Prognosebericht

1. Künftige gesamtwirtschaftliche Entwicklung

Der Prognosebericht berücksichtigt die zum Zeitpunkt der Berichterstellung bekannten relevanten Fakten und Ereignisse, die die zukünftige Geschäftsentwicklung beeinflussen können. Die Prognosen basieren im Wesentlichen auf den Analysen des International Monetary Fund (IMF) und der Gemeinschaftsdiagnose.

Prognose der Wirtschaftsdaten der REWE Group-Länder
In Prozent1BIPInflationArbeitslosigkeit
2018e2019e2018e2019e2018e2019e
Deutschland1,51,31,82,03,23,0
Österreich2,82,22,12,14,84,6
Tschechien3,13,02,22,32,22,2
Italien1,00,61,21,310,710,4
Ungarn4,03,32,83,13,73,5
Rumänien4,03,44,43,54,64,2
Slowakei3,94,12,62,46,86,0
Russland1,71,62,85,15,55,3
Bulgarien3,63,12,42,45,34,6
Schweiz3,01,81,11,42,82,8
Großbritannien1,41,52,52,14,24,4
Schweden2,42,21,92,06,36,0
Litauen3,52,92,72,76,15,8
Norwegen2,12,11,92,03,83,7
Dänemark2,01,91,01,55,14,8
Frankreich1,51,52,11,89,18,7
Ukraine3,52,710,97,39,49,2
Kroatien2,82,61,61,89,78,6
  • Quellen: International Monetary Fund, World Economic Outlook Database Oktober 2018, Update Januar 2019; Gemeinschaftsdiagnose (Herbst 2018)
  • e = erwartet; ¹ BIP-Veränderung gegenüber dem Vorjahr in Prozent

Deutschland wird 2019 gegenüber 2018 ein geringeres Wachstum aufweisen. Die Probleme der Automobilindustrie und die rückläufige Dynamik in der Industrieproduktion im 2. Halbjahr 2018 werden auf das Wachstum in Deutschland 2019 ausstrahlende Wirkung haben. Eine positive Entwicklung der Konsumausgaben und steigende Löhne wirken sich günstig auf die Binnennachfrage aus, die weiterhin der wesentliche Wachstumsfaktor der Wirtschaft sein wird, während Engpässe am Arbeitsmarkt die Wachstumsmöglichkeiten begrenzen werden. Eine stabile Nachfrage nach Arbeitskräften und eine Verringerung der Zunahme von Erwerbstätigkeit werden zu einer Anspannung am Arbeitsmarkt führen. Dies zeigt sich besonders in der Baubranche, die bereits 2018 an ihre Kapazitätsgrenze gestoßen ist. Unsicher ist, wie sich die zukünftige Wirtschaftspolitik der USA und die weitere Entwicklung des Austritts Großbritanniens aus der EU auf die Weltwirtschaft auswirken werden.

Für Österreich erwarten wir 2019 gegenüber 2018 ein geringeres Wachstum. Die Wirtschaft in Österreich wird vor allem durch die stabile inländische Nachfrage und die schwächer wachsende, aber immer noch gute Investitionstätigkeit bestimmt. Der private Konsum stützt die Konjunktur weiterhin und wird durch den realen Lohnzuwachs aus 2018 unterstützt. Die Arbeitslosenquote wird sich auf 4,6 Prozent verbessern. Die Verbraucherpreise erwarten wir auf Höhe der Werte von 2018.

Die konjunkturelle Entwicklung in Italien zeigt 2019 mit 0,6 Prozent eine rückläufige Tendenz und bleibt weit hinter der europäischen Entwicklung zurück. Die bestehende Unsicherheit über die wirtschaftliche Entwicklung Italiens wurde durch rückläufige Investitionen im 2. Halbjahr 2018 und den Haushaltsstreit der italienischen Regierung mit der EU noch verstärkt. Die hohe Staatsverschuldung und die angespannte Situation an den Finanzmärkten erhöhen das Risiko für 2019.

Die Konjunktur in den osteuropäischen Ländern, in denen die REWE Group vertreten ist, wird 2019 an Dynamik verlieren. Unter anderem kann die derzeitig schwierige Situation der Automobilindustrie in Europa dämpfenden Einfluss auf die Entwicklung in den Ländern nehmen. Durch die steigende Beschäftigungsentwicklung in einigen Ländern kann es zu einem vermehrten Fachkräftemangel kommen.

Das Wirtschaftswachstum der Schweiz wird 2019 gegenüber 2018 eine wesentlich geringere Dynamik aufweisen. Die nachlassende konjunkturelle Entwicklung im Euroraum sowie eine eher verhaltene Entwicklung der Inlandsnachfrage führen zu einer Verringerung des Wachstumstempos. Vor allem bei den Investitionen erwartet man aufgrund der weltweiten konjunkturellen Unsicherheiten ein geringeres Wachstum.

Die wirtschaftliche Entwicklung in Großbritannien ist vor allem durch die Unsicherheiten des bevorstehenden Brexits geprägt. Grundsätzlich geht man für 2019 von stabilen Wachstumsraten gegenüber 2018 aus. Es herrscht nach wie vor eine große Ungewissheit über die zukünftige Entwicklung des Landes, vor allem in Bezug auf die Verhandlungsergebnisse mit der Europäischen Union.

In Skandinavien gehen wir für 2019 grundsätzlich weiterhin von einer stabilen Wachstumsgeschwindigkeit aus, für Norwegen erwarten wir gegenüber 2018 ein gleichbleibendes Wachstum. Die Entwicklung in Schweden und Dänemark wird leicht unterhalb der des Vorjahres liegen. Die hohe Binnennachfrage wirkt nach wie vor als treibende Kraft auf die Konjunktur.

Für Frankreich erwarten wir ein zum Vorjahr unverändertes Wirtschaftswachstum von 1,5 Prozent. Die Kaufkraft soll durch höhere Löhne und Steuererleichterungen sowie durch Sozialmaßnahmen der Regierung (u. a. Senkung Sozialabgaben, Anhebung Mindestlohn) angetrieben werden, was den privaten Konsum ankurbeln, aber die Staatsverschuldung erhöhen würde. Die Arbeitslosenquote wird sich voraussichtlich auf 8,7 Prozent verbessern. Ein Risiko sehen wir in länger anhaltenden Protesten der Gelbwesten, die sich 2019 negativ auf die Entwicklung von Konsum und Investitionen auswirken könnten.