REWE Group
Geschäftsbericht 2019

Sonstige Angaben

38. Angaben zum Kapitalmanagement

Die finanzwirtschaftliche Steuerung des Konzerns dient der nachhaltigen Wahrung einer größtmöglichen finanziellen Flexibilität und ist darauf ausgerichtet, die jederzeitige Handlungsfreiheit hinsichtlich der operativen, finanziellen und strategischen Unternehmensentwicklung des Konzerns zu sichern. Die REWE Group hat sich einem starken Finanzprofil und der Wahrung einer guten Bonitätseinschätzung verpflichtet. Zur Erhaltung dieses Finanzprofils orientiert sich die REWE Group an international akzeptierten, für das Rating relevanten Finanzrelationen. Alle strategischen unternehmerischen Entscheidungen werden im Hinblick auf ihre Auswirkung auf diese Kennzahlen überprüft.

Für die REWE Group wurde eine Finanzpolitik definiert, deren bedeutendste Kennzahl sich wie folgt darstellt:

Mit der Einführung des IFRS 16 zum 1. Januar 2019 verändert sich die Berechnungsgrundlage des Verschuldungsfaktors. Der Verschuldungsfaktor ergibt sich aus dem Verhältnis zwischen der Netto-Verschuldung und dem EBITDA der REWE Group. Leasingverbindlichkeiten sind durch die Rechnungslegung nach IFRS 16 direkt in der Bilanz enthalten und müssen im Vergleich zu den Vorjahren nicht zusätzlich berücksichtigt werden. Die Definition dieser Kennzahl berücksichtigt demnach die bilanzielle Verschuldung inklusive Leasingverbindlichkeiten nach IFRS 16 sowie die Nettoschuld der Pensionen und pensionsähnlichen Verpflichtungen. Gleichzeitig hat sich auch die Zusammensetzung des EBITDAs nach IFRS 16 geändert, da der Mietaufwand nunmehr über Zins und Abschreibung im EBITDA enthalten ist und die über den EBITDAR vorgenommene Adjustierung der Mieten entfallen kann. Als Maximalwert für den Verschuldungsfaktor wurde für die REWE Group ein Faktor von vier (Vorjahr drei) festgelegt. Durch die Festlegung eines erhöhten Maximalwerts wird der geänderten Berechnungsgrundlage nach IFRS 16 Rechnung getragen.

Sollte eine außerordentliche Marktlage das Management dazu zwingen, diese Verschuldungsgrenze zu überschreiten, sind Maßnahmen zu entwickeln, die die Kennzahl wieder auf das angestrebte Niveau steuern. Zum 31. Dezember 2019 ergibt sich die erstmals neu ermittelte Kennzahl in Höhe des Faktors 3,2 (Vorjahr: 2,5 nach alter Berechnungsgrundlage).

Die Finanzierungsstruktur, die Liquidität und die Finanzrisikopositionen werden bei der REWE Group zentral gesteuert. Basierend auf kapitalmarktorientierten Grundlagen beinhaltet das langfristige Kapitalmanagement darüber hinaus die Entscheidung hinsichtlich variabler und festverzinslicher Kreditaufnahme.

Die kurzfristige Liquiditätssteuerung für die REWE Group erfolgt für das Folgejahr auf monatlicher Basis, die fortlaufend aktualisiert wird. Der mittelfristige Liquiditätsbedarf wird für das jeweilige Kalenderjahr auf Basis der Mittelfristplanung ermittelt und dient somit als Grundlage für die Finanzierungsstrategie.

Zur Steuerung finanzwirtschaftlicher Risiken (z. B. Wechselkursrisiken, Zinsänderungsrisiken, Bonitätsrisiken) in der REWE Group ist ein zentrales Treasury-Committee eingesetzt. Darüber hinaus existieren Treasury-Committees auf Ebene der Geschäftsfelder. Diese Gremien dienen insbesondere der wechselseitigen Information und Meinungsbildung sowie einer engen Abstimmung der unterschiedlichen Konzerneinheiten zu Fragen und Strategien.

Des Weiteren wird das in der REWE Group gebündelte Know-how genutzt, um die Gesellschaften der REWE Group im In- und Ausland in allen relevanten Finanzfragen zu beraten und zu betreuen. Das reicht von grundsätzlichen Überlegungen zur Finanzierung von Akquisitions- und Investitionsvorhaben bis hin zur Unterstützung der lokalen Finanzverantwortlichen der einzelnen Konzerngesellschaften in Gesprächen mit Banken und Finanzdienstleistern vor Ort.