REWE Group
Geschäftsbericht 2019

Sonstige Angaben

39. Management der finanzwirtschaftlichen Risiken

Der Konzern ist durch seine Geschäftstätigkeit verschiedenen finanziellen Risiken ausgesetzt, insbesondere dem Währungsrisiko, dem Liquiditätsrisiko, dem Zinsrisiko, dem Rohstoffpreisrisiko sowie dem Adressenausfallrisiko.

Diese Risiken werden gemäß der Konzernrichtlinie zum Finanzmanagement systematisch gesteuert. Die finanziellen Risiken werden in enger Zusammenarbeit mit den operativen Einheiten identifiziert, bewertet und abgesichert. Über Risikopolitik und -strategie berät und entscheidet ein zentrales Treasury-Committee.

Der Handlungsrahmen, die Verantwortlichkeiten, die finanzwirtschaftliche Berichterstattung und die Kontrollmechanismen für Finanzinstrumente sind in Richtlinien detailliert festgelegt. Insbesondere gehört hierzu eine klare Funktionstrennung zwischen Handel und Abwicklung.

Das übergreifende Management finanzwirtschaftlicher Risiken ist auf die Unvorhersehbarkeit der Entwicklungen auf den Finanzmärkten fokussiert und zielt darauf ab, negative Auswirkungen auf die Finanzlage zu minimieren. Hierbei hat die Risikobegrenzung generell Vorrang vor Rentabilitätsaspekten.

Zur Absicherung gegen Zinsänderungs-, Währungs- und Rohstoffpreisrisiken werden Termingeschäfte, Swaps und Optionen eingesetzt. Diese werden unter den sonstigen finanziellen Vermögenswerten bzw. Schulden ausgewiesen.

Marktwerte der derivativen Finanzinstrumente
in Mio. €Beizulegender Zeitwert
- Aktiva -
Beizulegender Zeitwert
- Passiva -
31.12.201931.12.201831.12.201931.12.2018
Zinsswaps0,00,08,65,0
Devisenderivate17,231,818,311,7
 davon innerhalb von Cashflow hedges14,325,86,97,2
 davon außerhalb einer hedge-Beziehung2,96,011,44,5
Rohstoffderivate0,40,00,01,8
Gesamt17,631,826,918,5

Währungsrisiko

Der Konzern ist international tätig und infolgedessen einem potenziellen Währungsrisiko ausgesetzt.

Währungsrisiken, d. h. potenzielle Wertschwankungen eines Finanzinstruments aufgrund von Änderungen des Wechselkurses, bestehen insbesondere dort, wo Vermögenswerte und Schulden in einer anderen als der funktionalen Währung des Konzerns bestehen bzw. bei planmäßigem Geschäftsverlauf entstehen werden. Gemäß der Konzernrichtlinie zum Finanzmanagement sind Fremdwährungsforderungen und -schulden gemäß den definierten Strategien durch Derivate zu sichern. Die Vertragspartner des Konzerns bei derivativen Finanzinstrumenten sind Banken bester Bonität.

Zur Absicherung der Währungsrisiken dürfen ausschließlich marktgängige derivative Finanzinstrumente eingesetzt werden, deren korrekte finanzmathematische und buchhalterische Abbildung in den Treasury-Systemen sichergestellt sein muss.

Im Geschäftsfeld Touristik und bei der RZAG werden zukünftige Fremdwährungszahlungen durch den Abschluss von entsprechenden Derivaten gesichert und als Cashflow hedge abgebildet. In beiden Fällen handelt es sich um eine Plansicherung (Absicherung von mit hoher Wahrscheinlichkeit erwarteten Transaktionen).

Im Rahmen des touristischen Devisenrisikomanagements werden die aus dem Einkauf touristischer Leistungen resultierenden Fremdwährungsschulden (Grundgeschäfte) durch den Einsatz von Kurssicherungsgeschäften gegen die Gefahr ergebnismindernder Währungseinflüsse abgesichert. Diese Devisentransaktionsrisiken entstehen zum Zeitpunkt der Festlegung der Kalkulationskurse für die verschiedenen Saisonbereiche. Zu diesen Zeitpunkten handelt es sich bei den Grundgeschäften um geplante Fremdwährungsschulden, die sich erst im Zuge der später eingehenden Buchungen sukzessive konkretisieren. Den Grundgeschäften werden im Rahmen der Währungssicherung Devisentermingeschäfte, -swaps und -optionen gegenübergestellt. Deren Ziel ist es, die Grundgeschäftsposition gegen ergebniswirksame Devisenkursveränderungen zu sichern. Bei Vorliegen der Voraussetzungen für die Anwendung von hedge accounting gemäß IFRS 9 erfolgt die bilanzielle Abbildung der Sicherungsbilanzierung im Rahmen eines Cashflow hedge. Bei Abschluss der Devisentermingeschäfte und -swaps werden 100,0 Prozent des Nominalvolumens designiert. Sofern die Unternehmen davon ausgehen, dass keine hohe Wahrscheinlichkeit mehr hinsichtlich des Eintritts des erwarteten Grundgeschäfts besteht (dies ist beispielsweise der Fall, wenn sich Zahlungen in eine andere Saison verschieben), wird die Sicherungsbeziehung dedesigniert und hedge accounting beendet. Die derzeit in diesem Zusammenhang vorliegenden Devisenoptionen werden als freistehende Derivate abgebildet.

Bei der RZAG werden ebenfalls Devisentermingeschäfte und -swaps abgeschlossen. Diese dienen der Absicherung von Währungskursschwankungen aus warenwirtschaftlichen Kontrakten. Zum Zeitpunkt der Sicherung handelt es sich bei den Grundgeschäften um geplante Einkäufe in Fremdwährung, die sich im Zeitablauf von Rahmenkontrakten zu einzelnen Bestellungen konkretisieren. Bei Vorliegen der Voraussetzungen für die Anwendung von hedge accounting gemäß IFRS 9 erfolgt eine Bilanzierung der Sicherungsbeziehung im Rahmen eines Cashflow hedge. Dies gilt jedoch nur für die abgeschlossenen Devisentermingeschäfte. Bei Abschluss und Designation der Derivate werden 90,0 Prozent des Nominalvolumens designiert. 10,0 Prozent des Nominalvolumens der Derivate werden nicht in die Sicherungsbeziehung designiert und freistehend erfasst. Sofern die RZAG davon ausgeht, dass erwartete Grundgeschäfte nicht mehr eintreten (dies ist beispielsweise bei einer Verschiebung einer Lieferung in den Folgemonat oder bei Wegfall einer Lieferung der Fall), werden die korrespondierenden derivativen Sicherungsinstrumente dedesigniert und die Anwendung von hedge accounting beendet. Devisenswaps werden als freistehende Derivate bilanziert.

Zusätzlich werden zur Absicherung des Währungsrisikos aus bereits entstandenen Fremdwährungsforderungen und -schulden kurzfristig fällige Devisentermingeschäfte und Devisenswaps abgeschlossen. Diese werden als freistehende Derivate ergebniswirksam zum beizulegenden Zeitwert bilanziert.

Nominalvolumina der Devisenderivate im Cashflow hedge pro Währung
ISO-Code

Land

Währung

Kauf
Nominalvolumen
in Mio. Einheiten 2019
Verkauf
Nominalvolumen
in Mio. Einheiten 2019
Kauf
Nominalvolumen
in Mio. Einheiten 2018
Verkauf
Nominalvolumen
in Mio. Einheiten 2018
AEDVereinigte Arabische EmirateDirham153,00,0199,90,0
AUDAustralienDollar20,60,026,00,0
CADKanadaDollar22,30,025,30,0
CHFSchweizFranken12,592,510,795,8
CNYChinaYuan21,80,08,50,0
DKKDänemarkKrone8,0132,57,0195,0
GBPGroßbritannienPfund6,750,510,643,0
HKDHongkongDollar5,10,08,50,0
INRIndienRupie326,00,0419,00,0
JPYJapanYen348,00,0206,30,0
MADMarokkoDirham12,10,023,70,0
NOKNorwegenKrone38,7585,038,8760,0
NZDNeuseelandDollar19,90,022,40,0
QARKatarRiyal3,30,00,00,0
RUBRussische FöderationRubel2,00,00,00,0
SEKSchwedenKrone22,01.699,595,71.519,6
SGDSingapurDollar3,30,04,20,0
THBThailandBaht2.039,70,02.689,80,0
TNDTunesienDinar4,70,08,80,0
USDUSADollar346,00,0265,60,0
ZARSüdafrikaRand358,10,0463,90,0

Die eingesetzten Devisenderivate haben zum Stichtag insgesamt eine Laufzeit von bis zu 17 Monaten. Im Berichtsjahr ergaben sich hierfür folgende durchschnittliche Geschäftskurse:

Durchschnittliche Geschäftskurse der Devisenderivate im Cashflow hegde
ISO-Code

Land

Währung

Kauf
Durchschnittskurs je €
2019
Verkauf
Durchschnittskurs je €
2019
Kauf
Durchschnittskurs je €
2018
Verkauf
Durchschnittskurs je €
2018
AEDVereinigte Arabische EmirateDirham3,2353,699
AUDAustralienDollar1,6741,639
CADKanadaDollar1,4941,524
CHFSchweizFranken1,0951,0491,1471,069
CNYChinaYuan7,7937,885
DKKDänemarkKrone6,7490,7026,4780,734
GBPGroßbritannienPfund0,8950,8270,8680,824
HKDHongkongDollar8,9339,317
INRIndienRupie81,23085,008
JPYJapanYen122,251124,845
MADMarokkoDirham11,23211,535
NOKNorwegenKrone9,4890,9499,1940,947
NZDNeuseelandDollar1,7711,760
QARKatarRiyal3,716
RUBRussische FöderationRubel72,154
SEKSchwedenKrone10,22310,1429,3319,784
SGDSingapurDollar1,5481,602
THBThailandBaht29,16634,436
TNDTunesienDinar3,5813,633
USDUSADollar1,1241,211
ZARSüdafrikaRand17,64917,214

Erträge und Aufwendungen aus der Bewertung freistehender Derivate werden unter den sonstigen betrieblichen Erträgen und Aufwendungen ausgewiesen. Die Währungsumrechnungseffekte aus den gesicherten Grundgeschäften werden ebenfalls im Betriebsergebnis gezeigt. Dadurch, dass bereits Bewertungseffekte aus den freistehenden Derivaten entstehen können, bevor entsprechende Grundgeschäfte (wie Reisevorleistungen) bilanziert werden, können Ergebnisverschiebungen im Betriebsergebnis entstehen. Da das Volumen freistehender Derivate jedoch gering ist, sind die damit verbundenen Ergebnisauswirkungen nicht wesentlich.

Die Erträge und Aufwendungen aus der Bewertung freistehender Derivate enthalten auch Effekte aus der Beendigung zuvor bestehender Sicherungsbeziehungen. Im Geschäftsjahr wurden keine Aufwendungen aus Dedesignationen (Vorjahr: 0,1 Mio. €), jedoch Erträge aus Dedesignationen in Höhe von 0,1 Mio. € (Vorjahr: 0,3 Mio. €) erfasst.

Die Buchwerte der Sicherungsinstrumente sind der Tabelle unter Punkt 39 „Management der finanzwirtschaftlichen Risiken“ zu entnehmen. Die Wertänderung zur Ermittlung der Ineffektivität beträgt bei den Sicherungsinstrumenten -6,4 Mio. € (Vorjahr: 27,6 Mio. €) und bei den Grundgeschäften -6,0 Mio. € (Vorjahr: 27,3 Mio. €). Der Bestand der im sonstigen Ergebnis erfassten Beträge des gesicherten Risikos (bestehender Sicherungsbeziehungen) beläuft sich auf -5,1 Mio. €.

Ineffektivitäten aus Wertänderungen der designierten Komponente von Sicherungsgeschäften können aus Kreditwertanpassungen um das eigene Ausfallrisiko bzw. das Risiko des Vertragspartners (Debit bzw. Credit Valuation Adjustments) resultieren. Außerdem können diese aus Gewinnen oder Verlusten bei Ersteinbuchung resultieren, die durch Kursschwankungen zwischen Handelszeitpunkt und Abschluss des Geschäfts mit der Bank entstehen können (sogenannte „Day one Gains or Losses“). Die Auswirkungen aus diesen Ineffektivitäten werden ebenfalls in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen und Erträgen gezeigt.

Auswirkungen aus Ineffektivitäten auf die Gewinn- und Verlustrechnung
in Mio. €20192018
Erträge aus Ineffektivität1,52,2
  davon aus designierten Komponenten0,40,0
  davon aus ausgeschlossenen Komponenten0,20,0
  davon sonstige Effekte0,92,2
Aufwendungen aus Ineffektivität-1,2-1,9
  davon sonstige Effekte-1,2-1,9
Gesamt0,30,3

Aufgrund des Abschlusses von Devisenderivaten ergeben sich daher aus Währungskursschwankungen keine wesentlichen Auswirkungen auf das Ergebnis.

Hinsichtlich der Auswirkungen der Cashflow hedges auf das Eigenkapital der Anteilseigner der Mutterunternehmen wird auf die in der Eigenkapitalveränderungsrechnung dargestellte Entwicklung der Rücklage für Cashflow hedges verwiesen. Ergänzend werden in der Gesamtergebnisrechnung für alle Gesellschafter die ergebniswirksam und ergebnisneutral erfassten Beträge und damit die Auswirkungen der Cashflow hedges auf das sonstige Ergebnis und das Jahresergebnis dargestellt.

Das Ergebnis aus Währungsgeschäften würde um rund 18,5 Mio. € (Vorjahr: 18,9 Mio. €) geringer ausfallen, wenn der Euro gegenüber den wesentlichen Fremdwährungen am Bilanzstichtag um zehn Prozentpunkte stärker gewesen wäre. Wäre der Euro gegenüber den wesentlichen Fremdwährungen um zehn Prozentpunkte schwächer gewesen, dann wäre das Ergebnis aus Währungsgeschäften um rund 18,5 Mio. € (Vorjahr: 18,9 Mio. €) höher ausgefallen. Zinseffekte wurden nicht berücksichtigt.

Das Eigenkapital aus Währungsgeschäften würde um rund 12,1 Mio. € (Vorjahr: 7,2 Mio. €) geringer ausfallen, wenn der Euro gegenüber den wesentlichen Fremdwährungen am Bilanzstichtag um zehn Prozentpunkte stärker gewesen wäre. Wäre der Euro gegenüber den wesentlichen Fremdwährungen um zehn Prozentpunkte schwächer gewesen, dann wäre das Eigenkapital aus Währungsgeschäften um rund 12,1 Mio. € (Vorjahr: 7,2 Mio. €) höher ausgefallen. Davon entfallen 32,2 Mio. € (Vorjahr: 22,8 Mio. €) auf Veränderungen des Euros gegenüber dem US-Dollar. Zinseffekte wurden nicht berücksichtigt.

Liquiditätsrisiko

Im Zuge des Liquiditätsmanagements wird sichergestellt, dass die einbezogenen Unternehmen jederzeit über die RIF durch ausreichend ungenutzte Kreditlinien über genügend Liquidität verfügen, sodass auch dann keine Liquiditätsrisiken bestehen, wenn unerwartet auftretende Ereignisse negative finanzwirtschaftliche Auswirkungen auf die Liquiditätslage haben.

Als Finanzinstrumente werden Darlehen sowie Fest- und Tagesgelder eingesetzt.

Dem Konzern stehen derzeit im Wesentlichen folgende Fremdfinanzierungsmittel zur Verfügung:

in Mio. €31.12.201931.12.2018Laufzeitende
Syndizierter Kredit2.000,02.000,03. Dezember 2024;
maximale Laufzeit 3. Dezember 2025
Schuldscheindarlehen1.000,01.000,028. Februar 2021 bis 28. Februar 2028
Schuldscheindarlehen537,00,020. Dezember 2022 bis 20. Dezember 2029
Schuldscheindarlehen175,0175,02. September 2024
Gesamt3.712,03.175,0

Dem Konzern steht ein syndizierter Kredit zur Verfügung, in dem Kreditlinien in Höhe von 500,0 Mio. € inkludiert sind. Der syndizierte Kredit wurde zum Stichtag mit 400,0 Mio. € (Vorjahr: keine Inanspruchnahme), die inkludierten Kreditlinien mit 14,8 Mio. € in Anspruch genommen.

Im Berichtsjahr wurde ein Schuldscheindarlehen in Höhe von 537,0 Mio. € aufgenommen, das zum Stichtag in Höhe von 437,0 Mio. € ausgezahlt war. Die Auszahlung der verbleibenden 100,0 Mio. € erfolgte im Januar 2020. Das Schuldscheindarlehen umfasst verschiedene Laufzeittranchen von drei bis zehn Jahren.

Die zum Vorjahresstichtag bestehenden drei bilateralen Kreditlinien in Höhe von insgesamt 275,0 Mio. € (Inanspruchnahme zum 31. Dezember 2018: 204,0 Mio. €) bestehen zum Stichtag nicht mehr.

Daneben bestehen weitere bilaterale Kreditlinien zwischen einzelnen Gesellschaften und Banken.

Durch den internen Finanzausgleich (Cash pooling) werden eine Reduzierung des Fremdfinanzierungsvolumens sowie eine Optimierung der Geld- und Kapitalanlagen erreicht. Das Cash pooling ermöglicht die Nutzung der Liquiditätsüberschüsse einzelner Gesellschaften zur internen Finanzierung des Geldbedarfs anderer einbezogener Unternehmen. Durch die Finanzsteuerung wird die optimale Verwendung der Finanzressourcen der Konzernunternehmen sichergestellt.

Der Konzern hat keine wesentlichen Saldierungen von finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Schulden mit konzernfremden Gesellschaften vorgenommen. Globalaufrechnungsvereinbarungen bestehen im Zusammenhang mit dem Zentralregulierungsgeschäft.

Die folgenden Übersichten geben Aufschluss über die vertraglich vereinbarten undiskontierten Zins- und Tilgungszahlungen für finanzielle Schulden. Sofern ein Kündigungsrecht besteht, wurde der Zahlungsmittelabfluss zum frühestmöglichen Kündigungszeitpunkt unterstellt.

Liquiditätsanalyse finanzieller Schulden

in Mio. €31.12.2019
Buchwert
202020212022202320242025 ff.
Originäre
Finanzinstrumente
Vertraglich fixierte Zahlungs-
ströme
1 Jahr und weniger1 bis 2 Jahre2 bis 3 Jahre3 bis 4 Jahre4 bis 5 JahreMehr als 5 Jahre
Langfristige sonstige finanzielle Schulden10.384,416,91.283,61.341,01.363,41.079,05.366,6
Langfristige Schulden aus Lieferungen und Leistungen13,10,05,23,32,31,31,0
Kurzfristige sonstige finanzielle Schulden2.262,62.270,90,00,00,00,00,0
Kurzfristige Schulden aus Lieferungen und Leistungen6.979,86.979,90,00,00,00,00,0
Kreditzusagen103,30,60,60,70,7100,70,0
in Mio. €31.12.2018
Buchwert
201920202021202220232024 ff.
Originäre
Finanzinstrumente
Vertraglich fixierte Zahlungs-
ströme
1 Jahr und weniger1 bis 2 Jahre2 bis 3 Jahre3 bis 4 Jahre4 bis 5 JahreMehr als 5 Jahre
Langfristige sonstige finanzielle Schulden2.110,913,8137,2194,3134,5428,01.440,3
Langfristige Schulden aus Lieferungen und Leistungen9,10,03,12,51,21,90,5
Kurzfristige sonstige finanzielle Schulden950,2977,60,00,00,00,00,0
Kurzfristige Schulden aus Lieferungen und Leistungen6.728,66.728,60,00,00,00,00,0
Kreditzusagen0,00,00,00,00,00,00,0

Die Zahlungsmittelabflüsse der originären Finanzinstrumente enthalten neben den Tilgungsanteilen auch den Zinsanteil, sodass die Summe der Zahlungsmittelabflüsse gegebenenfalls den Buchwert des betrachteten Geschäftsjahres übersteigt.

Bei den Kreditzusagen handelt es sich um fest zugesagte Kredite innerhalb des Berichtsjahres mit Laufzeitbeginn ab 2020.

Die finanziellen Schulden in der Liquiditätsanalyse beinhalten ausschließlich originäre Finanzinstrumente. Zusätzlich sind in der Bilanz derivative Finanzinstrumente in Höhe von 27,3 Mio. € (Vorjahr: 19,0 Mio. €) ausgewiesen.

Liquiditätsanalyse der Derivate

in Mio. €20202021 ff.
CashflowsCashflows
Währungsderivate
Finanzielle Vermögenswerte
 Einzahlungen973,64,8
 Auszahlungen955,44,7
Finanzielle Schulden
 Einzahlungen1.048,521,4
 Auszahlungen1.067,321,3
Zinsderivate
Finanzielle Schulden
 Einzahlungen0,00,0
 Auszahlungen1,47,3
in Mio. €20192020 ff.
CashflowsCashflows
Währungsderivate
Finanzielle Vermögenswerte
 Einzahlungen1.121,08,0
 Auszahlungen1.087,48,0
Finanzielle Schulden
 Einzahlungen908,81,2
 Auszahlungen918,21,2
Zinsderivate
Finanzielle Schulden
 Einzahlungen0,01,2
 Auszahlungen1,48,7

Zinsrisiko

Zinsrisiken entstehen grundsätzlich durch Änderungen der Marktzinssätze für verzinsliche Vermögenswerte sowie verzinsliche Schulden. Alle Vermögenswerte und Schulden mit variabler Verzinsung bzw. kurzfristigen Zinsfestschreibungen setzen den Konzern einem Cashflow-Risiko aus. Aus den festverzinslichen Schulden mit längerer Zinsfestschreibung entsteht ein fair-value-Zinsrisiko. Zum Jahresende waren 8,5 Prozent (Vorjahr: 11,8 Prozent) der Bankschulden festverzinslich.

Aus verzinslichen Vermögenswerten und Schulden können sich Auswirkungen auf das Ergebnis und das Eigenkapital durch Zinsschwankungen ergeben. Diese Risiken werden in Form einer Sensitivitätsanalyse dargestellt. Aus dieser geht hervor, welche Auswirkungen sich durch Änderungen der relevanten Risikovariablen − insbesondere des Zinssatzes − ergeben würden. Diese Änderungen werden nach vernünftigem Ermessen am Bilanzstichtag ermittelt.

Mit Vereinbarungen vom 28. Februar 2018 hat die RIF vier Zinsswaps mit unterschiedlichen externen Banken zur Absicherung variabler Zinszahlungen auf verschiedene Tranchen eines Schuldscheindarlehens abgeschlossen.

Konditionen der abgeschlossenen Zinsswaps
FälligkeitNominalvolumen
in Mio. €
Festzins
in Prozent
28.02.202535,00,878
28.02.202635,00,897
28.02.202745,50,873
28.02.202831,01,225

Die Bilanzierung dieser Zinsswap-Vereinbarungen erfolgt als Cashflow hedge. Da die wesentlichen Vertragskonditionen (Critical Terms) von Grundgeschäft und Sicherungsinstrumenten wie die Laufzeit und das Nominalvolumen übereinstimmen, kommt es nicht zur Erfassung von Ineffektivitäten. Die in der Eigenkapitalveränderungsrechnung aufgeführte Rücklage für Cashflow hedges enthält Verluste in Höhe von 5,4 Mio. € (Vorjahr: 2,8 Mio. €), die auf die oben genannten Zinsswaps bei der RIF entfallen.

Hinsichtlich der Zinssicherungsgeschäfte im Rahmen der Cashflow-hedge-Bilanzierung würde das Eigenkapital um rund 8,8 Mio. € (Vorjahr: 9,8 Mio. €) höher ausfallen, wenn das Zinsniveau zum Bilanzstichtag um 100 Basispunkte höher wäre. Wäre das Zinsniveau um 100 Basispunkte geringer, würde das Eigenkapital um rund 9,5 Mio. € (Vorjahr: 10,8 Mio. €) geringer ausfallen. Da eine Absenkung um 100 Basispunkte nicht mehr erwartet wird, wurde für 2019 zusätzlich mit einer Senkung um 50 Basispunkte gerechnet. Wäre das Zinsniveau um 50 Basispunkte geringer ausgefallen, würde das Eigenkapital um rund 4,7 Mio. € (Vorjahr: 5,3 Mio. €) geringer ausfallen.

Es besteht ferner ein Zinsrisiko aus originären, variabel verzinslichen Finanzinstrumenten. Eine Erhöhung des Zinsniveaus um 100 Basispunkte hätte ein um 7,4 Mio. € (Vorjahr: 6,4 Mio. €) schlechteres Zinsergebnis zur Folge. Eine Verringerung des Zinsniveaus um 100 Basispunkte hätte ein um 7,4 Mio. € (Vorjahr: 6,4 Mio. €) besseres Zinsergebnis zur Folge. Da eine Absenkung um 100 Basispunkte nicht mehr erwartet wird, wurde für 2019 zusätzlich mit einer Senkung um 50 Basispunkte gerechnet. Wäre das Zinsniveau um 50 Basispunkte geringer ausgefallen, würde sich das Finanzergebnis um rund 3,7 Mio. € verbessern.

Rohstoffpreisrisiko

Die Nova Airlines AB, Stockholm (Schweden), ist einem Rohstoffpreisrisiko ausgesetzt. Die Sicherungsstrategie sieht vor, dass das Management der Gesellschaft die geplanten Bedarfe an Flugbenzin für die nächste Saison abschätzt und in einem Sicherungszeitraum von 18 Monaten gestaffelt bis zu 90,0 Prozent des Netto-Exposures vor Saisonbeginn absichert. Da die Verträge auf US-Dollar lauten, wird zudem eine Devisensicherung vorgenommen.

Die Absicherung erfolgt nur für die Nova Airlines AB, da die Kraftstoffpreise in anderen Beförderungsverträgen zum Zeitpunkt der Vertragsverhandlung vor einer Saison bereits festgesetzt werden und somit keine Absicherung erforderlich ist.

Im Berichtsjahr wurden bei der Nova Airlines AB zur Preissicherung von Flugbenzin Derivate in der Form von Warentermingeschäften eingesetzt. Durch die abgeschlossenen Rohstoffderivate wurde insgesamt ein Volumen von 24.100 metrischen Tonnen (Vorjahr: 22.000 metrische Tonnen) Flugbenzin gesichert. Die eingesetzten Derivate haben derzeit eine maximale Laufzeit von 17 Monaten. Die Sicherungsbeziehungen werden als Cashflow hedge bilanziert.

Ausfallrisiko

Das Bonitäts- oder Ausfallrisiko aus finanziellen Vermögenswerten entsteht durch die Gefahr, dass eine Vertragspartei ihren Verpflichtungen teilweise oder vollständig nicht nachkommen kann und dadurch bei der anderen Partei finanzielle Verluste verursacht.

Eventuelle Ausfallrisiken bestehen im Bereich der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, der Ausleihungen und Darlehen, der sonstigen Forderungen sowie bei derivativen Finanzinstrumenten mit positiven Marktwerten.

Kreditrisiken aufgrund von Geldanlagen, Verträgen über derivative Finanzinstrumente und Finanztransaktionen werden gemindert, indem derartige Transaktionen im Rahmen festgelegter Limits und nur mit Banken guter bis sehr guter Bonität, was einem unabhängigen Mindestrating von „investment grade“ entspricht, abgeschlossen werden. Auch der Zahlungsverkehr wird über solche Banken abgewickelt. Die Bonität und Risikotragfähigkeit der Partnerbanken wird fortlaufend und systematisch überprüft. Die Festlegung und Überwachung der Limits erfolgt funktional getrennt zwischen Handel und Abwicklung.

Im Zuge des Debitorenmanagements, der betriebswirtschaftlichen Überwachung der Debitoren sowie der laufenden Überwachung der Forderungen sind Mindestanforderungen an die Bonität und individuelle Höchstgrenzen für das finanzielle Engagement festgelegt.

Das Geschäft mit Großkunden unterliegt einer gesonderten Bonitätsüberwachung. Gemessen an dem gesamten Risikoexposure aus dem Ausfallrisiko sind die Forderungen gegen diese Kontrahenten im Einzelnen jedoch nicht so groß, dass sich außerordentliche Risikokonzentrationen begründen würden. Verkäufe an Kunden des Einzelhandels werden in bar, EC-Cash oder über gängige Kreditkarten abgewickelt. Die Bargeldlogistik im Einzelhandel unterliegt einer gesonderten Überwachung.

Wesentliche Ausleihungen und Darlehen werden durch externe Ratings überwacht, um potenzielle Ausfallrisiken frühzeitig zu erkennen.

Darüber hinaus bestehen erhaltene Sicherheiten (z. B. Bankbürgschaften, abgetretenes Vorratsvermögen) in Höhe von 157,3 Mio. € (Vorjahr: 151,6 Mio. €).

Wertminderung von finanziellen Vermögenswerten

Der Konzern wendet die Vorschriften des mehrstufigen Wertminderungsmodells nach IFRS 9 auf zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte an. Zum Erstansatz solcher finanziellen Forderungen wird eine Wertminderung in Höhe des 12-monatigen Kreditverlusts angesetzt. Soweit eine signifikante Erhöhung des Ausfallrisikos seit Zugangszeitpunkt identifiziert wird, wird der erwartete Kreditverlust über die Restlaufzeit abgebildet.

Das Ausfallrisiko von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und von Leasingforderungen wird unter Anwendung des vereinfachten Wertminderungsmodells anhand einer Wertminderungsmatrix ermittelt, die auf historischen Ausfallraten basiert, die um aktuelle und zukunftsorientierte Informationen angepasst werden. Über die laufende Überwachung der Debitoren werden objektive Hinweise für eine Wertminderung identifiziert und über Einzelwertberichtigungen abgebildet. Soweit nach angemessener Einschätzung keine Realisierbarkeit mehr gegeben ist, wird die Forderung ausgebucht. Zu den Indikatoren, wonach nach angemessener Einschätzung keine Realisierbarkeit mehr gegeben ist, zählen unter anderem das Versäumnis des Schuldners, sich zu einem Rückzahlungsplan gegenüber dem Konzern zu verpflichten.

Aufgrund der großen Anzahl von Kunden an unterschiedlichen Standorten besteht keine Konzentration von Kreditrisiken. Die Entwicklung der Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zum 31. Dezember 2019 kann der folgenden Tabelle entnommen werden:

Entwicklung der Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
in Mio. €20192018
Stand zum 1. Januar43,754,4
Zuführungen14,411,0
Auflösungen/Inanspruchnahmen-35,8-20,7
Konsolidierungskreisänderungen0,5-1,4
Wechselkurseffekte und sonstige Veränderungen-1,00,4
Stand zum 31. Dezember21,843,7

Die nicht wertgeminderten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden, wie zuvor beschrieben, anhand einer Wertminderungsmatrix mit ihrem erwarteten Kreditverlust angesetzt.

Die Altersstruktur der nicht wertgeminderten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen kann der folgenden Tabelle entnommen werden:

Gliederung der Altersstruktur der überfälligen, nicht wertgeminderten Forderungen nach IFRS 9
in Mio. €31.12.2019davon zum Bilanzstichtag überfällig und
nicht wertgemindert
Buchwert weniger als 30 Tagezwischen 30 und 60 Tagen zwischen 60 und 90 Tagenüber 90 Tage
Erwartete Verlustquote0,0%0,0%0,0%0,0%0,0%
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen921,4870,324,66,619,9
Wertminderung2,21,60,00,00,6
in Mio. €31.12.2018davon zum Bilanzstichtag überfällig und
nicht wertgemindert
Buchwert weniger als 30 Tagezwischen 30 und 60 Tagen zwischen 60 und 90 Tagenüber 90 Tage
Erwartete Verlustquote0,0%0,0%0,0%0,0%0,0%
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen723,3690,312,24,616,2
Wertminderung2,91,40,00,01,5

Die Leasingforderungen belaufen sich zum Stichtag auf 46,7 Mio. € und sind weder wertgemindert noch überfällig. Zum Zeitpunkt der Erstanwendung des IFRS 16 belief sich das Ausfallrisiko auf 0,5 Mio. €. Es wurde zum 1. Januar 2019 erfolgsneutral bilanziert. Weiterführende Erläuterungen zur Erstanwendung des IFRS 16 sind dem Kapitel 2 „Anwendung und Auswirkungen neuer bzw. überarbeiteter Rechnungslegungsvorschriften“ zu entnehmen. Zum Stichtag wurde anhand der erwarteten Verlustquote von 1,0 Prozent ein Ausfallrisiko in Höhe von 0,5 Mio. € ermittelt.

Die sonstigen finanziellen Vermögenswerte im Anwendungsbereich des allgemeinen Wertminderungsmodells haben ein geringes Ausfallrisiko.

Aufgrund der großen Anzahl an Lieferanten an unterschiedlichen Standorten besteht keine Risikokonzentration, was dazu führt, dass der identifizierte 12-Monats-Kreditverlust von sonstigen Forderungen gegen Lieferanten unwesentlich ist. Für die Übersicht der finanziellen Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet verweisen wir auf die Bilanz nach Klassen.

Aus Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten wurde nur unwesentlicher Wertminderungsaufwand identifiziert.

Die Entwicklung der Wertberichtigungen auf sonstige finanzielle Vermögenswerte zum 31. Dezember 2019 kann der folgenden Tabelle entnommen werden:

Entwicklung der Wertberichtigungen auf sonstige finanzielle Vermögenswerte
in Mio. €Stufe 1Stufe 2Stufe 3
Bestand zum 31.12.20180,032,77,4
 Zuführung0,08,425,2
 Auflösung/Abgang0,0-8,8-2,5
 sonstige Veränderung0,06,10,0
Bestand zum 31.12.20190,038,430,1
in Mio. €Stufe 1Stufe 2Stufe 3
Bestand zum 01.01.20180,019,12,5
 Zuführung0,014,84,9
 Auflösung/Abgang0,0-1,20,0
Bestand zum 31.12.20180,032,77,4

Zum Stichtag bestehen Ausleihungen und Darlehen in Höhe von 142,2 Mio. € (Vorjahr: 130,0 Mio. €), die aufgrund von Abtretungsvereinbarungen auf Vorratsvermögen nicht wertgemindert wurden.

Aufwendungen aus Wertminderungen auf finanzielle Vermögenswerte werden zusammen mit Erträgen aus Zuschreibungen aus in Vorjahren vorgenommenen Wertminderungen im Betriebsergebnis ausgewiesen.