REWE Group
Geschäftsbericht 2019

Wirtschaftliche Rahmenbedingungen

2. BRANCHENENTWICKLUNG

Lebensmittelhandel

Branchenentwicklung: Umsatz
Veränderung in ProzentHandel 2019

nominal
Handel 2018

nominal
Lebensmittel-einzelhandel 2019
nominal
Lebensmittel-einzelhandel 2018
nominal
Deutschland3,42,71,511,21
Österreich2,02,62,42,5
Tschechien5,45,94,33,5
Italien0,80,80,70,3
Ungarn9,19,38,77,0
Rumänien10,211,310,810,5
Slowakei0,86,44,44,1
Russland21,62,61,41,7
Litauen6,55,2
Bulgarien3,87,53,510,2
Ukraine37,0
Kroatien5,05,73,53,1
  • Quellen: Eurostat; 1 GfK; 2 Retail Update Russia (Biweekly News Report – Published by PMR) Stand Januar 2020; 3 für 2019 keine valide Quelle vorhanden

Für Deutschland ist die Umsatzentwicklung des Lebensmitteleinzelhandels nach GfK (nominal: +1,5 Prozent; FMCG ohne Non-Food) und Nielsen/TradeDimension (nominal: +1,9 Prozent) im Vergleich zum Vorjahr positiv verlaufen. In diesem Kontext entwickelt sich das Geschäftsfeld Handel Deutschland mit einer Umsatzsteigerung von 2,7 Prozent ausgesprochen gut.

Der Einzelhandel in Österreich erzielte 2019 ein nominales Umsatzwachstum von 2,0 Prozent (real: 1,2 Prozent). Der Lebensmitteleinzelhandel erzielte ein nominales Umsatzwachstum von 2,4 Prozent (real: 1,5 Prozent). Die Entwicklung fiel damit nominal weniger stark als im Vorjahr aus, während sich real eine Verbesserung im Vergleich zum Vorjahr ergeben hat.

Der Einzelhandelsumsatz in Italien ist 2019 nominal und real um 0,8 Prozent gestiegen. Die privaten Haushalte verzeichneten reale Kaufkraftverluste, da die Inflation die Lohnsteigerungen übertraf. Die Umsätze im Lebensmitteleinzelhandel erhöhten sich nominal um 0,7 Prozent (real: gesunken um 0,1 Prozent).

Der Lebensmitteleinzelhandel in den osteuropäischen Ländern, in denen die REWE Group vertreten ist, entwickelte sich im Wesentlichen positiv. Im Lebensmittelhandel konnten Rumänien (nominal: 10,8 Prozent; real: 5,8 Prozent) und Ungarn (nominal: 8,7 Prozent; real: 3,5 Prozent) 2019 das höchste Umsatzwachstum verzeichnen. Insgesamt liegt die Entwicklung im Lebensmittelhandel nominal – mit Ausnahme von Russland und der Ukraine – deutlich über der Entwicklung der westeuropäischen Länder. Positiv beeinflusst wurde der Konsum in den Ländern unter anderem durch gestiegene Reallöhne und eine gute Beschäftigungslage. In Russland fiel der Anstieg der Einzelhandelsumsätze mit 1,6 Prozent nominal und der Umsätze im Lebensmitteleinzelhandel mit 1,4 Prozent nominal moderat aus und lag unter der Entwicklung des Vorjahres.

Touristik

Der deutsche Reiseveranstaltermarkt zeigte 2019 mit 0,6 Prozent ein moderates Umsatzwachstum auf 35,4 Mrd. € und konnte die guten Ergebnisse der Vorjahre nicht weiter fortsetzen. Wesentliche Wachstumssegmente waren die Kreuzfahrt mit einem Umsatzzuwachs von 7,0 Prozent und eine gute Entwicklung mittelständischer Spezialisten. Das Jahr 2019 war geprägt von der Insolvenz von Thomas Cook sowie der Insolvenz des Ferienfliegers Germania und der Unsicherheit über den Fortbestand der Thomas Cook-Tochter Condor. Auch das Flugverbot der Boeing B 737-Max betraf die Branche, weil einige Fluggesellschaften zu erheblichen Kosten Ersatzmaschinen anmieten mussten. Daher erreichten die klassischen Flugreiseveranstalter nur ein geringes Umsatzwachstum von 1,9 Prozent. Das Wachstum kam vor allem von den außereuropäischen Zielen (Türkei +28,8 Prozent, Ägypten +16,4 Prozent, Tunesien +5,1 Prozent). Die Krisendestinationen der vergangenen drei Jahre in der Türkei, Ägypten und Nordafrika haben nahezu das Volumen aus der Zeit vor der Krise erreicht und zeigen nur noch leichte Zuwächse, die den Einbruch der europäischen Mittelmeer-Ziele nicht kompensieren konnten, so dass die Mittelmeer-Ziele insgesamt rückläufig waren. Die Fernreisen entwickelten sich anlässlich der Stärkung des Euros gegenüber dem Dollar positiv. Die erdgebundenen Reisen in Europa verzeichneten ebenfalls einen Umsatzrückgang und konnten an das gute Vorjahr nicht anknüpfen.

Der stationäre Reisebüromarkt verzeichnete 2019 einen Umsatzrückgang von insgesamt 3,1 Prozent. Deutliche Zuwächse erzielte in diesem Jahr der Online-Reisevertrieb mit 16,5 Prozent. Auch die Umsätze der Produktportale (+12,7 Prozent) sowie die Online-Direktverkäufe der touristischen Leistungsträger (+14,5 Prozent) nahmen signifikant zu und treten damit immer stärker in Konkurrenz zu ihren eigenen Vertriebskanälen über Veranstalter und Reisebüros. Die spezialisierten Business-Travel-Organisationen verzeichneten einen Rückgang von 2,0 Prozent. Insgesamt wies der deutsche Reisebüromarkt einen Rückgang von 2,7 Prozent aus.

Die Entwicklungen in den verschiedenen europäischen Veranstaltermärkten verliefen 2019 sehr unterschiedlich.

Der österreichische Veranstaltermarkt entwickelte sich ebenso moderat wie der deutsche Veranstaltermarkt, da über 80,0 Prozent dieser Reisen mit dem identischen Sortiment von den deutschen Veranstaltern produziert werden.

Der Schweizer Veranstaltermarkt hingegen entwickelte sich im Jahr 2019 leicht negativ. Grund hierfür war vor allem das beständig gute Wetter in den Sommermonaten, so dass die Schweizer ihren Urlaub vermehrt im eigenen Land verbrachten. Die im Sommer ausgebliebenen Buchungen konnten auch durch die positive Entwicklung der Herbstbuchungen nicht kompensiert werden.

Der eher kleine französische Veranstaltermarkt weist nur moderate Zuwächse auf, da die Franzosen ihre Urlaubsreisen infolge des langen und warmen Sommers traditionell eher individuell organisieren.

Der britische Veranstaltermarkt litt – wie schon im Vorjahr – unter der politischen Unsicherheit der Brexit-Fristen. Die preissensiblen volumenstarken Destinationen rund um das Mittelmeer verzeichneten Rückgänge, während sich hochwertige, maßgeschneiderte Veranstalterreisen in alle Welt behaupten konnten. Trotz aller Unsicherheiten erwies sich der britische Reisemarkt als bemerkenswert widerstandsfähig. Dies lag daran, dass andere inländische Wirtschaftsfaktoren weitestgehend positiv waren – ein über die Inflation hinausgehendes Lohnwachstum, ein hohes Beschäftigungsniveau und niedrige Zinssätze.

Die nordeuropäischen Reisemärkte konnten an das mäßige Wachstum aus dem Vorjahr nicht weiter anknüpfen. Der lange und warme Sommer im letzten Jahr, die zunehmenden Klimadiskussionen und Flugscham sowie eine negative Entwicklung der schwedischen Krone gegenüber dem Euro ließen die Buchungsnachfrage schwächeln.

Die osteuropäischen Reisemärkte hingegen profitierten stark von den nach drei Krisenjahren wiederbelebten zweistelligen Nachfragezuwächsen für preiswerte Reisen in die Türkei sowie nach Nordafrika.

Baumarkt

Der Baumarkthandel konnte nach Aussagen des BHB – Handelsverband Heimwerken, Bauen und Garten e.V., Köln, 2019 ein Umsatzwachstum von 3,6 Prozent auf 19,5 Mrd. € verbuchen. Während die Umsätze im ersten Quartal aufgrund der guten Wetterlage im Februar insbesondere im Gartensortiment deutlich angestiegen sind (+10,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal), konnte das zweite Quartal die positive Entwicklung stützen, aber nicht maßgeblich zu einer weiteren Verbesserung beitragen (+0,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal). Das dritte Quartal verzeichnete mit 4,8 Mrd. € Umsatz und einem Anstieg von 4,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr eine starke Saison bis zum Wettereinbruch zum Ende des Quartals. Das vierte Quartal wurde insbesondere durch einen starken November gestützt und generierte ein Umsatzplus von 0,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal. Neben saisonabhängigen Sortimenten entwickelten sich auch die Heimwerkersortimente positiv.