis“, erläutert Florian Jens Naegele. 
 

Penny
Tschechien
Entwicklung BIP 2020
6.5
%
Anzahl Märkte 2020
392
Anzahl Mitarbeiter:innen
2020
7.780
2019
7.483

PENNY Tschechien: „Proudly nicely the Czech way“

Auch PENNY Tschechien setzte in der Krise auf einen noch engeren Schulterschluss mit heimischen Lieferanten. Tschechische Produkte besitzen ohnehin einen hohen Stellenwert im Sortiment. Die meisten Produkte bei PENNY in Tschechien sind heimischen Ursprungs. Rund 130 Lieferanten aus dem gesamten Land bereichern die Regale der mehr als 390 PENNY-Märkte regelmäßig mit mehreren Tausend verschiedenen Produkten. Darunter allein 53 lokale Bäcker:innen und 25 Bierlieferanten aus verschiedenen Regionen. „Zu Beginn der Corona-Pandemie haben wir unser Engagement noch einmal verstärkt, um vor allem regionalen Hersteller:innen, die stark unter dem Lockdown gelitten haben, zu helfen, ihre Produktion wieder vollständig aufzunehmen“, erläutert Jens Krieger, CEO PENNY Tschechien. Dazu startete der Discounter im April 2020 eine umfangreiche Marketingkampagne, um Menschen, die aus Angst vor Ansteckung mit dem Coronavirus die Märkte mieden, wieder zum Einkaufen zu bewegen. Dazu gehörte, dass PENNY über den hohen Hygienestandard in seinen Läden informierte. Ob Plexiglaswände an den Kassen, Desinfektionsgeräte, Möglichkeiten zum kontaktlosen Bezahlen, hohe Investitionen in Schutzausrüstung oder intensive Reinigungen von Märkten und Einkaufswagen – PENNY Tschechien investierte gleich zu Beginn der Pandemie weit mehr in die Sicherheit von Kund:innen und Mitarbeitenden als Gesetze und Bestimmungen vorschrieben. Wenn dann die Kund:innen in die Märkte kommen – so die Botschaft der breit angelegten Kampagne –, sollten sie bevorzugt zu heimischen Produkten greifen. Bier und Brot von Anbietern aus der Region, Obst und Gemüse vom Bauernhof nebenan und Fleisch aus der Metzgerei um die Ecke. Teil der Kampagne war auch ein TV-Spot. „Dessen Ziel war es nicht nur, Nationalstolz und Solidarität zu wecken, sondern auch Dankbarkeit gegenüber allen auszudrücken, die in der Pandemie dazu beitragen, schwierige Situationen zu meistern“, betont Jens Krieger. 

Ganz gleich, ob mehr nationale, regionale oder gar lokale Produkte in den Regalen: In der Corona-Pandemie hat PENNY International unterstrichen, dass Nähe zum jeweiligen Land Teil ihrer DNA ist. Das garantiert ein attraktives Sortiment, unterstützt die heimische Wirtschaft und wird von den Kund:innen honoriert. In der Krise noch einmal mehr als zu anderen Zeiten.