Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

19. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag

Gliederung des Gesamtbetrags der Steuern vom Einkommen und vom Ertrag
in Mio. €20182017
Laufender Steueraufwand-134,3-136,4
 davon Steuern vom Einkommen und vom Ertrag für das Berichtsjahr-157,4-137,7
 davon Steuern vom Einkommen und vom Ertrag für Vorjahre23,11,3
Latente Steuern-19,43,4
Gesamtbetrag der Steuern vom Einkommen und vom Ertrag-153,7-133,0
Herkunft der latenten Steuerforderungen und -schulden auf temporäre Wertdifferenzen aufgrund unterschiedlicher Wertansätze nach Bilanzpositionen
in Mio. €31.12.201831.12.2017
Latente Steuer- forderungenLatente Steuer- schuldenLatente Steuer- forderungenLatente Steuer- schulden
AKTIVA    
Immaterielle Vermögenswerte182,6282,7150,0244,1
Sachanlagen106,3219,5253,3377,1
Langfristige finanzielle Vermögenswerte45,821,514,18,7
Vorräte78,77,757,25,7
Forderungen und sonstige Vermögenswerte49,722,358,020,4
Verlustvorträge41,80,066,60,0
Zinsvorträge2,10,03,20,0
Sonstige außerbilanzielle Sachverhalte1,40,00,80,0
PASSIVA    
Pensionsrückstellungen165,120,5163,630,3
Sonstige Rückstellungen277,536,2305,930,6
Schulden103,554,095,827,2
Gesamtbetrag latenter Steuerforderungen/-schulden1.054,5664,41.168,5744,1
 davon langfristig796,2568,0971,1687,7
 davon kurzfristig258,396,4197,456,4
Saldierung-618,1-618,1-703,2-703,2
Bilanzansatz436,446,3465,340,9

Sofern die Realisierung des latenten Steueranspruchs von zukünftigen zu versteuernden Ergebnissen abhängt, die höher als die Ergebniseffekte aus der Umkehrung bestehender zu versteuernder temporärer Differenzen sind, wurden latente Steuerforderungen nur angesetzt, sofern ausreichende substanzielle Hinweise für deren Realisierung in zukünftigen Perioden vorliegen. In Höhe von 319,1 Mio. € (Vorjahr: 308,2 Mio. €) werden bei Gesellschaften, die in der laufenden Periode oder in der Vorperiode steuerliche Verluste aufweisen, latente Steuerforderungen auf in zukünftigen Perioden abzugsfähige temporäre Differenzen gebildet, welche höher als die Ergebniseffekte aus der Auflösung bestehender zu versteuernder temporärer Differenzen sind. Dem Ansatz latenter Steuerforderungen unterliegen ausreichende substanzielle Hinweise für deren Realisierung in zukünftigen Perioden infolge von zukünftigen strukturellen Maßnahmen und bestehenden Steuerplanrechnungen. Für abzugsfähige temporäre Differenzen in Höhe von 404,8 Mio. € (Vorjahr: 379,9 Mio. €) wurden keine latenten Steueransprüche bilanziert.

Der Rückgang der latenten Steuerforderungen auf steuerliche Verlustvorträge resultiert ebenso wie der Rückgang der körperschaftsteuerlichen Verlustvorträge im Wesentlichen aus der Nutzung der Verlustvorträge im Organkreis der RZF und der REWE Deutscher Supermarkt AG & Co. KGaA, Köln. Gegenläufig haben sich die Verlustvorträge bei der italienischen Steuergruppe erhöht, was ebenso auch zu einer Erhöhung der nicht angesetzten körperschaftsteuerlichen Verlustvorträge führte.

Zusammensetzung der Vorträge, für die keine latenten Steuern angesetzt wurden
in Mio. €20182017
Körperschaftsteuer – Verlustvorträge  
KSt – Verlustvorträge zum 31. Dezember908,8910,1
KSt – nicht angesetzte Verlustvorträge zum 31. Dezember723,5647,4
KSt – nicht angesetzte Verlustvorträge – Verfall größer 5 Jahre oder unbegrenzt vortragsfähig723,5647,4
Gewerbesteuer – Verlustvorträge  
GewSt – Verlustvorträge zum 31. Dezember471,1442,3
GewSt – nicht angesetzte Verlustvorträge zum 31. Dezember437,7315,6
GewSt – nicht angesetzte Verlustvorträge – unbegrenzt vortragsfähig437,7315,6
Verluste nach § 15a EStG  
Verluste nach § 15a EStG zum 31. Dezember11,59,4
Verluste nach § 15a EStG – nicht angesetzte Verlustvorträge zum 31. Dezember11,59,4
Verluste nach § 15a EStG – nicht angesetzte Verlustvorträge – unbegrenzt vortragsfähig11,59,4
Zinsvorträge  
Zinsvorträge zum 31. Dezember7,913,0
Zinsvorträge – nicht angesetzt zum 31. Dezember0,00,7
Zinsvorträge – nicht angesetzt – unbegrenzt vortragsfähig0,00,7
Steuervorteil außerbilanziell  
Steuervorteil außerbilanziell zum 31. Dezember4,62,4
Steuervorteil außerbilanziell – nicht angesetzt zum 31. Dezember0,00,0

Die im Berichtsjahr gestiegenen gewerbesteuerlichen Verlustvorträge beruhen im Wesentlichen auf Verlusten aus Personengesellschaften. Für diese gewerbesteuerlichen Verlustvorträge sind weitestgehend keine latenten Steuerforderungen berücksichtigt worden. Die gewerbesteuerlichen Verlustvorträge im Organkreis der RZF konnten demgegenüber vollständig genutzt werden.

Bilanzveränderung latenter Steuerforderungen und -schulden
in Mio. €20182017
Bilanzansatz latente Steuern390,1424,4
Bilanzveränderung gegenüber dem Vorjahr-34,348,9
Veränderung latenter Steuern auf direkt im Eigenkapital erfasste Sachverhalte
(IAS 39, IAS 19, IFRS 9)
-18,022,9
Bewegung erfolgsneutraler latenter Steuern aus Akquisitionen/Desinvestitionen2,124,3
Bewegung erfolgsneutraler latenter Steuern aus Währungsänderungen1,0-2,4
Erfolgswirksame Veränderung latenter Steuern aufgrund temporärer Differenzen6,5-14,4
Erfolgswirksame Veränderung latenter Steuern aufgrund von Verlust- und Zinsvorträgen-25,917,8
Umgliederung der erfolgswirksamen Veränderung latenter Steuern in aufgegebene Geschäftsbereiche0,00,3
Umgliederung Bilanzansatz latenter Steuern in aufgegebene Geschäftsbereiche0,00,4

Die erfolgswirksame Veränderung latenter Steuern aufgrund von Verlust- und Zinsvorträgen basiert im Wesentlichen auf der Nutzung von steuerlichen Verlustvorträgen und der hierauf in Vorjahren gebildeten aktiven latenten Steuern. Demgegenüber zeichnete sich der Vorjahreszeitraum durch die Bildung latenter Steuerforderungen auf Verlustvorträge infolge verbesserter Ergebnis- und Nutzungsperspektiven aus.

Die erfolgsneutrale Entwicklung der direkt im Eigenkapital erfassten latenten Steuern aus Cashflow hedges sowie anderen Finanzinstrumenten (IAS 39, IFRS 9) umfasst -8,1 Mio. € und aus Pensions- und pensionsähnlichen Verpflichtungen (IAS 19) -9,9 Mio. €. Die Veränderung der erfolgsneutralen latenten Steuern aus Akquisitionen und Desinvestitionen ist im Berichtsjahr auf 2,1 Mio. € zurückgegangen und beinhaltet einen weiteren Anteilserwerb an UAB Palink. Der wesentlich höhere Betrag im Vorjahr war maßgeblich durch die Gründung des Gemeinschaftsunternehmens REWE Dortmund SE & Co. KG, Dortmund, sowie den Erwerb von 64 Filialstandorten der Kaiser’s Tengelmann-Gruppe inklusive der K-LOG Kaiser’s Tengelmann Logistik- und Dienstleistungsgesellschaft mbH geprägt.

Überleitung von der rechnerischen Ertragsteuer zum tatsächlichen Ertragsteueraufwand
in Mio. €20182017
Ergebnis vor Ertragsteuern fortgeführter Geschäftsbereiche583,5474,8
Ergebnis vor Ertragsteuern aufgegebener Geschäftsbereiche0,0-2,9
Ergebnis vor Ertragsteuern: Gewinn (+)/Verlust (-)583,5471,9
Erwarteter Steuersatz30,0%30,0%
Erwarteter Steueraufwand-175,0-141,6
Auswirkungen wegen abweichender Steuersätze zum Steuersatz1,631,4
Auswirkungen von Steuersatzänderungen3,513,7
Auswirkungen von im Geschäftsjahr erfassten Steuern aus Vorjahren45,033,4
Auswirkungen nicht anrechenbarer Ertragsteuern (Quellensteuer und ausländische Steuern)-0,6-0,6
Auswirkungen von nicht abziehbaren Betriebsausgaben-15,7-15,7
Auswirkungen steuerfreier Erträge4,34,5
Auswirkungen von gewerbesteuerlichen Hinzurechnungen/Kürzungen-37,4-44,4
Auswirkungen der permanenten Effekte51,8-28,7
Auswirkungen von Bemessungsgrundlagentransfers von/an nicht einbezogene Unternehmen17,4-5,2
Auswirkungen von Ansatzkorrekturen und Wertberichtigungen latenter Steuerforderungen-49,017,7
Effekte aus der Equity-Konsolidierung0,41,4
Gesamter Steuerertrag (+)/Steueraufwand (-) gemäß Überleitungsrechnung-153,7-134,1
davon aus fortgeführten Geschäftsbereichen-153,7-133,0
davon aus aufgegebenen Geschäftsbereichen0,0-1,1

Der Konzernsteuersatz für das Jahr 2018 beläuft sich unverändert auf 30,0 Prozent, bestehend aus der Körperschaftsteuer mit einem Steuersatz von 15,0 Prozent und dem Solidaritätszuschlag, der in Höhe von 5,5 Prozent auf die Körperschaftsteuer erhoben wird, sowie der Gewerbeertragsteuer.

Die effektive Steuerquote beträgt im Berichtsjahr 26,3 Prozent (Vorjahr: 28,4 Prozent).

Zum 31. Dezember 2018 wurden 0,4 Mio. € latente Steuerschulden auf nicht ausgeschüttete Gewinne von Tochterunternehmen erfasst, für die eine Ausschüttung dieser Gewinne in absehbarer Zukunft beabsichtigt ist. Alle übrigen Gewinne werden thesauriert bzw. laufend reinvestiert.

Die temporären Differenzen in Zusammenhang mit Anteilen an Tochterunternehmen, Gemeinschaftsunternehmen und assoziierten Unternehmen, für die keine latenten Steuerschulden bilanziert wurden, belaufen sich zum Bilanzstichtag auf 689,7 Mio. € (Vorjahr: 658,9 Mio. €).