REWE Group
Geschäftsbericht 2019
REWE Group Geschäftsbericht 2019

Die Zeiten, in denen die osteuropäischen EU-Länder ökonomisch kaum von der Stelle kamen, sind vorbei. In vielen Staaten Osteuropas legte die Wirtschaft zuletzt Jahr für Jahr sogar deutlich stärker zu als im Westen des Kontinents. Mit der Aufholjagd wuchs der Wohlstand. Die Menschen konnten sich mehr leisten. Zum Beispiel Reisen. Neue Attraktionen im eigenen Land entdecken, die Welt ansehen – das ist plötzlich möglich und wird erst durch den Ausbruch des Coronavirus unterbrochen. Im Oktober 2019 verstärkte die DER Touristik Group daher ihre Aktivitäten in Rumänien. Die Reisesparte der REWE Group erwarb über ihre Tochtergesellschaft Exim das Reiseunternehmen Travel Brands mit Sitz in Bukarest. Der Kauf beinhaltete einen Reisebürovertrieb mit 80 Filialen, einen Veranstalter sowie eine Business-Travel-Einheit mit Zielgebietsagentur am Schwarzen Meer. „Als europäischer Reisekonzern mit Präsenz in nunmehr 16 Ländern möchten wir den Umbruch im rumänischen Markt aktiv mitgestalten. Dazu haben wir mit Travel Brands den perfekten Partner gefunden“, sagt Sören Hartmann, CEO der DER Touristik Group.

Die Menschen in Rumänien haben erst wenig Reiseerfahrung. Aufgrund knapper Budgets hatten viele von ihnen lange Zeit nicht die Möglichkeit, ferne Urlaubsziele anzusteuern. Wer es sich überhaupt leisten konnte, in den Ferien zu verreisen, blieb meist im eigenen Land. Besonders gerne an den Stränden des Schwarzen Meeres, im waldreichen Transsilvanien oder in der unberührten Natur des Donaudeltas. Oder er unternahm eine Tour in die Hauptstadt Bukarest, die heute an vielen Stellen bereits ähnlichen Glamour versprüht wie Megacitys im Westen. Wenn es doch einmal ins Ausland ging, dann nur gut organisiert per Pauschalreise. Bevorzugt in die Türkei, nach Griechenland oder Ägypten.

REWE Group Geschäftsbericht 2019

„Nur ein Viertel der rumänischen Bevölkerung unternimmt Reisen“, weiß Cosmin Marinof, CEO von Travel Brands. Alle, die gerade erst anfangen, fremde Ziele und ferne Länder anzusteuern, suchen eine intensive persönliche Beratung – am liebsten in einem Reisebüro. Online eine Urlaubsreise buchen? Davor scheuen die meisten Rumänen noch zurück. Per Mausklick organisieren sie allenfalls gelegentlich einen Hotelaufenthalt oder einen kurzen Städtetrip. Travel Brands ist darauf eingestellt. Mit 80 Filialen, die in kürzester Zeit in Dertour-Reisebüros umgeflaggt wurden, verfügt das Unternehmen über das dichteste Netz in Rumänien und ist Marktführer. Weitere Vertriebsstellen, insbesondere in Shopping-Centern, sollen in den nächsten Jahren hinzukommen. Die Mitarbeiter nehmen sich viel Zeit für die Beratung. Sie erfragen Reisewünsche, machen Angebote, zeigen Alternativen auf, wecken Neugier und zerstreuen mögliche Bedenken. Ihre Botschaft: „Bei Dertour ist Ihr Urlaub in sicheren Händen. Die Marke ist Teil eines großen deutschen, international agierenden Konzerns.“ Das schafft Vertrauen.

Ferid Nasr, CEO Exim Holding
„Als etablierter Player und Teil einer starken Gruppe geht Dertour auf die Wünsche der Kunden ein und stellt sich 2020 zudem auch den Herausforderungen der Pandemie.“

Neben dem stationären Geschäft will die Tochter der DER Touristik Group perspektivisch auch in den Online-Vertrieb investieren. „Wir möchten vorbereitet sein, wenn der Verkauf über das Internet in den nächsten Jahren auch in Rumänien wichtiger wird, und den Kunden zu jeder Zeit den Service bieten, den sie wünschen“, kündigt Cosmin Marinof an. Mit weiter wachsendem Wohlstand wird sich der Tourismus dort ähnlich entwickeln wie in anderen osteuropäischen Ländern. „Überall dort beobachteten wir zuletzt einen klaren Trend: Unsere Kunden verreisten sehr viel häufiger als noch Jahre zuvor“, erläutert Ferid Nasr, verantwortlich für die Aktivitäten der DER Touristik Group in Osteuropa und CEO der zur Unternehmensgruppe gehörenden Exim Holding mit Sitz in Prag. Hinzu kommt: Die Feriengäste wurden anspruchsvoller. Sie wünschten sich neue Ziele, eine größere Auswahl an Hotels aller Kategorien und mehr Service. Ein Trend, der durch die Covid-19-Pandemie nun natürlich unterbrochen ist. „Als etablierter Player und Teil einer starken Gruppe geht Dertour auf die Wünsche der Kunden ein und stellt sich 2020 zudem auch den Herausforderungen der Pandemie“, so betont Nasr.

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Dertour – ein zuverlässiger Partner

Vielen Rumänen ist die Marke Dertour durch die Aktivitäten von Dertour Österreich in ihrem Land als Reiseveranstalter bereits bekannt. Nun wird Dertour in Rumänien erstmals als Veranstalter- und Vertriebsmarke eingesetzt. Gleich nach dem Start hat sich Dertour mit Messeauftritten sowie einer großen Werbekampagne auf dem rumänischen Reisemarkt vorgestellt. „Um das Image zu festigen, werden wir uns auch künftig mit Marketingaktivitäten positionieren. Mein Team steht hinter der Markeneinführung. Das ist mir sehr wichtig, dass wir diesen neuen Weg gemeinsam gegangen sind. Denn eine Marke wird von den Menschen dahinter aufgebaut und etabliert, sie fällt nicht einfach vom Himmel“, meint Cosmin Marinof.

Monomarken-Konzepte sind in Osteuropa nicht unüblich. Kunden in Tschechien beispielsweise kennen Exim Tours ebenfalls als Veranstalter- und Vertriebsmarke. „Wir setzen in allen Märkten auf Einfachheit und Transparenz. Das hat sich bewährt. Die Kunden schätzen es, wenn der Veranstalter, der ihre Ferien organisiert, und das Reisebüro oder die Website, über die sie gebucht haben, denselben Markennamen tragen. Und sollte es einmal zu Problemen kommen, haben sie die Gewissheit: Ich kommuniziere mit einem Ansprechpartner“, erläutert Ferid Nasr. Bei weniger reiseerfahrenen Menschen schafft das ein Gefühl der Sicherheit.

Dertour möchte seinen Kunden in Rumänien in den nächsten Jahren ein zuverlässiger Partner sein – von der Beratung und Buchung bis hin zur Betreuung am Urlaubsort. Und das sowohl in Ländern rund um das Mittelmeer, die sie schon jetzt gerne besuchen, als auch bei Touren in ferne Länder. „Unter dem Dach der DER Touristik Group haben wir schon heute Zugang zu einem um etwa 60 Prozent größeren Produktportfolio und werden gemeinsam mit Exim weitere neue Angebote entwickeln“, kündigt Cosmin Marinof an.