Sonstige Angaben

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39. Angaben zum Kapitalmanagement

Die finanzwirtschaftliche Steuerung der Konzerne dient der nachhaltigen Wahrung einer größtmöglichen finanziellen Flexibilität und ist darauf ausgerichtet, die jederzeitige Handlungsfreiheit hinsichtlich der operativen, finanziellen und strategischen Unternehmensentwicklung der Konzerne zu sichern. Die REWE Group hat sich einem starken Finanzprofil und der Wahrung einer guten Bonitätseinschätzung verpflichtet. Zur Erhaltung dieses Finanzprofils orientiert sich die REWE Group an international akzeptierten, für das Rating relevanten Finanzrelationen. Alle strategischen unternehmerischen Entscheidungen werden im Hinblick auf ihre Auswirkung auf diese Kennzahlen überprüft.

Für die REWE Group wurde eine Finanzpolitik definiert, deren bedeutendste Kennzahl sich wie folgt darstellt:

Der Verschuldungsfaktor ergibt sich aus dem Verhältnis zwischen der Netto-Verschuldung und dem mietbereinigten EBITDA (EBITDAR) der REWE Group. Die Definition dieser Kennzahl berücksichtigt die bilanzielle Verschuldung und die Netto-Mietverpflichtungen mit einem Multiplikator von fünf. Dieser Faktor impliziert den Barwert der Nettomietverpflichtungen. Als Maximalwert für den Verschuldungsfaktor wurde für die REWE Group ein Faktor von drei festgelegt. Sollte eine außerordentliche Marktlage das Management dazu zwingen, diese Verschuldungsgrenze zu überschreiten, sind Maßnahmen zu entwickeln, die die Kennzahl wieder auf das angestrebte Niveau steuern. Zum 31. Dezember 2017 lag die entsprechende Kennzahl bei 2,6 (Vorjahr: 1,9). Die Finanzierungsstruktur, die Liquidität und die Finanzrisikopositionen werden bei der REWE Group zentral gesteuert.

Basierend auf kapitalmarktorientierten Grundlagen beinhaltet das langfristige Kapitalmanagement darüber hinaus die Entscheidung hinsichtlich variabler und festverzinslicher Kreditaufnahme.

Die kurzfristige Liquiditätssteuerung für die REWE Group erfolgt für das Folgejahr auf monatlicher Basis, die fortlaufend aktualisiert wird. Der mittelfristige Liquiditätsbedarf wird für das jeweilige Kalenderjahr auf Basis der Mittelfristplanung ermittelt und dient somit als Grundlage für die Finanzierungsstrategie.

Zur Steuerung finanzwirtschaftlicher Risiken (z. B. Wechselkursrisiken, Zinsänderungsrisiken, Bonitätsrisiken) in der REWE Group ist ein zentrales Treasury-Committee eingesetzt. Darüber hinaus existieren Treasury Committees auf Ebene der Geschäftsfelder. Diese Gremien dienen insbesondere der wechselseitigen Information und Meinungsbildung sowie einer engen Abstimmung der unterschiedlichen Konzerneinheiten zu Fragen und Strategien.

Des Weiteren wird das in der REWE Group gebündelte Know-how genutzt, um die Gesellschaften der REWE Group im In- und Ausland in allen relevanten Finanzfragen zu beraten und zu betreuen. Das reicht von grundsätzlichen Überlegungen zur Finanzierung von Akquisitions- und Investitionsvorhaben bis hin zur Unterstützung der lokalen Finanzverantwortlichen der einzelnen Konzerngesellschaften in Gesprächen mit Banken und Finanzdienstleistern vor Ort.