REWE Group
Geschäftsbericht 2020

BILLA Macht
Exoten Heimisch

BILLA Österreich
Neben klassischen regionalen Spezialitäten fördert BILLA immer häufiger auch landwirtschaftliche Erzeugnisse, die nicht ursprünglich aus Österreich stammen. Das hilft heimischen Pionier:innen und freut die Kund:innen.

Feigen wachsen vor allem in Griechenland, Zitronen in Spanien und Wassermelonen in Italien? Stimmt. Aber eben nicht nur dort. Feigen, Zitronen und Wassermelonen werden auch in Österreich angebaut – zum Beispiel in Wien, im Burgenland und in Niederösterreich. Und sie werden bei BILLA verkauft. „Neben klassischen heimischen Produkten wie Erdäpfeln, Ribisel oder Paradeiser arbeiten wir gemeinsam mit landwirtschaftlichen Partnern verstärkt daran, Lebensmittel heimisch zu machen, die nicht auf den ersten Blick in Österreich wachsen“, erläutert Marcel Haraszti, Vorstand der REWE International AG. Die Liste dieser österreichischen Exoten ist lang und sie wird immer länger. Reis aus dem Seewinkel gehörte vor einigen Jahren zu den ersten Produkten dieser „neuen Regionalität“. Inzwischen bietet BILLA zum Beispiel auch Süßkartoffeln aus der Steiermark, Erdnüsse und Knoblauch aus dem Weinviertel, Gojibeeren aus Wien oder Ingwer aus dem Seewinkel an. „Wir bauen dieses Sortiment mit Bedacht Schritt für Schritt weiter aus. Damit unterstützen wir lokale Produzent:innen, investieren in Österreich und erweitern für unsere Kund:innen das regionale Angebot“, betont Haraszti.

 

Feigen aus dem Wiener Stadtteil Simmering

Welche Produkte würden unser regionales Sortiment gut ergänzen? Was wünschen sich die Kund:innen? Einkäufer:innen und Regional-Scouts von BILLA sind ständig auf der Suche nach innovativen Landwirt:innen, deren Erzeugnisse das eigene Angebot bereichern. So einer wie Michael Krauliz zum Beispiel. Der Architekt mit griechischen Wurzeln hat vor einigen Jahren seinen Traum von einer Feigenzucht wahrgemacht. Nicht in seinem Heimatland, wo die knorrigen, wärmeliebenden Pflanzen mitunter sogar aus Mauern wachsen, sondern in ausgedienten Gärtnerei-Glashäusern im Wiener Stadtteil Simmering. Etwa 600 Bäume wachsen dort inzwischen. Sie stehen für 300 verschiedene Feigen-Sorten aus aller Welt. Manche Gewächse sind erst kniehoch und stecken in kleinen Töpfen, manche sind schon groß – mit mächtigen Ästen und reicher Ernte. Krauliz geht es dabei nicht um Quantität, sondern um Qualität: „Ich versuche, die Essenz rauszubringen“, sagt er. Feigenbäume tragen zweimal pro Jahr – die „Blütenfeigen“ im Juli, ab Anfang August die noch besseren „Herbstfeigen“. Dann pflückt Krauliz 30 bis 40 Kilogramm Feigen täglich – allein. „Wichtig ist, die Früchte reif zu ernten, nur dann sind sie süß und saftig“, meint er. Das macht weite Transporte nahezu unmöglich. Zum Glück für die Kund:innen einiger ausgewählter BILLA-Filialen in Wien, wo die hochwertigen Erzeugnisse des „Feigenflüsterers“, wie er sich selbst bezeichnet, angeboten werden.

Wenn ein Produkt das Sortiment bereichert und die Qualität stimmt, gibt BILLA auch kleinen Lieferanten und Manufakturen, deren Mengen für kaum mehr als eine Handvoll Filialen in ihrer Region reichen, eine Chance. „Wenn es gut läuft, unterstützen wir unsere heimischen Pionier:innen tatkräftig und arbeiten gemeinsam daran, dass sie uns künftig mit größeren Mengen beliefern können“, sagt Haraszti. Wie das gehen kann, zeigt das Beispiel der Zitronen aus Niederösterreich. Im vergangenen November – die Nachfrage nach Immunstärkern mit hohem Vitamin-C-Gehalt war infolge der Corona-Pandemie gerade besonders hoch – hatte BILLA eine erste kleine Ernte in einigen wenigen Filialen angeboten. Eine Kostprobe, nicht mehr. Schon nach kurzer Zeit hieß es: „Ausverkauft“. Für BILLA und seine Lieferanten ein Signal, zu investieren und künftig mehr anzubieten.

Da kommen
Sie her

Bunte Vielfalt von Exoten aus heimischen Anbaugebieten

1 — Zitronen
aus Niederösterreich
2 — Wassermelonen
aus dem Burgenland
3 — Bio-Ingwer
aus dem Burgenland
4 — Reis
aus dem Seewinkel
5 — Süßkartoffeln
aus Niederösterreich
6 — Feigen
aus Wien

Über 9.000 Spezialitäten aus der Region

Mehr Österreich ins Regal – daran arbeitet BILLA ohnehin ständig. In jedem Jahr werden für etwa 2,5 Milliarden Euro einheimische Produkte eingekauft, darunter immer mehr regionale und lokale Erzeugnisse. Mehr als 900 kleine und kleinste Betriebe beliefern die Filialen mit über 9.000 Spezialitäten. Unter der Eigenmarke „Da kommʼ ich her“ finden Kund:innen nicht nur zahlreiche regionale Obst- und Gemüsesorten, sondern auch Kräuter und Blumen aus den Regionen. Auch „Ja! Natürlich“, die BILLA-Eigenmarke für Lebensmittel aus biologischer Landwirtschaft, umfasst regionale Spezialitäten. Darunter ist mitunter auch Ausgefallenes wie seit dem vergangenen Jahr ein Bio-Roggenvollkornmehl aus dem Bio-Zentrum Lobau der Stadt Wien. Sogar „100 Prozent Österreich“ bietet BILLA bei Frischfleisch und -geflügel, frischen Eiern, Brot und Gebäck sowie Frischmilch.

„Die Herausforderungen der Corona-Pandemie in Verbindung mit dem Klimawandel haben deutlich gemacht, wie wichtig heimische Lebensmittelerzeugung ist. Versorgungssicherheit, verlässliche regionale Produktion, hochwertige Qualität mit transparenten Lieferketten und kurzen Transportwegen sind das Gebot der Stunde“, meint Marcel Haraszti. Das gilt nicht nur für Produkte, die traditionell aus Österreich kommen, sondern zunehmend auch für Exoten. Das Ergebnis ist eine immer größere Vielfalt an heimischen Lebensmitteln in den Regalen von BILLA.