Darstellung der Lage

3. Finanz- und Vermögenslage

Finanzlage

Den Konzernen stehen derzeit im Wesentlichen folgende Fremdfinanzierungslinien zur Verfügung:

Fremdfinanzierungsmittel
in Mio. €31.12.201831.12.2017Laufzeitende
Syndizierter Kredit2.000,01.500,003. Dezember 2023;
maximale Laufzeit
03. Dezember 2025
Schuldscheindarlehen1.000,00,028. Februar 2021
bis 28. Februar 2028
Schuldscheindarlehen175,0175,002. September 2024
Gesamt3.175,01.675,0 

Mit Vertrag vom 3. Dezember 2018 hat die REWE International Finance B.V. einen syndizierten Kredit mit einem Volumen von 2.000,0 Mio. € vereinbart, der eine Laufzeit bis Dezember 2023 inklusive zweier jeweils einjähriger Verlängerungsoptionen hat. Dieser Kreditvertrag löst den bis dahin bestehenden Konsortialkredit in Höhe von 1.500,0 Mio. € ab. Der syndizierte Kredit war zum Stichtag 31. Dezember 2018 nicht (Vorjahr: 650,0 Mio. €) in Anspruch genommen. Zudem wurde im Berichtsjahr ein Schuldscheindarlehen platziert. Das Gesamtvolumen der Transaktion beträgt 1.000,0 Mio. € und umfasst verschiedene Laufzeittranchen von drei bis zehn Jahren.

Am Stichtag bestehen drei bilaterale Kreditlinien in Höhe von insgesamt 275,0 Mio. € (Vorjahr: vier bilaterale Kreditlinien in Höhe von insgesamt 350,0 Mio. €) mit unterschiedlichen Laufzeiten. Die Kreditlinien wurden zum Stichtag mit 204,0 Mio. € (Vorjahr: 62,6 Mio. €) in Anspruch genommen.

Durch den internen Finanzausgleich (Cash pooling) wird eine Reduzierung des Fremdfinanzierungsvolumens sowie eine Optimierung der Geld- und Kapitalanlagen erreicht. Das Cash pooling ermöglicht die Nutzung der Liquiditätsüberschüsse einzelner Gesellschaften der Konzerne zur internen Finanzierung.

Nettoverschuldung

Der Anstieg der Nettoverschuldung 2018 um 428,2 Mio. € gegenüber 2017 ist im Wesentlichen bedingt durch eine Zunahme der Schulden gegenüber Kreditinstituten und der Schulden aus sonstigen Darlehen, die sich bedingt durch die Aufnahme eines Schuldscheindarlehens erhöht haben. Gegenläufig wirkte sich die Rückzahlung der zum 31. Dezember 2017 in Anspruch genommenen Kreditlinie des syndizierten Kredits aus.

in Mio. €31.12.201831.12.2017
 Finanzschulden*2.719,52.305,5
 Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente-639,2-653,4
Nettoverschuldung2.080,31.652,1
  • * in den sonstigen finanziellen Schulden enthalten

Vermögenslage

Aktiva

Im Berichtsjahr erhöhte sich die Bilanzsumme um 1.354,0 Mio. € auf 20.860,4 Mio. €.

Die REWE Group investierte 2018 1.793,7 Mio. € (Vorjahr: 1.856,3 Mio. €) in immaterielle Vermögenswerte, in Sachanlagen und in als Finanzinvestition gehaltene Immobilien. Die Investitionen betrafen hauptsächlich die Erweiterung und die Modernisierung des bestehenden Filialnetzes und der Lagerstandorte sowie der Produktionsunternehmen. Darüber hinaus ergaben sich Zugänge aus Unternehmenserwerben, die im Wesentlichen aus der Erstkonsolidierung der UAB Palink, Vilnius (Litauen), resultieren. Mindernd wirkten sich auf das Anlagevermögen vor allem der Abgang von Anlagevermögen, Wertminderungen und Abschreibungen aus.

Im Berichtsjahr werden in Nutzung befindliche, selbst geschaffene immaterielle Vermögenswerte in Höhe von 77,8 Mio. € (Vorjahr: 89,7 Mio. €) ausgewiesen. Daneben bestehen noch in Entwicklung befindliche, selbst geschaffene immaterielle Vermögenswerte. Bei den selbst geschaffenen immateriellen Vermögenswerten handelt es sich hauptsächlich um Softwareprodukte. Des Weiteren fielen Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen in Höhe von 64,4 Mio. € (Vorjahr: 70,4 Mio. €) an, die direkt als Aufwand erfasst wurden.

Die Veränderung der übrigen langfristigen Vermögenswerte resultierte aus einem Anstieg der sonstigen Vermögenswerte (73,3 Mio. €) und der at equity bilanzierten Unternehmen (17,2 Mio. €), denen rückläufige finanzielle Vermögenswerte (-48,7 Mio. €) und latente Steuerforderungen (-28,9 Mio. €) gegenüberstanden. Die Veränderung der langfristigen sonstigen Vermögenswerte ergibt sich maßgeblich aus einem veränderten Ausweis der Anteile an assoziierten Unternehmen sowie der Anteile an verbundenen Unternehmen, die mangels Wesentlichkeit nicht in den Konzernabschluss einbezogen werden, im Zusammenhang mit der Anwendung des Standards IFRS 9 Finanzinstrumente, nachdem zuvor der Ausweis unter den sonstigen finanziellen Vermögenswerten erfolgte. Zudem ergab sich ein Anstieg der abgegrenzten Vermögenswerte, bei denen im Wesentlichen die Baukostenzuschüsse zu der Veränderung beitrugen.

Maßgeblich für die Verminderung der langfristigen sonstigen finanziellen Vermögenswerte ist die Umgliederung der Anteile an assoziierten Unternehmen sowie der Anteile an verbundenen Unternehmen, die mangels Wesentlichkeit nicht in den Konzernabschluss einbezogen werden, in die langfristigen sonstigen Vermögenswerte im Rahmen der Einführung des Standards IFRS 9 Finanzinstrumente. Dem stand ein Anstieg der sonstigen Darlehen und der Darlehen an assoziierte Unternehmen gegenüber.

Die Vorräte sind im Wesentlichen aufgrund einer Erhöhung der Bestände an fertigen Erzeugnissen und Waren in den Geschäftsfeldern Handel International und Handel Deutschland gestiegen. Die Erhöhung des Bestands im Geschäftsfeld Handel International ist unter anderem auf die Erstkonsolidierung der UAB Palink, Vilnius (Litauen), der Anstieg im Geschäftsfeld Handel Deutschland auf die Erweiterung von Lagerstandorten zurückzuführen. Zudem erhöhten sich die geleisteten Anzahlungen vornehmlich im Geschäftsfeld Touristik: Insbesondere in der Sparte Central Europe sind die Anzahlungen an Leistungsträger um 34,9 Mio. € gestiegen, was vor allem durch ein erhöhtes Buchungsvolumen begründet ist.

Der Anstieg der übrigen kurzfristigen Vermögenswerte ist wesentlich bedingt durch die Zunahme der sonstigen finanziellen Vermögenswerte (375,6 Mio. €), der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen (138,2 Mio. €) sowie der laufenden Ertragsteueransprüche (58,4 Mio. €). Die Erhöhung der sonstigen finanziellen Vermögenswerte resultiert maßgeblich aus dem Anstieg der debitorischen Kreditoren im Geschäftsfeld Handel Deutschland. Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen erhöhten sich stichtagsbedingt insbesondere im Geschäftsfeld Handel Deutschland gegen assoziierte Unternehmen. Gegenläufig entwickelten sich die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente (-14,2 Mio. €) und die sonstigen kurzfristigen Vermögenswerte (-11,6 Mio. €). In den sonstigen kurzfristigen Vermögenswerten standen gestiegenen abgegrenzten Vermögenswerten rückläufige Forderungen aus sonstigen Steuern gegenüber. Zur Veränderung der Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente verweisen wir auf Punkt 4 „Leistungsindikatoren“.

Auch die zur Veräußerung gehaltenen langfristigen Vermögenswerte verminderten sich (72,8 Mio. €) im Wesentlichen aufgrund der Reklassifizierung der UAB Palink, Vilnius (Litauen), die zum 31. Dezember 2017 als zur Veräußerung gehaltener Geschäftsbetrieb ausgewiesen worden war. Im April 2018 erfolgte die Umklassifizierung in die Anteile an assoziierten Unternehmen. Gegenläufig wirkt sich die Klassifizierung von Immobilien als zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte im Geschäftsfeld Handel International aus.

Passiva

Die Bilanz weist zum 31. Dezember 2018 ein Eigenkapital in Höhe von 6.541,9 Mio. € (Vorjahr: 6.174,6 Mio. €) aus; das entspricht einer Eigenkapitalquote von 31,4 Prozent (Vorjahr: 31,7 Prozent). Die Eigenkapitalrendite der fortgeführten Geschäftsbereiche beträgt 7,0 Prozent (Vorjahr: 5,9 Prozent).

Die Gewinnrücklagen erhöhten sich um 427,2 Mio. € auf 6.479,0 Mio. €. Wesentlicher Bestandteil dieser Erhöhung ist das im Geschäftsjahr erwirtschaftete, den Anteilseignern der Mutterunternehmen zustehende Jahresergebnis in Höhe von 429,3 Mio. € (Vorjahr: 342,3 Mio. €). Der Rückgang der übrigen Rücklagen um 22,6 Mio. € auf -99,0 Mio. € resultiert überwiegend aus der Veränderung der Rücklage für Unterschiedsbeträge aus Währungsumrechnung, der Rücklage für Finanzinstrumente zum beizulegenden Zeitwert über das sonstige Ergebnis und der Rücklage für latente Steuern. Gegenläufig entwickelten sich die Rücklagen für Cashflow hedges. Die Anteile anderer Gesellschafter verminderten sich unter anderem aufgrund von Konsolidierungskreisveränderungen um 37,3 Mio. € auf 110,1 Mio. €.

Die Veränderung der langfristigen Schulden resultierte im Wesentlichen aus dem Anstieg der langfristigen sonstigen finanziellen Schulden (+895,5 Mio. €) und der sonstigen langfristigen Schulden (+14,4 Mio. €). Die Zunahme der sonstigen langfristigen finanziellen Schulden ist maßgeblich bedingt durch die Aufnahme eines Schuldscheindarlehens in Höhe von 1,0 Mrd. €. Gegenläufig entwickelten sich die sonstigen langfristigen Rückstellungen (-150,9 Mio. €). Hier war ein Rückgang der Rückstellungen für drohende Verluste aus belastenden Verträgen im Geschäftsfeld Handel Deutschland zu verzeichnen.

Die kurzfristigen Schulden erhöhten sich hauptsächlich durch den Anstieg der kurzfristigen Schulden aus Lieferungen und Leistungen (688,3 Mio. €), der sonstigen kurzfristigen Schulden (83,4 Mio. €) und der kurzfristigen Leistungen an Arbeitnehmer (31,2 Mio. €). Die Schulden aus Lieferungen und Leistungen erhöhten sich insbesondere in den Geschäftsfeldern Handel Deutschland und Handel International und resultierten aus der gestiegenen operativen Tätigkeit, stichtagsbedingten Veränderungen sowie im Geschäftsfeld Handel International aus der Erstkonsolidierung der UAB Palink, Vilnius (Litauen). Der Anstieg der sonstigen kurzfristigen Schulden resultierte aus höheren erhaltenen Anzahlungen auf Bestellungen nahezu ausschließlich im Geschäftsfeld Touristik, der im Wesentlichen in einer Änderung der Zahlungsbedingungen begründet ist, sowie gestiegenen Schulden aus Kundenbindungsprogrammen im Geschäftsfeld Handel Deutschland vornehmlich durch die Einführung von „PAYBACK“ bei Penny Deutschland. Die kurzfristigen Leistungen an Arbeitnehmer erhöhten sich unter anderem aufgrund gestiegener Schulden aus Leistungen an Arbeitnehmer, Abfindungen und Urlaubsrückstellungen, gegenläufig entwickelten sich die Schulden aus Jahressonderzahlungen.

Gegenläufig haben sich die sonstigen kurzfristigen finanziellen Schulden (-493,3 Mio. €), die sonstigen kurzfristigen Rückstellungen (-69,2 Mio. €), die laufenden kurzfristigen Ertragsteuerschulden (-10,9 Mio. €) und die Schulden aus den zur Veräußerung gehaltenen langfristigen Vermögenswerten und Veräußerungsgruppen (-3,5 Mio. €) entwickelt. Der Rückgang der sonstigen kurzfristigen finanziellen Schulden ist maßgeblich begründet in dem zum 31. Dezember 2017 in Anspruch genommenen syndizierten Kredit in Höhe von 650,0 Mio. €; zum aktuellen Stichtag wurde die Kreditlinie nicht gezogen. Die sonstigen kurzfristigen Rückstellungen verminderten sich unter anderem aufgrund gesunkener Rückstellungen für drohende Verluste aus belastenden Verträgen.

Ferner bestehen zum Bilanzstichtag Eventualschulden in Höhe von 497,2 Mio. € (Vorjahr: 225,2 Mio. €), die im Wesentlichen aus Bürgschaften gegenüber Kreditinstituten resultieren. Darüber hinaus wurden sonstige finanzielle Verpflichtungen in Höhe von 394,0 Mio. € (Vorjahr: 686,1 Mio. €) im Geschäftsfeld Touristik gegenüber Leistungsträgern eingegangen.

Wesentliche Ereignisse nach Ende der Berichtsperiode werden unter Punkt 43 „Ereignisse nach dem Bilanzstichtag“ im Anhang des zusammengefassten Abschlusses beschrieben.