REWE Group
Geschäftsbericht 2020

Neues
Geschäftsfeld Convenience

Lekkerland
Mit der Übernahme der Lekkerland Gruppe hat die REWE Group einen neuen strategischen Geschäftsbereich gegründet: Convenience. Das neue Geschäftsfeld bündelt die Stärken beider Unternehmen, um in der Unterwegsversorgung zu punkten.

Ein frisch belegtes Brötchen, ein knackiger Salat, saftiges Obst oder ein dampfender Kaffee – immer mehr Menschen verpflegen sich gerne unterwegs. Vor allem die Jüngeren. Befragungen zufolge empfinden sie es als „schön praktisch“, schnell im Supermarkt, am Kiosk oder an der Tankstelle etwas zu besorgen, das gut schmeckt, qualitativ hochwertig und im besten Fall auch noch gesund ist. „Die Unterwegsversorgung und der Außerhaus-Verzehr gehören zu den stärksten Trends im Lebensmittelhandel und werden künftig eine noch wichtigere Rolle spielen“, meint Lionel Souque, Vorstandsvorsitzender der REWE Group.

Diese Entwicklung hat die REWE Group früh erkannt und sie hat reagiert: mit einer kontinuierlichen Erweiterung und Verbesserung ihrer Convenience-Sortimente und der Etablierung des REWE To Go-Konzepts. Bundesweit können sich Kund:innen bereits an über 600 REWE To Go-Shops an Aral-Tankstellen oder in Bahnhöfen unterwegs versorgen. Im Zuge des Zusammenschlusses mit der Lekkerland Gruppe, einem der führenden Spezialisten für die Unterwegsversorgung, hat die REWE Group einen neuen strategischen Geschäftsbereich gegründet: Convenience. In dieser Sparte bündeln beide Unternehmen ihre individuellen Stärken: Die Kompetenz von REWE in den Bereichen Ware und Category Management sowie die logistische Leistungsfähigkeit und vielfältige Großhandels-Expertise von Lekkerland ergänzen sich ideal. Diese Kombination, da ist sich Lionel Souque sicher, ist ein „überzeugendes Erfolgsrezept“, um künftig in einem wichtigen Segment des Lebensmittelmarktes noch stärker zu punkten.

Lekkerland
in Zahlen

Lekkerland garantiert einen 24-Stunden-Service von der Bestellung bis zur Lieferung

rund
5,000
Beschäftigte in Europa, davon über 3.200 Beschäftigte in Deutschland
mehr als
55,000
Produkte im Sortiment, davon 15.000 in Deutschland
rund
85,800
Verkaufsstellen beliefert Lekkerland in Europa, davon 63.200 in Deutschland

Investition in das Logistiknetzwerk der Zukunft‍

Erstes sichtbares Zeichen des Schulterschlusses ist ein gemeinsam entwickeltes Logistiknetzwerk, das bis zum Jahr 2030 realisiert werden soll. „Damit wollen wir vor allem unsere Kapazität und Leistungsfähigkeit für frische und ultrafrische Sortimente weiter deutlich ausbauen. Denn das sind Wachstumsfelder für unsere Kund:innen“, erläutert Hilmar Hübers, Chief Operating Officer (COO) von Lekkerland. Die REWE Group wird in den nächsten Jahren einen dreistelligen Millionen-Betrag in die Lekkerland Logistik investieren. Neben Neubauten sind dabei auch An- und Umbauten geplant. Bereits verabschiedet ist der Neubau eines Zentrallagers in Hannover. Ende 2022 soll es als Regionallager für Tabak, Trockenware, Frische und Tiefkühlartikel in Betrieb gehen und den Norden Deutschlands zusätzlich mit Produkten aus den Bereichen Trockenware und Tabak versorgen. Perspektivisch ist zudem der Bau eines zweiten Zentrallagers in Süddeutschland geplant. Andere Logistikstandorte sollen zu Regionallagern mit Frische- und Tiefkühlbereichen werden. Beispielsweise plant Lekkerland im Zuge dessen, Ende 2022 ein neues Logistikzentrum in Kerpen bei Köln in Betrieb zu nehmen. Von dem Standort aus wird Lekkerland seine Kund:innen im Großraum Düsseldorf/Köln/Bonn beliefern.

Warum ist eine solche Logistik-Offensive notwendig? Warum lassen sich die Kund:innen von Lekkerland nicht aus denselben Lagern beliefern wie die REWE-Märkte und umgekehrt – wenn es doch Überschneidungen in den Sortimenten gibt und beide Unternehmen bereits über ein dichtes Netzwerk von Lagerstandorten verfügen? Grund dafür sind die unterschiedlichen Anforderungen der Kund:innen. Während die REWE Logistik mit den Märkten eine weitgehend homogene Klientel bedient, die regelmäßig große Mengen ordert, ist die Kundschaft von Lekkerland sehr heterogen. Tankstellenshops, Kioske und Kaffeehaus-Ketten gehören unter anderem ebenso dazu wie Getränkefachhandel und Systemgastronomie. Also ein breites Spektrum von Handelspartnern, das häufig sehr individuelle Produkte und Dienstleistungen nachfragt und sich zudem in einem weiteren wichtigen Punkt von den REWE-Märkten unterscheidet: in den Bestellmengen. Lekkerland-Kund:innen ordern nicht palettenweise, sondern bestellen – im äußersten Fall – Produkte einzeln, Premium-Weine zum Beispiel. Das hat neben der niedrigeren Umschlaggeschwindigkeit ihrer Waren häufig auch mit begrenzten Lagerflächen zu tun. So verfügt etwa ein Kiosk oftmals nicht über genügend Platz, um beispielsweise Getränkekisten zu lagern.

 

Maßgeschneiderte Logistiklösungen

Lekkerland ist mit seiner ausgetüftelten Feinlogistik auf die besonderen Bedürfnisse des kleinflächigen Einzelhandels spezialisiert. Hierfür ist die Lagerstruktur entsprechend passend ausgelegt. Zur Bestellung bietet Lekkerland seinen Kund:innen verschiedene Möglichkeiten an, darunter digitale Bestellwege sowie die Bestellung per Telefon. Die digitalen Lösungen wie der Webshop Lekkerland24 oder eine Anbindung über Kassensysteme bieten den Kund:innen die Möglichkeit, dann zu bestellen, wenn es für sie am besten passt. Ausgeliefert wird die Ware häufig mit modernen Multitemperatur-LKW. Sie verfügen über einen Laderaum, der sich in drei Kammern unterteilt – für ungekühlte, gekühlte und tiefgekühlte Waren. Das bedeutet: Kund:innen können alle bestellten Waren unterschiedlicherer Temperaturgruppen mit einer Lieferung erhalten und erhalten auch nur eine Rechnung. Das macht es für die Kund:innen bequem. Manchmal kommt die Ware auch per Post, falls dies für das gelieferte Produkt der effizientere Weg ist. „Wir suchen immer nach der für die Kund:innen komfortabelsten Lösung“, betont Patrick Steppe, CEO von Lekkerland.

Das Sortiment von Lekkerland reicht von Süßwaren, frischen Bistroartikeln, Getränken und Tabakwaren bis zu Non-Food wie Autopflege-Produkten. Darunter auch viele Eigenmarken. Frische, verpackte To-go-Produkte wie Salate, Sandwiches oder Smoothies der Lekkerland Eigenmarke „Go Fresh“ beispielsweise oder Kaffeespezialitäten der „Coffee Bean Company“. Insgesamt umfasst das Eigenmarkensortiment etwa 360 Produkte, Tendenz steigend. Die kontinuierliche Weiterentwickung der Lekkerland Eigenmarken erfolgt nun mit der zusätzlichen Expertise der REWE Group in den Bereichen Ware und Category Management.

 

Passgenaue Retail-Lösungen

„Wir verstehen uns nicht nur als Lieferant von Waren, sondern bieten unseren Kund:innen passgenaue Retail-Lösungen an, mit denen sie profitabel wachsen und sich vom Wettbewerb abheben können. Dazu zählen beispielsweise Verkaufstrainings, Sortiments- und Regaloptimierung, Shop-Beratung oder auch komplette Shop-Konzepte“, meint Patrick Steppe. Die Palette der Dienstleistungen wird immer vielfältiger: So vermittelt Lekkerland Kontakte zu Paketdiensten, falls sich ein Kiosk als Paketstation profilieren will, oder unterstützt mit Marketing-Materialien, um das Geschäft seiner Kund:innen anzukurbeln.

Alle Services von Lekkerland unterstreichen die Vision des Unternehmens, „Your most convenient partner“ im Bereich der Unterwegsversorgung zu sein. Gemeinsam mit der REWE Group wird das in Zukunft noch besser gelingen.