REWE Group
Geschäftsbericht 2019

Allgemeine Grundlagen und Methoden des Zusammengefassten Abschlusses

3. KONSOLIDIERUNG

Konsolidierungsgrundsätze

Der Konzernabschluss wird in Übereinstimmung mit den nachfolgend dargestellten Konsolidierungsmethoden aufgestellt.

a) Tochterunternehmen

Tochterunternehmen sind grundsätzlich alle Unternehmen, bei denen die RZF aufgrund direkt oder indirekt bestehender substanzieller Rechte über die Möglichkeit verfügt, die maßgeblichen Geschäftsaktivitäten dieser Unternehmen zu steuern, um variable Rückflüsse zu erzielen (beherrschte Unternehmen). Bei der Beurteilung, ob Beherrschung vorliegt, werden Existenz und Auswirkung potenzieller Stimmrechte, die aktuell ausübbar oder umwandelbar sind, berücksichtigt.

Tochterunternehmen werden grundsätzlich von dem Zeitpunkt an in den Konzernabschluss einbezogen (Vollkonsolidierung), zu dem die Beherrschung direkt oder indirekt auf die RZF übergegangen ist. Sie werden zu dem Zeitpunkt entkonsolidiert, zu dem die Beherrschung endet. Tochterunternehmen, die als zur Veräußerung gehalten klassifiziert wurden, werden nach den Regelungen für zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte, Veräußerungsgruppen und aufgegebene Geschäftsbereiche bilanziert.

Die Bilanzierung erworbener Tochterunternehmen erfolgt nach der Erwerbsmethode. Die Anschaffungskosten des Erwerbs entsprechen dem zum Transaktionszeitpunkt beizulegenden Zeitwert der hingegebenen Vermögenswerte, der ausgegebenen Eigenkapitalinstrumente und der entstandenen bzw. übernommenen Schulden. Mit dem Unternehmenszusammenschluss verbundene Kosten werden stets als Aufwand behandelt, unabhängig davon, ob sie direkt zurechenbar sind oder nicht. Im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses identifizierbare Vermögenswerte, Schulden und Eventualschulden werden bei der Erstkonsolidierung mit ihren zum Erwerbszeitpunkt beizulegenden Zeitwerten unabhängig vom Umfang der Anteile anderer Gesellschafter bewertet.

Der Überschuss der Anschaffungskosten des Erwerbs über das zum beizulegenden Zeitwert bewertete anteilige erworbene Nettovermögen wird als Geschäfts- oder Firmenwert angesetzt. Sind die Anschaffungskosten geringer als das zum beizulegenden Zeitwert bewertete Nettovermögen des erworbenen Tochterunternehmens, wird der Unterschiedsbetrag nach nochmaliger Prüfung der Bewertung direkt in der Gewinn- und Verlustrechnung unter dem Posten „Sonstige betriebliche Erträge“ erfasst.

Transaktionen und daraus resultierende Gewinne zwischen Unternehmen, die in den Konzernabschluss einbezogen werden, werden eliminiert. Verluste werden ebenso eliminiert, es sei denn, die Transaktion deutet auf eine Wertminderung des übertragenen Vermögenswerts hin.

Die in die Konsolidierung einbezogenen Abschlüsse der in- und ausländischen Tochterunternehmen werden nach einheitlichen Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden aufgestellt.

b) Gemeinschaftsunternehmen und gemeinschaftliche Tätigkeiten

Gemeinsame Vereinbarungen, über die die RZF direkt oder indirekt mit einem oder mehreren Partnern aufgrund einer vertraglichen Vereinbarung gemeinschaftliche Führung ausübt, werden als Gemeinschaftsunternehmen oder gemeinschaftliche Tätigkeiten in den Konzernabschluss einbezogen. Gemeinschaftliche Tätigkeiten liegen derzeit nicht vor. Gemeinschaftsunternehmen werden mittels der Equity-Methode im Konzernabschluss bewertet. Zur Vorgehensweise der Bilanzierung nach der Equity-Methode wird im Grundsatz auf die nachfolgenden Erläuterungen zu den assoziierten Unternehmen verwiesen. Die Erfassung erfolgt von dem Zeitpunkt an, ab dem die gemeinschaftliche Führung ausgeübt werden kann, bis zu dem Zeitpunkt, an dem die gemeinschaftliche Führung endet. Gemeinschaftsunternehmen, die als zur Veräußerung gehalten klassifiziert wurden, werden nach den Regelungen für zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte, Veräußerungsgruppen und aufgegebene Geschäftsbereiche bilanziert. Unternehmen, bei denen trotz entsprechender Stimmrechtsquote keine gemeinschaftliche Beherrschung ausgeübt werden kann, werden als assoziierte Unternehmen oder als sonstige Beteiligungen eingestuft.

c) Assoziierte Unternehmen

Ein Unternehmen, bei dem der Konzern die Möglichkeit hat, die finanz- und geschäftspolitischen Entscheidungen maßgeblich zu beeinflussen und an dem er direkt oder indirekt regelmäßig einen Stimmrechtsanteil von 20 bis 50 Prozent besitzt, wird als assoziiertes Unternehmen eingestuft und im Konzernabschluss nach der Equity-Methode bewertet. Die Equity-Methode findet keine Anwendung, wenn ein assoziiertes Unternehmen als zur Veräußerung gehalten klassifiziert wurde. Ein Unternehmen, an dem der Stimmrechtsanteil bei 20 Prozent oder mehr liegt, auf dessen finanz- und geschäftspolitische Entscheidungen aber dennoch kein maßgeblicher Einfluss möglich ist, wird als sonstige Beteiligung eingestuft. Diese Anteile werden unter den langfristigen finanziellen Vermögenswerten ausgewiesen und grundsätzlich zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Kann der beizulegende Zeitwert nicht verlässlich ermittelt werden, stellen die fortgeführten Anschaffungskosten den besten Schätzwert dar.

Die Aufnahme in den Kreis der nach der Equity-Methode bilanzierten assoziierten Unternehmen erfolgt grundsätzlich zu dem Zeitpunkt, ab dem ein maßgeblicher Einfluss auf ein Unternehmen erstmalig ausgeübt werden kann. Ein Unternehmen wird ab dem Zeitpunkt, von dem an kein maßgeblicher Einfluss mehr ausgeübt werden kann, nicht mehr nach der Equity-Methode in den Konzernabschluss einbezogen. Ein assoziiertes Unternehmen, das als zur Veräußerung gehalten klassifiziert wurde, wird nach den Regelungen für zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte, Veräußerungsgruppen und aufgegebene Geschäftsbereiche bilanziert.

Die Beteiligung an einem assoziierten Unternehmen wird anfänglich mit ihren Anschaffungskosten angesetzt. Die Anschaffungskosten reflektieren neben dem anteiligen Nettovermögen, den aufgedeckten stillen Reserven und stillen Lasten auch einen gezahlten Aufpreis in Form eines Geschäfts- oder Firmenwerts. Ein negativer Unterschiedsbetrag wird sofort ergebniswirksam erfasst. Bei Anhaltspunkten für eine Wertminderung des nach der Equity-Methode bilanzierten Unternehmens unterliegt der Equity-Ansatz zur Gänze einem Werthaltigkeitstest. Eine spätere Wertaufholung bezieht sich ebenfalls auf den gesamten Equity-Ansatz.

Der Anteil des Konzerns an einem assoziierten Unternehmen beinhaltet den beim Erwerb identifizierten Geschäfts- oder Firmenwert, Folgewirkungen aus der Fortschreibung stiller Reserven und Lasten sowie anteilige Gewinne und Verluste des assoziierten Unternehmens ab dem Zeitpunkt des Erwerbs abzüglich der aus Werthaltigkeitstests des Equity-Ansatzes resultierenden kumulierten Wertminderungen.

Im Rahmen der Folgekonsolidierung erhöht oder verringert sich der Bilanzansatz entsprechend dem auf den Konzern entfallenden Anteil am Periodenergebnis des assoziierten Unternehmens. Unmittelbar im Eigenkapital des assoziierten Unternehmens erfasste Änderungen werden im Konzernabschluss in Höhe des Anteils des Konzerns ebenfalls unmittelbar im Eigenkapital erfasst. Sind der Beteiligungsbuchwert sowie andere ungesicherte Forderungen des Konzerns aufgrund anteiliger Verluste des assoziierten Unternehmens vollständig wertberichtigt, erfasst der Konzern keine weiteren Verluste, es sei denn, er ist eine rechtliche oder faktische Verpflichtung eingegangen oder hat für das assoziierte Unternehmen Zahlungen geleistet.

Wesentliche „Upstream“- und „Downstream“-Transaktionen und daraus resultierende Gewinne zwischen Unternehmen des Konzerns einerseits und einem assoziierten Unternehmen oder Gemeinschaftsunternehmen andererseits werden eliminiert. Wesentliche Verluste werden ebenso eliminiert, es sei denn, die Transaktion deutet auf eine Wertminderung des übertragenen Vermögenswerts hin.

Zur Gewährleistung einer einheitlichen Bilanzierung werden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden assoziierter Unternehmen in erforderlichem Maße geändert.

Konsolidierungsgrundsätze im Rahmen von Auf- und Abstockungen

a) Erlangung einer Beherrschung durch sukzessive Anteilserwerbe

Wird durch einen sukzessiven Anteilserwerb erstmals ein Beherrschungsverhältnis begründet, erfolgt zum Zeitpunkt des Erwerbs eine Aufwärtskonsolidierung. Dabei werden zunächst die bisher gehaltenen Anteile ergebniswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Anschließend erfolgt eine Erstkonsolidierung auf Basis der beizulegenden Zeitwerte aller erworbenen Anteile. Zusammen mit der übertragenen Gegenleistung für die zuletzt erworbenen Anteile, dem Betrag aller Anteile anderer Gesellschafter sowie dem Nettovermögen des Tochterunternehmens bildet der neubewertete Anteil die Berechnungsgrundlage für einen zu ermittelnden Geschäfts- oder Firmenwert bzw. negativen Unterschiedsbetrag.

Wurden die bisher gehaltenen Anteile als Eigenkapitalinstrumente eingestuft, für welche die fair value-Option ausgeübt wurde, so sind die im Eigenkapital erfassten Änderungen des beizulegenden Zeitwertes erfolgsneutral in die Gewinnrücklagen umzugliedern.

Beim Übergang von der Equity-Methode zur Vollkonsolidierung wird der bisher nach der Equity-Methode bilanzierte Anteil ebenfalls ergebniswirksam zum beizulegenden Zeitwert neubewertet. Im Eigenkapital ergebnisneutral erfasste Rücklagen werden so aufgelöst, als sei die bisher gehaltene Beteiligung veräußert worden. Bei einer Veräußerung bestimmt sich die Auflösung dieser Rücklagen nach den Regeln der Einzelstandards, nach denen sie gebildet wurden.

b) Verlust der Beherrschung mit Rückbehalt von Anteilen

Bei Verlust der Beherrschung erfolgt eine ergebniswirksame Entkonsolidierung der abgehenden Anteile. Gleichzeitig werden auch ergebnisneutral im Eigenkapital erfasste Beträge, die diese Beteiligung betreffen, abhängig von den Regeln der Einzelstandards, nach denen diese Rücklagen gebildet wurden, entweder ergebniswirksam realisiert oder in andere Gewinnrücklagen umgegliedert. Ein verbleibender Anteil an dem Unternehmen wird zum Zeitpunkt des Abwärtswechsels im Konzernabschluss ergebniswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Seine Bilanzierung in den Folgeperioden erfolgt nach den Regelungen für Finanzinstrumente, für assoziierte Unternehmen oder für Gemeinschaftsunternehmen.

c) Aufstockungen oder Abstockungen ohne Verlust der Beherrschungsmöglichkeit

i) Aufstockungen der Anteile an beherrschten Unternehmen

Erwerbe von Anteilen an einem Tochterunternehmen, dessen Beherrschung dem Konzern bereits vor dem Erwerbsvorgang direkt oder indirekt möglich war, werden als Eigenkapitaltransaktionen zwischen den Gesellschaftern bilanziert. Ein aus solchen Erwerben resultierender Unterschiedsbetrag zwischen dem Kaufpreis und dem Anteil, der den Anteilen anderer Gesellschafter bisher am Nettovermögen zuzurechnen war, wird ergebnisneutral im Eigenkapital des Konzernabschlusses erfasst.

ii) Abstockungen von Anteilen an beherrschten Unternehmen

Die Veräußerung von Anteilen an einem Tochterunternehmen ohne Verlust der Beherrschung wird analog zur Aufstockung von Mehrheitsbeteiligungen als reine Eigenkapitaltransaktion behandelt. Infolgedessen werden aus Verkäufen an andere Gesellschafter resultierende Differenzen, die sich zwischen dem Verkaufserlös und dem entsprechenden Anteil am Buchwert des Reinvermögens der Tochtergesellschaft ergeben, ebenfalls ergebnisneutral im Eigenkapital des Konzernabschlusses erfasst.

Konsolidierungskreis

In den Konzernabschluss wurden im Berichtsjahr insgesamt 415 (Vorjahr: 394) Tochterunternehmen einbezogen, davon 266 (Vorjahr: 245) inländische und 149 (Vorjahr: 149) ausländische.

Veränderung des Konsolidierungskreises im Geschäftsjahr 2019
Vollkonsolidierte TochterunternehmenInlandAuslandGesamt
Stand zum 01.01.2019245149394
Zugänge30838
 davon Neugründungen oder Erstkonsolidierungen bereits beherrschter Unternehmen11314
 davon Erwerbe19524
Abgänge 9817
 davon Verschmelzungen, Anwachsungen oder Liquidationen459
 davon Veräußerungen538
Stand zum 31.12.2019266149415

Erläuterung zu Veränderungen des Konsolidierungskreises

Im Berichtsjahr erstmalig in den Konsolidierungskreis einbezogene Unternehmen
Nr.Name, Sitz
Inland
1.bestkauf SB Warenhäuser GmbH, Köln*
2.Centor-Warenhandels-GmbH, Köln*
3.DER Touristik Hotels & Resorts Franchise GmbH, Köln
4.HLS Handel und Lager Service Gesellschaft mbH, Köln*
5.ja-Lebensmittelvertriebsgesellschaft mbH, Köln*
6.REWE - Aktiengesellschaft, Köln*
7.REWE Beteiligungsgenossenschaft eG. Nord, Köln
8.REWE Card GmbH, Köln*
9.REWE-Centermanagement und Verwaltungs GmbH, Köln*
10.REWE Convenience Holding SE, Köln*
11.REWE Convenience Verwaltungs SE, Köln*
12.REWE Digital Verticals GmbH, Köln
13.REWE-GROSSHANDEL Oberbayerische Lebensmittel Einkaufsgenossenschaft eG, Eching
14.REWE Group Buying GmbH, Köln*
15.REWE-HANDELSGRUPPE GmbH, Köln*
16.REWE Immobilien 2 GmbH & Co. KG, Köln*
17.REWE Immobilien 3 Beteiligungs GmbH & Co. KG, Köln
18.REWE-Immobilien-Beteiligungs-Verwaltungs GmbH, Köln*
19.REWE Lebensmittel-Großhandel eG, Köln*
20.REWE Märkte 71 GmbH, Köln
21.REWE Märkte 72 GmbH, Köln
22.REWE Märkte 73 GmbH, Köln
23.REWE-Unterstützungsverein für Kaufleute e.V., Köln
24.REWE Verkaufsgesellschaft mit beschränkter Haftung, Köln*
25.Rewe-Verlag Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Köln*
26.REWE Warenhandelsgesellschaft mbH, Köln*
27.REWE - Zentral-Aktiengesellschaft, Köln*
28.REWE-ZENTRALFINANZ eG und REWE-Zentral AG GbR, Köln*
29.Wilhelm Brandenburg Vertriebs GmbH, Frankfurt am Main
30.ZooRoyal Petcare GmbH, Köln
  • * Erwerbe
Nr.Name, Sitz
 Ausland
1.DTS Cyprus Ltd, Agios Athanasios
2.GO VACATION (CAMBODIA) CO., LTD., Pnomh Penh
3.K 2 Liegenschaftsverwertungsgesellschaft mbH, Klagenfurt*
4.Online Travel Information Services AG, Koblenz
5.REWE Far East Limited, Hongkong*
6.REWE Group Buying Italy S.r.l., Vallese di Oppeano*
7.REWE Services Shanghai Co., Ltd., Shanghai*
8.Travel Brands S.A., Bukarest*
  • * Erwerbe
Im Berichtsjahr aufgrund von Verschmelzungen, Anwachsungen, Liquidationen oder Veräußerungen entkonsolidierte Unternehmen
Nr.Name, Sitz
 Inland
1.ATLAS/RVS Reisebüro Verwaltungs Service GmbH, Berlin*
2.ATLAS REISEN GmbH, Berlin*
3.commercetools GmbH, München*
4.coop Logistik GmbH, Kiel*
5.Hanseat Reisebüro GmbH, Berlin*
6.Kontra Warenhaus-Einkaufs- und Verwaltungs GmbH, Köln
7.Supermärkte Nord Vertriebs GmbH & Co. KG, Kiel
8.Supermärkte Nord Verwaltungs GmbH, Kiel
9.WISUS Beteiligungs GmbH & Co. Sechste Vermietungs-KG, Pullach i. Isartal
  • * Veräußerungen
Nr.Name, Sitz
 Ausland
1.Club Calimera Fuerteventura Playa S.L.U., Palma de Mallorca
2.commercetools B.V., Amsterdam*
3.commercetools Inc., New York*
4.DER Touristik Hotels Spain S.L., Palma de Mallorca
5.DER Touristik Suisse Airportservice AG, Volketswil
6.Destination Touristik Service S.A.E., Hurghada*
7.Penny Market Bulgaria EOOD, Stolnik
8.Radio Max Romania S.R.L., Bukarest
  • * Veräußerungen

Im Berichtsjahr wurden 9 (Vorjahr: 9) Gemeinschaftsunternehmen sowie 12 (Vorjahr: 12) assoziierte Unternehmen gemäß der Equity-Methode einbezogen.

Als Gemeinschaftsunternehmen wird in diesem Berichtsjahr erstmalig die Gesellschaft respeggt GmbH, Köln, berücksichtigt, während die REWE-ZENTRALFINANZ eG und REWE-Zentral AG GbR, Köln, nicht mehr als Gemeinschaftsunternehmen einbezogen wird (jetzt vollkonsolidiert).

Darüber hinaus ist der Konzern an insgesamt 1.266 (Vorjahr: 1.214) REWE-Partnergesellschaften beteiligt, die gleichfalls als assoziierte Unternehmen at equity einbezogen werden.

Eine vollständige Aufstellung des Anteilsbesitzes des Konzerns gemäß § 313 Abs. 2 Nr. 1 bis 4 HGB ist der Anlage zum Anhang zu entnehmen. Diese wird beim Betreiber des Bundesanzeigers eingereicht und nach der Einreichung im Bundesanzeiger bekannt gemacht.

Akquisitionen

Die REWE Group bestand aus zwei unabhängigen Konzernen mit den Mutterunternehmen RZF und REWE – Zentral-Aktiengesellschaft, Köln, (im Weiteren kurz „RZAG“). Die Konzernabschlüsse beider Unternehmen wurden bisher auf freiwilliger Basis zu einem Abschluss zusammengefasst. Am 25. Februar 2019 fanden Vorstandssitzungen der RZAG und der RZF statt. In seiner Sitzung beschloss der Vorstand der RZAG, der Übertragung sämtlicher vinkulierter Aktien der Aktionäre der RZAG mit Ausnahme von acht Aktien an die RZF auf der Grundlage von Einbringungsverträgen bzw. Aktienkauf- und Übertragungsverträgen zuzustimmen, und schlug der Hauptversammlung vor, dem ebenfalls zuzustimmen. Der Vorstand der RZF stimmte in seiner Sitzung dem Erwerb der genannten Aktien zu und schlug der Generalversammlung vor, dem ebenfalls zuzustimmen. Am 20. März 2019 fassten die Aufsichtsräte der RZAG und der RZF gleichlautende Beschlüsse. Die abschließenden, für die Wirksamkeit der Einbringungsverträge noch erforderlichen Zustimmungen erfolgten auf einer außerordentlichen Generalversammlung der RZF und einer außerordentlichen Hauptversammlung der RZAG am 30. April 2019. Erstkonsolidierungszeitpunkt ist der 1. Mai 2019.

Die RZF hält nach Übertragung der Aktien nahezu 100,0 Prozent an der RZAG. Die Geschäftstätigkeit der RZAG und ihrer Tochtergesellschaften erstreckt sich größtenteils auf den Lebensmittel- und den Baumarktgroßhandel. Im Wesentlichen wurden über den strategischen Einkauf zentrale Beschaffungsfunktionen und Dienstleistungen für die REWE Group wahrgenommen. Zum Kundenkreis gehörten insbesondere Gesellschaften der REWE Group aus den Bereichen Discount, Vollsortiment und Baumarkt.

Die Einbringungen erfolgten als Sacheinlagen gegen Gewährung zusätzlicher Geschäftsanteile an der RZF. Die Ermittlung des Anteilsverhältnisses erfolgte nach dem Verhältnis der ermittelten Zeitwerte für beide Konzerne. Die Zeitwerte wurden durch einen externen Gutachter ermittelt. Als Basis für die Wertermittlung dienten die Wertverhältnisse zum 31. Dezember 2018. Dabei wurden 1.219,8 Mio. € in der Kapitalrücklage erfasst (vgl. Punkt 31 „Eigenkapital“). In diesem Betrag wurden 146,5 Mio. € erworbene eigene Anteile berücksichtigt. Das Geschäftsguthaben wurde in Höhe von 0,1 Mio. € erhöht (vgl. Punkt 34 „Sonstige finanzielle Schulden“).

Bei der RZF sind im Geschäftsjahr mit dem Unternehmenszusammenschluss verbundene Kosten von 0,2 Mio. € angefallen, die in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen erfasst wurden.

Im Zuge des Erwerbs erlangte die RZF 100,0 Prozent der Anteile an der Gesellschaft REWE-ZENTRALFINANZ eG und REWE-Zentral AG GbR, Köln. Bisher hielten die RZF und die RZAG jeweils 50,0 Prozent an der Gesellschaft. Durch den sukzessiven Erwerb wurden die durch die RZF bisher gehaltenen Anteile zum beizulegenden Zeitwert von 166,2 Mio. € bewertet. Die Bewertung der Altanteile führte zu einem sonstigen betrieblichen Ertrag von 166,2 Mio. € (vgl. Punkt 9 „Sonstige betriebliche Erträge“)

Nachstehend sind die zum Erstkonsolidierungszeitpunkt erfassten Beträge der eingebrachten Vermögenswerte und Schulden der gesamten Transaktion, inkl. der Gesellschaft REWE-ZENTRALFINANZ eG und REWE-Zentral AG GbR, Köln, zusammengefasst.

in Mio. €
RZAG Konzern
Immaterielle Vermögenswerte396,2
Sachanlagen20,1
Vorräte240,8
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen176,5
Sonstige finanzielle Vermögenswerte1.316,3
Sonstige Vermögenswerte162,8
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente13,5
Latente Steuerforderungen28,1
Summe Vermögenswerte2.354,3
Leistungen an Arbeitnehmer70,6
Sonstige Rückstellungen66,6
Schulden aus Lieferungen und Leistungen189,6
Sonstige finanzielle Schulden34,8
Sonstige Schulden10,3
Latente Steuerschulden120,9
Summe Schulden492,8
Beizulegender Zeitwert des Nettovermögens1.861,5
Fair value Altanteile399,1
Fair value 50,0 % RZF und RZAG GbR166,2
Einbringungswert RZAG-Konzern1.366,4
Geschäfts- oder Firmenwert (+)/Negativer Unterschiedsbetrag (-)70,2

Der in der Tabelle dargestellte Einbringungswert der RZAG in Höhe von 1.366,4 Mio. € beinhaltet 146,5 Mio. € eigene Anteile der RZF sowie 1.025,4 Mio. € Zeitwerte, die auf nicht beherrschte Anteile bereits im RZF-Konzern vollkonsolidierter Gesellschaften entfallen. Zwischen der RZF und der RZAG bestanden vor der Einbringung Liefer- und Leistungsbeziehungen zu marktüblichen Konditionen. Bei Erfüllung dieser Beziehungen ergab sich für die RZF weder ein Gewinn noch ein Verlust. Forderungen und Schulden standen sich in gleicher Höhe gegenüber.

Der gesamte Geschäfts- oder Firmenwert (70,2 Mio. €) ist auf den übernommenen Mitarbeiterstamm und insbesondere auf künftige Synergien zurückzuführen. Er ist nicht steuerlich abzugsfähig. Alle Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind voraussichtlich einbringlich. Die RZAG erzielte mit ihren Tochtergesellschaften in der Zeit vom 1. Mai bis 31. Dezember 2019 vor Konsolidierungsmaßnahmen Umsatzerlöse von 1,1 Mrd. € und ein Konzernergebnis von 39,1 Mio. €. Vom 1. Januar 2019 bis 30. April 2019 erzielte die RZAG mit ihren Tochtergesellschaften 540,7 Mio. € Umsatzerlöse und -8,3 Mio. € Ergebnis. Aus dem Erwerb ergab sich ein Zahlungsmittelzufluss von 13,5 Mio. €.

Mit Kauf- und Übertragungsvertrag vom 15. Juli 2019 erwarb die EXIM HOLDING a.s., Prag (Tschechien), zum 5. Oktober 2019 sämtliche Anteile an der Travel Brands S.A., Bukarest (Rumänien). Travel Brands ist im Veranstalter- und Vertriebsbereich von Reisen tätig und betreibt eine der größten Reisebüroketten in Rumänien. Der Kaufpreis beträgt 5,2 Mio. €.

in Mio. €
Travel Brands
Immaterielle Vermögenswerte0,6
Sachanlagen2,9
Vorräte1,5
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen0,7
Sonstige Vermögenswerte1,5
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente2,4
Summe Vermögenswerte9,6
Leistungen an Arbeitnehmer0,7
Schulden aus Lieferungen und Leistungen6,0
Sonstige finanzielle Schulden2,6
Sonstige Schulden5,4
Summe Schulden14,7
Beizulegender Zeitwert des Nettovermögens-5,1
Anschaffungskosten5,2
Geschäfts- oder Firmenwert10,3

Der Geschäfts- oder Firmenwert (10,3 Mio. €) spiegelt im Wesentlichen Standortvorteile und Synergien wider. Er ist nicht steuerlich abzugsfähig.

Der Bruttobetrag der Forderungen beträgt 0,7 Mio. €, von denen keine uneinbringlich sind. In der Zeit vom 5. Oktober 2019 bis 31. Dezember 2019 trug die Travel Brands mit 4,3 Mio. € zum Umsatz und mit -1,0 Mio. € zum Ergebnis des Konzernabschlusses bei. Wäre die Gesellschaft bereits zum 1. Januar 2019 konsolidiert worden, wäre der Umsatz im Konzernabschluss um 4,3 Mio. € höher und das Ergebnis um 1,2 Mio. € geringer ausgefallen.

Im Zusammenhang mit dem Erwerb fielen keine Anschaffungsnebenkosten an. Aus dem Erwerb ergab sich zum Erstkonsolidierungszeitpunkt ein Zahlungsmittelabfluss von 2,8 Mio. €.

Mit Kauf- und Übertragungsvertrag vom 5. Juli 2019 erwarb die DER Touristik Suisse AG, Zürich (Schweiz), zum 1. August 2019 sämtliche Aktien an der travelXperts ag, Oberuzwil (Schweiz), sowie die Aktien an deren Tochtergesellschaft, der Travel Partner AG Uzwil, Uzwil (Schweiz). Die Gesellschaften vertreiben und organisieren Geschäfts-, Touristik- und Messereisen. Der Kaufpreis für alle Aktien betrug 0,9 Mio. €. Hierdurch ergaben sich im Wesentlichen Zugänge bei den Vorräten (0,9 Mio. €), den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (1,5 Mio. €) sowie den Sonstigen Schulden (2,5 Mio. €). Aus dem erstmaligen Einbezug entstand ein Geschäfts- oder Firmenwert von 0,6 Mio. €.

Mit Vertrag vom 7. November 2019 sind die erworbenen Gesellschaften auf die DER Touristik Suisse AG rückwirkend zum 1. Januar 2019 verschmolzen. Die Angaben gem. IFRS 3.B64 q) i) und ii) können deshalb nicht mehr nachträglich getätigt werden.

Mit Anteilskauf- und Abtretungsvertrag vom 14. Juni 2019 erwarb die REWE Markt GmbH, Köln, zum 30. Juni 2019 jeweils die restlichen 30,0 Prozent an der Supermärkte Nord Verwaltungs GmbH und an der Supermärkte Nord Vertriebs GmbH & Co. KG, beide mit Sitz in Kiel. Der Kaufpreis für beide Anteile beträgt 31,3 Mio. €. Aufgrund des negativen Eigenkapitals der Supermärkte Nord Vertriebs GmbH & Co. KG erhöhten sich durch die Aufstockung die Anteile anderer Gesellschafter um 51,6 Mio. €, während sich die Gewinnrücklagen um 82,9 Mio. € verringerten.

Mit Kauf- und Abtretungsvertrag vom 18. Dezember 2018 erwarb die ADEG Verbrauchermärkte GmbH, Wiener Neudorf (Österreich), 90,0 Prozent der Anteile an der K 2 Liegenschaftsverwertungsgesellschaft mbH, Klagenfurt (Österreich). Die restlichen 10,0 Prozent wurden von der MAREAL Immobilienverwaltungs GmbH, Wiener Neudorf (Österreich), erworben. Der Kaufpreis für alle Anteile beträgt 4,3 Mio. €. Die Gesellschaft besitzt und vermietet eine Immobilie. Der Erwerb erfüllt nicht die Kriterien des IFRS 3.

Mit Kaufvertrag vom 9. September 2019 erwarb die Online Travel Information Services AG, Koblenz (Schweiz), diverse Vermögenswerte, im Wesentlichen immaterielle Vermögenswerte, die zum Verkauf von Flugtickets und anderen Reisedienstleistungen erforderlich sind. Bei dem Erwerb handelt es sich um einen Asset Deal. Die Anschaffungskosten betrugen 0,3 Mio. €. Aus dem Erwerb resultierte ein Geschäfts- oder Firmenwert von 0,3 Mio. €.

Mit Geschäftsanteilskauf- und Abtretungsvertrag vom 29. März 2019 erwarb die REWE Spedition und Logistik GmbH, Hürth, sämtliche Anteile an der TSL GmbH, Transportsystem und Logistik, Groß-Umstadt. Die Gesellschaft ist im Wesentlichen in der Speditions- und Logistikbranche tätig. Die Anschaffungskosten betrugen 2,2 Mio. €. Dieser Erwerb erfüllt nicht die Kriterien des IFRS 3.

Desinvestitionen

a) Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte

Die im Vorjahr als zur Veräußerung gehalten klassifizierten Immobilien wurden im Berichtsjahr veräußert. Hieraus resultierte ein Veräußerungsgewinn von 1,9 Mio. €. Im Berichtsjahr werden im Geschäftsfeld Handel International zwei als zur Veräußerung bestimmte Filialen in Tschechien (3,4 Mio. €) sowie der AGM-Standort Donaustadt (6,7 Mio. €) ausgewiesen.

b) Veräußerungen im Geschäftsjahr

Mit Vertrag vom 10. Oktober 2019 veräußerte die REWE Digital GmbH, Köln, 60,0 Prozent der Anteile an der commercetools GmbH, München. Aufgrund des Verlustes der Beherrschung erfolgte eine Entkonsolidierung dieser Tochtergesellschaft mit Wirkung zum 30. November 2019. Die zuvor erfolgsneutral im sonstigen Ergebnis bilanzierten Währungsumrechnungsdifferenzen in Höhe von 0,2 Mio. € wurden erfolgswirksam aufgelöst. Die verbleibenden 40,0 Prozent der Anteile wurden erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Der Aufwertungsbetrag betrug 56,1 Mio. €. Der beizulegende Zeitwert der verbleibenden Anteile von insgesamt 78,7 Mio. € bildete den Zugangswert für die nachfolgende at equity-Bilanzierung (vgl. Punkt 24 „At equity bilanzierte Unternehmen“).

Nachstehend sind die zum Entkonsolidierungszeitpunkt erfassten Beträge der veräußerten Vermögenswerte und Schulden zusammengefasst:

in Mio. €
30.11.2019
Immaterielle Vermögenswerte7,6
Sachanlagen0,8
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen4,5
Sonstige Vermögenswerte10,3
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente22,9
Summe Vermögenswerte46,1
Leistungen an Arbeitnehmer16,6
Sonstige finanzielle Schulden8,5
Schulden aus Lieferungen und Leistungen2,6
Sonstige Schulden5,0
Summe Schulden32,7

Der Veräußerungsgewinn wird unter den sonstigen betrieblichen Erträgen ausgewiesen (vgl. Kapitel 9 „Sonstige betriebliche Erträge“) und ermittelt sich wie folgt:

in Mio. €
2019
Erhaltene Gegenleistung118,0
Zeitwert zurückbehaltene Anteile78,7
Veräußertes Nettovermögen-13,4
Abgehender Firmenwert-7,0
Entkonsolidierungsgewinn176,3

Mit Vertrag vom 19. Juni 2019 veräußerte die DER Deutsches Reisebüro GmbH & Co. OHG, Frankfurt am Main, sämtliche Anteile an der DER Business Travel GmbH, Köln, mit Wirkung zum 31. August 2019.

Nachstehend sind die zum Entkonsolidierungszeitpunkt erfassten Beträge der veräußerten Vermögenswerte und Schulden zusammengefasst:

in Mio. €
31.08.2019
Immaterielle Vermögenswerte0,1
Sachanlagen3,1
Vorräte0,7
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen6,2
Übrige Vermögenswerte0,9
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente12,9
Latente Steuerforderungen1,4
Summe Vermögenswerte25,3
Leistungen an Arbeitnehmer9,4
Sonstige Rückstellungen1,4
Schulden aus Lieferungen und Leistungen1,2
Sonstige finanzielle Schulden2,1
Übrige Schulden5,6
Latente Steuerschulden0,1
Summe Schulden19,8

Der Veräußerungsgewinn wird unter den sonstigen betrieblichen Erträgen ausgewiesen (vgl. Kapitel 9 „Sonstige betriebliche Erträge“) und ermittelt sich wie folgt:

in Mio. €
2019
Erhaltene Gegenleistung34,9
Veräußertes Nettovermögen-5,5
Abgehender Firmenwert-0,1
Entkonsolidierungsgewinn29,3

Die zuvor im sonstigen Ergebnis bilanzierten Rücklagen für Pensionsrückstellungen (1,4 Mio. €) und Anpassungen aus der Umstellung nach IFRS (-0,2 Mio. €) wurden erfolgsneutral in die Gewinnrücklagen umgegliedert.

Mit Vertrag vom 18. Juli 2019 veräußerte die NeuMarkt Lebensmittel-Vertriebsgesellschaft mbH & Co. KG, Köln, ihren Anteil an der Karstadt Feinkost Verwaltungs GmbH, Köln, in Höhe von 25,2 Prozent sowie ihren Anteil an der Karstadt Feinkost GmbH & Co. KG, Köln, in Höhe von 25,1 Prozent an die Karstadt Warenhaus GmbH, Essen. Daraus resultierte ein Veräußerungsgewinn in Höhe des Verkaufspreises von 4,2 Mio. € (vgl. Punkt 9 „Sonstige betriebliche Erträge“).