Wirtschaftliche Rahmenbedingungen

1. Gesamtwirtschaftliche Entwicklung

Die Konjunktur in Deutschland verzeichnete auch 2018 einen Aufschwung: Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) konnte um 1,5 Prozent (Vorjahr: 2,5 Prozent) gesteigert werden, die Entwicklung fiel jedoch im Vergleich zum Vorjahr und zu den Prognosen deutlich schwächer aus. Dies war u. a. durch eine Abschwächung des Auslandsgeschäfts aufgrund einer Verlangsamung der Konjunktur in den wichtigsten deutschen Absatzmärkten, durch Probleme in der Automobilindustrie, die aufgrund neuer EU-Prüfverfahren bei der Zulassung von Neufahrzeugen die Produktion deutlich senken musste, und durch zunehmende produktionsseitige Engpässe, vor allem bei Arbeitskräften, bedingt. Positiv beeinflusst wurde die Entwicklung im Wesentlichen durch die Binnenwirtschaft. Die Inflation stieg 2018 auf 1,8 Prozent (Vorjahr: 1,7 Prozent), u. a. aufgrund gestiegener Energiepreise. Die positive wirtschaftliche Entwicklung schlug sich auch auf dem Arbeitsmarkt nieder: Die Arbeitslosigkeit lag mit 3,2 Prozent auf einem niedrigeren Niveau als im Vorjahr (3,8 Prozent).

Das Wachstum des BIP in Österreich lag 2018 mit 2,8 Prozent (Vorjahr: 3,0 Prozent) deutlich über der Prognose von 1,9 Prozent. Ursächlich hierfür waren trotz einer globalen Abschwächung insbesondere eine solide Inlandsnachfrage, die sowohl durch den privaten Konsum als auch durch Investitionen gestützt wurde, sowie eine weiterhin steigende Auslandsnachfrage. Die positive wirtschaftliche Entwicklung führte erneut zu einer Verbesserung am Arbeitsmarkt: Die Arbeitslosenquote sank auf 4,8 Prozent (Vorjahr: 5,5 Prozent). Die Energiepreise waren 2018 weiterhin ein starker Preistreiber: Die Inflationsrate betrug 2018 2,1 Prozent (Vorjahr: 2,2 Prozent).

Die Wirtschaft in Italien wuchs 2018 mit 1,0 Prozent schwächer als im Vorjahr (1,6 Prozent). Gestützt wurde die Entwicklung durch höhere Investitionen, die einem stagnierenden Konsum und einem Anstieg von Importen bei stagnierenden Exporten gegenüberstanden. Eine Ursache für die Entwicklung ist die politische Lage im Land, die zu Vertrauensverlusten bei Konsumenten, Unternehmen und Investoren führt. Die Arbeitslosenquote sank auf 10,7 Prozent (Vorjahr: 11,2 Prozent), was u. a. aus einer positiven Entwicklung der Industrie resultierte. Die Inflationsrate sank auf 1,2 Prozent (Vorjahr: 1,3 Prozent).

Die Konjunktur in den zentral-osteuropäischen Ländern, in denen die REWE Group vertreten ist, entwickelte sich 2018 in allen Ländern positiv. Bulgarien, Kroatien, Rumänien, Russland, die Slowakei, Tschechien, die Ukraine und Ungarn verzeichneten allesamt ein positives Wirtschaftswachstum, wobei die Slowakei und die Ukraine die Prognosen und das Vorjahreswachstum übertreffen konnten. In Bulgarien, Kroatien und Ungarn entsprach die Entwicklung des BIP der des Vorjahres, konnte dabei aber die Prognose übertreffen. In Russland lag die Entwicklung des BIP über der des Vorjahres. Rumänien und Tschechien verzeichneten ein im Vergleich zum Vorjahr geringeres Wirtschaftswachstum, wobei Tschechien die Erwartungen übertreffen konnte. Der Aufschwung stützte sich maßgeblich auf den privaten Konsum, der von der guten Beschäftigungslage sowie gestiegenen Reallöhnen profitieren konnte, und auf Investitionen, die auch bedingt durch den Abruf von EU-Geldern anstiegen. Mit Ausnahme von Russland und der Ukraine ist die Arbeitslosenquote in allen Ländern zum Teil merklich gesunken. Die Inflationsrate in Russland, Tschechien und der Ukraine sank zum Teil deutlich im Vergleich zum Vorjahr. In den übrigen Ländern stieg die Inflationsrate im Vorjahresvergleich und lag zum Teil deutlich über den Prognosen.

In Skandinavien verzeichneten Schweden und Norwegen ein höheres Wirtschaftswachstum als im Vorjahr. Die Konjunktur in Dänemark lag unter der Wachstumsrate des Vorjahres, konnte aber die Prognosen übertreffen. Die Inflationsrate in Schweden und Norwegen war unverändert zum Vorjahr, während die Preissteigerung in Dänemark geringer ausfiel als im Vorjahr. In allen drei Ländern sank die Arbeitslosenquote erneut.

Die Konjunktur entwickelte sich in der Schweiz mit einem BIP-Wachstum von 3,0 Prozent deutlich stärker als im Vorjahr (1,7 Prozent) und als erwartet (1,3 Prozent). Allerdings deutete sich im zweiten Halbjahr 2018 eine Tendenz zur Wachstumsverlangsamung an. Die anhaltend positive Entwicklung schlug sich auch auf dem Arbeitsmarkt weiter nieder: Die Arbeitslosenquote sank auf 2,8 Prozent (Vorjahr: 3,2 Prozent) und lag damit auch unter der Prognose von 3,0 Prozent. Die Inflationsrate stieg deutlich auf 1,1 Prozent (Vorjahr: 0,5 Prozent) an, was u. a. auf unterjährig hohe Rohölpreise zurückzuführen war.

Die wirtschaftliche Entwicklung lag in Großbritannien 2018 mit 1,4 Prozent unter der Vorjahresentwicklung (1,8 Prozent) und leicht unter den Erwartungen (1,5 Prozent). Ursächlich ist weiterhin die Unsicherheit um die Konsequenzen des EU-Austritts („Brexit“), die u. a. dazu führt, dass Unternehmensinvestitionen aufgeschoben werden. Trotz eines robusten Arbeitsmarktes – die Arbeitslosenquote sank auf 4,2 Prozent (Vorjahr: 4,4 Prozent) – verminderte sich der private Konsum u. a. aufgrund inflationsbedingt stagnierender Realeinkommen und wird zunehmend finanziert durch Privatschulden. Die Inflationsrate sank leicht auf 2,5 Prozent (Vorjahr: 2,7 Prozent), was weiterhin im Wesentlichen auf die Abwertung des Pfundes seit dem Brexit-Referendum zurückzuführen ist.

Die Konjunktur in Frankreich verlief 2018 mit einem Wachstum von 1,5 Prozent schwächer als im Vorjahr (2,3 Prozent). Neben einer globalen Konjunkturabkühlung beeinflussten u. a. Streiks und höhere Steuern insbesondere in der ersten Jahreshälfte sowie soziale Unruhen („Gelbwestenproteste“) seit Ende November die wirtschaftliche Entwicklung. Einer spürbar geringeren Ausweitung des Konsums stand die Entwicklung in der Industrie gegenüber: Die Auslastungsgrade wiesen hier den höchsten Stand seit 2008 aus. Die Arbeitslosenquote sank – mit 9,1 Prozent – leicht unter das Vorjahresniveau (9,4 Prozent), lag aber im europäischen Vergleich weiter im oberen Bereich. Die Inflationsrate stieg von 1,2 Prozent auf 2,1 Prozent.

Entwicklung der Wirtschaftsdaten der REWE Group-Länder
In Prozent 1BIPInflationArbeitslosigkeit
20172018e*2018e20172018e*2018e20172018e*2018e
Deutschland2,52,31,51,71,61,83,83,33,2
Österreich 3,0 1,92,82,21,82,15,55,14,8
Tschechien4,32,63,12,42,12,22,92,72,2
Italien1,61,41,01,31,21,211,210,910,7
Ungarn4,03,44,02,42,82,84,24,03,7
Rumänien6,94,44,01,12,54,44,95,14,6
Slowakei3,43,73,91,41,72,68,17,06,8
Russland1,51,71,73,73,92,85,25,55,5
Bulgarien3,63,23,61,21,62,46,25,55,3
Schweiz1,71,33,00,50,61,13,23,02,8
Großbritannien1,81,51,42,72,52,54,44,64,2
Schweden2,12,42,41,91,81,96,76,56,3
Litauen3,93,53,72,77,16,1
Norwegen1,91,62,11,92,01,94,23,83,8
Dänemark2,31,82,01,11,61,05,75,65,1
Frankreich2,31,51,22,19,49,1
Ukraine2,53,23,514,410,010,99,29,39,4
Kroatien2,82,72,81,31,61,611,19,99,7
  • Quellen: International Monetary Fund, World Economic Outlook Database Oktober 2018, Update Januar 2019; Gemeinschaftsdiagnose (Herbst 2018)
  • e=erwartet; e*=im Vorjahr erwartet
  • 1 BIP-Veränderung gegenüber dem Vorjahr in Prozent