REWE Group
Geschäftsbericht 2019

Allgemeine Grundlagen und Methoden des Zusammengefassten Abschlusses

6. Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Die nachfolgend dargestellten wesentlichen Regelungen zum Ansatz und zur Bewertung sind einheitlich für alle in diesem Abschluss dargestellten Rechnungslegungsperioden angewendet worden.

Immaterielle Vermögenswerte

Immaterielle Vermögenswerte werden mit Ausnahme von Geschäfts- oder Firmenwerten bei Zugang mit ihren Anschaffungskosten angesetzt. Bei bestimmbarer Nutzungsdauer werden sie über ihre Vertragslaufzeit oder die kürzere wirtschaftliche Nutzungsdauer grundsätzlich linear abgeschrieben. Günstige Verträge werden über die individuelle Vertragslaufzeit abgeschrieben.

Den Abschreibungen zugrunde liegende wirtschaftliche Nutzungsdauern
In JahrenNutzungsdauer
Software3 – 5
Markenrechte5 – 50
Kundenbeziehungen4 – 21
Lizenzen1 – 45
Mietrechte1 – 25
Dauernutzungsrechte2 – 30

Selbst geschaffene immaterielle Vermögenswerte sind nur bei Vorliegen bestimmter, genau bezeichneter Voraussetzungen aktivierungspflichtig. Im Konzernabschluss betrifft dies eigenentwickelte Software. Die Herstellungskosten umfassen alle direkt zurechenbaren Kosten, die zur Vorbereitung und Herstellung der Softwareprodukte erforderlich sind. Neben externen Kosten umfassen diese auch interne Personalkosten. Die aktivierten Entwicklungsausgaben werden planmäßig über den erwarteten Nutzungszeitraum der neu entwickelten Software abgeschrieben. Forschungsausgaben werden in der Periode ihrer Entstehung als Aufwand erfasst.

Der Geschäfts- oder Firmenwert stellt den Überschuss der Anschaffungskosten eines Unternehmenserwerbs über den zum Erwerbszeitpunkt beizulegenden Zeitwert der Anteile des Erwerbers am Nettovermögen dar. Ein solcher Geschäfts- oder Firmenwert wird den immateriellen Vermögenswerten zugeordnet und nicht planmäßig abgeschrieben. Der Geschäfts- oder Firmenwert wird mit seinen ursprünglichen Anschaffungskosten abzüglich kumulierter Wertminderungen bewertet und mindestens jährlich im Rahmen eines Werthaltigkeitstests überprüft. Geschäfts- oder Firmenwerte, die auf ausländische Gesellschaften entfallen, werden in lokaler Landeswährung geführt und unterliegen der Fremdwährungsumrechnung. Für Geschäfts- oder Firmenwerte wird keine Wertaufholung vorgenommen.

Ein Geschäfts- oder Firmenwert aus dem Erwerb eines assoziierten Unternehmens oder eines Gemeinschaftsunternehmens ist im Buchwert der Beteiligung an assoziierten Unternehmen oder an Gemeinschaftsunternehmen enthalten.

Sachanlagen

Sachanlagen werden zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen sowie kumulierter Wertminderungsaufwendungen bewertet. Die Anschaffungs- oder Herstellungskosten beinhalten die direkt dem Erwerb zurechenbaren Aufwendungen. Fremdkapitalkosten werden ausschließlich bei der Herstellung von wertmäßig bedeutsamen Vermögenswerten aktiviert, deren Versetzung in einen gebrauchs- oder verkaufsfähigen Zustand mehr als zwölf Monate erfordert. Dies betrifft im Konzern insbesondere Lager und Verwaltungsgebäude. Alle anderen Fremdkapitalkosten werden in der Periode als Aufwand erfasst, in der sie angefallen sind. Erhaltene öffentlich-rechtliche Investitionszuschüsse sowie freie Investitionszulagen werden berücksichtigt, indem die Anschaffungs- oder Herstellungskosten des entsprechenden Vermögenswerts um den Betrag des Zuschusses bzw. der Zulage gekürzt werden.

Seit dem 1. Januar 2019 beinhalten die Sachanlagen auch erstmals Nutzungsrechte, die aus Leasingverhältnissen (Anmietverträge) im Rahmen der erstmaligen Anwendung von IFRS 16 resultieren. Diese Nutzungsrechte werden mit dem Barwert der Leasingverpflichtung sowie weiteren Nebenkosten bilanziert. Anfängliche direkte Kosten wurden zum 1. Januar 2019 nicht berücksichtigt (Vereinfachung IFRS 16). In den Anschaffungskosten zum 1. Januar 2019 wurden ferner die mit den Nutzungsrechten in Zusammenhang stehenden bilanzierten günstigen und ungünstigen Verträge berücksichtigt. Die Rückstellungen für belastende Verträge wurden zum Übergangsstichtag unter Anwendung der Bruttomethode als Wertminderung mit den Anschaffungskosten verrechnet.

Die Abschreibung der Nutzungsrechte erfolgt linear über die voraussichtliche Mietvertragslaufzeit. Die Ausübung von Kündigungs- und Verlängerungsoptionen wurde dann berücksichtigt, wenn die Ausübung hinreichend sicher ist.

Die Abschreibungen der übrigen Sachanlagen erfolgen grundsätzlich linear über die jeweilige wirtschaftliche Nutzungsdauer. Restbuchwerte und wirtschaftliche Nutzungsdauern werden zu jedem Bilanzstichtag überprüft und gegebenenfalls angepasst.

Den Abschreibungen zugrunde liegende wirtschaftliche Nutzungsdauern
In JahrenNutzungsdauer
Gebäude25 – 50
Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien25 – 50
Einbauten in fremden Gebäuden7 – 15
Technische Anlagen und Maschinen8 – 20
Kraftfahrzeuge5 – 8
Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung3 – 23

Rückbauverpflichtungen werden in Höhe des abgezinsten Erfüllungsbetrags in die Anschaffungs- oder Herstellungskosten mit einbezogen. Die Abschreibung dieser aktivierten Rückbaukosten erfolgt ratierlich über die Nutzungsdauer des Vermögenswerts. Aufwendungen für Instandhaltung werden nur dann aktiviert, wenn die Ansatzkriterien für Sachanlagen erfüllt sind. Gewinne und Verluste aus den Abgängen von Vermögenswerten werden als Unterschiedsbetrag zwischen Veräußerungserlösen und den Buchwerten ermittelt und ergebniswirksam erfasst.

Wertminderung von Vermögenswerten

Immaterielle Vermögenswerte, die eine unbestimmbare Nutzungsdauer haben, werden nicht planmäßig abgeschrieben, sondern mindestens jährlich auf Wertminderungsbedarf hin überprüft. Immaterielle und materielle Vermögenswerte mit bestimmbarer Nutzungsdauer werden auf Wertminderungsbedarf geprüft, wenn entsprechende Ereignisse bzw. Änderungen der Umstände anzeigen, dass der Buchwert gegebenenfalls nicht mehr erzielbar ist. Ein Wertminderungsverlust wird in Höhe des den erzielbaren Betrag übersteigenden Buchwerts erfasst. Der erzielbare Betrag ermittelt sich als der höhere Betrag aus dem beizulegenden Zeitwert des Vermögenswerts abzüglich Veräußerungskosten und dem Nutzungswert. Für den Werthaltigkeitstest werden Vermögenswerte auf der niedrigsten Ebene zusammengefasst, für die separate Cashflows identifiziert werden können. Für den Werthaltigkeitstest der hier genannten Vermögenswerte bildet in der Regel der einzelne Markt die zahlungsmittelgenerierende Einheit (im Weiteren kurz „ZGE“), sofern nicht eine kleinere ZGE ermittelt werden konnte oder der Vermögenswert einem Markt nicht zuzuordnen war.

Bei materiellen und immateriellen Vermögenswerten erfolgt mit Ausnahme von Geschäfts- oder Firmenwerten bei Wegfall der Gründe für eine in Vorjahren vorgenommene Wertminderung eine Zuschreibung. Die Wertaufholung erfolgt für Vermögenswerte, die einer Abschreibung unterliegen, bis zu dem Buchwert, der abzüglich der Abschreibungen bestimmt worden wäre, wenn in früheren Jahren kein Wertminderungsaufwand erfasst worden wäre. Für Vermögenswerte mit unbestimmbarer Nutzungsdauer erfolgt die Wertaufholung höchstens bis zu dem Buchwert, der bestimmt worden wäre, wenn in früheren Jahren kein Wertminderungsaufwand erfasst worden wäre.

Der Buchwert eines Anteils an einem at equity bilanzierten Unternehmen wird immer dann einem Werthaltigkeitstest unterzogen, wenn objektive Anzeichen darauf hinweisen, dass der Anteil wertgemindert sein könnte.

Die in diesem Abschnitt beschriebene Wertminderung gilt nicht für die bilanzierten Vorräte, Vermögenswerte aus Leistungen an Arbeitnehmer, finanzielle Vermögenswerte aus dem Anwendungsbereich des IFRS 9 sowie latente Steuern.

Wertminderung von Geschäfts- oder Firmenwerten

Geschäfts- oder Firmenwerte werden regelmäßig einmal pro Jahr einem Werthaltigkeitstest unterzogen; bei Vorliegen von Anhaltspunkten für eine Wertminderung erfolgt ein zusätzlicher Test. Eine Wertminderung für den einer ZGE zugeordneten Geschäfts- oder Firmenwert liegt dann vor, wenn der erzielbare Betrag kleiner als der Buchwert ist. Eine Zuschreibung ist bei Wegfall der Gründe für eine in Vorjahren vorgenommene Wertminderung auf Geschäfts- oder Firmenwerte nicht zulässig.

Die Zuordnung der Geschäfts- oder Firmenwerte erfolgte unter Beachtung der Einheiten, die aus den Synergien des Unternehmenszusammenschlusses Nutzen ziehen sollen.

Die Bildung der ZGE orientiert sich dabei an der niedrigsten Ebene, auf der der Geschäfts- oder Firmenwert für interne Managementzwecke überwacht wird.

Wertminderung von Nutzungsrechten

Die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts von Nutzungsrechten umfasst die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts und die Ermittlung des Nutzungswerts. Bei Nutzungsrechten aus der Anmietung von Immobilien zur Betreibung eines Marktes erfolgt die Ermittlung des Nutzungswerts durch die Abzinsung des adjustierten EBITDARs mittels des Konzern-WACCs (gewichtete Kapitalkosten) über die Leasinglaufzeit des Hauptmietvertrages. Die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts erfolgt durch die Abzinsung der künftigen Leasingzahlungen unter Berücksichtigung einer Untervermietungsquote mittels des Konzern-WACCs über die Leasinglaufzeit des Hauptmietvertrages. Im Berichtsjahr lagen die verwendeten landesspezifischen WACCs zwischen 6,1 Prozent und 19,2 Prozent.

Nutzungsrechte, die gemeinschaftliche Vermögenswerte betreffen, wie z. B. Läger und Verwaltungsstandorte, können nicht auf Ebene eines operativen Marktes auf ein Wertminderungsrisiko überprüft werden. Für diese Nutzungsrechte ist die kleinste Ebene der ZGE die Ebene, auf der der Geschäfts- oder Firmenwert für interne Managementzwecke überwacht wird.

Nutzungsrechte des Fuhrparks oder sonstiger Betriebs- und Geschäftsausstattung (BGA) werden grundsätzlich nicht standardmäßig einem jährlichen Wertminderungstest unterzogen. Hier kann grundsätzlich aus Wesentlichkeitsgründen und wegen der eher kurzen Leasinglaufzeiten auf die Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte und damit auf einen standardisierten jährlichen Wertminderungstest verzichtet werden. Bei Vorliegen von Anzeichen, die dafür sprechen würden, dass das Nutzungsrecht nicht mehr werthaltig ist, werden Fuhrpark- und BGA-Nutzungsrechte individuell auf ein Wertminderungsrisiko geprüft.

Wertminderung von Immobilien

Die Nutzungswerte von Immobilien werden anhand objektbezogener Plan-Cashflows und länderspezifischer Kapitalkosten ermittelt. Zur Ermittlung von beizulegenden Zeitwerten abzüglich Veräußerungskosten wurden marktpreisorientierte und kapitalwertorientierte Bewertungsverfahren genutzt. In die Bewertung sind daneben Wertgutachten, Erkenntnisse aus Verkaufsverhandlungen und sonstige Markteinschätzungen eingeflossen. Die beizulegenden Zeitwerte wurden, soweit dies möglich war, aus direkt oder indirekt am Markt beobachteten Preisen abgeleitet. In allen anderen Fällen wurden die beizulegenden Zeitwerte auf Basis von Inputfaktoren ermittelt, die auf nicht am Markt beobachtbaren Daten basieren.

Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien

Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien umfassen Immobilien (Grundstücke, Gebäude bzw. Teile von Gebäuden), die

  • zum Zweck der Erzielung von Mieteinnahmen oder der Realisierung von Wertsteigerungen gehalten werden und
  • weder in der Produktion noch für Verwaltungszwecke eingesetzt und
  • auch nicht im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit verkauft werden.

Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien werden entsprechend dem Anschaffungskostenmodell mit den um kumulierte Abschreibungen und kumulierte Wertminderungen verringerten Anschaffungs- oder Herstellungskosten bewertet. Sie werden über die erwartete Nutzungsdauer linear abgeschrieben und bei Vorliegen von Anhaltspunkten einem Werthaltigkeitstest unterzogen. Hinsichtlich der Nutzungsdauer wird auf die Ausführungen zu den Sachanlagen verwiesen.

Eine gemischt genutzte Immobilie wird anhand des Anteils der Eigennutzung eingestuft. Beträgt dieser mehr als fünf Prozent, handelt es sich um keine als Finanzinvestition gehaltene Immobilie.

Sonstige finanzielle Vermögenswerte

a)    Klassifizierung

Die sonstigen finanziellen Vermögenswerte im Anwendungsbereich des IFRS 9 werden einer der folgenden Bewertungskategorien zugeordnet:

  • zu fortgeführten Anschaffungskosten,
  • zum beizulegenden Zeitwert erfolgswirksam oder
  • zum beizulegenden Zeitwert erfolgsneutral.

Zunächst sind sonstige finanzielle Vermögenswerte gemäß IAS 32 als Eigenkapital- oder Schuldinstrument einzustufen. Sofern es sich um ein Schuldinstrument handelt, ist die Klassifizierung anschließend abhängig von:

  • dem Geschäftsmodell zur Steuerung des finanziellen Vermögenswerts und
  • den vertraglichen Zahlungsströmen.

Finanzielle Vermögenswerte (Schuldinstrumente), die im Rahmen eines Geschäftsmodells gehalten werden, dessen Zielsetzung darin besteht, die vertraglichen Zahlungsströme, die ausschließlich Zins- und Tilgungszahlungen auf den ausstehenden Kapitalbetrag darstellen, zu vereinnahmen, werden der Bewertungskategorie „zu fortgeführten Anschaffungskosten“ zugeordnet.

Schuldinstrumente, die zwar die Zahlungsstrombedingungen erfüllen, jedoch in einem Geschäftsmodell gehalten werden, das sowohl die Vereinnahmung der vertraglichen Zahlungsströme als auch die Veräußerung finanzieller Vermögenswerte vorsieht, sind in die Bewertungskategorie zum beizulegenden Zeitwert erfolgsneutral einzuordnen. Der Konzern hält keine finanziellen Vermögenswerte, die dieser Kategorie zuzuordnen sind.

Eine Klassifizierung als zum beizulegenden Zeitwert erfolgswirksam ist gemäß den Klassifizierungsvorschriften gemäß IFRS 9 unter den folgenden Voraussetzungen notwendig:

  • Die Zahlungsstrombedingung ist nicht erfüllt.
  • Der finanzielle Vermögenswert wird zu Handelszwecken gehalten (Geschäftsmodell Verkaufen).
  • Das Wahlrecht, Veränderungen des beizulegenden Zeitwerts erfolgswirksam zu erfassen (FVPL-Option), wird unter Berücksichtigung der Voraussetzungen gemäß IFRS 9 ausgeübt.
  • Der finanzielle Vermögenswert erfüllt die Definition eines Derivats.

Die FVPL-Option wird für finanzielle Vermögenswerte nicht ausgeübt.

Eine Umklassifizierung von Schuldinstrumenten erfolgt nur bei einer Änderung des Geschäftsmodells zur Steuerung der finanziellen Vermögenswerte.

Bei Investitionen in Eigenkapitalinstrumente, die nicht zu Handelszwecken gehalten werden, besteht nach IFRS 9 beim erstmaligen Ansatz das unwiderrufliche Wahlrecht, die zum beizulegenden Zeitwert bemessenen Bewertungseffekte erfolgsneutral zu erfassen (FVOCI-Option). Die im sonstigen Ergebnis erfassten Bewertungseffekte werden bei einem späteren Abgang des Eigenkapitalinstruments nicht in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert.

b)    Ansatz und Ausbuchung

Bei marktüblichen Käufen und Verkäufen von finanziellen Vermögenswerten erfolgt die Bewertung zum am Handels- bzw. Erfüllungstag beizulegenden Zeitwert. Ein finanzieller Vermögenswert wird ausgebucht, wenn die vertraglichen Rechte auf Zahlungsmittelzuflüsse aus dem Vermögenswert auslaufen oder der finanzielle Vermögenswert übertragen wird. Letzteres ist dann der Fall, wenn alle wesentlichen Chancen und Risiken, die mit dem Eigentum an dem Vermögenswert verbunden sind, übertragen werden oder die Verfügungsmacht über den Vermögenswert abgegeben wird.

Finanzielle Vermögenswerte zählen zu den kurzfristigen Vermögenswerten, soweit ihre Fälligkeit innerhalb von zwölf Monaten nach dem Bilanzstichtag liegt. Andernfalls werden sie als langfristige Vermögenswerte ausgewiesen.

c)    Bewertung

Beim erstmaligen Ansatz werden finanzielle Vermögenswerte zum beizulegenden Zeitwert zuzüglich bzw. abzüglich der direkt auf den Erwerb des finanziellen Vermögenswerts entfallenden Transaktionskosten bewertet. Bei originären Finanzinstrumenten entspricht der Zeitwert grundsätzlich dem Transaktionspreis. Transaktionskosten von erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerten werden sofort erfolgswirksam erfasst. Soweit der Transaktionspreis vom beizulegenden Zeitwert abweicht, wird die Differenz erfolgswirksam vereinnahmt.

Die Folgebewertung der finanziellen Vermögenswerte erfolgt in Abhängigkeit der Bewertungskategorie:

Schuldinstrumente
  • Zu fortgeführten Anschaffungskosten:
    Die Folgebewertung erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode. Wertminderungserträge oder -aufwendungen sind ergebniswirksam zu erfassen. Gewinne und Verluste aus der Ausbuchung dieser Vermögenswerte werden einschließlich ihrer Zinserträge in der Periode ihres Entstehens ergebniswirksam erfasst.
  • Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert:
    Gewinne und Verluste aus der Veränderung des beizulegenden Zeitwerts einschließlich ihrer Zinserträge werden in der Periode ihres Entstehens ergebniswirksam erfasst.
  • Erfolgsneutral zum beizulegenden Zeitwert:
    Der Konzern hält keine finanziellen Vermögenswerte dieser Bewertungskategorie.
Eigenkapitalinstrumente

Grundsätzlich sind Investitionen in Eigenkapitalinstrumente erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten. Änderungen des beizulegenden Zeitwerts werden einschließlich ihrer Dividendenerträge in der Periode ihres Entstehens ergebniswirksam erfasst.

Bei Ausübung des unwiderruflichen Wahlrechts zur bilanziellen Abbildung von finanziellen Vermögenswerten, die Eigenkapitalinstrumente darstellen, werden die Änderungen des beizulegenden Zeitwerts im sonstigen Ergebnis erfolgsneutral erfasst. Die im sonstigen Ergebnis erfassten Bewertungseffekte werden bei einem späteren Abgang des Eigenkapitalinstruments nicht in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert. Dividenden hingegen sind erfolgswirksam zu erfassen, es sei denn, die Dividende ist eindeutig als Rückzahlung eines Teils der Kosten des Eigenkapitalinstruments anzusehen.

d)    Wertminderungen

Das Ausfallrisiko von Schuldinstrumenten, die der Kategorie „zu fortgeführten Anschaffungskosten“ zugeordnet werden, wird anhand eines dreistufigen Wertminderungsmodells bemessen. Das Modell beinhaltet zukunftsgerichtete Inputfaktoren und spiegelt signifikante Erhöhungen von Kreditrisiken wider.

Bereits bei Erstansatz der finanziellen Vermögenswerte ist eine Risikovorsorge auf Basis der erwarteten Verluste, die aus einem innerhalb von zwölf Monaten nach dem Abschlussstichtag auftretenden Verlustereignis resultieren würden, zu ermitteln und erfolgswirksam anzusetzen (Stufe 1). Weisen Finanzinstrumente am Abschlussstichtag im Vergleich zum Zugangszeitpunkt eine signifikante Erhöhung des Ausfallrisikos auf, ist die Risikovorsorge in Höhe aller erwarteten Verluste über die Restlaufzeit des Instruments zu bilden (Stufe 2). Indikationen für eine signifikante Erhöhung des Kreditrisikos sind unter anderem erhebliche finanzielle Schwierigkeiten eines Schuldners sowie eine erhöhte Wahrscheinlichkeit, dass ein Schuldner in Insolvenz oder in ein sonstiges Sanierungsverfahren geht. Liegen neben einer signifikanten Erhöhung des Ausfallrisikos am Abschlussstichtag zusätzlich objektive Hinweise auf Wertminderung wie z. B. ein Vertragsbruch im Rahmen eines Ausfalls oder ein Verzug von Zins- und Tilgungszahlungen vor, gilt der finanzielle Vermögenswert als in seiner Bonität beeinträchtigt und die Bemessung der Einzelwertberichtigung erfolgt, unter Berücksichtigung der vorliegenden Hinweise, ebenfalls auf Basis des Barwerts der erwarteten Verluste über die Restlaufzeit (Stufe 3).

Bei der Ermittlung des künftig zu erwartenden Wertminderungsbedarfs wird grundsätzlich auf historische Ausfallwahrscheinlichkeiten abgestellt, die um für das Kreditrisiko relevante Zukunftsparameter ergänzt werden.

Finanzielle Vermögenswerte werden ausgebucht, wenn keine angemessene Erwartung für eine Rückzahlung besteht. Bei einer Ausbuchung von finanziellen Vermögenswerten unternimmt der Konzern weiterhin Vollstreckungsmaßnahmen, um zu versuchen, die fälligen Forderungen einzuziehen.

Bei den zur Anwendung kommenden Wertminderungsansätzen und Annahmen kam es während des Geschäftsjahres zu keinen wesentlichen Veränderungen.

Aus Wesentlichkeitsgründen wurde keine Risikovorsorge für sonstige finanzielle Vermögenswerte angesetzt.

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen fallen als finanzielle Vermögenswerte in die Bewertungskategorie „zu fortgeführten Anschaffungskosten“, da diese zur Vereinnahmung der vertraglichen Zins- und Tilgungszahlungen auf den ausstehenden Kapitalbetrag bis zur Fälligkeit gehalten werden.

Die Zugangsbewertung erfolgt zum beizulegenden Zeitwert oder, soweit keine signifikante Finanzierungskomponente vorhanden ist, zum Transaktionspreis.

Die Folgebewertung erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten nach der Effektivzinsmethode. Wertminderungen bei Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden unter Anwendung des vereinfachten Wertminderungsmodells nach IFRS 9 vorgenommen. Hiernach wird der über die Restlaufzeit erwartete Kreditverlust bereits bei Erstansatz erfolgswirksam erfasst. Erhebliche finanzielle Schwierigkeiten eines Schuldners, eine erhöhte Wahrscheinlichkeit einer Insolvenz oder eines sonstigen Sanierungsverfahrens sowie ein Vertragsbruch (wie z. B. ein Ausfall oder ein Verzug von Zins- und Tilgungszahlungen) gelten als objektive Hinweise für eine Wertminderung. Das Vorliegen solcher objektiven Hinweise führt zu einer Einzelwertberichtigung der Forderungen im vereinfachten stufenbasierten Modell.

Sonstige Vermögenswerte

Unter den sonstigen Vermögenswerten werden alle sonstigen Ansprüche bilanziert. Alle sonstigen Vermögenswerte sind zu Anschaffungskosten bewertet und werden bei Anzeichen von Wertminderungen auf den niedrigeren erzielbaren Betrag wertberichtigt.

Vorräte

Die Vorräte an Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen sowie Handelswaren werden grundsätzlich mit den Anschaffungs- oder Herstellungskosten oder zum niedrigeren Nettoveräußerungswert bewertet.

Die Bewertung der Vorräte in den Lagern erfolgt zu Anschaffungskosten abzüglich aller nachträglichen Anschaffungskostenminderungen. Verwaltungseinzelkosten der Warenbeschaffung und der Zentralregulierung werden den Anschaffungskosten hinzugerechnet. Für Bestandsrisiken werden im Einzelfall zum Bilanzstichtag ermittelte Wertabschläge berücksichtigt.

Als Nettoveräußerungswert werden die voraussichtlich erzielbaren Verkaufserlöse abzüglich der bis zum Verkauf noch anfallenden Fertigstellungs- und Verkaufskosten angesetzt. Wertminderungen bei den Handelswaren auf den niedrigeren Nettoveräußerungswert werden in Form von Einzelwertberichtigungen vorgenommen. Bei Wegfall des Abwertungsgrundes oder bei einem Anstieg des Nettoveräußerungswerts wird der Betrag der Wertminderung rückgängig gemacht.

Unfertige und fertige Erzeugnisse sowie unfertige Leistungen werden mit den Herstellungskosten oder zum niedrigeren Nettoveräußerungswert angesetzt. Sie enthalten alle dem Herstellungsprozess direkt zurechenbaren Kosten sowie angemessene Teile der produktionsbezogenen Gemeinkosten. Hierzu gehören die fertigungsbedingten Abschreibungen, anteilige Verwaltungskosten sowie anteilige Kosten des sozialen Bereichs. Da zur Herstellung der Vorräte nur in Ausnahmefällen langfristige Produktionsprozesse erforderlich sind, werden Finanzierungskosten regelmäßig nicht als Teil der Herstellungskosten angesetzt.

Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

Zu den Zahlungsmitteln zählen Barmittel, erhaltene Schecks sowie Guthaben bei Kreditinstituten. Zahlungsmitteläquivalente sind kurzfristige, äußerst liquide Finanzinvestitionen, die jederzeit oder innerhalb eines Zeitraums von höchstens drei Monaten in bestimmte Zahlungsmittelbeträge umgewandelt werden können und nur unwesentlichen Wertschwankungsrisiken unterliegen.

Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente unterliegen ebenfalls wie sonstige finanzielle Vermögenswerte den allgemeinen Wertminderungsvorschriften von IFRS 9.

Laufende und latente Steuern

Der laufende Steueraufwand bzw. Steuerertrag wird auf Basis der jeweiligen nationalen steuerlichen Ergebnisse des Jahres (zu versteuerndes Einkommen) unter Anwendung der gesellschaftsbezogenen nationalen Steuervorschriften ermittelt. Die Verbindlichkeiten oder die Forderungen der Konzernunternehmen aus laufenden Steuern werden auf Grundlage der geltenden Steuersätze der Länder, in denen die Unternehmen ansässig sind, die in den Konzernabschluss mit einbezogen werden, berechnet. Ungewisse Ertragsteueransprüche und -schulden werden angesetzt, sobald die Eintrittswahrscheinlichkeit höher als 50 Prozent ist. Bilanzierte unsichere Ertragsteuerpositionen werden mit dem wahrscheinlichsten Wert angesetzt.

Die Ermittlung der latenten Steuern erfolgt nach der Liability-Methode (bilanzorientierte Verbindlichkeiten-Methode). Danach werden grundsätzlich temporäre Differenzen von Vermögenswerten und Schulden zwischen den im Konzernabschluss angesetzten Buchwerten nach IFRS und den steuerlichen Wertansätzen bilanziert. Darüber hinaus werden aktive latente Steuern für steuerliche Verlustvorträge unter Berücksichtigung einer Mindestbesteuerungsregelung sowie für Zinsvorträge und Realisierungsvorträge stiller Lasten aus Verpflichtungsübertragungen gebildet.

Latente Steuern werden unter Anwendung der jeweiligen landesspezifischen Steuersätze und Steuervorschriften bewertet, die am Bilanzstichtag gelten oder im Wesentlichen gesetzlich verabschiedet sind und deren Geltung zum Zeitpunkt der Realisierbarkeit der latenten Steuerforderungen bzw. der Begleichung der latenten Steuerschulden erwartet wird.

Latente Steueransprüche werden nur in dem Umfang angesetzt, in dem es wahrscheinlich ist, dass zukünftig zu versteuerndes Ergebnis des gleichen Steuersubjekts auf Ebene der gleichen Steuerbehörde verfügbar sein wird, gegen das die temporäre Differenz verrechnet werden kann.

Künftig zu erwartende Steuerminderungen aus Verlustvorträgen und Zinsvorträgen werden aktiviert, wenn es in absehbarer Zukunft wahrscheinlich ist, dass in ausreichendem Umfang steuerpflichtiges Ergebnis erzielt wird oder zu versteuernde temporäre Differenzen vorhanden sind, die sich künftig umkehren werden und mit denen die Verlustvorträge in der betroffenen Periode verrechnet werden könnten. Für die Prognose der zukünftigen steuerlichen Ergebnisse und der zu versteuernden temporären Differenzen wird auf die Dreijahresplanung für interne Managementzwecke zurückgegriffen. Diese Planung wird in der Regel auf einen fünfjährigen Planungshorizont extrapoliert.

Veränderungen von latenten Steuern in der Bilanz werden als latenter Steueraufwand/-ertrag erfasst, sofern der zugrunde liegende Sachverhalt nicht direkt im Eigenkapital berücksichtigt wird. Für die im Eigenkapital abgebildeten Effekte werden die latenten Steueransprüche und Steuerschulden erfolgsneutral erfasst.

Eine Abzinsung aktiver und passiver latenter Steuern wird nicht vorgenommen.

Latente Steueransprüche und latente Steuerschulden werden saldiert, sofern diese ertragsteuerlichen Ansprüche und Schulden gegenüber der gleichen Steuerbehörde bestehen und sich auf dasselbe Steuersubjekt beziehen.

Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte, Veräußerungsgruppen und aufgegebene Geschäftsbereiche

Langfristige Vermögenswerte oder Gruppen von Vermögenswerten und Schulden werden als zur Veräußerung gehalten klassifiziert, wenn ihr Buchwert im Wesentlichen durch einen höchstwahrscheinlichen Verkauf innerhalb der nächsten zwölf Monate oder durch ein bereits abgewickeltes Veräußerungsgeschäft statt durch fortgesetzte betriebliche Nutzung erlöst wird. Sie werden zum niedrigeren Wert aus Buchwert oder beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten bewertet. Sofern Anlagevermögen mit bestimmbarer Nutzungsdauer veräußert wird, wird dieses ab dem Zeitpunkt der Klassifizierung als zur Veräußerung gehalten nicht mehr planmäßig abgeschrieben.

Diese Vermögenswerte und Schulden werden in der Bilanz gesondert in den Posten „Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte und Veräußerungsgruppen“ bzw. „Schulden aus zur Veräußerung gehaltenen langfristigen Vermögenswerten und Veräußerungsgruppen“ ausgewiesen. Die zugehörigen Aufwendungen und Umsätze sind bis zur Veräußerung im Ergebnis aus fortgeführten Aktivitäten enthalten, es sei denn, die Veräußerungsgruppe gilt für die Berichterstattung als aufgegebener Geschäftsbereich.

Die Ergebnisse eines Unternehmensbestandteils werden als aufgegebener Geschäftsbereich ausgewiesen, wenn dieser einen wesentlichen Geschäftszweig repräsentiert oder sämtliche Aktivitäten einer geografischen Region beinhaltet. Ergebnisse aus aufgegebenen Geschäftsbereichen werden in der Periode berücksichtigt, in der sie anfallen, und gesondert in der Gewinn- und Verlustrechnung als „Ergebnis aus aufgegebenen Geschäftsbereichen“ ausgewiesen. Die Gewinn- und Verlustrechnung der Vorperiode wird entsprechend angepasst.

Leistungen an Arbeitnehmer

Einbezogene Unternehmen haben sowohl beitragsorientierte als auch leistungsorientierte Pensionspläne.

Bei beitragsorientierten Plänen leisten einbezogene Unternehmen aufgrund einer gesetzlichen oder vertraglichen Verpflichtung oder freiwillig Beiträge an öffentliche oder private externe Pensionssicherungspläne. Die einbezogenen Unternehmen haben über die Zahlung der Beiträge hinaus keine weiteren Zahlungsverpflichtungen. Die Beiträge werden bei Fälligkeit im Personalaufwand erfasst. Vorauszahlungen von Beiträgen werden in dem Umfang als Vermögenswerte angesetzt, in dem ein Recht auf eine Rückzahlung oder eine Minderung künftiger Beitragszahlungen besteht.

Ein leistungsorientierter Plan ist ein Pensionsplan, der einen Betrag an Pensionsleistungen festschreibt, den ein Mitarbeiter bei Renteneintritt erhalten wird, dessen Höhe im Regelfall von einem oder mehreren Faktoren wie Alter, Dienstzeit und Gehalt abhängig ist. Die in der Bilanz angesetzte Rückstellung für leistungsorientierte Pläne (Nettopensionsverpflichtung) entspricht dem Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung (defined benefit obligation, kurz DBO) am Bilanzstichtag abzüglich des beizulegenden Zeitwerts des Planvermögens. Die DBO wird jährlich von unabhängigen versicherungsmathematischen Gutachtern unter Anwendung der Anwartschaftsbarwertmethode (projected unit credit method) berechnet. Die DBO wird berechnet durch Abzinsung der erwarteten zukünftigen Mittelabflüsse mit dem Zinssatz von Industrieanleihen höchster Bonität, die auf die Währung lauten, in der auch die Leistungen bezahlt werden, und deren Laufzeiten denen der Pensionsverpflichtung entsprechen.

Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste, die auf erfahrungsbedingten Anpassungen und Änderungen versicherungsmathematischer Annahmen basieren, werden in der Gesamtergebnisrechnung im sonstigen Ergebnis ausgewiesen und in den Gewinnrücklagen erfasst.

Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand wird im Zeitpunkt seines Anfalls unmittelbar ergebniswirksam erfasst.

Die in den Pensionsaufwendungen enthaltenen Zinsanteile bestehen aus der Aufzinsung der DBO und der Verzinsung des Planvermögens. Diese werden zu einer Nettozinskomponente zusammengefasst und im Finanzergebnis ausgewiesen. Die Nettozinskomponente ermittelt sich unter Anwendung des oben beschriebenen Zinssatzes.

Auch die erwarteten Erträge aus Erstattungsansprüchen gegen Treuhandvereine werden im Finanzergebnis ausgewiesen. Diese ermitteln sich ebenfalls unter Anwendung des oben beschriebenen Zinssatzes.

Die übrigen Bestandteile der Pensionsaufwendungen werden im Personalaufwand ausgewiesen.

Abfertigungen und Trattamento di Fine Rapporto (TFR) sind einmalige Zahlungen, die aufgrund arbeitsrechtlicher Vorschriften in Österreich und Italien bei Kündigung eines Arbeitnehmers sowie regelmäßig bei Pensionseintritt zu leisten sind. Als leistungsorientierte Pensionspläne werden sie entsprechend den oben dargestellten Grundsätzen zur Erfassung solcher Pläne bilanziert.

Bei Ruhestandsbeihilfen handelt es sich um Leistungen an Arbeitnehmer, die unter bestimmten Voraussetzungen bei Austritt in den Ruhestand gezahlt werden. Hinterbliebenenbezüge sind Zahlungen, die in Abhängigkeit der Betriebszugehörigkeit bei Tod des Arbeitnehmers an dessen Erbberechtigten geleistet werden. Da es sich bei Ruhestandsbeihilfen und Hinterbliebenenbezügen um leistungsorientierte Versorgungspläne handelt, werden diese entsprechend den oben dargestellten Grundsätzen zur Erfassung leistungsorientierter Pensionspläne bilanziert.

Die Bewertung der Rückstellung für Altersteilzeitverpflichtungen erfolgt entsprechend den versicherungsmathematischen Gutachten der Hamburger Pensionsverwaltung e.G., Hamburg, auf Grundlage der Richttafeln 2018 G von Prof. Dr. Klaus Heubeck unter Zugrundelegung eines angemessenen Zinssatzes. Erstattungsansprüche für Aufstockungsbeträge gegen die Bundesagentur für Arbeit werden unter den sonstigen Vermögenswerten erfasst. Die Rückstellungen für die Aufstockungsbeträge aus Altersteilzeitverpflichtungen werden über den Zeitraum des Erdienens der Ansprüche angesammelt.

Die Rückstellung für Jubiläumszuwendungen entspricht dem vollen Verpflichtungsumfang und wurde nach finanzmathematischen Grundsätzen unter Berücksichtigung eines angemessenen Fluktuationsabschlags und Zinssatzes ermittelt. Die Bewertung in Deutschland erfolgte auf der Grundlage der Richttafeln 2018 G von Prof. Dr. Klaus Heubeck für das frühestmögliche Bezugsalter der gesetzlichen Rentenversicherung.

In die Bewertung der Urlaubsrückstellung wird die Höhe der im Folgejahr erwarteten Tagessätze bzw. durchschnittlichen Stundensätze einschließlich erwarteter zusätzlicher Bezüge (z. B. Sachbezüge, Urlaubsgeld, Weihnachtsgeld und vermögenswirksame Leistungen) und anfallender Sozialabgaben einbezogen.

Sonstige Rückstellungen

Sonstige Rückstellungen werden gebildet, wenn eine gegenwärtige rechtliche oder faktische Verpflichtung gegenüber Dritten besteht, die aus Ereignissen der Vergangenheit resultiert, deren Erfüllung erwartungsgemäß mit einem Abfluss von Ressourcen mit wirtschaftlichem Nutzen verbunden ist und deren Höhe hinreichend zuverlässig geschätzt werden kann.

Die Bewertung erfolgt mit dem besten Schätzwert des Erfüllungsbetrags. Es findet keine Verrechnung mit Rückgriffsansprüchen statt. Sollte es mehrere mögliche Ereignisse geben, die die Höhe der Rückstellung beeinflussen, wird der Betrag als Erwartungswert geschätzt. Langfristige Rückstellungen sind mit ihrem auf den Bilanzstichtag abgezinsten Erfüllungsbetrag angesetzt.

Bei angemieteten Objekten erfolgte bis zum 31. Dezember 2018 für jeden Standort eine Analyse, ob und in welcher Höhe aus dem Anmietungsverhältnis eine Rückstellung zu passivieren war. Mit Einführung des IFRS 16 sind Rückstellungen für die Mietkosten, die in die Bewertung der Leasingverbindlichkeiten einfließen, nicht mehr zu bilden. Im Falle von Betreiberpflichten können sich Rückstellungen allenfalls aus anderen Kosten weiterhin zukünftig ergeben.

Sonstige finanzielle Schulden

a)    Klassifizierung

Sonstige finanzielle Schulden im Anwendungsbereich des IFRS 9 werden aufgrund der Charakteristika der Schulden grundsätzlich der Bewertungskategorie „zu fortgeführten Anschaffungskosten“ zugeordnet.

Davon ausgenommen sind beispielsweise derivative finanzielle Schulden, die der Kategorie „zum beizulegenden Zeitwert erfolgswirksam“ zugeordnet werden.

Eine Umklassifizierung von finanziellen Schulden ist nicht möglich.

b)    Ansatz und Ausbuchung

Der Konzern erfasst eine finanzielle Schuld in dem Zeitpunkt, wenn er Vertragspartei wird.

Eine finanzielle Schuld wird ausgebucht, wenn die dieser Schuld zugrunde liegende Verpflichtung erfüllt, gekündigt oder erloschen ist. Wird eine bestehende finanzielle Schuld durch eine andere finanzielle Schuld desselben Kreditgebers mit substanziell verschiedenen Vertragsbedingungen ausgetauscht oder werden die Bedingungen einer bestehenden Schuld wesentlich geändert, wird ein solcher Austausch oder eine solche Änderung als Ausbuchung der ursprünglichen und Ansatz einer neuen Schuld behandelt. Die Differenz zwischen den jeweiligen Buchwerten wird im Periodenergebnis erfasst.

Finanzielle Schulden zählen zu den kurzfristigen Schulden, soweit ihre Fälligkeit innerhalb von zwölf Monaten nach dem Bilanzstichtag liegt. Andernfalls werden sie als langfristige Schulden ausgewiesen.

c)    Bewertung

Beim erstmaligen Ansatz werden finanzielle Schulden zum beizulegenden Zeitwert zuzüglich bzw. abzüglich der direkt auf den Erwerb der finanziellen Schuld entfallenden Transaktionskosten bewertet. Transaktionskosten von erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Schulden werden erfolgswirksam erfasst.

In der Folgebewertung werden grundsätzlich alle finanziellen Schulden zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode bewertet, wobei der Zinsaufwand entsprechend dem Effektivzinssatz erfasst wird.

Davon ausgenommen sind folgende finanziellen Schulden:

  • Derivative Finanzinstrumente,
  • eine bedingte Gegenleistung, die gem. IFRS 3 vom Erwerber angesetzt und erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet wird,
  • Finanzgarantien, bei denen der höhere der beiden folgenden Beträge angesetzt wird: entweder der nach den Regelungen des IFRS 9 bestimmte Betrag der Wertminderungen oder der um kumulierte Amortisationen geminderte ursprüngliche Betrag.

Das Wahlrecht der freiwilligen erfolgswirksamen Folgebewertung zum beizulegenden Zeitwert wird vom Konzern nicht ausgeübt (FV-Option).

d)    Sonstiges

Das Geschäftsguthaben der RZF wird unter den sonstigen finanziellen Schulden ausgewiesen, da die Mitglieder das Recht haben, eine Rücknahme der Anteile zu verlangen.

Schulden aus Lieferungen und Leistungen

Schulden aus Lieferungen und Leistungen fallen als finanzielle Schulden unter die Bewertungskategorie „zu fortgeführten Anschaffungskosten“.

Sie werden bei Zugang zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Die Folgebewertung erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten unter Anwendung der Effektivzinsmethode.

Sonstige Schulden

Die sonstigen Schulden werden zum Rückzahlungsbetrag angesetzt. 

Leasing

Der Konzern hat IFRS 16 nach dem modifiziert retrospektiven Ansatz angewendet und daher die Vergleichsinformationen nicht angepasst, sondern weiterhin nach IAS 17 und IFRIC 4 dargestellt. Die Details der Rechnungslegungsmethoden nach IAS 17 und IFRIC 4 werden separat dargestellt.

Ab dem 1. Januar 2019 angewendete Methode

Bei Vertragsbeginn beurteilt der Konzern, ob der Vertrag ein Leasingverhältnis begründet oder beinhaltet. Dies ist der Fall, wenn der Vertrag dazu berechtigt, die Nutzung eines identifizierten Vermögenswerts gegen Zahlung eines Entgelts für einen bestimmten Zeitraum zu kontrollieren. Um zu beurteilen, ob ein Vertrag das Recht zur Kontrolle eines identifizierten Vermögenswerts beinhaltet, legt der Konzern die Definition eines Leasingverhältnisses nach IFRS 16 zugrunde.

Diese Methode wird auf Verträge angewandt, die am oder nach dem 1. Januar 2019 geschlossen werden. Bereits bilanzierte Finanzierungsleasingverträge werden nicht neu bewertet. Die Bewertung erfolgt weiterhin mit den fortgeführten Anschaffungskosten. Soweit ein Grundstücksanteil in diesen Fällen bisher nicht mit dem Gebäude zusammen bewertet wurde, erfolgt nunmehr die Einbeziehung des Grundstücksanteils.

Leasingnehmer

Am Bereitstellungsdatum oder bei Änderung eines Vertrags, der eine Leasingkomponente enthält, teilt der Konzern das vertraglich vereinbarte Entgelt auf Basis der relativen Einzelveräußerungspreise auf. Für Immobilien-Leasingverträge hat der Konzern jedoch beschlossen, von einer Trennung der Nichtleasingkomponenten abzusehen und stattdessen Leasing- und Nichtleasingkomponente gemeinsam zu bilanzieren.

Am Bereitstellungszeitpunkt erfasst der Konzern einen Vermögenswert für das gewährte Nutzungsrecht sowie eine Leasingverbindlichkeit. Das Nutzungsrecht wird erstmalig zu Anschaffungskosten bewertet, die der erstmaligen Bewertung der Leasingverbindlichkeit entsprechen, angepasst um am oder vor dem Bereitstellungsdatum geleistete Zahlungen, zuzüglich etwaiger anfänglicher direkter Kosten sowie der geschätzten Kosten zur Demontage oder Beseitigung des zugrunde liegenden Vermögenswerts oder zur Wiederherstellung des zugrunde liegenden Vermögenswerts bzw. des Standortes, an dem dieser sich befindet, abzüglich etwaiger erhaltener Leasinganreize.

Das Nutzungsrecht wird grundsätzlich vom Bereitstellungsdatum bis zum Ende des Leasingzeitraums linear abgeschrieben. In den Fällen, in denen hinreichend sicher ist, dass das Eigentum an dem zugrunde liegenden Vermögenswert zum Ende der Laufzeit des Leasingverhältnisses auf den Konzern übergeht (Kaufoption) wird das Nutzungsrecht über die Nutzungsdauer des zugrunde liegenden Vermögenswerts abgeschrieben, die nach den Vorschriften für Sachanlagen ermittelt wird. Zusätzlich wird das Nutzungsrecht fortlaufend um Wertminderungen, sofern notwendig, berichtigt und um bestimmte Neubewertungen der Leasingverbindlichkeiten angepasst.

Erstmalig wird die Leasingverbindlichkeit zum Barwert der am Bereitstellungsdatum noch nicht geleisteten Leasingzahlungen, abgezinst mit dem dem Leasingverhältnis zugrunde liegenden Zinssatz oder, wenn sich dieser nicht ohne Weiteres bestimmen lässt, mit dem landesspezifischen Grenzfremdkapitalzinssatz. Normalerweise nutzt der Konzern den Grenzfremdkapitalzinssatz als Abzinsungssatz.

Zur Ermittlung seines Grenzfremdkapitalzinssatzes nutzt der Konzern die indirekte Methode. Als Basis dient der Liegenschaftszinssatz, der unter Berücksichtigung von Laufzeit, Ausfallrisiko, Besicherung und sonstiger Bestandteile wie Lage und Nutzungsart (Lebensmittelmarkt, Baumarkt, etc.) adjustiert wird, um zu einem Leasingverhältnis-spezifischen Zinssatz zu gelangen. Die Beurteilung, ob die Ausübung von Optionen bei Immobilien in einem Leasingvertrag als hinreichend sicher angenommen werden kann, erfolgt unter Berücksichtigung von Planungen und getätigten Mietereinbauten in die Immobilie. Die gleiche Vorgehensweise gilt auch für die Bewertung von Leasingverhältnissen, die sich auf Verträge bezieht, die keine Optionen beinhalten, aber mit einer automatischen Verlängerung versehen sind, solange keine Kündigung ausgesprochen wird.

Die in die Bewertung der Leasingverbindlichkeit einbezogenen Leasingzahlungen umfassen:

  • feste Zahlungen, einschließlich de facto fester Zahlungen,
  • variable Leasingzahlungen, die an einen Index oder (Zins-)Satz gekoppelt sind, erstmalig bewertet anhand des am Bereitstellungsdatum gültigen Indexes bzw. (Zins-)Satzes,
  • Beträge, die aufgrund einer Restwertgarantie voraussichtlich zu zahlen sind, und
  • den Ausübungspreis einer Kaufoption, wenn es hinreichend sicher ist, dass sie ausgeübt wird, sowie Strafzahlungen für eine vorzeitige Kündigung des Leasingverhältnisses, es sei denn, es ist hinreichend sicher, dass keine vorzeitige Kündigung erfolgt.

Die Leasingverbindlichkeit wird zum fortgeführten Buchwert unter Nutzung der Effektivzinsmethode bewertet. Sie wird neu bewertet, wenn

  • sich die künftigen Leasingzahlungen aufgrund einer Index- oder (Zins-)Satzänderung verändern,
  • im Konzern die Schätzung zu den voraussichtlichen Zahlungen im Rahmen einer Restwertgarantie angepasst wird,
  • im Konzern die Einschätzung über die Ausübung einer Kauf-, Verlängerungs- oder Kündigungsoption geändert wird oder
  • sich eine de facto feste Leasingzahlung ändert.

Bei einer solchen Neubewertung der Leasingverbindlichkeit wird eine entsprechende Anpassung des Buchwerts des Nutzungsrechts vorgenommen bzw. wird diese erfolgswirksam vorgenommen, wenn sich der Buchwert des Nutzungsrechts auf null verringert hat.

In der Konzernbilanz werden Nutzungsrechte in den Sachanlagen und Leasingverbindlichkeiten in den anderen finanziellen Schulden ausgewiesen.

Kurzfristige Leasingverhältnisse und Leasingverhältnisse, denen Vermögenswerte von geringem Wert zugrunde liegen

Im Konzern wird von dem Wahlrecht Gebrauch gemacht, Nutzungsrechte und Leasingverbindlichkeiten für Leasingverhältnisse, denen Vermögenswerte von geringem Wert zugrunde liegen, sowie für kurzfristige Leasingverhältnisse nicht anzusetzen. Im Konzern werden die mit diesen Leasingverhältnissen in Zusammenhang stehenden Leasingzahlungen über die Laufzeit des Leasingverhältnisses linear als Aufwand erfasst.

Leasinggeber

Wenn die Konzerngesellschaften als Leasinggeber auftreten, stufen sie bei Vertragsbeginn jedes Leasingverhältnis entweder als Finanzierungsleasing oder als Operating-Leasingverhältnis ein. Zur Einstufung eines Leasingverhältnisses wird eine Gesamteinschätzung vorgenommen, ob mit dem Leasingverhältnis im Wesentlichen alle Risiken und Chancen übertragen werden. Wenn dies der Fall ist, wird das Leasingverhältnis als Finanzierungsleasing eingestuft; wenn nicht, handelt es sich um ein Operating-Leasingverhältnis.

Bezüglich im Eigentum stehender Vermögenswerte, die vermietet werden, unterscheiden sich die für die Konzerngesellschaften als Leasinggeber anzuwendenden Rechnungslegungsmethoden nach IFRS 16 nicht von den Vorgaben des IAS 17 (s. u.). Eine wesentliche Änderung ergibt sich bei Untermietverhältnissen, die aufgrund der Neuregelung des IFRS 16.B58 neu zu beurteilen sind: Der Leasinggeber stuft das Unterleasingverhältnis auf Grundlage seines Nutzungsrechts aus dem Hauptleasingverhältnis und nicht auf Basis des zugrunde liegenden Vermögenswerts ein. Wenn es sich bei dem Hauptleasingverhältnis um ein kurzfristiges Leasingverhältnis handelt, auf das die Konzerngesellschaften die oben beschriebene Ausnahme anwenden, stufen sie das Unterleasingverhältnis als Operating-Leasingverhältnis ein.

Bei Vertragsbeginn oder bei Änderung eines Vertrags, der eine Leasingkomponente enthält, wird das vertraglich vereinbarte Entgelt auf Basis der relativen Einzelveräußerungspreise aufgeteilt.

Wenn eine Vereinbarung Leasing- und Nichtleasingkomponenten enthält, wenden die Konzerngesellschaften IFRS 15 zur Aufteilung des vertraglich vereinbarten Entgelts an.

Erfolgt die (Unter-)Vermietung im Rahmen eines Finanzierungsleasings, werden die Ausbuchungs- und Wertminderungsvorschriften von IFRS 9 auf die Nettoinvestition in das Leasingverhältnis angewendet. Die bei der Berechnung der Bruttoinvestition in das Leasingverhältnis angesetzten geschätzten, nicht garantierten Restwerte werden im Konzern regelmäßig überprüft. Die Zugangsbewertung erfolgt zum Barwert der zukünftigen Leasingzahlungen. Die Folgebewertung erfolgt durch Berücksichtigung planmäßiger Zins- und Tilgungsleistungen.

Wertminderungen bei Leasingforderungen werden unter Anwendung des vereinfachten Wertminderungsmodells nach IFRS 9 vorgenommen. Hiernach wird der über die Restlaufzeit erwartete Kreditverlust bereits bei Erstansatz erfolgswirksam erfasst. Erhebliche finanzielle Schwierigkeiten eines Schuldners, eine erhöhte Wahrscheinlichkeit einer Insolvenz oder eines sonstigen Sanierungsverfahrens sowie ein Vertragsbruch (wie z. B. ein Ausfall oder ein Verzug von Zins- und Tilgungszahlungen) gelten als objektive Hinweise für eine Wertminderung. Das Vorliegen solcher objektiven Hinweise führt zu einer Einzelwertberichtigung der Forderungen im vereinfachten stufenbasierten Modell.

Vor dem 1. Januar 2019 angewandte Methode

Leasingvereinbarungen, die dem Leasingnehmer alle wesentlichen mit dem Eigentum verbundenen Chancen und Risiken eines Vermögenswerts übertragen, wurden als Finanzierungsleasing bilanziert. Im Wege des Finanzierungsleasings gemietete Sachanlagen wurden im Zugangszeitpunkt in Höhe des beizulegenden Zeitwerts bzw. des niedrigeren Barwerts der Mindestleasingraten angesetzt. Die Abschreibungen erfolgten planmäßig linear über die voraussichtliche Nutzungsdauer oder über die kürzere Vertragslaufzeit, wenn der Eigentumsübergang am Ende der Laufzeit des Leasingverhältnisses nicht hinreichend sicher war. Der Barwert der aus den zukünftigen Leasingraten resultierenden Zahlungsverpflichtungen wurde unter den Finanzschulden ausgewiesen.

Nach IAS 17 musste bei Immobilien der Gebäudeanteil und der Grundstücksanteil jeweils getrennt einem Test auf Finanzierungsleasing unterzogen werden. Da das Grundstück eine unendliche Nutzungsdauer aufweist, erfolgte für diesen Anteil nur in Ausnahmefällen eine Bilanzierung als Finananzierungsleasing. Daher wurden in den meisten Fällen die Grundstücksanteile als Operating-Leasing ausgewiesen.

Alle übrigen Leasinggeschäfte, bei denen die wesentlichen mit dem Eigentum verbundenen Chancen und Risiken eines Vermögenswerts nicht übertragen wurden, wurden als Operating-Leasingverhältnisse bilanziert. Im Zusammenhang mit einem Operating-Leasingverhältnis geleistete oder erhaltene Zahlungen wurden grundsätzlich linear über die Dauer des Leasingverhältnisses in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Eventualschulden und -forderungen

Eine Eventualschuld ist eine mögliche Verpflichtung, die aus vergangenen Ereignissen resultiert und deren Existenz durch das Eintreten oder Nichteintreten von künftigen Ereignissen, die nicht vollständig unter der Kontrolle des Unternehmens stehen, erst noch bestätigt wird. Daneben zählen auch bestehende Verpflichtungen, die aus vergangenen Ereignissen resultieren, zu den Eventualschulden, wenn für diese keine Rückstellung passiviert wurde, weil der Abfluss wirtschaftlicher Ressourcen nicht wahrscheinlich ist oder nicht verlässlich geschätzt werden kann. Sofern die Möglichkeit eines Abflusses von Ressourcen mit wirtschaftlichem Nutzen nicht unwahrscheinlich ist, erfolgt eine Angabe im Anhang. Eventualschulden werden ausschließlich im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen passiviert.

Eventualforderungen werden nicht bilanziert, sondern nur im Anhang erläutert.

Bilanzierung von derivativen Finanzinstrumenten und Sicherungsbeziehungen

Im Konzernabschluss werden unter den sonstigen finanziellen Vermögenswerten und den sonstigen finanziellen Schulden neben originären Finanzinstrumenten unter anderem auch derivative Finanzinstrumente ausgewiesen.

Derivative Finanzinstrumente werden erstmalig am Tag des Vertragsabschlusses mit ihrem beizulegenden Zeitwert angesetzt und in den Folgeperioden zum beizulegenden Zeitwert bewertet.

Die ergebniswirksame oder ergebnisneutrale Erfassung von Änderungen des beizulegenden Zeitwerts hängt grundsätzlich davon ab, ob das Derivat als Sicherungsinstrument in einer Sicherungsbeziehung unter Anwendung von hedge accounting designiert wurde und, wenn dies der Fall ist, von dem abgesicherten Grundgeschäft.

Die einbezogenen Unternehmen designieren bestimmte Derivate entweder als

  • Sicherung des beizulegenden Zeitwerts eines bilanzierten Vermögenswerts, einer bilanzierten Schuld oder einer festen Unternehmensverpflichtung (fair value hedge) oder
  • Sicherung der Cashflows eines bilanzierten Vermögenswerts, einer bilanzierten Schuld oder einer mit hoher Wahrscheinlichkeit erwarteten Transaktion (Cashflow hedge).

Bei Designation der Derivate werden die Sicherungsbeziehung zwischen Sicherungsinstrument und Grundgeschäft sowie die Risikomanagementstrategie und -ziele dokumentiert.

Dazu zählen sowohl die konkrete Zuordnung der Sicherungsinstrumente zu den entsprechenden Vermögenswerten bzw. Verbindlichkeiten oder (fest vereinbarten/erwarteten) künftigen Transaktionen als auch die Einschätzung des Grads der Wirksamkeit (Effektivität) der eingesetzten Sicherungsinstrumente. Bestehende Sicherungsbeziehungen werden fortlaufend auf ihre Wirksamkeit hin überwacht. Sind die Voraussetzungen für die Anwendung von hedge accounting nicht mehr erfüllt, wird die Sicherungsbeziehung umgehend aufgelöst.

a) Cashflow hedge

Der Konzern setzt Cashflow hedges zur Absicherung gegen das Risiko ergebniswirksamer Schwankungen von Zahlungsströmen aus erfassten Vermögenswerten, erfassten Schulden oder höchstwahrscheinlich vorgesehenen Transaktionen ein.

Der effektive Teil der Änderungen des beizulegenden Zeitwerts von Derivaten, die für eine Absicherung des Cashflows bestimmt sind und qualifizierte Sicherungsinstrumente darstellen, wird im Eigenkapital erfasst.

Dabei wird zwischen Änderungen aus designierten und aus der Sicherungsbeziehung ausgeschlossenen Wertkomponenten der Sicherungsinstrumente unterschieden. Für Devisenderivate wurde neben den Fremdwährungs-Basis-Spreads zudem die Terminkomponente des Sicherungsgeschäfts nicht designiert.

Die effektiven Wertänderungen der ausgeschlossenen Komponenten des beizulegenden Zeitwerts werden erfolgsneutral in der Rücklage für Absicherungskosten erfasst. Die effektiven Wertänderungen der designierten Komponenten werden in der Rücklage für designierte Risikokomponenten ausgewiesen.

Resultierende Ineffektivitäten der designierten und ausgeschlossenen Komponenten werden dagegen direkt erfolgswirksam im Periodenergebnis erfasst.

Führt das gesicherte Grundgeschäft zum Ansatz eines nicht finanziellen Vermögenswerts oder einer nicht finanziellen Schuld, werden die bis dahin im sonstigen Ergebnis erfassten effektiven Wertänderungen des Sicherungsinstruments direkt in die ursprünglichen Anschaffungskosten bzw. in den Buchwert des Vermögenswerts bzw. der Schuld einbezogen. Kommt es nicht zum Ansatz eines nicht finanziellen Vermögenswerts oder einer nicht finanziellen Schuld, werden die im Eigenkapital erfassten Beträge in der Periode in die Gewinn- und Verlustrechnung umgebucht und als Ertrag oder Aufwand erfasst, in der das abgesicherte Grundgeschäft ergebniswirksam wird.

Wenn ein Sicherungsinstrument ausläuft, veräußert wird oder die Sicherungsbeziehung nicht mehr die Kriterien gemäß IFRS 9 für die Bilanzierung als Cashflow hedge erfüllt, so verbleibt der kumulierte Gewinn oder Verlust im Eigenkapital. Der im Eigenkapital erfasste Gewinn oder Verlust wird erst dann erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst, wenn die zugrunde liegende erwartete Transaktion eintritt. Wird der Eintritt der zukünftigen Transaktion nicht länger erwartet, werden die kumulierten Gewinne oder Verluste, die im Eigenkapital erfasst wurden, sofort in die Gewinn- und Verlustrechnung umgebucht.

Das Ersetzen oder Fortsetzen eines Sicherungsinstruments durch ein anderes gilt nicht als Auslaufen oder Beendigung der Sicherungsbeziehung, vorausgesetzt die dokumentierte Sicherungsstrategie sieht ein derartiges Ersetzen oder Fortsetzen vor. Die Novation eines Sicherungsinstruments auf eine zentrale Gegenpartei führt ebenfalls nicht zu einer Auflösung der Sicherungsbeziehung, wenn die Novation aufgrund gesetzlicher Änderungen erfolgt oder durch die Novation die zentrale Gegenpartei der Vertragspartner aller Parteien des jeweiligen Derivatvertrags wird. Weiterhin darf es keine Änderungen an den Vertragsbedingungen des ursprünglichen Derivats geben, abgesehen von Änderungen, die notwendige Folge der Novation sind.

b) Derivate, die nicht als Sicherungsinstrument designiert sind

Bestimmte derivative Finanzinstrumente wie geschriebene Optionen erfüllen nicht die Voraussetzungen für die Anwendung von hedge accounting nach IFRS 9. Zudem bestehen derivative Finanzinstrumente, wie Devisentermingeschäfte und -swaps, die nicht oder nur teilweise als Sicherungsgeschäft unter Anwendung von hedge accounting designiert sind. Etwaige Änderungen des beizulegenden Zeitwerts nicht designierter Derivate oder Anteile hiervon werden direkt in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Dabei richtet sich der Ausweis des Bewertungsergebnisses nach dem Ergebnisausweis der ökonomisch zugrunde liegenden gesicherten Geschäfte.

Sofern Devisenderivate zur ökonomischen Sicherung von Fremdwährungsdarlehen eingesetzt werden, werden die Ergebnisse aus der Marktwertveränderung der freistehenden Derivate im Finanzergebnis ausgewiesen. Bewertungsergebnisse aus freistehenden Derivaten, die zur ökonomischen Sicherung von Wareneinkäufen in Fremdwährung oder zur Sicherung von Fremdwährungsschulden aus Hoteleinkäufen abgeschlossen werden, werden unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen und Erträgen ausgewiesen.

Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts

Der beizulegende Zeitwert eines spezifischen Vermögenswerts bzw. einer Schuld ist der Veräußerungspreis einer zum Bewertungsstichtag angenommenen hypothetischen Transaktion (Verkauf/Übertragung) zwischen Marktteilnehmern zu den vorherrschenden Marktbedingungen auf dem vorrangigen oder vorteilhaftesten Markt.

Zur Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts sind markt-, kosten- und ertragsorientierte Bewertungsmodelle anwendbar. Hierbei wird eine dreistufige Bewertungshierarchie für die zugrunde gelegten Inputfaktoren unterstellt: Level-1-Inputfaktoren sind nicht-angepasste börsennotierte Kurse und Marktpreise auf dem aktiven vorrangigen oder vorteilhaftesten Markt für identische Vermögenswerte und Schulden, auf die die bilanzierende Einheit zum Bewertungsstichtag zugreifen kann. Level-2-Inputfaktoren sind über die gesamte Laufzeit des Vermögenswerts oder der Schuld direkt oder indirekt beobachtbare Marktdaten. Level-3-Inputfaktoren sind nicht-beobachtbare Parameter (nicht marktbasiert) und nur einzusetzen, wenn keine beobachtbaren Parameter vorliegen.

Der beizulegende Zeitwert von Zinsswaps berechnet sich aus dem Barwert der geschätzten zukünftigen Zahlungsströme. Der beizulegende Zeitwert von Fremdwährungstermingeschäften wird unter Anwendung der Devisenterminkurse am Bilanzstichtag ermittelt und abgezinst.

Für derivative Finanzinstrumente ohne Optionskomponente, dazu zählen Termingeschäfte und Zinsswaps, werden zukünftige Zahlungsströme anhand von Terminkurven ermittelt. Der fair value dieser Instrumente entspricht der Summe der diskontierten Zahlungsströme. Die Optionen auf Währungspaare werden auf der Basis von marktüblichen Optionspreismodellen bewertet.

Bei Forderungen und Schulden aus Lieferungen und Leistungen wird angenommen, dass der Nominalbetrag abzüglich Wertberichtigungen und gegebenenfalls unter Berücksichtigung von Abzinsungen dem beizulegenden Zeitwert entspricht.

Bei der Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts wird grundsätzlich der Einfluss des Kreditrisikos berücksichtigt.

Zur Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts von als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien werden anerkannte kapitalwertorientierte Bewertungsverfahren angewendet.

Ertrags- und Aufwandsrealisierung

Umsatzerlöse werden nach dem fünfstufigen Modell des IFRS 15 erfasst:

  • Identifizierung des Vertrags,
  • Identifizierung der einzelnen Leistungsverpflichtungen,
  • Bestimmung des Transaktionspreises,
  • Aufteilung des Transaktionspreises,
  • Umsatzrealisierung bei Erfüllung der Leistungsverpflichtungen.

Grundsätzlich werden die Umsatzerlöse erst realisiert, wenn die Verfügungsgewalt der Leistungsverpflichtung auf den Kunden übertragen wurde.

Umsatzerlöse aus dem Verkauf von Waren an Groß- und Einzelhändler sowie an die einzelnen Kunden werden erfasst, wenn Produkte an einen Kunden geliefert wurden, der Kunde die Ware angenommen hat und die Einbringlichkeit der entstehenden Forderung als ausreichend sicher anzusehen ist. Boni, Skonti sowie Rabatte werden vom Transaktionspreis in Abzug gebracht, die entsprechenden Umsatzerlöse werden somit netto ausgewiesen. Die variablen Bestandteile des Preises, wie z. B. Boni, werden anhand von vergangenheitsorientierten und prognostizierten Umsatzschwellen geschätzt. Erträge aus zeitraumbezogenen Leistungsverpflichtungen, wie z. B. der Erbringung von Dienstleistungen, werden entsprechend dem Leistungsfortschritt im Verhältnis von erbrachter zur zu erbringenden Dienstleistung in dem Geschäftsjahr der Erbringung erfasst. Auf die Angabe zur Gesamthöhe des Transaktionspreises, der den zum Ende der Berichtsperiode nicht oder teilweise nicht erfüllten Leistungsverpflichtungen zugeordnet wird, wurde verzichtet, da die Leistungsverpflichtungen im Wesentlichen Teil von Verträgen mit einer erwarteten ursprünglichen Laufzeit von maximal einem Jahr sind.

Im Geschäftsfeld Touristik werden sowohl Pauschal- als auch Bausteinreisen angeboten. In beiden Produktarten werden signifikante Integrationsleistungen erbracht, um dem Kunden eine Reise zu verkaufen. Insbesondere aufgrund dieser Integrationsleistungen handelt es sich bei der Reise nur um eine einzige Leistungsverpflichtung. Die Umsatzerlöse für stichtagsübergreifende Reisen werden anteilig vereinnahmt und die anteiligen Aufwendungen entsprechend berücksichtigt. Die Vertriebsprovisionen von Reisebüros werden netto vereinnahmt.

Kundenbindungsprogramme gelten gemäß IFRS 15 als wesentliches Recht, einen Prämienanspruch oder eine Vergünstigung auf einen zukünftigen Einkauf zu erhalten. Sofern Kundenbindungsprogramme bestehen, werden die Umsatzerlöse anteilig auf Basis relativer Einzelveräußerungspreise gekürzt. Das Recht gilt als eigenständige Leistungsverpflichtung und wird somit als Vertragsverbindlichkeit abgegrenzt. Mit der Erbringung der Prämienleistung werden diese zunächst abgegrenzten Umsatzerlöse realisiert.

Soweit Waren mit einer Verpflichtung zur Rücknahme verkauft werden, werden die Umsatzerlöse gem. IFRS 15 zu jedem Stichtag mit der potenziellen Rückgabewahrscheinlichkeit als Rückerstattungsverpflichtung angesetzt. Im Gegenzug wird ein Recht auf Rückerhalt dieser Waren aktiviert. Mit dem Auslaufen des Rückgaberechts werden beide zuvor abgegrenzte Posten realisiert. Der Konzern gewährt grundsätzlich keine wesentlichen Finanzierungen zum Kauf von Waren oder Dienstleistungen. Die durchschnittlichen Zahlungsziele variieren dabei zwischen den Geschäftsfeldern. Während im Handel durchschnittliche Zahlungsziele von bis zu 8 Tagen gewährt werden, werden im Geschäftsfeld Touristik Vorauszahlungen bei Bestellung von ein bis vier Wochen vor Reiseantritt verlangt, die sofort fällig sind.

Die Vereinnahmung von Dividenden erfolgt mit Entstehen des Rechtsanspruchs.

Die Erfassung von Zinserträgen und -aufwendungen erfolgt zeitproportional unter Berücksichtigung der Effektivverzinsung.

Bei Transportleistungen wird geprüft, ob es sich dabei um eine Leistung als Prinzipal (Bruttoausweis der Umsatzerlöse) oder Agent (Nettoausweis der Umsatzerlöse) handelt.