REWE Group
Geschäftsbericht 2019

Darstellung der Lage

3. Finanz- und Vermögenslage

Finanzlage

Den Konzernen stehen derzeit im Wesentlichen folgende Fremdfinanzierungslinien zur Verfügung:

Fremdfinanzierungsmittel
in Mio. €31.12.201931.12.2018Laufzeitende
Syndizierter Kredit2.000,02.000,03. Dezember 2024;
maximale Laufzeit
3. Dezember 2025
Schuldscheindarlehen1.000,01.000,028. Februar 2021
bis 28. Februar 2028
Schuldscheindarlehen537,00,020. Dezember 2022
bis 20. Dezember 2029
Schuldscheindarlehen175,0175,02. September 2024
Gesamt3.712,03.175,0

Dem Konzern steht ein syndizierter Kredit zur Verfügung, in den Kreditlinien in Höhe von 500,0 Mio. € inkludiert sind. Der syndizierte Kredit wurde zum Stichtag mit 400,0 Mio. € (Vorjahr: keine Inanspruchnahme), die inkludierten Kreditlinien mit 14,8 Mio. € genutzt.

Im Berichtsjahr wurde ein Schuldscheindarlehen in Höhe von 537,0 Mio. € aufgenommen, das zum Stichtag in Höhe von 437,0 Mio. € ausgezahlt wurde. Die Auszahlung der verbleibenden 100,0 Mio. € erfolgte im Januar 2020. Das Schuldscheindarlehen umfasst verschiedene Laufzeittranchen von drei bis zehn Jahren.

Die zum Vorjahresstichtag bestehenden drei bilateralen Kreditlinien in Höhe von insgesamt 275,0 Mio. € (Inanspruchnahme zum 31. Dezember 2018: 204,0 Mio. €) bestehen zum 31. Dezember 2019 nicht mehr.

Durch den internen Finanzausgleich (Cash pooling) wird eine Reduzierung des Fremdfinanzierungsvolumens sowie eine Optimierung der Geld- und Kapitalanlagen erreicht. Das Cash pooling ermöglicht die Nutzung der Liquiditätsüberschüsse einzelner Gesellschaften des Konzerns zur internen Finanzierung.

Nettoverschuldung

Der Anstieg der Nettoverschuldung 2019 um 9.604,6 Mio. € gegenüber 2018 ist im Wesentlichen auf gestiegene Leasingverbindlichkeiten (+9.250,8 Mio. €) aus der Anwendung des IFRS 16 zurückzuführen. Zudem erhöhten sich die Schulden gegenüber Kreditinstituten (+557,7 Mio. €), was unter anderem in der Aufnahme eines neuen Schuldscheindarlehens begründet ist. Gegenläufig entwickelten sich die Schulden aus sonstigen Darlehen (-168,9 Mio. €), die Schulden gegenüber Beteiligungsunternehmen (-110,4 Mio. €) und die Schulden aus Finanzgeschäften (-36,8 Mio. €).

in Mio. €31.12.201931.12.2018
 Finanzschulden*12.540,83.000,3
 Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente-567,0-631,1
Nettoverschuldung11.973,82.369,2
  • * In den sonstigen finanziellen Schulden enthalten

Vermögenslage

Aktiva

Im Berichtsjahr erhöhte sich die Bilanzsumme um 10.053,0 Mio. € auf 31.164,8 Mio. €.

Der Anstieg des Anlagevermögens resultierte im Wesentlichen aus der Aktivierung von Nutzungsrechten an Immobilien im Rahmen der erstmaligen Anwendung des IFRS 16.

Zudem investierte der Konzern 2019 1.752,0 Mio. € (Vorjahr: 1.791,4 Mio. €) in immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen. Die Investitionen betrafen hauptsächlich die Erweiterung und die Modernisierung des bestehenden Filialnetzes und der Lagerstandorte sowie der Produktionsunternehmen. Mindernd wirkten sich auf das Anlagevermögen vor allem der Abgang von Anlagevermögen, Wertminderungen und Abschreibungen aus.

Im Berichtsjahr werden in Nutzung befindliche selbst geschaffene immaterielle Vermögenswerte in Höhe von 67,6 Mio. € (Vorjahr: 77,8 Mio. €) ausgewiesen. Daneben bestehen noch in Entwicklung befindliche selbst geschaffene immaterielle Vermögenswerte. Bei den selbst geschaffenen immateriellen Vermögenswerten handelt es sich hauptsächlich um Softwareprodukte. Des Weiteren fielen Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen in Höhe von 61,8 Mio. € (Vorjahr: 64,4 Mio. €) an, die direkt als Aufwand erfasst wurden.

Die Veränderung der übrigen langfristigen Vermögenswerte resultierte aus einem Rückgang der sonstigen finanziellen Vermögenswerte (-257,7 Mio. €), dem ein Anstieg der latenten Steuerforderungen (+216,5 Mio. €) der at equity bilanzierten Unternehmen (+74,1 Mio. €) und der sonstigen Vermögenswerte (+23,0 Mio. €) gegenüberstand. Die Verminderung der langfristigen sonstigen finanziellen Vermögenswerte ergab sich maßgeblich aus dem Erwerb der Anteile an der RZAG (und der anschließenden Vollkonsolidierung), die bis zu diesem Zeitpunkt unter den sonstigen Beteiligungen ausgewiesen wurde. Der Anstieg der at equity bilanzierten Unternehmen ist maßgeblich bedingt durch den Verkauf von Anteilen an der bisher als Tochterunternehmen einbezogenen commercetools GmbH, München, an der der Konzern nach der Veräußerung noch 40,0 Prozent der Anteile hält. Zudem erhöhten sich die langfristigen sonstigen Vermögenswerte, im Wesentlichen bedingt durch einen Anstieg der abgegrenzten Vermögenswerte, bei denen vor allem Baukostenzuschüsse im Geschäftsfeld Handel Deutschland zu der Veränderung beitrugen.

Die Vorräte sind hauptsächlich aufgrund einer Erhöhung der fertigen Erzeugnisse und Waren in den Geschäftsfeldern Sonstige, Handel International und Handel Deutschland gestiegen. Die Erhöhung des Bestands in den Geschäftsfeldern Sonstige und Handel Deutschland war vor allem auf die Erstkonsolidierung der RZAG und ihrer Tochtergesellschaften zum 1. Mai 2019 zurückzuführen. Im Geschäftsfeld Handel International führte insbesondere die Erweiterung des Filialnetzes in Osteuropa zu einem erhöhten Bestand an fertigen Erzeugnissen und Waren.

Der Anstieg der übrigen kurzfristigen Vermögenswerte ist wesentlich bedingt durch die Zunahme der sonstigen Vermögenswerte (+808,2 Mio. €), der laufenden Ertragsteueransprüche (+80,0 Mio. €) sowie der sonstigen finanziellen Vermögenswerte (+30,4 Mio. €). Die Erhöhung der kurzfristigen sonstigen Vermögenswerte resultierte maßgeblich aus einer Teilzahlung in Höhe von 761,9 Mio. € für den Erwerb der Lekkerland-Gruppe zum 1. Januar 2020. Darüber hinaus erhöhten sich die Zinsforderungen aus Gewerbesteuererstattungen und die abgegrenzten Provisionen der Reisebüros. Gegenläufig entwickelten sich die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (-165,5 Mio. €) sowie die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente (-64,1 Mio. €). Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegen assoziierte Unternehmen verminderten sich stichtagsbedingt insbesondere im Geschäftsfeld Handel Deutschland. Zur Veränderung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente verweisen wir auf Punkt 4 „Leistungsindikatoren“.

Die zur Veräußerung gehaltenen langfristigen Vermögenswerte erhöhten sich (+1,1 Mio. €) aufgrund der Klassifizierung von Immobilien als zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte im Geschäftsfeld Handel International.

Passiva

Die Bilanz weist zum 31. Dezember 2019 ein Eigenkapital in Höhe von 7.278,2 Mio. € (Vorjahr: 6.701,7 Mio. €) aus; das entspricht einer Eigenkapitalquote von 23,4 Prozent (Vorjahr: 31,7 Prozent). Die Veränderung der Eigenkapitalquote ist maßgeblich bedingt durch die erstmalige Bilanzierung von Leasingverbindlichkeiten gemäß IFRS 16. Die Eigenkapitalrendite der fortgeführten Geschäftsbereiche beträgt 7,6 Prozent (Vorjahr: 6,9 Prozent).

Zum 31. Dezember 2019 wird im Eigenkapital erstmalig eine Kapitalrücklage ausgewiesen (1.219,8 Mio. €), die das Aufgeld aus der Kapitalerhöhung der RZF im Rahmen des Anteilserwerbs von 77,4 Prozent an der RZAG beinhaltet. Hierin wurden 146,5 Mio. € erworbene eigene Anteile berücksichtigt. Die Gewinnrücklagen erhöhten sich um 326,5 Mio. € auf 5.983,2 Mio. €. Wesentlicher Bestandteil dieser Erhöhung ist das im Geschäftsjahr erwirtschaftete, den Anteilseignern des Mutterunternehmens zustehende Jahresergebnis in Höhe von 528,4 Mio. € (Vorjahr: 350,6 Mio. €). Gegenläufig wirkte sich der Erwerb von Anteilen anderer Gesellschafter auf die Gewinnrücklage aus. Das Ergebnis der Neubewertung leistungsorientierter Versorgungszusagen inklusive der darauf entfallenden latenten Steuern in Höhe von -86,3 Mio. € (Vorjahr: 16,1 Mio. €) wirkte sich ebenfalls mindernd auf die Gewinnrücklagen aus. Der Anstieg der übrigen Rücklagen um 16,9 Mio. € auf -84,2 Mio. € resultiert überwiegend aus der Rücklage für Währungsumrechnung. Die Anteile anderer Gesellschafter verminderten sich um 986,7 Mio. € auf 159,4 Mio. € und sind im Berichtsjahr im Wesentlichen durch Anteilsverkäufe an die Anteilseigner des Mutterunternehmens bedingt.

Die Veränderung der langfristigen Schulden resultiert im Wesentlichen aus dem Anstieg der langfristigen sonstigen finanziellen Schulden (+8.282,1 Mio. €), der langfristigen Leistungen an Arbeitnehmer (+197,8 Mio. €) sowie der langfristigen latenten Steuerschulden (+67,8 Mio. €). Die Zunahme der langfristigen sonstigen finanziellen Schulden ist maßgeblich bedingt durch die erweiterte Passivierung von Leasingverbindlichkeiten im Rahmen der Anwendung des IFRS 16 sowie der Aufnahme eines Schuldscheindarlehens in Höhe von 537,0 Mio. €, wovon zum Stichtag 437,0 Mio. € ausgezahlt waren. Bei den langfristigen Leistungen an Arbeitnehmer führten insbesondere die gesunkenen Rechnungszinsen zu einem Anstieg der Rückstellungen für Pensionsverpflichtungen, Abfertigungen und Jubiläumszuwendungen. Gegenläufig entwickelten sich insbesondere die sonstigen langfristigen Rückstellungen (-542,6 Mio. €) und die sonstigen langfristigen Schulden (-94,7 Mio. €), da aufgrund der erstmaligen Anwendung des IFRS 16 die Rückstellungen für drohende Verluste aus belastenden Verträgen und Mietverpflichtungen sowie die Schulden aus ungünstigen Verträgen fast vollständig mit den Nutzungsrechten verrechnet wurden.

Die kurzfristigen Schulden erhöhten sich hauptsächlich durch den Anstieg der kurzfristigen sonstigen finanziellen Schulden (+1.311,7 Mio. €), der Schulden aus Lieferungen und Leistungen (+251,2 Mio. €) und der kurzfristigen sonstigen Schulden (+113,9 Mio. €). Die Zunahme der kurzfristigen sonstigen finanziellen Schulden ist im Wesentlichen bedingt durch die erstmalige Passivierung von Leasingverbindlichkeiten im Rahmen der Anwendung des IFRS 16. Maßgeblich für die Veränderungen der Schulden aus Lieferungen und Leistungen war die Erstkonsolidierung der RZAG und ihrer Tochtergesellschaften zum 1. Mai 2019. Der Anstieg der sonstigen kurzfristigen Schulden resultierte insbesondere aus höheren erhaltenen Anzahlungen auf Bestellungen nahezu ausschließlich im Geschäftsfeld Touristik, gestiegenen Schulden aus Kundenbindungsprogrammen im Geschäftsfeld Handel Deutschland und aus der Einführung des Kundenbindungsprogramms „Jö-Card“ in Österreich sowie aus gestiegenen Schulden aus ausstehenden Stromrechnungen aufgrund neuer regulatorischer Vorgaben.

Gegenläufig haben sich die sonstigen kurzfristigen Rückstellungen (-107,7 Mio. €) und die kurzfristigen Leistungen an Arbeitnehmer (-35,0 Mio. €) entwickelt. Die sonstigen kurzfristigen Rückstellungen verminderten sich insbesondere aufgrund gesunkener Rückstellungen für drohende Verluste aus belastenden Verträgen und Mietverpflichtungen, da diese aufgrund der erstmaligen Anwendung des IFRS 16 mit den Nutzungsrechten verrechnet wurden. Maßgeblich für die Veränderung der kurzfristigen Leistungen an Arbeitnehmer ist der Rückgang der Schulden für Jahressonderzahlungen insbesondere in den Geschäftsfeldern Handel Deutschland und Handel International.

Ferner bestehen zum Bilanzstichtag Eventualschulden in Höhe von 753,1 Mio. € (Vorjahr: 497,2 Mio. €), die im Wesentlichen Bürgschaften gegenüber Kreditinstituten und Bürgschaften für Mietverpflichtungen sowie für Warenschulden beinhalten. Darüber hinaus wurden sonstige finanzielle Verpflichtungen in Höhe von 252,8 Mio. € (Vorjahr: 394,0 Mio. €) im Geschäftsfeld Touristik gegenüber Leistungsträgern eingegangen. Im Berichtsjahr ergeben sich zusätzlich sonstige Eventualschulden aus dem Erwerb der Anteile an der Lekkerland AG, Frechen, sowie der Kommanditanteile an der Lekkerland AG & Co. KG, Frechen. Mit Abschluss des Kaufvertrages hat sich der Erwerber verpflichtet, diverse Verpflichtungen des Verkäufers zu übernehmen.

Wesentliche Ereignisse nach Ende der Berichtsperiode werden unter Punkt 42 „Ereignisse nach dem Bilanzstichtag“ im Konzernanhang beschrieben.