REWE Group
Geschäftsbericht 2019

Darstellung der Lage

Hinweis: Eine Vergleichbarkeit der Zahlen der aktuellen Berichtsperiode mit den Vorjahreswerten ist aufgrund nachfolgend dargestellter Einflüsse nur eingeschränkt möglich:

Mit Wirkung zum 1. Mai 2019 übernahm die RZF 77,4 Prozent der REWE - Zentral-Aktiengesellschaft, Köln, (RZAG) und erlangte damit die Beherrschung über das Unternehmen. Ab diesem Zeitpunkt wurden die RZAG sowie ihre Tochtergesellschaften erstmalig in den RZF-Konzern einbezogen. Aufgrund der zum Erstkonsolidierungszeitpunkt erfolgten Kaufpreisallokation ergaben sich Einmaleffekte in Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung. Ab dem Zeitpunkt der Erstkonsolidierung werden darüber hinaus sämtliche konzerninternen Sachverhalte zwischen der RZF und der RZAG eliminiert. Im Vorjahr waren keine Eliminierungsmaßnahmen durchzuführen (vgl. Punkt 3 „Konsolidierung“ des Konzernanhangs).

Die Anwendung des IFRS 16 Leasingverhältnisse führt im Jahr der Erstanwendung zu einer eingeschränkten Vergleichbarkeit in den betroffenen Bilanz- und Gewinn- und Verlustrechnungs-Positionen. Insbesondere ergeben sich in der Gewinn- und Verlustrechnung wesentliche Verschiebungen zwischen EBITDA/EBIT/EBT: Bei Anmietverträgen, die ab dem 1. Januar 2019 bilanziell abzubilden sind, entfällt der Mietaufwand (sonstiger betrieblicher Aufwand); eine Erfolgswirksamkeit dieser Verträge ergibt sich über die Abschreibung des Nutzungsrechts und den Zinsaufwand aus der Aufzinsung der Leasingverbindlichkeit in der Folgebewertung. In der Bilanz ergibt sich insbesondere im Anlagevermögen durch die Aktivierung von Nutzungsrechten und in den sonstigen finanziellen Schulden durch die Passivierung von Leasingverbindlichkeiten eine wesentliche Erhöhung der Bilanzsumme. Der Anstieg der Verbindlichkeiten hat auch eine wesentliche Auswirkung auf Kennzahlen wie z. B. die Eigenkapitalquote und die Nettoverschuldung.

1. Vergleich der im Vorjahr berichteten Prognose mit der tatsächlichen Geschäftsentwicklung

Die Umsatzentwicklung des Konzerns blieb 2019 leicht hinter den geplanten Erwartungen zurück.

Das interne EBITA¹ hat sich in fast allen Geschäftsfeldern zum Teil deutlich besser entwickelt als für 2019 prognostiziert. Zur positiven Entwicklung trugen unter anderem Erträge aus Unternehmensverkäufen sowie Erträge, die durch Umstrukturierungen der REWE Group entstanden sind, bei.

Gegenüber dem Vorjahr konnte das Geschäftsfeld Handel Deutschland seinen Umsatz leicht steigern, aber die geplanten Erwartungen nicht ganz erfüllen. Dies ist vor allem auf den verschärften Wettbewerb im Discountmarkt zurückzuführen.

Das interne EBITA des Geschäftsfelds konnte gegenüber dem Budget leicht gesteigert werden: Steigerungen konnte vor allem REWE verzeichnen, während Penny unter dem starken Wettbewerbsdruck im Discount die Erwartungen nicht erfüllen konnte. Trotz positiver Umsatzentwicklung der Supermärkte Nord-Gesellschaften ist das Ergebnis durch deren Integration in die REWE-Organisation weiterhin belastet.

Die Umsatzentwicklung im Geschäftsfeld Handel International liegt leicht unter den budgetierten Erwartungen. Der Vollsortimentsbereich konnte die erwarteten Umsätze nicht ganz erfüllen, was im Wesentlichen auf die Entwicklung in Russland zurückzuführen ist.

Penny International zeigte vor allem in Osteuropa eine gute Umsatzentwicklung und konnte so die Erwartungen übertreffen.

Das interne EBITA im Geschäftsfeld Handel International liegt über den geplanten Erwartungen. Penny, wie auch das Vollsortiment, konnten das interne EBITA-Ziel übererfüllen. Nur im Vollsortiment in Osteuropa konnten die Erwartungen vor allem in Russland nicht ganz erreicht werden.

Die Entwicklung im Geschäftsfeld Touristik wird vor allem durch die branchenweit schwierige Entwicklung im Veranstaltergeschäft in Skandinavien geprägt. So konnte die Touristik die Umsatzentwicklung zum Vorjahr steigern, die erwartete Umsatzentwicklung wurde aber nicht erreicht. Aufgrund der schwierigen Umsatz- und Margensituation konnte die Touristik die budgetierten internen EBITA-Erwartungen nicht erfüllen.

Das Geschäftsfeld Baumarkt konnte die Umsätze gegenüber dem Vorjahr steigern und liegt mit seiner Entwicklung über dem Budget. Trotz des Margendrucks konnte der Baumarkt aufgrund positiver Kostenentwicklungen und Einsparungen die budgetierten internen EBITA-Erwartungen mehr als erfüllen.

Die Netto-Verschuldung ist 2019 etwas stärker gestiegen als ursprünglich geplant. Ursache hierfür ist die vorzeitige Kaufpreiszahlung für den Erwerb der Lekkerland-Gruppe, die jedoch weitestgehend über nicht getätigte Investitionen, Veräußerungen von Beteiligungsgesellschaften sowie sonstige operative Maßnahmen finanziert wurde.