Allgemeine Grundlagen und Methoden des Zusammengefassten Abschlusses

2. Anwendung und Auswirkungen neuer bzw. überarbeiteter Rechnungslegungsvorschriften

Im Geschäftsjahr 2018 wurden folgende Rechnungslegungsvorschriften erstmalig angewandt:

Name des Standards, der Standardänderung oder der Interpretation
IFRS 9Finanzinstrumente inklusive Änderungen an diesem Standard
IFRS 15Erlöse aus Verträgen mit Kunden inklusive Änderungen an diesem Standard
IAS 401Änderungen: Übertragungen von als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien
IFRIC 221Vorauszahlungen im Zusammenhang mit Fremdwährungstransaktionen
Diverse1Änderungen: Jährliche Verbesserungen an den IFRS: Zyklus 2014–2016
  • 1 Aus dem Standard, der Standardänderung oder der Interpretation resultieren keine bzw. nur unwesentliche Auswirkungen.

    IFRS 9: Finanzinstrumente inklusive Änderungen an diesem Standard

    a) Klassifizierung und Bewertung

    Dieser Standard ersetzt die bisherigen Regelungen des IAS 39 zur Bilanzierung von Finanzinstrumenten.

    Die Konzerne wenden für die Klassifizierung und Bewertung das Wahlrecht zur vereinfachten Erstanwendung an. Der kumulierte Effekt aus der Umstellung wird erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst. Vergleichszahlen der Vorjahresperioden werden nicht angepasst.

    Die Bewertungskategorien des IAS 39 werden durch die Kategorien „fortgeführte Anschaffungskosten“, „beizulegender Zeitwert erfolgswirksam“ und „beizulegender Zeitwert erfolgsneutral“ ersetzt. Die Einordnung eines finanziellen Vermögenswerts in die Kategorien hängt neben der Einstufung als Eigen- oder Fremdkapitalinstrument gemäß IAS 32 auch von dessen vertraglichen Merkmalen (vertragliche Zins- und Tilgungszahlungen bzw. Zahlungsstrombedingung) und vom zugrunde liegenden Geschäftsmodell („Halten“, „Halten und Verkaufen“ oder „Verkaufen“) des Unternehmens ab. Bei der Einordnung eines finanziellen Vermögenswerts, der gemäß IAS 32 ein Schuldinstrument darstellt, in die Kategorie „beizulegender Zeitwert erfolgswirksam“ ist ähnlich zur vormaligen Abbildung nach IAS 39 eine ergebniswirksame Neubewertung vorgesehen. Ist ein finanzieller Vermögenswert (Schuldinstrument) der Kategorie „beizulegender Zeitwert erfolgsneutral“ zuzuordnen, erfolgt eine Neubewertung zum beizulegenden Zeitwert, wobei Wertänderungen im sonstigen Ergebnis zu erfassen sind. Bei Einstufung des finanziellen Vermögenswerts in die Kategorie „fortgeführte Anschaffungskosten“ erfolgt die Folgebewertung unter Anwendung der Effektivzinsmethode zu fortgeführten Anschaffungskosten.

    Die Beteiligungen (Eigenkapitalinstrumente), die gemäß der Ausnahmeregelung des IAS 39 zu Anschaffungskosten bewertet wurden, werden künftig erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Dabei üben die Konzerne gemäß IFRS 9 das unwiderrufliche Wahlrecht für bestimmte Eigenkapitalinstrumente aus, Veränderungen des beizulegenden Zeitwerts erfolgsneutral zu erfassen (FVOCI-Option). Durch die Ausübung der FVOCI-Option für Eigenkapitalinstrumente wurde ein Erstanwendungseffekt im unteren zweistelligen Millionenbereich im sonstigen Ergebnis erfasst.

    Tochterunternehmen und assoziierte Unternehmen, die aufgrund ihrer untergeordneten Bedeutung nicht vollkonsolidiert bzw. at equity einbezogen werden und bisher als „zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte“ ausgewiesen wurden, werden ab dem Geschäftsjahr 2018 unter den sonstigen Vermögenswerten ausgewiesen (75,4 Mio. €).

    Schuldinstrumente in Form von Darlehen an assoziierte Unternehmen, deren vertragliche Zahlungsströme die Zahlungsstrombedingung nicht erfüllen, werden ab dem 1. Januar 2018 erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet („beizulegender Zeitwert erfolgswirksam“). Der resultierende im sonstigen Ergebnis erfasste negative Umstellungseffekt aus Anwendung der geänderten Bewertungsmethodik bewegt sich im unteren einstelligen Millionenbereich.

    Die Klassifizierung und die Bewertung von finanziellen Schulden erfolgen unter IFRS 9 weitestgehend unverändert zu den Bilanzierungsvorschriften gemäß IAS 39. Lediglich bei Ausübung des unwiderruflichen Wahlrechts, finanzielle Schulden zum beizulegenden Zeitwert anzusetzen (FV-Option), besteht gemäß IFRS 9 nunmehr die Möglichkeit, Wertänderungen, die aus dem eigenen Kreditrisiko resultieren, erfolgsneutral zu erfassen.

    Die FV-Optionen für finanzielle Vermögenswerte als auch für finanzielle Schulden werden weiterhin nicht ausgeübt.

    b) Wertminderungsmodell

    Neben den neuen Klassifizierungsvorschriften beinhaltet der neue Standard Neuregelungen zur Ermittlung von Wertminderungen auf finanzielle Vermögenswerte. Hierbei wurde das bisherige Modell zur Berücksichtigung eingetretener Kreditverluste durch ein mehrstufiges Modell zur Berücksichtigung erwarteter Kreditverluste ersetzt.

    Die Konzerne wenden für das Wertminderungsmodell das Wahlrecht zur vereinfachten Erstanwendung an. Der kumulierte Effekt aus der Umstellung (0,3 Mio. €) resultiert im Wesentlichen aus den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen und wird erfolgsneutral im Eigenkapital erfasst. Die Vergleichszahlen der Vorjahresperiode werden nicht angepasst. Die Erhöhung der Risikovorsorge resultiert im Wesentlichen aus der Anforderung, eine Risikovorsorge auch für nicht notleidende Vermögenswerte zu bilden.

    Die Buchwerte der finanziellen Vermögenswerte und -schulden nach Bewertungskategorien gemäß IAS 39 und IFRS 9 stellen sich wie folgt dar:

    in Mio. EUR31.12.2017
    Kategorie gemäß IAS 39
    01.01.2018
    Kategorie gemäß IFRS 9
    Differenz
    Finanzielle Vermögenswerte
    Sonstige finanzielle Vermögenswerte964,6901,3-63,3
    sonstige Forderungen gegen LieferantenKredite und Forderungen543,7fortgeführte Anschaffungskosten543,70,0
    Ausleihungen und DarlehenKredite und Forderungen238,0fortgeführte Anschaffungskosten238,00,0
    Gesellschafterdarlehen an PartnergesellschaftenKredite und Forderungen41,5Beizulegender Zeitwert erfolgswirksam40,4-1,1
    Forderungen aus derivativen Finanzinstrumenten 25,2 25,20,0
     Derivate ohne Hedge-BeziehungFinanzielle Vermögenswerte zu Handelszwecken gehalten15,3Beizulegender Zeitwert erfolgswirksam15,30,0
     Derivate mit Hedge-BeziehungN/A9,9N/A9,90,0
    Anteile an Kapitalgesellschaften und sonstige WertpapiereFinanzielle Vermögenswerte zur Veräußerung verfügbar61,0Beizulegender Zeitwert erfolgswirksam 1)6,7-54,3
       Beizulegender Zeitwert erfolgsneutral35,835,8
    Anteile an PersonengesellschaftenFinanzielle Vermögenswerte zur Veräußerung verfügbar46,1Beizulegender Zeitwert erfolgswirksam 1)2,4-43,7
    sonstige finanzielle VermögenswerteKredite und Forderungen9,1fortgeführte Anschaffungskosten9,10,0
    Forderungen aus Lieferungen und LeistungenKredite und
    Forderungen 1.262,4
    fortgeführte Anschaffungskosten 1.262,1-0,3
    Zahlungsmittel und ZahlungsmitteläquivalenteKredite und
    Forderungen 653,4
    fortgeführte Anschaffungskosten 653,40,0
    Finanzielle Schulden
    Sonstige finanzielle Schulden2.397,62.397,60,0
    Schulden gegenüber KreditinstitutenFinanzielle Schulden zu fortgeführten Anschaffungskosten1.120,8fortgeführte Anschaffungskosten1.120,80,0
    Schulden aus Finanzierungsleasing 2)N/A899,7N/A899,70,0
    Schulden aus derivativen Finanzinstrumenten 36,5 36,50,0
     Derivate ohne Hedge-BeziehungFinanzielle Schulden zu Handelszwecken gehalten15,0Beizulegender Zeitwert erfolgswirksam15,00,0
     Derivate mit Hedge-BeziehungN/A21,5N/A21,50,0
    übrige finanzielle SchuldenFinanzielle Schulden zu fortgeführten Anschaffungskosten340,6fortgeführte Anschaffungskosten340,60,0
    Schulden aus Lieferungen und LeistungenFinanzielle Schulden zu fortgeführten Anschaffungskosten6.160,1fortgeführte Anschaffungskosten 6.160,10,0
    • 1) Veränderung beinhaltet u.a. Umgliederung unwesentlicher verbundener bzw. assoziierter Unternehmen
    • 2) Buchwert nach IAS 17

    c) Abbildung von Sicherungsbeziehungen

    Des Weiteren ändern sich die Regelungen zur Abbildung von Sicherungsbeziehungen durch die Erstanwendung von IFRS 9. Bei der erstmaligen Anwendung des Standards haben Unternehmen das Wahlrecht, die Bilanzierung von Sicherungsgeschäften nach IAS 39 fortzuführen. Die Konzerne haben dieses Wahlrecht nicht in Anspruch genommen. Sicherungsbeziehungen werden daher gemäß IFRS 9 abgebildet. Die Vorschriften des neuen Standards sehen vor, das betriebliche Risikomanagement und das hedge accounting stärker miteinander zu verbinden, um die tatsächlichen wirtschaftlichen Verhältnisse besser abzubilden. Im Zuge dessen haben die Konzerne ihre Risikomanagementstrategie einheitlich auf eine Plansicherung ausgerichtet.

    Zudem ergeben sich im Rahmen der Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen gemäß IFRS 9 sowohl erweiterte Designationsmöglichkeiten als auch die Notwendigkeit zur Implementierung von komplexeren Buchungs- und Bewertungslogiken. Die Konzerne erfassen designierte Änderungen des beizulegenden Zeitwerts in der Rücklage für Cashflow hedges, während Gewinne oder Verluste aus den nicht designierten Änderungen des beizulegenden Zeitwerts in der Rücklage für Absicherungskosten ausgewiesen werden. Als Kosten der Absicherung werden die nicht designierten Wertveränderungen des Zeitwerts von Fremdwährungs-Optionen bzw. der Terminkomponente und des Fremdwährungs-Basis-Spreads von Termingeschäften erfasst.

    Gemäß IAS 39 wurde der Zeitwert von Fremdwährungs-Optionen als ineffektiver Teil bestehender Cashflow hedges im Finanzergebnis gezeigt. Da im Vorjahr keine Fremdwährungs-Optionen als Sicherungsinstrumente unter Anwendung von hedge accounting designiert waren, ergeben sich aus der retrospektiven Anwendung der Vorschriften zur Designation von Optionsgeschäften keine Erstanwendungseffekte und keine Anpassung der Vorjahreszahlen.

    Hinsichtlich der Umsetzung der neuen Bilanzierungsvorschriften zum Ausschluss der Fremdwährungs-Basis-Spreads von als Sicherungsinstrumente designierten Devisentermingeschäften wurde von dem Wahlrecht der retrospektiven Erstanwendung Gebrauch gemacht. Die Anpassung der Vorjahresvergleichszahlen beschränkte sich auf eine Umgliederung des Bewertungsergebnisses aus Fremdwährungs-Basis-Spreads zwischen der Rücklage für designierte Risikokomponenten und der Rücklage für Absicherungskosten.

    Auswirkungen des Ausschlusses von Fremdwährungs-Basis-Spreads aus der Designation

    in Mio. €Rücklage für Cashflow hedgesRücklage für Absicherungskosten
    Anpassung zum 01.01.2017+3,1-3,1
    Anpassung zum 30.06.2017-0,3+0,3
    Anpassung zum 31.12.2017-1,2+1,2

    Die Terminkomponente der als Sicherungsgeschäfte designierten Devisentermingeschäfte hingegen wird weiterhin als effektiver Teil des Derivats behandelt und in der Rücklage für designierte Risikokomponenten ausgewiesen.

    Für Devisentermingeschäfte, die ab dem 1. Januar 2018 abgeschlossen und als Sicherungsinstrument unter Anwendung von hedge accounting designiert wurden, wurden sowohl die Terminkomponente als auch die Fremdwährungs-Basis-Spreads aus der Designation ausgeschlossen.

    Wären die Neuerungen zum Ausschluss bestimmter Wertkomponenten von Sicherungsinstrumenten nach IFRS 9 zum Bilanzstichtag nicht angewendet worden, hätte die Rücklage für designierte Risikokomponenten 10,0 Mio. € statt 2,2 Mio. € betragen.

    IFRS 15: Erlöse aus Verträgen mit Kunden

    Der neue Standard gibt einheitliche Grundprinzipien zur Umsatzrealisation für alle Branchen und für alle Kategorien von Transaktionen vor und ersetzt die Vielzahl von Einzelregelungen. Zeitpunkt und Höhe von Umsatzerlösen orientieren sich dabei an einem fünfstufigen Modell. Im Ergebnis ist hiernach mit Übertragung der Verfügungsgewalt über eine Leistung die dieser Leistungsverpflichtung zuzurechnende anteilige Gegenleistung als Umsatzerlös zu realisieren. Die Übertragung der Verfügungsgewalt kann dabei nach wie vor zu einem Zeitpunkt oder über einen Zeitraum erfolgen. Daneben werden zahlreiche Detailfragen geklärt, zum Beispiel der Umgang mit Vertragsänderungen sowie die Bewertung variabler Gegenleistungen wie Rabatte, Rückgaberechte und Leistungsvergütungen. Außerdem enthält der Standard neue Leitlinien zu Prinzipal-Agenten-Beziehungen und zu Kosten zur Erlangung eines Vertrags.

    Im Geschäftsbereich Baumarkt werden Rückerstattungsverbindlichkeiten aus möglichen Retouren im unteren einstelligen Millionenbereich bilanziert. Das damit verbundene Recht, die retournierten Produkte gegen Erstattung der Zahlung vom Kunden zurückzuerhalten, wird als Vermögenswert ausgewiesen.

    Aus dem neuen Standard ergeben sich weitere Effekte auf die Bilanz und die Gewinn- und Verlustrechnung, die mangels Wesentlichkeit nicht gesondert dargestellt werden.

    Die Konzerne wenden die modifiziert retrospektive Transitionsmethode an, nach der ein kumulierter Anpassungseffekt zum Umstellungszeitpunkt erfasst wird. Vergleichszahlen der Vorjahresperioden werden nicht angepasst.

    Veröffentlichte, aber im Geschäftsjahr 2018 noch nicht angewandte neue bzw. überarbeitete Rechnungslegungsvorschriften

    Die nachfolgend aufgeführten neuen Standards und Interpretationen sowie Änderungen an bestehenden Standards wurden vom IASB herausgegeben, waren jedoch im Geschäftsjahr 2018, sofern bereits in europäisches Recht übernommen, noch nicht verpflichtend anzuwenden. Ein eventuelles Wahlrecht zur freiwilligen vorzeitigen Anwendung wurde für diese Rechnungslegungsvorschriften nicht in Anspruch genommen.

    Veröffentlichte, im Geschäftsjahr 2018 aber noch nicht angewandte neue bzw. überarbeitete Rechnungslegungsvorschriften
    Anwendung verpflichtend/ voraussichtlich im GeschäftsjahrName des Standards, der Standardänderung oder der InterpretationÜbernahme in europäisches Recht bereits erfolgt
    2019IFRS 91Änderungen: Vorzeitige Rückzahlungsoptionen mit negativer VorfälligkeitsentschädigungJa
    IFRS 16LeasingverhältnisseJa
    IAS 281Änderung: Langfristige Anteile an assoziierten Unternehmen und GemeinschaftsunternehmenJa
    IFRIC 231Unsicherheit bezüglich der ertragsteuerlichen BehandlungJa
    IAS 191Änderungen: Plananpassungen, -kürzungen oder -abgeltungenJa
    Diverse1Änderungen: Jährliche Verbesserungen an den IFRS: Zyklus 2015–2017Ja
    2020IFRS 31Änderungen: Definition eines GeschäftsbetriebsJa
    IAS 1/IAS 81Änderungen: Definition von WesentlichkeitNein2
    Diverse1Änderungen: Überarbeitete Fassung des RahmenkonzeptsNein2
    2021IFRS 171VersicherungsverträgeNein2
    • 1 Aus dem Standard, der Standardänderung oder der Interpretation werden keine bzw. nur unwesentliche Auswirkungen erwartet.
    • 2 Da der Standard, die Änderung oder die Interpretation noch nicht in europäisches Recht übernommen sind, besteht kein verbindlicher Anwendungstermin innerhalb der Europäischen Union. Gegenüber dem für die Zuordnung zu Geschäftsjahren zugrunde gelegten Erstanwendungstermin, wie er vom IASB vorgesehen ist, können sich daher noch Änderungen ergeben.

    Aus der erstmaligen Anwendung der neuen Standards oder Standardänderungen werden die nachfolgenden Auswirkungen auf die Abbildung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage erwartet:

    IFRS 16: Leasingverhältnisse

    Der neue Standard IFRS 16 wird den derzeit geltenden Standard IAS 17 sowie IFRIC 4 ersetzen. In den Anwendungsbereich des IFRS 16 fallen grundsätzlich alle Miet- und Leasingverhältnisse, Untermietverhältnisse sowie Sale-and-Leaseback-Transaktionen.

    Ziel des neuen Standards ist, grundsätzlich alle finanziellen Verpflichtungen aus Miet- und Leasingverhältnissen bilanziell abzubilden. Die wesentliche Neuerung des IFRS 16 im Vergleich zu IAS 17 betrifft die Bilanzierung beim Leasingnehmer. So entfällt bei diesem künftig die Klassifizierung in Operating- und Finanzierungs-Leasingverhältnisse. Vielmehr muss der Leasingnehmer zu dem Zeitpunkt, zu dem ihm der Leasinggeber den Vermögenswert zur Nutzung überlässt, eine Verbindlichkeit und korrespondierend ein Nutzungsrecht erfassen, das grundsätzlich dem Barwert der künftigen Leasingzahlungen zuzüglich direkt zurechenbarer Kosten entspricht. Während der Laufzeit des Leasingvertrags wird die Leasingverbindlichkeit finanzmathematisch fortgeschrieben, während das Nutzungsrecht planmäßig amortisiert wird. Bei kurzfristigen und geringwertigen Leasingverhältnissen verzichtet die REWE Group auf deren Bilanzierung als Nutzungsrecht und Leasingverbindlichkeit (Wahlrecht).

    Beim Leasinggeber hingegen unterscheiden sich die Regelungen des neuen Standards nicht von den bisherigen Vorschriften des IAS 17. Für die Klassifizierung nach IFRS 16 wurden die Kriterien des IAS 17 übernommen.

    Aus Leasinggebersicht sind insbesondere Untermietverhältnisse einer Analyse zu unterziehen. Nach derzeitigem Kenntnisstand ist hier ein geringer Effekt auf Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung zu erwarten, da nach derzeitigen Analysen eine wesentliche Anzahl der Untervermietungen weiterhin im Rahmen von Operating-Leasingverhältnissen erfolgen wird.

    Der neue Standard wird wesentliche Auswirkungen auf EBITDA, EBITA, EBIT, EBT und EAT haben: Die Mietzahlungen, die künftig auf zu bilanzierende Leasingverhältnisse entfallen, sind nicht mehr als Mietaufwand zu zeigen. Diese Leasingverhältnisse werden erfolgswirksam abgebildet durch die Abschreibung des aktivierten Nutzungsrechts und die Verzinsung der Leasingverbindlichkeit.

    Ebenfalls wird der neue Standard Einfluss auf die Kapitalflussrechnung haben: Während derzeit der gezahlte Mietaufwand aus Operating-Leasingverhältnissen im Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit abgebildet ist, werden Effekte aus diesen Leasingverhältnissen, die künftig bilanziell abzubilden sind, in verschiedenen Positionen der Kapitalflussrechnung ausgewiesen: Gezahlte Zinsen sind im Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit, die Tilgung der Leasingverbindlichkeit im Cashflow aus Finanzierungstätigkeit zu erfassen. Somit führt IFRS 16 zu einer Erhöhung des Cashflows aus betrieblicher Tätigkeit und einer Verminderung des Cashflows aus Finanzierungstätigkeit.

    Die Konzerne werden den Standard ab dem verpflichtenden Übernahmezeitpunkt am 1. Januar 2019 anwenden. Der Ermittlung des Anpassungseffekts zum Zeitpunkt der erstmaligen Anwendung liegt der modifizierte retrospektive Ansatz zugrunde. Eine rückwirkende Anpassung von Vergleichsbeträgen für das Jahr vor der erstmaligen Anwendung erfolgt somit nicht. Die Leasingverbindlichkeit ist mit dem Barwert der zum Erstanwendungszeitpunkt noch ausstehenden Leasingzahlungen unter Verwendung des Grenzfremdkapitalzinssatzes zum Zeitpunkt der erstmaligen Anwendung zu bewerten. Das Nutzungsrecht wird in gleicher Höhe bewertet abzüglich zurückgestellter Beträge, wenn es sich bei dem Leasingvertrag um einen belastenden Vertrag gemäß IAS 37 handelt (Wahlrecht). Der kumulierte Effekt hieraus wird in den Gewinnrücklagen erfasst.

    In der REWE Group wurden die wesentlichen Leasingvereinbarungen (Immobilien und Fuhrpark) der Konzerne im Hinblick auf die neuen Rechnungslegungsvorschriften für Leasingverhältnisse gemäß IFRS 16 überprüft. Grundlegende Auswirkungen ergeben sich auf die Bilanzierung der Operating-Leasingverhältnisse. Zum Bilanzstichtag weist die REWE Group Verpflichtungen aus unkündbaren Operating-Leasingverhältnissen in Höhe von 12.847 Mio. € (undiskontiert; siehe Punkt 24 „Leasing“) aus. Bei bisher als Finanzierungs-Leasingverhältnis klassifizierten Verträgen entspricht zum 1. Januar 2019 der Buchwert des Nutzungsrechts und der Leasingverbindlichkeit nach IFRS 16 den zum 31. Dezember 2018 nach IAS 17 bilanzierten Werten (IFRS 16.C11).

    Im zusammengefassten Abschluss wird zum 31. Dezember 2018 ein Mietaufwand in Höhe von 1.892 Mio. € (zum aktuellen Miet- und Leasingaufwand siehe Punkt 14 „Sonstige betriebliche Aufwendungen“) ausgewiesen. Es wird erwartet, dass sich aus der Bilanzierung der Operating-Leasingverhältnisse gemäß IFRS 16 eine Leasingverbindlichkeit von rund 9 Mrd. € ergeben wird. Der Ansatz der Nutzungsrechte wird voraussichtlich rund 0,5 Mrd. € geringer ausfallen. Zur Barwertermittlung wurden hierbei abhängig von Vertragslaufzeit, Land, Lage (Immobilien) und anderen objektspezifischen Gegebenheiten Zinssätze zwischen 0,75 Prozent und 13,75 Prozent berücksichtigt. Verlängerungsoptionen werden nur berücksichtigt, sofern auf Basis der vom Management genehmigten Planungen hinreichend sicher ist, dass das entsprechende Leasingobjekt über diesen Zeitraum weiterbetrieben wird, andernfalls wird die kürzestmögliche Vertragslaufzeit unterstellt. In den ausgewiesenen Mietaufwendungen zum 31. Dezember 2018 sind auch Aufwendungen für kurzfristige und geringwertige Leasingverhältnisse in unwesentlicher Höhe enthalten.