REWE Group
Geschäftsbericht 2019

Sonstige Angaben

42. Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Mit Kaufvertrag vom 28. Mai 2019 erwarb die REWE Beteiligungs-Holding-National GmbH, Köln, sämtliche Anteile an der Lekkerland AG, Frechen, sowie der Kommanditanteile an der Lekkerland AG & Co. KG, Frechen. Der Übergang der Beherrschung nach IFRS 10 erfolgte zum 1. Januar 2020. Der vorläufige Kaufpreis beträgt 761,9 Mio. €. Mit dem Erwerb soll das 2020 neu geschaffene Geschäftsfeld Convenience weiter ausgebaut werden. Der Tankstellen- und Kioskbelieferer Lekkerland verfügt dabei über ein ausgebautes Logistik-System für den Convenience-Bereich, das im Rahmen des Ausbaus der Geschäftstätigkeiten genutzt werden soll. Lekkerland erzielte im Jahr 2018 Umsatzerlöse in Höhe von 12.384,0 Mio. €, einen Jahresüberschuss von 69,0 Mio. € sowie einen Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit von 180,2 Mio. €.

Mit Wirkung zum 1. Januar 2020 erwarb die REWE-Projektentwicklung GmbH, Köln, sämtliche Anteile an der REWENTA Fonds 6 s.r.o. sowie der REWENTA Fonds 7 s.r.o., beide Prag (Tschechien).

Zudem erwarb die S+R Fejlesztési Kft. zum 1. Januar 2020 sämtliche Anteile an der REWENTA 7 Ingatlankezeló-és forgalmazó Kft. sowie an der P+R Projekt Fejlesztési Kft., alle ansässig in Alsónémedi (Ungarn). Ebenso erwarb die Gesellschaft zum gleichen Datum 99,64 Prozent der Anteile an der REPRIS Projekt Fejlesztési Bt., Alsónémedi (Ungarn).

Die Kaufpreise für die in Tschechien und Ungarn ansässigen Gesellschaften enthalten variable Kaufpreisbestandteile, weshalb die Ermittlung der endgültigen Kaufpreise aktuell noch nicht möglich ist.

Mit Vertrag vom 19. September 2019 erwarb die EXIM HOLDING a.s., Prag (Tschechien), sämtliche Anteile an der Cestovní kancelář FISCHER a.s., Prag (Tschechien). Der Kaufpreis enthält neben einem Fixbetrag von 55,2 Mio. € variable Kaufpreisbestandteile, die aktuell noch nicht finalisiert werden können. Als frühestmöglicher wirtschaftlicher Übergangstermin wurde der 2. Januar 2020 vereinbart.

Weitere Angaben gem. IFRS 3 können für die vorgenannten Unternehmenserwerbe aufgrund unvollständiger Bilanzierung nicht gemacht werden.

Am 7. April 2020 schloss der Konzern einen neuen Konsortialkreditvertrag mit einem Volumen von 1.000,0 Mio. € und einer Laufzeit von 15 Monaten ab. Der neue Konsortialkredit wird von der RZF, der REWE Deutscher Supermarkt AG & Co. Kommanditgesellschaft auf Aktien, Köln, und der REWE Markt GmbH, Köln, garantiert.

Die aktuelle wirtschaftliche Unsicherheit durch die Coronakrise wird einen wesentlichen Einfluss auf die Entwicklung des Konzerns haben. Es ist heute schwierig aufzuzeigen, wie die Gesamtentwicklung für den Konzern aussehen wird. Im Wesentlichen hängt dies vom Ausmaß und dem zeitlichen Verlauf der Pandemie ab. Gesetzliche und einschränkende Maßnahmen werden das Bild des Alltags der Menschen wesentlich prägen und Einfluss auf alle Bereiche des öffentlichen Lebens haben. Die Intensität und Unterschiedlichkeit der Maßnahmen in den einzelnen Ländern geben zusätzlich weitere Unsicherheit und lassen den Verlauf der Krise nur erahnen. Daher werden die bisher erwarteten Ergebnisentwicklungen in dieser Situation sicherlich nicht eintreffen. So zeigen sich bisher aufgrund der Bevorratung der Bevölkerung und der Reduzierung des „Außer-Haus-Verkaufs“ starke Umsatzzuwächse im Lebensmittelhandel. Hingegen sind im Reisebereich die Reisebuchungen fast vollständig zum Erliegen gekommen. In der Touristik wurde vom 1. April bis zum 30. September 2020 Kurzarbeit beantragt.

Aufgrund der aktuellen Situation können die Umsätze im Lebensmittelhandel 2020 durch die Bevorratung ansteigen. Dies setzt jedoch voraus, dass die Lieferkette weiterhin aufrechterhalten werden kann. Im Baumarktbereich werden – aufgrund von vorübergehenden Marktschließungen – Umsatz- und Ergebniseinbußen zu verzeichnen sein. Im Touristikbereich wird die Umsatzentwicklung weit unter den Werten des Vorjahres liegen, da zurzeit die Reisebranche zum Erliegen gekommen ist und es nicht abzusehen ist, wie lange diese Situation anhält. Der Liquiditätsbeitrag des Geschäftsfelds Touristik zur Liquidität der REWE Group im Geschäftsjahr 2020 wird sich aufgrund von ausbleibenden Reisebuchungen sowie Stornierungen – bedingt durch die Coronakrise – signifikant reduzieren. Im operativen Geschäft werden entsprechende Gegenmaßnahmen ergriffen, um auf die geänderte Nachfragesituation reagieren und voraussichtliche Effekte auf die Umsatz- und Ergebnisentwicklung reduzieren zu können. Darunter fallen auch die bereits erheblich reduzierten unter 41 „Eventualschulden/-forderungen und sonstige finanzielle Verpflichtungen“ beschriebenen Garantien. Zudem greift in der aktuellen Sondersituation die vertraglich vereinbarte "Force Majeure"-Klausel, die die Möglichkeit gewährt, eingegangene Garantien zu widerrufen oder aber die Garantieverträge in flexiblere Allotmentverträge (Kontingentverträge) umzuwandeln. Das Management geht derzeit davon aus, dass der Widerruf oder die Umwandlung der Garantien in den allermeisten Fällen durchsetzbar sein wird. Die Verpflichtungen in dem Zeitraum, der aktuell als Nicht-Reisezeitraum sicher ist, konnten jedenfalls komplett wegverhandelt beziehungsweise in flexible Allotmentverträge umgewandelt werden. Derzeit wird davon ausgegangen, dass auch bei einer länger andauernden Schließung wesentlicher Zielgebiete die Liquiditätsreserven der REWE Group auch ohne die Inanspruchnahme staatlicher Kreditprogramme ausreichend sind, um allen Verpflichtungen fristgerecht nachkommen zu können. Nichtsdestotrotz könnten sich gegebenenfalls Wertminderungen auf die geleisteten Anzahlungen in den Vorräten und die Nutzungsrechte aus Hotelabnahmeverpflichtungen im Geschäftsfeld Touristik oder bei den Vorräten im Geschäftsfeld Baumarkt, insbesondere bei Saisonwaren, ergeben.