Einkaufen, abholen, liefern lassen

Wie kommen Lebensmittel künftig zum Kunden?

Früher war klar: Zum Einkaufen geht's in den Laden. Heute haben Verbraucher zusätzliche Optionen. Sie können ihre Einkaufsliste online abschicken und die Waren später im Markt abholen. Oder sie lassen sich ihren Einkauf gleich nach Hause bringen. Ausgeklügelte Shop- und Logistiksysteme, in deren Zentrum hochmoderne Lager stehen, sorgen dafür, dass die Online-Bestellung schnell beim Kunden ist.

Fast vergessene Zeiten: Noch Mitte der Neunzigerjahre war der Lebensmitteleinkauf eine ziemlich stressige Sache. Die Läden schlossen – abgesehen vom „langen Donnerstag“ – an Wochentagen um 18.30 Uhr, an Samstagen war meist schon um 14 Uhr Schluss. Längere Öffnungszeiten erlaubte der Gesetzgeber nicht. Später wurde das Ladenschlussgesetz in Deutschland liberalisiert; wer wollte, durfte seine Türen nun montags bis freitags bis 20 Uhr und samstags bis 16 Uhr offen halten. Dann wurden die Ladenöffnungszeiten Ländersache und die Verbraucher erhielten, je nach Wohnort, ein nochmal vergrößertes Zeitfenster für ihre Einkäufe. Richtig bequem haben sie es aber erst heute. In vielen REWE- und PENNY-Märkten stehen die Türen mittlerweile bis spät abends offen. Und an bundesweit etwa 90 REWE Abholservice-Märkten können sich Kunden ihre zuvor per Mausklick bestellten Waren in Minutenschnelle abholen.

Noch komfortabler ist der Lieferservice, den REWE seit 2011 in mittlerweile 75 Städten für online bestellte Einkäufe anbietet. Marktforscher sind überzeugt, dass künftig immer mehr Menschen die Vorzüge dieser Einkaufsvariante entdecken.

Nicht nur junge, technikaffine Konsumenten werden ihre Einkäufe schon bald vermehrt vom heimischen Sofa aus erledigen. Vorausgesetzt, dass Preis und Geschwindigkeit stimmen: Die Waren sollten nicht teurer sein als im stationären Handel, die Versandkosten nicht zu hoch zu Buche schlagen und die Abwicklung des Verkaufsprozesses sollte möglichst schnell gehen.

 Warenbestellung bequem online auslösen

Online Lebensmittel bestellen und bequem nach Hause liefern lassen: seit 2011 mit dem REWE Lieferservice möglich.

REWE FFC in Köln
Kommissionierung der bestellten Artikel im Lager
Lieferkisten im Warenausgang
Beladung REWE.de-Lieferfahrzeug
REWE.de-Lieferfahrzeug am Zielort
Übergabe der Ware an die Kundin

Das sind hohe Vorgaben für Internetverkäufer. Vor allem, weil der Versand von Lebensmitteln aus gutem Grund als Königsdisziplin im Onlinehandel gilt. Frische, druckempfindliche Waren wie Obst und Gemüse verlangen auf ihrer Reise zum Kunden ein anderes Handling als Textilien oder Bücher. Hinzu kommen unterschiedliche Temperaturvorgaben. Während des gesamten Logistik-Prozesses von Lebensmitteln müssen verschiedene Temperaturzonen exakt eingehalten und konstant aufrechterhalten werden. Intelligente, automatisierte Food Fulfillment Center (FFC), die eine schnelle und effektive Kommissionierung der Waren gewährleisten, helfen Lebensmittel-Online-Händlern, die Ansprüche der Kunden an Qualität, Frische und Liefergeschwindigkeit zu erfüllen.

Als Pionier des Online-Supermarktes erkannte REWE früh, dass die anfangs praktizierte Belieferung der Kunden aus Filialen kein Modell für die Zukunft ist. Ab 2014 versorgte REWE den Raum Köln sowie Aachen aus einem rund 5.000 Quadratmeter großen FFC in Hürth bei Köln und hat seitdem sieben weitere FFC deutschlandweit eröffnet. Nun könnte die Zeit reif sein für einen erneuten Generationswechsel in der Lagerlogistik – um den Kunden noch mehr Qualität und Service zu bieten. In diesem Sommer nimmt nach gut einjähriger Bauzeit im Norden von Köln ein deutschlandweit einzigartiges FFC den Betrieb auf – mit einer Grundfläche so groß wie zweieinhalb Fußballfelder und mit einem Brutto-Rauminhalt von 250 Einfamilienhäusern. Genügend Platz für mehr als 20.000 unterschiedliche Produkte. Die äußeren Maße sind das eine, die inneren „Werte“ das andere. Gemeinsam mit renommierten Partnern wie der Knapp AG, einem der führenden Spezialisten für Lagerlogistik und Lagerautomation, hat REWE völlig neue, auf die besonderen Anforderungen des Lebensmittel-Onlinehandels abgestimmte Prozesse entwickelt. Somit weist das FFC 2.0 einen sehr viel höheren Grad an Technologisierung und Prozessoptimierung auf als frühere Lager-Generationen.

„Mit dem neuen Food Fulfillment Center 2.0 machen wir als First Mover in Deutschland einen wichtigen Schritt und können den Kunden auch in Zukunft ein attraktives Online-Einkaufserlebnis bieten.“ Jan Kunath, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der REWE Group

Ist das die Zukunft in der Kommissionierung von Lebensmitteln für den Onlinehandel? REWE will es herausfinden. Es gibt kein vergleichbares Projekt, viele Prozesse sind neu. Sicher ist zunächst vor allem eins: Das Jobprofil der Lagermitarbeiter ändert sich grundlegend. In Zukunft betreuen sie nicht mehr quasi in Vertretung des Kunden als „Personal Shopper“ jede Bestellung bis zur fertigen Sendung manuell. „Heute legen die Logistikmitarbeiter für die Kommissionierung der Bestellungen pro Schicht 12 bis 15 Kilometer zu Fuß zurück. Im neuen Lager ist es umgekehrt: Hier kommen die Produkte ganz einfach und bequem per automatisierter Shuttle-Technologie zum Kommissionierer. Und das unter Berücksichtigung von unterschiedlichen Kühlvorgaben und Einhaltung hoher REWE-Qualitätsstandards“, erläutert Christoph Eltze, Vorsitzender der Geschäftsführung von REWE digital.

Die Arbeit nach diesem „Ware-zu-Person-Prinzip“ verringert die Kommissionierungszeiten drastisch und sorgt somit für geringstmögliche Auftragsdurchlaufzeiten. „Mit dem neuen Food Fulfillment Center 2.0 machen wir als First Mover in Deutschland einen wichtigen Schritt und können den Kunden auch in Zukunft ein attraktives Online-Einkaufserlebnis bieten“, betont Jan Kunath, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der REWE Group und verantwortlich für das Digitalgeschäft des Konzerns. Konkret: Online-Einkäufer erhalten ihre Waren in Zukunft noch schneller, in noch höherer Qualität, Vollständigkeit und Verlässlichkeit. Mehr Komfort, mehr Service für den Kunden – damit ist REWE gut gerüstet, wenn Lebensmitteleinkäufer bald öfter den Einkaufskanal wechseln, von offline zu online oder einem Mix wie beim Abholservice.

BILLA FFC in Österreich

Das BILLA FFC übernimmt seit Mai 2017 die Online-Auslieferung für den Großraum Wien.

Kirschen
Lieferkisten im Warenausgang
Mitarbeiter bei der Kommissionierung
Mitarbeiterin bei der Kommissionierung

Der Online-Vertriebsweg über den PENNY-Online-Shop ergänzt das Angebot in den PENNY-Märkten.

Mitarbeiterin bei der Kommissionierung

Bis es soweit ist, wird viel getestet, korrigiert und erneut probiert werden. Es braucht seine Zeit, bis ein Pionierprodukt seine Serienreife erreicht. Somit bleiben die FFC der ersten Generation zunächst State of the Art. Wie z. B. bei BILLA, Österreichs führendem Online-Lebensmittelhändler: Seit Mai 2017 erledigt dort ein FFC das, was zuvor sieben BILLA-Filialen für den Großraum Wien geleistet haben: die Entgegennahme, manuelle Kommissionierung und Zustellung online bestellter Waren. Vorteil für die Kunden: Das garantierte Zeitfenster für die Lieferung verkürzte sich auf nunmehr zwei Stunden. Die Auswahl im Online-Shop ist ähnlich vielfältig wie in einer Filiale – verfügbar ist das gesamte Sortiment von etwa 8.000 Artikeln. Das FFC vereint das Beste aus zwei Welten, der analogen und der digitalen. Mitarbeiter backen Gebäck frisch auf, schneiden Wurst nach Bestellung und suchen Obst mit optimalem Reifegrad aus. Unterstützt werden diese Prozesse von modernster technischer Ausstattung. So helfen beispielsweise innovative Logistik-Apps, die vielen Bestellungen zu kontrollieren, auf Vollständigkeit zu prüfen und korrekt zu verladen. „Mit dem Food Fulfillment Center positionieren wir uns im Hinblick auf Frische der Waren, Geschwindigkeit und Zuverlässigkeit bei Service und Auslieferung klar als Innovationsführer im Online-Lebensmittelhandel“, betont BILLA-Vorstandssprecher Robert Nagele.

Lager im tschechischen Bor

PENNY seit 2017 mit Shop online

Keine Frage, der Versand von Lebensmitteln ist die Königsdisziplin im Onlinehandel. Aber auch Non-Food über das Netz zu vertreiben, verlangt eine besondere Expertise. Wie es geht, zeigt seit Sommer 2017 PENNY mit seinem gemeinsam mit den Kollegen von REWE digital entwickelten Online-Shop. Unter www.penny-onlineshop.de können Kunden ausgewählte Aktionsartikel, z. B. Küchenkleingeräte, Bürotechnik, Sportartikel oder Gartenwerkzeuge, rund um die Uhr bestellen. Ergänzt wird das Angebot um etwa 30 Wein-, Sekt- und Spirituosenprodukte. Der Online-Vertriebsweg ist Ergänzung und Weiterführung des Angebots in den Märkten. Dort ist in vielen Fällen nicht genügend Platz, um eine größere Auswahl von oft sperrigen Non-Food-Artikeln angemessen zu präsentieren und länger vorzuhalten. Anders als im Markt kann Aktionsware im PENNY-Online-Shop auch länger im Angebot bleiben.

Der Versand der Artikel erfolgt aus dem Lager im tschechischen Bor, 30 Kilometer hinter der Grenze zu Deutschland, direkt an der Autobahn zwischen Prag und Nürnberg. Hier werden auch andere Internet-Shops der REWE Group logistisch geführt. Die Fahrer holen die bestellten Sendungen in Bor ab, fahren über die Grenze und speisen die Pakete direkt ins deutsche Verteilnetz ein. So ist die Ware bereits zwei bis drei Tage nach der Bestellung beim Kunden. Der Online-Shop bietet PENNY die Chance, mehr über die Wünsche der Kunden zu erfahren, neue Angebote zu testen und einen Ausbau des Sortiments zu prüfen.