BERICHT DES VORSTANDS

Erfolgreiches Geschäftsjahr 2017: Die REWE Group erwirtschaftete einen Umsatz von 57,8 Milliarden Euro. Der REWE-Konzern steigerte den Umsatz um 8,3 Prozent auf 49,4 Milliarden Euro.

Die REWE Group hat im Geschäftsjahr 2017 beim Umsatz in allen Geschäftsfeldern im In- und Ausland kräftig zugelegt. Der Gesamtaußenumsatz wuchs um 6,7 Prozent auf 57,8 Milliarden Euro. Zum dynamischen Wachstum der Gruppe trug das Geschäft in Deutschland mit einem Umsatzplus von 7,1 Prozent bei. Im Ausland wurde der Umsatz um 5,7 Prozent gesteigert. Der Umsatzanteil des deutschen Geschäftes erhöhte sich leicht um +0,3 Prozentpunkte auf 72,3 Prozent. Die Zahl der Märkte stieg insgesamt um 3,7 Prozent auf 15.313.

REWE Group

2017 war ein außergewöhnliches und erfolgreiches Jahr für die REWE Group. Die genossenschaftliche Gruppe ist insgesamt sehr kräftig um 3,7 Milliarden Euro gewachsen. Dies ist eine Rekordsumme beim Umsatzwachstum. Erfreulich ist insbesondere, dass wir nicht nur durch die Übernahme von Kaiser’s Tengelmann-Filialen in Berlin, Bayern und Nordrhein-Westfalen, durch die Gründung der Supermärkte Nord Vertriebs GmbH & Co. KG (SuNo) mit ihren sky-Märkten sowie durch die Konsolidierung des neu gegründeten Joint Ventures mit der REWE Dortmund eG dieses Umsatzplus erzielt haben, sondern sehr kräftig organisch aus eigener Kraft gewachsen sind. Im hart umkämpften deutschen Lebensmitteleinzelhandelsmarkt hat REWE auch ohne die übernommenen Filialen das stärkste Umsatzwachstum der Supermarkt-Branche erwirtschaftet. PENNY konnte sein Umsatzwachstum des Jahres 2016 noch weiter verbessern. Ebenso hat sich unser Auslandsgeschäft insbesondere in Mittel- und Osteuropa hervorragend entwickelt. Nicht zuletzt vor dem Hintergrund der guten Entwicklungen bei toom Baumarkt und in unserer Touristik-Sparte sind wir sehr zufrieden mit der Gesamtentwicklung der REWE Group – eine Entwicklung, die vor allem auch der großen Leistung und dem Engagement unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu verdanken ist. Im harten Wettbewerb des Handels und der Touristik machen sie den entscheidenden Vorteil für uns aus. Wir ernten hier weiterhin die Früchte unseres konsequenten Kurses der Expansion, Modernisierung und Innovation, die auch zukünftig die tragenden Säulen unserer Strategie des profitablen Wachstums sein werden. Unser Ziel ist es, immer und überall die beste Leistung für unsere Kunden zu erbringen. Dazu zählt auch unser Engagement im Bereich Nachhaltigkeit und gesunde Ernährung. Im Jahr 2018 wird die REWE Group deshalb unter anderem den Zucker- und Salzgehalt bei rund 200 Eigenmarkenprodukten signifikant verringern.

Die Entwicklung des selbstständigen Lebensmitteleinzelhandels unter dem Dach der REWE Group war abermals erfreulich. Die REWE-Partnerkaufleute erzielten 2017 ein Umsatzwachstum von 8,5 Prozent. Die REWE Kaufleute-Märkte sind ein wichtiger Treiber unseres Wachstums. Die Förderung des selbstständigen Einzelhandels ist nicht nur Teil unseres genossenschaftlichen Auftrags, sondern trägt in entscheidender Weise zur positiven wirtschaftlichen Entwicklung des gesamten Unternehmens bei.

Die Zahl der Beschäftigten in Deutschland und dem europäischen Ausland stieg um 6,1 Prozent auf 345.434 (fortzuführendes Geschäft). In Deutschland erhöhte sich 2017 die Beschäftigtenzahl von 235.897 um 7,7 Prozent auf 254.097. Die Zahl der Beschäftigten im Ausland stieg um 1,7 Prozent auf 91.337.

Im Vergleich zu 2016 (Stichtag: 30.09.) steigerte die REWE Group im vergangenen Jahr die Anzahl der Auszubildenden um 2,8 Prozent von 8.168 auf 8.394.

REWE-Konzern

Der Umsatz des REWE-Konzerns aus fortzuführendem Geschäft stieg im vergangenen Jahr um 8,3 Prozent von 45,6 Milliarden Euro auf 49,4 Milliarden Euro. In Deutschland wuchs der REWE-Konzern um 9,5 Prozent und im Ausland um 5,7 Prozent.

Ohne die Sondereffekte der Übernahme von Kaiser’s Tengelmann-Filialen, von SuNo und durch die Konsolidierung des Joint Ventures mit der REWE Dortmund betrug das Umsatzwachstum 4,4 Prozent.

Das unbereinigte operative Ergebnis aus fortzuführendem Geschäft lag bei 491 Millionen Euro. Vor den genannten Sondereffekten im Geschäftsjahr 2017 betrug das EBITA des REWE-Konzerns 594 Millionen Euro und lag damit um rund 20 Millionen Euro über dem ebenfalls um Sondereffekte bereinigten Vorjahreswert von 574 Millionen Euro (unbereinigter Vorjahreswert: 997 Millionen Euro).

Im EBITA des REWE-Konzerns nicht enthalten ist das operative Ergebnis der REWE-Partnerkaufleute unter dem Dach der Kölner REWE, das sich auf rund 290 Millionen belief und damit das hohe Niveau des Vorjahres erreichte.

Der Jahresüberschuss des REWE-Konzerns liegt 2017 bei 338 Millionen Euro. Die Differenz zum Vorjahr geht ausschließlich auf die genannten Sondereffekte zurück.

Das REWE-Konzernergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen auf Anlagevermögen und Firmenwerte (EBITDA) erhöhte sich gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreswert (ohne einmalige Sondereffekte im Geschäftsjahr 2016) von 1,53 Milliarden Euro auf 1,65 Milliarden Euro.

Die cash-wirksamen Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte des Jahres 2017 lagen mit 1,9 Milliarden Euro deutlich über dem hohen Niveau des Vorjahres. 

Das Eigenkapital erreichte 2017 mit 6,2 Milliarden Euro einen neuen Höchststand. Die Eigenkapitalquote betrug 31,7 Prozent. Die Nettofinanzverschuldung ohne Finanzierungsleasing lag zum Stichtag 31.12.2017 bei 752 Millionen Euro und bleibt damit auf niedrigem Niveau.

Der REWE-Konzern wird im laufenden Geschäftsjahr seine Investitionstätigkeit weiter forcieren und für 2018 die Investitionen auf 2,4 Milliarden Euro erhöhen. Schwerpunkte der Investitionstätigkeit sind die Expansion und Modernisierung unserer Vertriebsnetze, der Erwerb von Immobilien, Technologie, Logistik und die Qualifikation unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. In Deutschland wird die REWE Group rund 1,5 Milliarden Euro investieren, im europäischen Ausland rund 900 Millionen Euro. 

Die REWE Group sieht sich gut gerüstet für zukünftige Herausforderungen. Durch die Kaiser’s Tengelmann-Filialen und den Sanierungsbedarf bei sky hat die REWE Group eine temporäre Ergebnisbelastung. Durch Investitionen und Modernisierungen verbessert sie ihre Wettbewerbsposition erheblich. Diesen Weg werden wir fortsetzen. Mit Konzepten wie REWE 2020 und PENNY 2020 in Deutschland stärken wir unser stationäres Geschäft. Gleichzeitig setzen wir unseren Digitalisierungskurs fort und optimieren unsere Omnichannel-Konzepte. Mit den hohen Investitionen, die wir auch über 2018 hinaus geplant haben, wollen wir die Geschwindigkeit unseres profitablen Umsatzwachstums nochmals signifikant erhöhen.

Handel Deutschland

Im Geschäftsfeld Handel Deutschland wurde ein Umsatz von 28,6 Milliarden Euro erzielt. Dieser umfasst die Sparten REWE, PENNY Deutschland und Handel Deutschland Zentralgesellschaften. Im Zuge der Umstrukturierung wurden neben den inländischen Immobiliengesellschaften auch die Produktion und der Vertrieb von Backwaren unter der Marke Glocken Bäckerei und die Produktion von Fleisch- und Wurstwaren unter der Marke Wilhelm Brandenburg, die vormals im Geschäftsfeld Sonstige erfasst waren, dem Handel Deutschland zugeordnet.

Das Vollsortiment National mit REWE, REWE CENTER, REWE CITY, REWE To Go sowie nahkauf und sonstigen Großhandelspartnern erzielte 2017 ein Umsatzplus von 15,4 Prozent auf 21,2 Milliarden Euro. Bereinigt um die Neuzugänge sky, Kaiser’s Tengelmann-Filialen und das Joint Venture mit der REWE Dortmund betrug das Plus 5,8 Prozent. Damit führte REWE laut der Konsumforscher der GfK und von TradeDimensions auch in diesem Jahr wieder das Wachstum bei den deutschen Supermärkten an.

Wesentliche Faktoren für den Erfolg von REWE waren unter anderem die weiter verbesserte Preispositionierung, die Stärkung von regionalen und lokalen Produkten, von Convenience- und Bio-Produkten im Sortiment sowie der Eigenmarken. Durch die kontinuierliche Weiterqualifizierung der Mitarbeiter sowie zusätzliche Mitarbeiter im Markt konnte zudem die Service-Wahrnehmung der Kunden nochmals verbessert werden.

Mit Erfolg entwickelte sich zudem das innovative Konzept REWE To Go. In Kooperation mit ARAL konnte die Zahl der Tankstellen mit REWE To Go im Jahr 2017 von 60 auf 236 erhöht werden.

Weiterhin voll auf Kurs liegt die Entwicklung der REWE Omnichannel-Aktivitäten. Der REWE Lieferservice war Ende 2017 in 75 Städten verfügbar und deckt mit seinem Angebot rund 40 Prozent der Bevölkerung in Deutschland ab. Damit ist REWE aktuell Deutschlands Nr. 1 Online-Supermarkt für frische Lebensmittel. Ergänzt wird dieses Angebot durch den REWE Abholservice, der Ende 2017 an über 50 Standorten verfügbar war, sowie durch den bundesweiten REWE Paketservice für Partnerprodukte.

PENNY Deutschland erwirtschaftete ein Umsatzplus von 2,5 Prozent auf 7,4 Milliarden Euro. Im zweiten Jahr in Folge stieg auch wieder die Zahl der PENNY-Filialen in Deutschland – um 1,2 Prozent von 2.148 auf 2.174. 

Zugleich setzte PENNY in Deutschland den Rollout seines Konzepts PENNY 2020 fort. 850 Filialen wurden im vergangenen Jahr entsprechend umgebaut und damit unter anderem die Frischeleistung durch die Erweiterung von Kühlflächen erhöht und die Convenience-Eigenmarken Penny to go und Penny Heat&Eat ausgebaut.

Vertriebsmarken Handel Deutschland

Handel International

Die Geschäftsfelder Vollsortiment International und Discount International wurden im neu geschaffenen Geschäftsfeld Handel International vereint. Im Geschäftsfeld Handel International wurde ein Umsatz von 13,4 Milliarden Euro erzielt.

Der Umsatz der internationalen Supermarkt- und Drogeriemarkt-Aktivitäten in Österreich, Tschechien, der Slowakei, Russland, Bulgarien, Kroatien und der Ukraine stieg um 4,9 Prozent (wechselkursbereinigt um 3,8 Prozent) von 8,5 auf 8,9 Milliarden Euro.

Auch die Vollsortimenter BILLA, BIPA, MERKUR und ADEG in Österreich verzeichneten ein Umsatzplus von 1,4 Prozent auf 6,3 Milliarden Euro. Die Supermärkte wuchsen um 1,9 Prozent, während die BIPA-Drogeriemärkte 4,7 Prozent beim Umsatz einbüßten. Ursächlich dafür waren Bereinigungen des Filialportfolios sowie gezielte Investitionen in die Preise.

In Mittel- und Osteuropa erwirtschaftete BILLA einen Umsatzzuwachs von 14,5 Prozent (wechselkursbereinigt +10,4 Prozent) auf 2,6 Milliarden Euro. Das stärkste Wachstum erreichte dabei BILLA Tschechien mit +15,9 Prozent (wechselkursbereinigt +12,9 Prozent).

PENNY International erwirtschaftete in den Ländern Italien, Österreich, Ungarn, Rumänien und Tschechien einen Umsatz von 4,5 Milliarden Euro. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet das ein Umsatzplus von 5,4 Prozent (wechselkursbereinigt +4,8 Prozent).

Im hart umkämpften Markt in Österreich konnte PENNY den Umsatz des Vorjahres mit einem leichten Plus von 0,7 Prozent halten.

Vertriebsmarken Handel International

Fachmarkt National

Der Geschäftsbereich Fachmarkt National umfasst die Baumarkt-Aktivitäten von toom Baumarkt und B1 Discount Baumarkt. Die Filialen von toom Baumarkt erwirtschafteten 2017 ein Umsatzplus von 2,5 Prozent auf 1,9 Milliarden Euro. Mit diesem Wachstum liegt toom Baumarkt deutlich über dem vom Branchenverband BHB ermittelten Gesamtumsatzwachstum von 1,1 Prozent im deutschen Baumarkthandel. Angesichts einer Umsatzabschmelzung von rund 12 Millionen Euro bei B1 ergibt sich für das Geschäftsfeld Fachmarkt National insgesamt ein Umsatzplus von 2 Prozent auf 2,1 Milliarden Euro.

Vertriebsmarken Fachmarkt National

Touristik

Die DER Touristik Group als Reisesparte der REWE Group hat sich 2017 mit einem Plus beim fakturierten Umsatz von 3 Prozent auf 6,5 Milliarden Euro weiter positiv entwickelt.

Der Internationalisierungskurs der DER Touristik Group von einem deutschen Reiseanbieter hin zu einem europäischen Reisekonzern – mit Akquise von Exim Tours in Osteuropa im Jahr 2012 und der europäischen Reiseveranstalter, Spezialisten und Stores von Kuoni im Jahr 2015 – hat sich im zurückliegenden Geschäftsjahr sehr positiv ausgewirkt. 2017 konnten insbesondere die Unternehmen in den Quellmärkten in Ost- und in Nordeuropa beim Umsatz deutlich zulegen. Auch die Zielgebietsagenturen wachsen deutlich. Besonders erfolgreich mit Rekordumsätzen und -ergebnissen war wieder der deutsche Reisevertrieb, der gerade in Zeiten einer wahrgenommenen wachsenden Unsicherheit in einigen Zielmärkten eine immer größere Bedeutung bekommt.

Vertriebsmarken Touristik