Sonstige Angaben

40. Management der finanzwirtschaftlichen Risiken

Die Konzerne sind durch ihre Geschäftstätigkeit verschiedenen finanziellen Risiken ausgesetzt, insbesondere dem Währungsrisiko, dem Liquiditätsrisiko, dem Zinsrisiko, dem Rohstoffpreisrisiko sowie dem Adressenausfallrisiko.

Die Währungs-, Liquiditäts- und Zinsrisiken für die Konzerne werden gemäß der Finanzrahmenrichtlinie systematisch gesteuert. Die finanziellen Risiken werden in enger Zusammenarbeit mit den operativen Einheiten identifiziert, bewertet und abgesichert. Über Risikopolitik und -strategie berät und entscheidet ein zentrales Treasury Committee.

Der Handlungsrahmen, die Verantwortlichkeiten, die finanzwirtschaftliche Berichterstattung und die Kontrollmechanismen für Finanzinstrumente sind in Richtlinien detailliert festgelegt. Insbesondere gehört hierzu eine klare Funktionstrennung zwischen Handel und Abwicklung.

Das übergreifende Management finanzwirtschaftlicher Risiken ist auf die Unvorhersehbarkeit der Entwicklungen auf den Finanzmärkten fokussiert und zielt darauf ab, negative Auswirkungen auf die Finanzlage zu minimieren. Hierbei hat die Risikobegrenzung generell Vorrang vor Rentabilitätsaspekten.

Zur Absicherung gegen Zinsänderungs-, Währungs- und Rohstoffpreisrisiken werden Termingeschäfte, Swaps und Optionen eingesetzt. Diese werden unter den sonstigen finanziellen Vermögenswerten bzw. Schulden ausgewiesen.

Marktwerte der derivativen Finanzinstrumente
in Mio. €Beizulegender Zeitwert
Aktiva
Beizulegender Zeitwert
Passiva
31.12.201831.12.2017  31.12.201831.12.2017
Zinsswaps0,00,05,00,8
Zinsabgrenzung Derivate0,00,00,50,0
Devisenderivate32,824,012,034,9
  davon innerhalb Cashflow hedges 26,67,67,418,1
  davon innerhalb fair value hedges0,01,10,02,5
  davon außerhalb einer hedge-Beziehung6,215,34,614,3
Rohstoffderivate0,01,21,80,8
Gesamt32,825,219,336,5

Währungsrisiko

Die Konzerne sind international tätig und infolgedessen einem potenziellen Währungsrisiko ausgesetzt.

Währungsrisiken, d. h. potenzielle Wertschwankungen eines Finanzinstruments aufgrund von Änderungen des Wechselkurses, bestehen insbesondere dort, wo Vermögenswerte und Schulden in einer anderen als der funktionalen Währung der Konzerne bestehen bzw. bei planmäßigem Geschäftsverlauf entstehen werden. Gemäß der Finanzrahmenrichtlinie sind Fremdwährungsforderungen und -schulden vollständig durch Derivate zu sichern. Die Vertragspartner der Konzernunternehmen bei derivativen Finanzinstrumenten sind Banken bester Bonität.

Zur Absicherung der Währungsrisiken dürfen ausschließlich marktgängige derivative Finanzinstrumente eingesetzt werden, deren korrekte finanzmathematische und buchhalterische Abbildung in den Treasury-Systemen sichergestellt sein muss.

Im Geschäftsfeld Touristik und bei der RZAG werden zukünftige Fremdwährungszahlungen durch den Abschluss von entsprechenden Derivaten gesichert und als Cashflow hedge abgebildet. In beiden Fällen handelt es sich um eine Plansicherung (Absicherung von mit hoher Wahrscheinlichkeit erwarteten Transaktionen).

Im Rahmen des touristischen Devisenrisikomanagements werden die aus dem Hoteleinkauf resultierenden Fremdwährungsschulden (Grundgeschäfte) durch den Einsatz von Kurssicherungsgeschäften gegen die Gefahr schwankender Währungskurse abgesichert. Diese Devisentransaktionsrisiken entstehen bei der Festlegung der Kalkulationskurse für die verschiedenen Saisonbereiche. Zu diesen Zeitpunkten handelt es sich bei den Grundgeschäften um geplante Fremdwährungsschulden, die sich erst im Zuge der später eingehenden Buchungen sukzessive konkretisieren. Den Grundgeschäften werden im Rahmen der Währungssicherung Devisentermingeschäfte, -‍swaps und -‍‍‍optionen gegenübergestellt. Bei Vorliegen der Voraussetzungen für die Anwendung von hedge accounting gemäß IFRS 9 erfolgt die bilanzielle Abbildung der Sicherungsbeziehung im Rahmen eines Cashflow hedge. Bei Abschluss der Devisentermingeschäfte und -swaps werden 100 Prozent des Nominalvolumens designiert. Sofern die Unternehmen davon ausgehen, dass keine hohe Wahrscheinlichkeit mehr hinsichtlich des Eintritts des erwarteten Grundgeschäfts besteht (dies ist beispielsweise der Fall, wenn sich Zahlungen in eine andere Saison verschieben), wird die Sicherungsbeziehung dedesigniert und hedge accounting beendet. Die derzeit in diesem Zusammenhang vorliegenden Devisenoptionen werden als freistehende Derivate abgebildet.

Bei der RZAG werden ebenfalls Devisentermingeschäfte und -swaps abgeschlossen. Diese dienen der Absicherung von Währungskursschwankungen aus warenwirtschaftlichen Kontrakten. Zum Zeitpunkt der Sicherung handelt es sich bei den Grundgeschäften um geplante Einkäufe in Fremdwährung, die sich im Zeitablauf von Rahmenkontrakten zu einzelnen Bestellungen konkretisieren. Bei Vorliegen der Voraussetzungen für die Anwendung von hedge accounting gemäß IFRS 9 erfolgt eine Bilanzierung der Sicherungsbeziehung im Rahmen eines Cashflow hedge. Dies gilt jedoch nur für die abgeschlossenen Devisentermingeschäfte. Bei Abschluss und Designation der Derivate werden 90 Prozent des Nominalvolumens designiert. 10 Prozent des Nominalvolumens der Derivate werden nicht in die Sicherungsbeziehung designiert und freistehend erfasst. Sofern die RZAG davon ausgeht, dass erwartete Grundgeschäfte nicht mehr eintreten (dies ist beispielsweise bei einer Verschiebung einer Lieferung in den Folgemonat oder bei Wegfall einer Lieferung der Fall), werden die korrespondierenden derivativen Sicherungsinstrumente dedesigniert und die Anwendung von hedge accounting beendet. Devisenswaps werden als freistehende Derivate bilanziert.

Zusätzlich werden zur Absicherung des Währungsrisikos aus bereits entstandenen Fremdwährungsforderungen und -schulden kurzfristig fällige Devisentermingeschäfte und Devisenswaps abgeschlossen. Diese werden als freistehende Derivate ergebniswirksam zum beizulegenden Zeitwert bilanziert.

Nominalvolumina der Devisenderivate im Cashflow hedge pro Währung
ISO-Code
 
 
Land
 
 
Währung
 
 
Kauf
Nominalvolumen
in Mio. Einheiten
Verkauf
Nominalvolumen
in Mio. Einheiten
AEDVereinigte Arabische EmirateDirham199,90,0
AUDAustralienDollar26,00,0
CADKanadaDollar25,30,0
CHFSchweizFranken10,795,8
CNYChinaYuan9,70,0
DKKDänemarkKronen7,0195,0
EUREU-StaatenEuro1,00,0
GBPGroßbritannienPfund10,643,0
HKDHongkongDollar8,50,0
INRIndienRupie419,00,0
JPYJapanYen206,30,0
MADMarokkoDirham23,70,0
NOKNorwegenKronen38,8760,0
NZDNeuseelandDollar22,40,0
SEKSchwedenKronen95,71.519,6
SGDSingapurDollar4,20,0
THBThailandBaht2.689,80,0
TNDTunesienDinar8,80,0
USDUSADollar360,70,0
ZARSüdafrikaRand463,90,0

Die eingesetzten Devisenderivate haben zum Stichtag insgesamt eine Laufzeit von bis zu 16 Monaten. Im Berichtsjahr ergaben sich hierfür folgende durchschnittliche Geschäftskurse:

Durchschnittliche Geschäftskurse der Devisenderivate im Cashflow hegde
ISO-Code
 
 
Land
 
 
Währung
 
 
Kauf
Durchschnittskurs
je €
Verkauf
Durchschnittskurs
je €
AEDVereinigte Arabische EmirateDirham3,699
AUDAustralienDollar1,639
CADKanadaDollar1,524
CHFSchweizFranken1,1471,069
CNYChinaYuan7,908
DKKDänemarkKronen6,4780,734
EUREU-StaatenEuro1,123
GBPGroßbritannienPfund0,8680,824
HKDHongkongDollar9,317
INRIndienRupie85,008
JPYJapanYen124,845
MADMarokkoDirham11,535
NOKNorwegenKronen9,1940,947
NZDNeuseelandDollar1,760
SEKSchwedenKronen9,3319,784
SGDSingapurDollar1,602
THBThailandBaht34,436
TNDTunesienDinar3,633
USDUSADollar1,177

Erträge und Aufwendungen aus der Bewertung freistehender Derivate im Rahmen des touristischen Risikomanagements und zur Absicherung warenwirtschaftlicher Kontrakte werden unter den sonstigen betrieblichen Erträgen und Aufwendungen ausgewiesen. Die Währungsumrechnungseffekte aus den gesicherten Grundgeschäften werden ebenfalls im Betriebsergebnis gezeigt. Dadurch, dass bereits Bewertungseffekte aus den freistehenden Derivaten entstehen können, bevor entsprechende Grundgeschäfte (wie Reisevorleistungen oder Vorräte) bilanziert werden, können Ergebnisverschiebungen im Betriebsergebnis entstehen. Da das Volumen freistehender Derivate jedoch gering ist, sind die damit verbundenen Ergebnisauswirkungen nicht wesentlich.

Die Erträge und Aufwendungen aus der Bewertung freistehender Derivate enthalten auch Effekte aus der Beendigung zuvor bestehender Sicherungsbeziehungen. Im Geschäftsjahr wurden Aufwendungen aus Dedesignationen in Höhe von 0,1 Mio. € und Erträge aus Dedesignationen in Höhe von 0,3 Mio. € erfasst.

Die Buchwerte der Sicherungsinstrumente sind der Tabelle unter Punkt 40 „Management der finanzwirtschaftlichen Risiken“ zu entnehmen. Die Wertänderung zur Ermittlung der Ineffektivität beträgt bei den Sicherungsinstrumenten 29,7 Mio. € und bei den Grundgeschäften -29,4 Mio. €. Der Bestand der im sonstigen Ergebnis erfassten Beträge des gesicherten Risikos (bestehender Sicherungsbeziehungen) beläuft sich auf 2,2 Mio. €.

Ineffektivitäten aus Wertänderungen der designierten Komponente von Sicherungsgeschäften können aus Kreditwertanpassungen um das eigene Ausfallrisiko bzw. das Risiko des Vertragspartners (Debit Valuation Adjustments und Credit Valuation Adjustments) resultieren. Außerdem können diese aus Gewinnen oder Verlusten bei Ersteinbuchung resultieren, die durch Kursschwankungen zwischen Handelszeitpunkt und Abschluss des Geschäfts mit der Bank entstehen können (sogenannte „Day one Gains or Losses“). Die Auswirkungen aus diesen Ineffektivitäten werden ebenfalls in den sonstigen betrieblichen Aufwendungen und Erträgen gezeigt.

Auswirkungen aus Ineffektivitäten auf die Gewinn- und Verlustrechnung
in Mio. €2018
Erträge aus Ineffektivität2,2
  davon sonstige Effekte2,2
Aufwendungen aus Ineffektivität-1,9
  davon sonstige Effekte-1,9
Gesamt0,3

Aufgrund des Abschlusses von Devisenderivaten ergeben sich daher aus Währungskursschwankungen keine wesentlichen Auswirkungen auf das Ergebnis.

Hinsichtlich der Auswirkungen der Cashflow hedges auf das Eigenkapital der Anteilseigner der Mutterunternehmen wird auf die in der Eigenkapitalveränderungsrechnung dargestellte Entwicklung der Rücklage für Cashflow hedges verwiesen. Ergänzend werden in der Gesamtergebnisrechnung für alle Gesellschafter die ergebniswirksam und ergebnisneutral erfassten Beträge und damit die Auswirkungen der Cashflow hedges auf das sonstige Ergebnis und das Jahresergebnis dargestellt.

In den ergebnisneutral erfassten Beträgen laut Gesamtergebnisrechnung sind Ausbuchungen der Rücklagen gegen die erstmaligen Anschaffungskosten von Vorräten (Basis Adjustments) in Höhe von -2,0 Mio. € enthalten. Hiervon wurden zwischenzeitlich -1,0 Mio. € ergebniswirksam erfasst.

Es ergeben sich aufgrund des Abschlusses von Sicherungsgeschäften keine wesentlichen Auswirkungen aus Währungskursschwankungen auf das Ergebnis.

Das Ergebnis aus Währungsgeschäften würde um rund 18,9 Mio. € (Vorjahr: 11,0 Mio. €) geringer ausfallen, wenn der Euro gegenüber den wesentlichen Fremdwährungen am Bilanzstichtag um zehn Prozentpunkte stärker gewesen wäre. Wäre der Euro gegenüber den wesentlichen Fremdwährungen um zehn Prozentpunkte schwächer gewesen, dann wäre das Ergebnis aus Währungsgeschäften um rund 18,9 Mio. € (Vorjahr: 11,0 Mio. €) höher ausgefallen. Davon entfallen 1,0 Mio. € (Vorjahr: 0,4 Mio. €) auf Veränderungen des Euros gegenüber dem US-Dollar. Zinseffekte wurden nicht berücksichtigt.

Das Eigenkapital aus Währungsgeschäften würde um rund 17,2 Mio. € (Vorjahr: 22,1 Mio. €) geringer ausfallen, wenn der Euro gegenüber den wesentlichen Fremdwährungen am Bilanzstichtag um zehn Prozentpunkte stärker gewesen wäre. Wäre der Euro gegenüber den wesentlichen Fremdwährungen um zehn Prozentpunkte schwächer gewesen, dann wäre das Eigenkapital aus Währungsgeschäften um rund 17,2 Mio. € (Vorjahr: 22,1 Mio. €) höher ausgefallen. Davon entfallen 32,6 Mio. € (Vorjahr: 39,0 Mio. €) auf Veränderungen des Euros gegenüber dem US-Dollar. Zinseffekte wurden nicht berücksichtigt.

Liquiditätsrisiko

Im Zuge des Liquiditätsmanagements wird sichergestellt, dass die einbezogenen Unternehmen jederzeit über die RIF durch ausreichend ungenutzte Kreditlinien über genügend Liquidität verfügen, sodass auch dann keine Liquiditätsrisiken bestehen, wenn unerwartet auftretende Ereignisse negative finanzwirtschaftliche Auswirkungen auf die Liquiditätslage haben.

Als Finanzinstrumente werden Darlehen sowie Fest- und Tagesgelder eingesetzt.

Über die RIF steht den einbezogenen Unternehmen ein syndizierter Kreditrahmen in Höhe von 2.000,0 Mio. € mit einer Laufzeit bis zum 3. Dezember 2023 und zwei jeweils einjährigen Verlängerungsoptionen zur Verfügung. Der Zinssatz orientiert sich am EURIBOR. Zum 31. Dezember 2018 war der Kreditrahmen nicht genutzt. Der im Vorjahr noch bestehende syndizierte Kreditrahmen über 1.500,0 Mio. € mit einer Laufzeit bis September 2020 wurde im Geschäftsjahr vorzeitig aufgelöst. Die Inanspruchnahme des Vorjahres betrug 650,0 Mio. €.

Zusätzlich wurde durch die RIF zur Finanzierung ein Schuldscheindarlehen in Höhe von 1.000,0 Mio. € aufgenommen. Das Schuldscheindarlehen hat unterschiedliche Fälligkeiten, die zwischen 2021 und 2028 liegen.

Daneben bestehen weitere bilaterale Kreditlinien zwischen einzelnen Gesellschaften und Banken.

Durch den internen Finanzausgleich (Cash pooling) wird eine Reduzierung des Fremdfinanzierungsvolumens sowie eine Optimierung der Geld- und Kapitalanlagen erreicht. Das Cash pooling ermöglicht die Nutzung der Liquiditätsüberschüsse einzelner Gesellschaften zur internen Finanzierung des Geldbedarfs anderer einbezogener Unternehmen. Durch die Finanzsteuerung wird die optimale Verwendung der Finanzressourcen der Konzernunternehmen sichergestellt.

Die Konzerne haben keine wesentlichen Saldierungen von finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Schulden mit konzernfremden Gesellschaften vorgenommen. Globalaufrechnungsvereinbarungen bestehen im Zusammenhang mit dem Zentralregulierungsgeschäft.

Die folgenden Übersichten geben Aufschluss über die vertraglich vereinbarten undiskontierten Zins- und Tilgungszahlungen für finanzielle Schulden. Sofern ein Kündigungsrecht besteht, wurde der Zahlungsmittelabfluss zum frühestmöglichen Kündigungszeitpunkt unterstellt.

Liquiditätsanalyse finanzieller Schulden

in Mio. €31.12.2018
Buchwert
201920202021202220232024 ff.
Originäre
Finanzinstrumente
Vertraglich fixierte Zahlungs-
ströme
1 Jahr oder weniger1 bis 2 Jahre2 bis 3 Jahre3 bis 4 Jahre4 bis 5 JahreMehr als 5 Jahre
Langfristige sonstige
finanzielle Schulden
2.104,513,8136,5193,6133,8427,31.436,1
Langfristige Schulden aus
Lieferungen und Leistungen
9,10,03,12,51,21,90,5
Kurzfristige sonstige
finanzielle Schulden
676,0703,20,00,00,00,00,0
Kurzfristige Schulden aus
Lieferungen und Leistungen
6.841,56.841,50,00,00,00,00,0
in Mio. €31.12.2017
Buchwert
201820192020202120222023 ff.
Originäre
Finanzinstrumente
Vertraglich fixierte Zahlungs-
ströme
1 Jahr oder weniger1 bis 2 Jahre2 bis 3 Jahre3 bis 4 Jahre4 bis 5 JahreMehr als 5 Jahre
Langfristige sonstige
finanzielle Schulden
1.209,03,4118,2118,5111,2133,6869,3
Langfristige Schulden aus
Lieferungen und Leistungen
6,90,02,32,30,40,92,0
Kurzfristige sonstige
finanzielle Schulden
1.152,21.157,00,00,00,00,00,0
Kurzfristige Schulden aus
Lieferungen und Leistungen
6.153,26.154,20,00,00,00,00,0
Kreditzusagen15,80,10,81,01,01,011,8

Die Zahlungsmittelabflüsse der originären Finanzinstrumente enthalten neben den Tilgungsanteilen auch den Zinsanteil, sodass die Summe der Zahlungsmittelabflüsse gegebenenfalls den Buchwert des betrachteten Geschäftsjahres übersteigt.

Die finanziellen Schulden in der Liquiditätsanalyse beinhalten ausschließlich originäre Finanzinstrumente. Zusätzlich sind in der Bilanz derivative Finanzinstrumente in Höhe von 19,3 Mio. € (Vorjahr: 36,4 Mio. €) ausgewiesen.

Liquiditätsanalyse der Derivate

in Mio. €20192020 ff.
 CashflowsCashflows
Währungsderivate
Finanzielle Vermögenswerte
 Einzahlungen1.059,07,9
 Auszahlungen1.025,57,6
Finanzielle Schulden
 Einzahlungen864,71,2
 Auszahlungen872,91,2
Zinsderivate
Finanzielle Schulden
 Einzahlungen0,01,2
 Auszahlungen1,48,7
in Mio. €20182019
 CashflowsCashflows
Währungsderivate
Finanzielle Vermögenswerte
 Einzahlungen984,120,0
 Auszahlungen968,019,9
Finanzielle Schulden
 Einzahlungen844,340,7
 Auszahlungen868,040,9
Zinsderivate
Finanzielle Schulden
 Einzahlungen0,50,0
 Auszahlungen1,20,0

Zinsrisiko

Zinsrisiken entstehen grundsätzlich durch Änderungen der Marktzinssätze für verzinsliche Vermögenswerte sowie verzinsliche Schulden. Alle Vermögenswerte und Schulden mit variabler Verzinsung bzw. kurzfristigen Zinsfestschreibungen setzen die Konzerne einem Cashflow-Risiko aus. Aus den festverzinslichen Schulden mit längerer Zinsfestschreibung entsteht ein fair-value-Zinsrisiko. Zum Jahresende waren 11,8 Prozent (Vorjahr: 25,1 Prozent) der Bankschulden festverzinslich.

Aus verzinslichen Vermögenswerten und Schulden können sich Auswirkungen auf das Ergebnis und das Eigenkapital durch Zinsschwankungen ergeben. Diese Risiken werden in Form einer Sensitivitätsanalyse dargestellt. Aus dieser geht hervor, welche Auswirkungen sich durch Änderungen der relevanten Risikovariablen – insbesondere des Zinssatzes – ergeben würden. Diese Änderungen werden nach vernünftigem Ermessen am Bilanzstichtag ermittelt.

Die im Vorjahr ausgewiesenen Zinsswaps in Ungarn und Tschechien sind zum 31. Oktober 2018 ausgelaufen. Aus der Bewertung der Zinsswaps in Ungarn resultierte im Berichtsjahr ein Ertrag von 0,7 Mio. € (Vorjahr: 0,7 Mio. €).

Mit Vereinbarungen vom 28. Februar 2018 hat die RIF vier Zinsswaps mit unterschiedlichen externen Banken zur Absicherung variabler Zinszahlungen auf verschiedene Tranchen eines Schuldscheindarlehens abgeschlossen.

Konditionen der abgeschlossenen Zinsswaps
FälligkeitNominalvolumen
in Mio. €
Festzins
in Prozent
28. Februar 202535,00,878
28. Februar 202535,00,897
28. Februar 202545,50,873
28. Februar 202831,01,225

Die Bilanzierung dieser Zinsswap-Vereinbarungen erfolgt als Cashflow hedge. Da die wesentlichen Vertragskonditionen (Critical Terms) von Grundgeschäft und Sicherungsinstrumenten wie die Laufzeit und das Nominalvolumen übereinstimmen, kommt es nicht zur Erfassung von Ineffektivitäten. Die in der Eigenkapitalveränderungsrechnung aufgeführte Rücklage für Cashflow hedges enthält Verluste in Höhe von 5,0 Mio. €, die auf die oben genannten Zinsswaps bei der RIF entfallen.

Hinsichtlich der Zinssicherungsgeschäfte im Rahmen der Cashflow-hedge-Bilanzierung würde das Eigenkapital um rund 9,8 Mio. € (Vorjahr: 0,4 Mio. €) höher ausfallen, wenn das Zinsniveau zum Bilanzstichtag um 100 Basispunkte höher wäre. Wäre das Zinsniveau um 100 Basispunkte geringer, würde das Eigenkapital um rund 10,8 Mio. € (Vorjahr: 0,5 Mio. €) geringer ausfallen. Da eine Absenkung um 100 Basispunkte nicht mehr erwartet wird, wurde für 2018 erstmals zusätzlich mit einer Senkung um 50 Basispunkte gerechnet. Wäre das Zinsniveau um 50 Basispunkte geringer ausgefallen, würde das Eigenkapital um rund 5,3 Mio. € geringer ausfallen.

Es besteht ferner ein Zinsrisiko aus originären, variabel verzinslichen Finanzinstrumenten. Eine Erhöhung des Zinsniveaus um 100 Basispunkte hätte ein um 7,4 Mio. € (Vorjahr: 9,9 Mio. €) schlechteres Zinsergebnis zur Folge. Eine Verringerung des Zinsniveaus um 100 Basispunkte hätte ein um 7,4 Mio. € (Vorjahr: 9,9 Mio. €) besseres Zinsergebnis zur Folge.

Rohstoffpreisrisiko

Die Nova Airlines AB, Stockholm (Schweden), ist einem Rohstoffpreisrisiko ausgesetzt. Das Management der Gesellschaft schätzt die geplanten Bedarfe an Flugbenzin für die nächste Saison ab und sichert zunächst ca. 40 bis 50 Prozent des Netto-Exposures, bevor die Buchungen verfügbar werden, und ca. 70 bis 80 Prozent vor Saisonbeginn ab. Da die Verträge auf US-Dollar lauten, wird zudem eine Devisensicherung vorgenommen.

Die Absicherung erfolgt nur für die Nova Airlines AB, da die Kraftstoffpreise in anderen Beförderungsverträgen zum Zeitpunkt der Vertragsverhandlung vor einer Saison bereits festgesetzt werden und somit keine Absicherung erforderlich ist.

Im Berichtsjahr wurden bei der Nova Airlines AB zur Preissicherung von Flugbenzin Derivate in der Form von Warentermingeschäften eingesetzt. Durch die abgeschlossenen Rohstoffderivate wurde insgesamt ein Volumen von 22.000 metrischen Tonnen (Vorjahr: 15.500 metrische Tonnen) Flugbenzin gesichert. Die Derivate haben eine maximale Laufzeit von 17 Monaten. Die Sicherungsbeziehungen werden als Cashflow hedge bilanziert.

Ausfallrisiko

Das Bonitäts- oder Ausfallrisiko aus finanziellen Vermögenswerten entsteht durch die Gefahr, dass eine Vertragspartei ihren Verpflichtungen teilweise oder vollständig nicht nachkommen kann und dadurch bei der anderen Partei finanzielle Verluste verursacht.

Eventuelle Ausfallrisiken bestehen im Bereich der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente, der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, der Ausleihungen und Darlehen, der sonstigen Forderungen sowie bei derivativen Finanzinstrumenten mit positiven Marktwerten.

Kreditrisiken aufgrund von Geldanlagen, Verträgen über derivative Finanzinstrumente und Finanztransaktionen werden gemindert, indem derartige Transaktionen im Rahmen festgelegter Limits und nur mit Banken guter bis sehr guter Bonität, was einem unabhängigen Mindestrating von „investment grade“ entspricht, abgeschlossen werden. Auch der Zahlungsverkehr wird über solche Banken abgewickelt. Die Bonität und Risikotragfähigkeit der Partnerbanken wird fortlaufend und systematisch überprüft. Die Festlegung und Überwachung der Limits erfolgt funktional getrennt zwischen Handel und Abwicklung.

Im Zuge des Debitorenmanagements, der betriebswirtschaftlichen Überwachung der Debitoren sowie der laufenden Überwachung der Forderungen sind Mindestanforderungen an die Bonität und individuelle Höchstgrenzen für das finanzielle Engagement festgelegt.

Das Geschäft mit Großkunden unterliegt einer gesonderten Bonitätsüberwachung. Gemessen an dem gesamten Risikoexposure aus dem Ausfallrisiko sind die Forderungen gegen diese Kontrahenten im Einzelnen jedoch nicht so groß, dass sich außerordentliche Risikokonzentrationen begründen würden. Verkäufe an Kunden des Einzelhandels werden in bar, EC-Cash oder über gängige Kreditkarten abgewickelt. Die Bargeldlogistik im Einzelhandel unterliegt einer gesonderten Überwachung.

Wesentliche Ausleihungen und Darlehen werden durch externe Ratings überwacht, um potenzielle Ausfallrisiken frühzeitig zu erkennen.

Darüber hinaus bestehen erhaltene Sicherheiten (z. B. Bankbürgschaften oder abgetretenes Vorratsvermögen) in Höhe von 151,6 Mio. €.

Wertminderung von finanziellen Vermögenswerten

Die Konzerne wenden die Vorschriften des mehrstufigen Wertminderungsmodells nach IFRS 9 auf zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte an. Zum Erstansatz solcher finanziellen Forderungen wird eine Wertminderung in Höhe des 12-monatigen Kreditverlusts angesetzt. Soweit eine signifikante Erhöhung des Ausfallrisikos seit Zugangszeitpunkt identifiziert wird, wird der erwartete Kreditverlust über die Restlaufzeit abgebildet.

Das Ausfallrisiko von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen wird unter Anwendung des vereinfachten Wertminderungsmodells anhand einer Wertminderungsmatrix ermittelt, die auf historischen Ausfallraten basiert, die um aktuelle und zukunftsorientierte Informationen angepasst werden. Über die laufende Überwachung der Debitoren werden objektive Hinweise für eine Wertminderung identifiziert und über Einzelwertberichtigungen abgebildet. Soweit nach angemessener Einschätzung keine Realisierbarkeit mehr gegeben ist, wird die Forderung ausgebucht. Zu den Indikatoren, wonach nach angemessener Einschätzung keine Realisierbarkeit mehr gegeben ist, zählen unter anderem das Versäumnis des Schuldners, sich zu einem Rückzahlungsplan gegenüber den Konzernen zu verpflichten.

Aufgrund der großen Anzahl von Kunden an unterschiedlichen Standorten besteht keine Konzentration von Kreditrisiken.

Die Entwicklung der Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen zum 31. Dezember 2018 kann der folgenden Tabelle entnommen werden:

Entwicklung der Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
in Mio. €20182017
Stand zum 1. Januar56,1123,2
Zuführungen10,624,8
Auflösungen/Inanspruchnahmen-21,5-14,5
Konsolidierungskreisänderungen-1,4-77,4
Wechselkurseffekte und sonstige Veränderungen0,40,0
Stand zum 31. Dezember44,256,1

Die nicht wertgeminderten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen werden, wie zuvor beschrieben, anhand einer Wertminderungsmatrix mit ihrem erwarteten Kreditverlust angesetzt.

Die Altersstruktur der nicht wertgeminderten Forderungen aus Lieferungen und Leistungen können der folgenden Tabelle entnommen werden:

Gliederung der Altersstruktur der überfälligen, nicht wertgeminderten Forderungen nach IFRS 9
in Mio. €31.12.2018davon zum Bilanzstichtag überfällig und
nicht wertgemindert
 Buchwert weniger als 30 Tagezwischen 30 und 60 Tagen  zwischen 60 und 90 Tagenüber 90 Tage 
Erwartete Verlustquote0,4%0,2%0,0%0,1%9,2%
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen724,8691,912,24,616,2
Wertminderung2,91,40,00,01,5
Gliederung der Altersstruktur der überfälligen, nicht wertgeminderten Forderungen nach IAS 39
in Mio. €31.12.2017davon zum Bilanzstichtag überfällig und
nicht wertgemindert
 Buchwert weniger als 90 Tagezwischen 90 und 180 Tagen  zwischen 180 und 360 Tagenüber 360 Tage 
Langfristige sonstige finanzielle Vermögenswerte283,10,30,00,00,0
Kurzfristige sonstige finanzielle Vermögenswerte681,535,21,90,71,2
Kurzfristige Forderungen aus Lieferungen und Leistungen1.262,448,72,10,21,4

Die sonstigen finanziellen Vermögenswerte im Anwendungsbereich des allgemeinen Wertminderungsmodells haben ein geringes Ausfallrisiko.

Aufgrund der großen Anzahl an Lieferanten an unterschiedlichen Standorten besteht keine Risikokonzentration, was dazu führt, dass der identifizierte 12-Monats-Kreditverlust von sonstigen Forderungen gegen Lieferanten unwesentlich ist. Für die Übersicht der finanziellen Vermögenswerte zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet verweisen wir auf die Bilanz nach Klassen.

Aus Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten wurde nur unwesentlicher Wertminderungsaufwand identifiziert.

Die Entwicklung der Wertberichtigungen auf sonstige finanzielle Vermögenswerte zum 31. Dezember 2018 kann der folgenden Tabelle entnommen werden:

Entwicklung der Wertberichtigungen auf sonstige finanzielle Vermögenswerte
in Mio. €Stufe 1Stufe 2Stufe 3
Bestand zum 01.01.20180,0-32,3-2,5
 Zuführung0,0-17,0-4,9
 Auflösung/Abgang0,02,80,0
Bestand zum 31.12.20180,0-46,5-7,4

Zum Stichtag bestehen Ausleihungen und Darlehen in Höhe von 130,0 Mio. €, die nicht wertgemindert wurden, weil Abtretungsvereinbarungen auf Vorratsvermögen vorhanden sind.

Aufwendungen aus Wertminderungen auf finanzielle Vermögenswerte werden zusammen mit Erträgen aus Zuschreibungen aus in Vorjahren vorgenommenen Wertminderungen im Betriebsergebnis ausgewiesen.