Wirtschaftliche Rahmenbedingungen

2. BRANCHENENTWICKLUNG

Lebensmittelhandel

Branchenentwicklung: Umsatz
Veränderung in ProzentHandel 2018 nominalHandel 2017 nominalLebensmittel-einzelhandel 2018 nominalLebensmittel-einzelhandel 2017 nominal
Deutschland2,75,11,213,71
Österreich2,63,42,53,4
Tschechien5,98,23,56,5
Italien0,82,40,31,9
Ungarn9,37,77,05,7
Rumänien11,312,210,59,3
Slowakei6,48,44,17,0
Russland22,61,11,70,4
Bulgarien7,54,610,24,7
Litauen9,75,4
Ukraine27,07,3
Kroatien5,76,43,12,3
  • Quellen: Eurostat; 1 GfK; 2 Retail Update Russia (Biweekly News Report – Published by PMR) Stand Januar 2019 – Werte Ukraine bis 5/2018

Für Deutschland ist die Umsatzentwicklung des Lebensmitteleinzelhandels nach GfK (nominal: +1,2 Prozent; FMCG ohne Non-Food) und Nielsen/TradeDimension (nominal: +2,5 Prozent) im Vergleich zum Vorjahr rückläufig. In diesem Kontext entwickelt sich das Geschäftsfeld Handel Deutschland mit einer Umsatzsteigerung von 9,9 Prozent (bereinigt um Konsolidierungskreisänderungen: 5,5 Prozent) ausgesprochen gut. Die Eurostat-Daten bestätigen die Entwicklung im deutschen Lebensmitteleinzelhandel grundsätzlich, werden von uns jedoch aufgrund der Ermittlungssystematik im Vergleich zu den GfK-Daten als weniger aussagekräftig eingestuft.

Der Einzelhandel in Österreich erzielte 2018 ein nominales Umsatzwachstum von 2,6 Prozent (real: 0,5 Prozent). Der Lebensmitteleinzelhandel erzielte ein nominales Umsatzwachstum von 2,5 Prozent (real: 0,8 Prozent). Die Entwicklung fiel damit nominal weniger stark als im Vorjahr aus. Auch real ist die Entwicklung im Vergleich zum Vorjahr gesunken.

Der Einzelhandelsumsatz in Italien ist 2018 nominal um 0,8 Prozent gestiegen (real: gesunken um 0,4 Prozent). Die privaten Haushalte verzeichneten reale Kaufkraftverluste, da die Inflation die Lohnsteigerungen übertraf. Die Umsätze im Lebensmitteleinzelhandel erhöhten sich nominal um 0,3 Prozent (real: gesunken um 0,9 Prozent).

Der Lebensmitteleinzelhandel in den osteuropäischen Ländern, in denen die REWE Group vertreten ist, entwickelte sich positiv. Im Lebensmittelhandel konnten Rumänien (10,5 Prozent) und Bulgarien (10,2 Prozent) 2018 das höchste nominale Umsatzwachstum verzeichnen. Auch die Entwicklung in Ungarn war 2018 im Vergleich zum Vorjahr positiv: Die Umsätze lagen sowohl im Einzelhandel als auch im Lebensmitteleinzelhandel über der Entwicklung des Vorjahres. Positiv beeinflusst wurde der Konsum in den Ländern u. a. durch gestiegene Löhne und eine gute Beschäftigungslage. In Russland fiel der Anstieg der Einzelhandelsumsätze mit nominal 2,6 Prozent und der Umsätze im Lebensmitteleinzelhandel mit nominal 1,7 Prozent moderat aus, lag aber über der Entwicklung des Vorjahres.

Touristik

Der Reiseveranstaltermarkt zeigte 2018 ein Umsatzwachstum von 6,9 Prozent auf 36,0 Mrd. € und konnte damit sein Wachstum aus dem Vorjahr weiter bestätigen. Wesentliches Wachstumssegment waren Kreuzfahrten mit einem Umsatzzuwachs von 7,8 Prozent. Das Umsatzplus bei den klassischen Flugreiseveranstaltern resultierte vor allem aus den außereuropäischen Mittelmeerzielen mit +51,0 Prozent; die Krisendestinationen der vergangenen drei Jahre – Türkei, Tunesien und Ägypten – konnten somit wieder Kunden zurückgewinnen. Auch der Wachstumstrend von Griechenland setzte sich mit +20,1 Prozent weiter fort. Die übrigen europäischen Mittelmeerziele stagnierten bei einer Entwicklung von nur +0,9 Prozent, wobei Spanien sogar Rückgänge aufwies. 2018 beeinträchtigten die Airline-Insolvenzen (Niki, Small Planet, Primera sowie die Nachwirkungen von Air Berlin) den Reiseveranstaltermarkt in den Mittelmeerzielen maßgeblich. Die Fernreisen verzeichneten angesichts der Stärkung des Euros gegenüber dem Dollar ein stabiles Niveau (+/-0 Prozent). Einzelne Fernreiseziele, wie unter anderem die Karibik und Nordamerika, wiesen mit -18,7 Prozent bzw. -11,6 Prozent deutliche Umsatzrückgänge auf. Ziele in Fernost (+8,7 Prozent), im Indischen Ozean (+6,4 Prozent) und im Süden Afrikas (+10,2 Prozent) konnten hingegen zulegen. Die erdgebundenen Ziele erreichten ein moderates Plus von 0,8 Prozent. Bedingt durch den heißen Sommer in Deutschland blieben die erwarteten Last-Minute-Buchungen aus. Die Deutschen haben ihren Urlaub eher individuell organisiert in Deutschland und den Nachbarländern verbracht.

Der stationäre Reisebüromarkt verzeichnete 2018 ebenfalls einen Umsatzzuwachs von insgesamt 2,9 Prozent auf 19,0 Mrd. €. Deutliche Zuwächse erzielte in diesem Jahr der Online-Reisevertrieb mit +25,5 Prozent. Auch die Umsätze der Produktportale (+16,3 Prozent) sowie die Online-Direktverkäufe der touristischen Leistungsträger (+9,3 Prozent) nahmen signifikant zu und treten damit immer stärker in Konkurrenz zu ihren eigenen Vertriebskanälen über Veranstalter und Reisebüros. Die spezialisierten Business-Travel-Organisationen verzeichneten einen leichten Rückgang von -0,5 Prozent auf 7,8 Mrd. €. Insgesamt wies der deutsche Reisebüromarkt einen Zuwachs von 2,0 Prozent auf 26,9 Mrd. € aus.

Baumarkt

Der Baumarkthandel konnte nach Aussagen des BHB – Handelsverband Heimwerken, Bauen und Garten e.V., Köln, 2018 ein Umsatzwachstum von 1,6 Prozent auf 18,75 Mrd. € verbuchen. Auf bereinigter Verkaufsfläche wurde ein leichtes Umsatzwachstum von 1,3 Prozent erzielt. Während die Umsatzentwicklung im ersten Quartal insbesondere aufgrund der schlechten Wetterlage im März und der geringeren Anzahl an Verkaufstagen rückläufig war (-7,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal), trug die Entwicklung des zweiten Quartals mit einem Umsatzplus von 8,3 Prozent wesentlich zu dem positiven Verlauf bei: Die Monate April, Mai und Juni waren mit 6,0 Mrd. € die umsatzstärksten Monate in den ersten neun Monaten. Nach einem soliden dritten Quartal, das die positive Entwicklung mit einem Umsatzplus von 0,3 Prozent stützte, konnte auch das vierte Quartal – insbesondere aufgrund eines starken Oktobers – zur positiven Entwicklung des Jahres beitragen.